Der Student Alex zieht in ein heruntergekommenes Apartment irgendwo in New York City. Seine Freundin Lori soll baldigst bei ihm übernachten, doch die aus bürgerlichem Hause stammende junge Frau ziert sich. Alex neue Nachbarin Nicole dagegen ist da anders und verführt den jungen Mann ohne großes Kennenlernen direkt zum Sex. Bei ihr und einem weiteren Nachbarn, dem Underground-Künstler Roman, gibt es zudem blauen Joghurt und einen alchimistischen Likör zum Dinner. Daraufhin verwandelt sich Alex in ein bizarres Schleimmonster. Er findet heraus, dass er nicht nur in okkulte Geheimnisse verstrickt ist, die sich um das Mietshaus und seine neuen Nachbarn spinnen, sondern auch, dass er durch den Mord wieder zum Menschen werden kann. Doch der Schleim bildet sich stets von Neuem auf seinem Körper.
Slime City ist eine US-amerikanische Horrorkomödie aus dem Jahr 1988. Der Film wurde von Greg Lamberson geschrieben und inszeniert. Und das hat er trotz eines geringen Budgets relativ gut gemacht. In den Hauptrollen sehen wir Craig Sabin, Mary Huner, T.J. Merrick und Dennis Embry.
Slime City ist ein ambitionierter Versuch, einen wahrhaft blutigen, schleimigen und ekligen Horror-Trashfilm zu drehen. In Bezug auf die kuriosen Effekte und Einfälle, lässt sich das Werk als gelungen bezeichnen. Im Trashfilm-Bereich sind es ja gerade diese Elemente, die einen "gut-schlechten" von einem "schlecht-schlechten" Streifen unterscheiden.
Die okkult-schleimige Story und der übertriebene Body-Horror rufen Assoziationen von Krankheit und der gesellschaftlichen Diskriminierung von kranken Menschen hervor. Man sollte einem Trashfilm nicht seine mögliche Intention oder gar Message absprechen. Dass auch Trashfilme politische Visionen transportieren können, sehen wir an legendären Werken wie z.B. Ed Woods Glen or Glenda (1953) oder John Waters Pink Flamingos (1972). Diese Filme zeigen eindrucksvoll, dass man ernste Themen auch lustig und mit expressiven Schauwerten verpacken kann. Slime City könnte als trashig-überspitze Allegorie auf die Aids-Epidemie der 1980er-Jahre, die vor allem auch in der New Yorker Künstlerszene um sich griff, interpretiert werden und davor warnen, dass auch Heterosexuelle sich mit HIV anstecken können.
Man könnte Slime City aber auch einfach bei zwei bis drei Bier angucken, lachen und danach schnell wieder vergessen. Ich mag Kunstwerke, die auf verschiedenen Ebenen ansprechen und die man ganz mannigfaltig interpretieren und rezipieren kann. Greg Lambersons Film ist ein obskurer Trip mit einem grenzdebil-großartigen Finale, und sowas weiß ich sehr zu schätzen.
https://www.imdb.com/de/title/tt0234748/ (Abre numa nova janela)