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KW 07 | 2026

Über emotionale Nähe zwischen Mensch und KI

Liebe Leserin, lieber Leser,

was passiert, wenn Menschen emotionale Nähe aufbauen – und wenn ihr Gegenüber eine künstliche Intelligenz ist?

Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Forschungsteam der Universitäten Freiburg und Heidelberg in einer Studie (Abre numa nova janela) mit 492 Teilnehmenden. Für Bildungsanbieter sind die Ergebnisse besonders relevant.

Im Zentrum stand eine psychologisch gut untersuchte Situation: Zwei fremde Personen führen ein kurzes, textbasiertes Gespräch, das gezielt Nähe erzeugen soll. Zum Einsatz kam das sogenannte Fast Friends Procedure, bei dem Gespräche schrittweise von unverfänglichem Small Talk zu persönlich-emotionalen Themen führen.

Der experimentelle Unterschied lag im Gegenüber. In vielen Fällen stammten die Antworten nicht von einem Menschen, sondern von einer KI.

Teilweise wussten die Teilnehmenden davon, teilweise glaubten sie, mit einem Menschen zu kommunizieren.

Gemessen wurden das empfundene Nähegefühl sowie sprachliche Merkmale der Antworten, etwa Selbstbezüge, emotionale Ausdrucksweise und Antwortlänge.

Ein erstes, bereits bekanntes Ergebnis: Menschen können auch zu einer KI emotionale Nähe empfinden. Dieses Nähegefühl entstand sowohl in oberflächlichen als auch in persönlich-emotionalen Gesprächen.

Unerwartet war jedoch ein Befund, der diesem Ergebnis eine neue Schärfe verleiht:
In emotional intensiven Gesprächen fühlten sich die Teilnehmenden der KI näher als menschlichen Gesprächspartnern.

Gerade dort, wo das „typisch Menschliche“ verortet wird – bei Gefühlen, Erinnerungen und persönlichen Überzeugungen –, erzielte die KI höhere Nähewerte.

Der Grund liegt jedoch nicht in einer besonderen Empathiefähigkeit der Maschine, sondern in ihrer Kommunikationsweise. In ihren Antworten simulierte die KI schneller und häufiger persönliche Offenheit als menschliche Gesprächspartner, nutzte vermehrt emotionale Sprache und formulierte konsequent aus einer Ich-Perspektive.

Diese Form der Kommunikation ist psychologisch wirksam: Menschen reagieren sensibel auf Selbstoffenbarung. Wer sich öffnet, signalisiert Vertrauen und lädt zur Gegenseitigkeit ein. Entsprechend zeigten auch die Teilnehmenden selbst mehr persönliche Offenheit, wenn ihr Gegenüber diesen Schritt voranging – unabhängig davon, ob es sich um einen Menschen oder eine KI handelte.

Sobald Teilnehmende jedoch wussten, dass sie mit einer KI kommunizierten, veränderte sich ihr Verhalten. Die Antworten wurden kürzer, weniger engagiert, und das empfundene Nähegefühl nahm ab. Die Beziehung brach nicht gänzlich ab, blieb aber deutlich flacher.

Die Forschenden sprechen hier von einem klaren Anti-KI-Bias: Dieselbe Antwort wird anders erlebt, je nachdem, ob sie einem Menschen oder einer Maschine zugeschrieben wird.

Damit zeichnet die Studie ein bemerkenswert nuanciertes Bild. Unter bestimmten Bedingungen kann KI offenbar stärkere Nähegefühle hervorrufen als menschliche Gesprächspartner. Gleichzeitig bleibt unsere eigene Haltung entscheidend dafür, wie viel Nähe entsteht. Beziehung ist kein Automatismus, sondern ein Zusammenspiel aus Sprache, Erwartung und innerer Bereitschaft.

Genau darin liegt auch die gesellschaftliche Relevanz dieser Ergebnisse. Sie machen deutlich, wie anfällig wir für die emotionale Wirkung von KI sind, insbesondere dann, wenn Maschinen menschlich erscheinen oder als menschlich ausgegeben werden. Nähe lässt sich erzeugen.

Und gerade deshalb sollte man sehr genau hinschauen, wer sie erzeugt, mit welchen Mitteln und zu welchem Zweck.

Wir begleiten Sie mit Workshops, Keynotes, Moderation und Beratung.

