Mehr als 100 Jahre nachdem Mary Shelly "Frankenstein" schrieb, sucht Frankensteins einsame Kreatur im Jahr 1936 die Wissenschaftlerin Dr. Euphronious auf und bittet sie, ihm eine Braut zu erschaffen. Als "Ausgangsmaterial" fällt ihre Wahl auf die kürzlich wegen ihrer kritischen Reden ermordete Gangsterbraut Ida. Der Wiederbelebungsvorgang gelingt und die total verrückte Ida zieht mit Franky, wie sie Frankensteins Geschöpf nennt, um die Häuser. Als Franky seine zukünftige Braut vor einer Vergewaltigung bewahrt und dabei zwei Männer tötet, müssen die beiden vor der Polizei fliehen und eine tragische Bonnie-und-Clyde-Story entspinnt sich.
The Bride! - Es lebe die Braut ist ein Gothic-Thriller aus dem Jahr 2026, bei dem Maggie Gyllenhaal Regie führte und das Drehbuch schrieb. Die Hauptrollen übernahmen Jessie Buckley als Ida und Mary Shelley sowie Christian Bale als Franky. In weiteren Rollen sehen wir u.a. Jake Gyllenhaal als Ronnie Reed, Peter Sarsgaard als Detective Jake Wiles, Penélope Cruz als Myrna Mallow und Annette Bening als Dr. Euphronious.
Die Filmmusik wurde von der Oscar-Preisträgerin Hildur Guðnadóttir komponiert, die die Musik für Filme wie Tom of Finland (2017), Joker (2019) und 28 Years Later: The Bone Temple (2026) schrieb. Hildur Guðnadóttir arbeitete nicht nur für zahlreiche Filmproduktionen, sondern ist auch bekannt für ihre Kooperation mit der isländischen Band múm, die wiederum die Black-Metal-Dokumentation Until the Light Takes Us (2008) mit ihrer Musik bereicherte, und dem Electro-Avantgarde-Duo The Knife von Karin "Fever Ray" Dreijer. Dreijer hat in diesem Film einen Cameo-Auftritt und ist mit einigen Songs auf dem Soundtrack vertreten.
Maggie Gyllenhaals zweiter Spielfilm ist ein unkonventionelles, opulentes Werk voller Dekonstruktionslust, Tanzeinlagen und experimentellen Momenten. In der düsteren Lovestory geht es um Einsamkeit, Liebe und die Auflehnung gegen den patriarchalen Status Quo. The Bride! - Es lebe die Braut ist ein Referenzfeuerwerk. Gyllenhaal verwendet nicht nur Figuren aus Mary Shelleys Roman "Frankenstein" und James Whales Film Frankensteins Braut (1935), sondern lässt sich darüber hinaus von Bonnie und Clyde (1967) sowie Thelma & Louise (1991) inspirieren. Ihr Werk erinnert dabei streckenweise an die rohe Energie und Tragik von Sid & Nancy (1986), Natural Born Killers (1994) und Joker: Folie à Deux (2024).
Im Gegensatz zu Guillermo del Toros Frankenstein (2025) wirkt Gyllenhaals Interpretation des Stoffs lebendig und ist ein campy-punkiger Bilderrausch mit feministischer Schlagkraft und einer Jessie Buckley, die mit ihrem theatralischen Spiel den Film zu etwas ganz Besonderem macht.
https://www.imdb.com/de/title/tt30851137/ (Abre numa nova janela)