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In 80 Betten um die Welt (1976)

Sex regiert die Welt und das gilt rund um den Erdball. Die lüsterne TV-Hostess Peggy nimmt die Zuschauer mit auf eine Entdeckungsreise der schlüpfrigen Art. Ob eine Schwarze Messe in New York, Samenräuberinnen in San Francisco, Sex-Live-Shows in Kopenhagen, Dominas auf der Hamburger Reeperbahn, sexuelle Riten auf den Antillen, eine Masturbationsschule in Amsterdam oder die Sexpraktiken der Derwische im Orient - dieser schonungslose Film macht vor nichts halt.

In 80 Betten um die Welt aus dem Jahr 1976 ist ein Sex-Mondo-Film von Erwin C. Dietrich, der auch das Drehbuch schrieb, und Jess Franco. Das Werk wird vor allem mit jenem legendären Regisseur in Verbindung gebracht und wird daher auch unter dem Titel Jess Francos Mondo Erotica - In 80 Betten um die Welt geführt. Der spanische Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler ist bekannt für Filme wie Nachts, wenn Dracula erwacht (1970), Vampyros Lesbos - Erbin des Dracula (1971), Mondo Cannibale 3 - Die blonde Göttin der Kannibalen (1980), Jungfrau unter Kannibalen (1980) und Oase der Zombies (1982). Er galt aufgrund seiner um sadomasochistische und surreale, ab den 1970er-Jahren auch um pornographische Elemente angereicherten Horrorfilme lange als umstrittener Filmemacher. Heute zählen seine kompromisslosen und transgressiven Werke als Meilensteine des europäischen Exploitationfilms. Die Rolle der neugierigen und geilen Hostess Peggy übernahm Esther Moser.

Dem Mondo-Genre werden Filme aus den 1960er- und 1970er-Jahren zugeordnet, die zumeist in Italien produziert wurden und im pseudodokumentarischen Stil angeblich wahre Sitten und Gebräuche von Menschen aus aller Welt und scheinbar authentische Darstellungen von Sexualität, Religion, Ritual, Gewalt und Tod zeigen. Es geht dabei zumeist um reißerische Schauwerte und Provokation, aber auch um den Ausdruck einer gewissen Zivilisationskritik. Als Ursprung des Genres gilt der Film Mondo Cane (1962) von Gualtiero Jacopetti, Franco Prosperi und Paolo Cavara. Das Erfolgsrezept klassischer Mondo-Filme, das auf der Darstellung von Gewalt, Folter und Tierquälereien basierte, versuchte der Film In 80 Betten um die Welt auf den Bereich der Sexualität zu übertragen. Allerdings werden in diesem Sex-Mondo-Film nicht - wie bei den meisten anderen Vertretern des Mondo-Genres - authentische mit gestellten Szenen vermischt, sondern hier sind sämtliche Szenen inszeniert.

Der Erotikstreifen In 80 Betten um die Welt, in dem sich eine Pornodarstellerin durch die Welt poppt, ahmt den Stil der Mondo-Dokumentationen nach und wirkt dabei oft unfreiwillig komisch. Die Darstellungen von Sex und BDSM-Praktiken aus dieser Zeit mögen heute skurril und befremdlich erscheinen; interessant ist das Ganze unter filmhistorischen Gesichtspunkten allemal.

https://www.imdb.com/de/title/tt0178627/ (Abre numa nova janela)
Tópico Film