David Röthler, Sonya Dase und Christiane Carstensen
von Milenu (Abre numa nova janela)und Dase & Carstensen (Abre numa nova janela)

Empfehlen (Abre numa nova janela) Sie uns gerne weiter …


Außerdem im Infobrief:

  • Stimmungs-Mixer-App für den Workshop oder das Meeting

  • www.workshopscreen.de (Abre numa nova janela) - Jetzt schon eines unserer Lieblingstools 2026

  • Eigentlich dachten wir, das Thema sei durch

  • Mehr KI, weniger Latein

  • KI-Agenten im Kundenkontakt

  • Termin-Übersicht zu Workshops, Tagungen und Events rund um KI

Stimmungs-Mixer für den Workshop oder das Meeting

Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Probieren Sie im nächsten Workshop oder Meeting gerne unseren Stimmungs-Mixer (Abre numa nova janela)aus 🧪. Den haben wir gerade per Vibe Coding mit www.manus.im gebastelt und genau so arbeiten wir auch in unseren Workshops: spielen, ausprobieren, lachen, Ideen mixen.

Aber wir hören beim Tool nicht auf, sondern drehen es einmal neugierig in der Hand: Was sagt uns das über Lernen, Lehren und Führen in einer KI-geprägten Welt?

Jetzt schon eines unserer Lieblingstools 2026 :-)

Mit www.workshopscreen.de (Abre numa nova janela) von Nele Hirsch kann man sich einen eigenen digitalen Workshop-Raum genau so einrichten, wie man ihn für die eigene Arbeit braucht. Er ist besonders gut für Bildungs- und Kurskontexte geeignet, weil er einfach, übersichtlich und datenschutzfreundlich ist.

Man sammelt auf einem einzigen Screen alles, was man im Workshop einsetzen möchte:
Texte, Links, Videos, Aufgaben, Timer, Hinweise oder kleine interaktive Elemente.

Das Besondere dabei ist:
Man ist nicht auf vorinstallierte Tools beschränkt.

Neben den Tools, die Nele Hirsch bereits integriert zur Verfügung stellt, kann man sich mit dem hinterlegten KI-Assistenten auch eigene Anwendungen bauen und integrieren.

Zum Beispiel ein Padlet, das wir innerhalb von etwa einer Minute in unseren Screen integriert haben. Wie? Ganz einfach “Eigenes Modul” anklicken”, die Idee beschreiben, Code generieren lassen, einfügen, fertig. Auch den Code unserer eigenen Apps wie z.B. den Stimmung-Mixers (s.o.) konnten wir ganz einfach einfügen.

Das ist wirklich großartig, weil man seinen Workshop nicht an ein Tool anpassen muss, sondern das Tool an den Workshop.

Technisch ist der Workshop-Screen bewusst sehr schlank gehalten:

  • Alles wird lokal im eigenen Browser gespeichert

  • Es gibt keine Anmeldung

  • Es werden keine Cookies gesetzt

  • Es werden keine Daten gespeichert, außer denen, die ich selbst aktiv eingebe

Der Workshop-Screen ist intuitiv erkundbar. Man kann einfach starten, klicken, ausprobieren. Das geht ziemlich schnell. Alternativ gibt es ein Video, in dem Nele Hirsch alles in Ruhe erklärt.

Ein durchdachtes, flexibles und wirklich starkes Werkzeug für Workshops, das wir von jetzt an gerne in unsere Workshops mitbringen und auch vorführen.

Alles zu dem Tool finden Sie hier (Abre numa nova janela).
Ganz großes Kino liebe Nele.

Als Beratungsanbieter schauen wir auf den Workshop-Screen noch mit einer zweiten, eher strategischen Perspektive.

Dass eine selbstständige Bildungsanbieterin mit Hilfe von KI ein solches Tool entwickeln kann – inklusive eigener Lernumgebung und Tool-Generator – zeigt sehr deutlich, wie sich der Bereich des digitalen Lernens gerade neu aufstellt.

Bestimmte Strukturen und Geschäftsmodelle im digitalen Lernen brechen gerade weitgehend unbemerkt weg.

Der Workshop-Screen ist damit nicht nur ein praktisches Tool,
sondern auch ein konkretes Beispiel für einen Paradigmenwechsel, den wir regelmäßig in unseren Workshops zu KI für Fach- und Führungskräfte in der Erwachsenenbildung thematisieren.

Eigentlich dachten wir, das Thema sei durch

Man hätte meinen können, die Debatte sei längst geführt: Die kostenlose Version von Chat GPT ist kein datenschutzkonformer Ort für sensible Informationen. Umso bemerkenswerter ist die Meldung von Politico (Abre numa nova janela), dass ausgerechnet der kommissarische Leiter der US-Cyber­sicherheitsbehörde CISA im vergangenen Sommer vertrauliche Vertragsdokumente dort hochgeladen haben soll.

Der Vorfall zeigt: Es ist noch nicht überall angekommen.

Mehr KI, weniger Latein

Der Bildungsminister Christoph Wiederkehr plant einen tiefgreifenden Umbau der österreichischen Lehrpläne. Erste Details zeigen nun die Richtung: mehr Raum für Künstliche Intelligenz, weniger Latein an den Gymnasien. Das Vorhaben sorgt gleichermaßen für Zustimmung wie für Kritik. ORF (Abre numa nova janela)

KI-Agenten im Kundenkontakt

Wer KI im Kundendialog einsetzen möchte, findet in diesem t3n-Artikel (Abre numa nova janela) eine hilfreiche Einordnung. Er zeigt sehr klar, worauf man heute achten sollte, wenn man über technische Lösungen nachdenkt. Die Autoren zeigen: Viel „KI-Agenten", die verkauft werden, sind in Wahrheit eher eloquente Chatbots ohne echte Handlungsfähigkeit. Ein LLM wie Chat GPT oder Gemini kann hervorragend formulieren, kennt aber Ihre Teilnehmerdaten, Kurstermine oder Buchungshistorien nicht. Es plaudert charmant oder erfindet kurzerhand Informationen, die es nicht hat. Echte Funktionalität entsteht erst durch Integration in Ihre Systeme. Das bedeutet Anbindung an Datenbanken, Verwaltungstools und Prozesse, also umfangreiche Entwicklungsarbeit, die weit über das Einrichten eines Chat-Interfaces hinausgeht. Technisch ist das alles deutlich komplexer, als viele der Anbieter, die gerade wie Pilze aus dem Boden schießen, in ihren Versprechen suggerieren.

Viel wichtiger ist aus unserer Sicht jedoch eine Frage, die vor jeder technischen Entscheidung stehen sollte und die wir von Milenu (Abre numa nova janela)und Dase & Carstensen (Abre numa nova janela) in unseren Workshops und Beratungen gezielt mit Ihnen bearbeiten:
Warum will man den Kundendialog automatisieren und welches Ziel verfolgt man damit?

Erst wenn diese Frage beantwortet ist, ergibt sich, ob und wie ein Chatbot sinnvoll ist. Denn Kundendialog verändert sich gerade grundsätzlich: Erwartungen, Rollen und Kontaktpunkte verschieben sich in einer KI-geprägten Welt.

Genau hier setzen unsere Workshops an. Wir starten nicht mit Tools oder Interfaces, sondern mit der strategischen Klärung:
Was ist das eigentliche Ziel?
Welche Rolle soll Kommunikation künftig spielen?
Und an welchen Stellen kann KI sinnvoll unterstützen und wo auch bewusst nicht?

Form follows function. Nicht umgekehrt.

Terminübersicht zu KI und Erwachsenenbildung

Eine Terminübersicht zu Fortbildungen, Events und Tagungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund um KI, Erwachsenenbildung und Bildungsmanagement finden Sie hier. (Abre numa nova janela)

Folgende Termine sind neu in der Liste:

25.02.26
#denkbar 25 (Abre numa nova janela)
Offene Denk- und Gesprächsreihe zu allen Aspekten der KI
Online, kostenfrei, 19.00-20.30 Uhr

12.03.26
Live mit KI/ Offene Werkstatt (Abre numa nova janela)
Gemeinsames Ausprobieren, Diskutieren und und Denken im Live-Setting
Online, kostenfrei, 10.30 - 12.30 Uhr

(Abre numa nova janela)

25./26.07.26
KI-Festival Heilbronn (Abre numa nova janela)

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Sie erreichen uns als Redaktion unter info@51GradNord.ai.
51° Nord ist eine Gemeinschaftsredaktion von Milenu (Abre numa nova janela) und Dase & Carstensen (Abre numa nova janela).