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In die Sonne schauen (2025)

Ein abgelegener Vierseitenhof in der Altmark vereint im Laufe eines Jahrhunderts die Geschichten der vier Frauen Alma, Erika, Angelika und Nelly, die dort ihre Kindheit oder Jugend verbringen. Jeder von ihnen offenbaren sich die Spuren der Vergangenheit. So treten verborgene Ängste, verdrängte Traumata und lange gehütete Geheimnisse zutage und zeigen den Horror des Gewaltraums Familie in dumpfen und trägen Bildern.

In die Sonne schauen ist ein deutsches Drama über transgenerationale Traumata von Mascha Schilinski, das im Sommer 2025 in die Kinos kam. Die Hauptrollen spielen Hanna Heckt, Lea Drinda, Lena Urzendowsky und Laeni Geiseler. Im Mittelpunkt stehen vier Frauen, die an der Familie leiden.

Das Thema transgenerationale Traumata ist schwerwiegend, findet aber lediglich in Debatten und in der Kunst statt. Von einer echten gesellschaftlichen Veränderung, sind wir in Deutschland weit entfernt. Noch immer wachsen Kinder primär in der Kleinfamilie auf, die als Ideal gilt. Pädagogische Erkenntnisse finden noch immer keine Umsetzung in der Bildungspolitik und von einer Therapiepflicht bei Kinderwunsch sind wir weit entfernt.

In die Sonne schauen wurde für die Kategorie Bester Internationaler Film der Oscarverleihung 2026 ausgewählt. Ich bezweifle stark, dass es große Chancen auf den Sieg hat, denn dieses Werk ist der Inbegriff eines deutschen Kunstfilms. Die deutsche Geschichte, um die das Betroffenheitskino dieses Landes oftmals zirkelt, spielt hier eine nur untergeordnete Rolle, das ist zunächst positiv zu bewerten. Jedoch enthält der Film wirklich alle Zutaten eines typischen Kunstfilms. Er hat keinerlei narrative Struktur, wir erleben zusammenhangslos aneinandergereihte Szenen aus dem Leben der vier Frauen. Durch teils verwirrende Zeitsprünge und Erinnerungsfetzen verwischen irgendwann die Grenzen zwischen den Figuren. Das Mosaik der unzusammenhängenden Szenen erschwert das Folgen der Handlung ungemein, fesseln konnte mich hier nichts. Es wird viel geflüstert und genuschelt, der Ton ist so schlecht, dass ich einen Großteil nicht verstand. Dafür gibt es Geblubber aus dem Off, das philosophisch einordnet. Hinzu kommen das für derlei Filme obligatorische hysterische Geschrei und aufgesetzt wirkende sexuelle Szenen. Wortkarge Sequenzen, Stille oder überlaute Geräuschkulissen runden das Bild eines schwer erträglichen Zweieinhalbstundenfilms, der ohne jegliche Schauwerte vor sich hin plätschernd Lebenszeit stiehlt, ab.

Schade, eine tolle Besetzung und das wichtige Thema versprachen viel, heraus kam leider nur typisch deutscher Kunstkäse. Das Werk hat sicherlich seine ästhetischen Momente und ist in seiner Machart originell, aber man muss sich diesen Film schön lesen, denn positive Kritiken gibt es zuhauf. Aber als filmisches Erlebnis konnte mich In die Sonne schauen nicht mitnehmen, ich kam fast um vor Langeweile.

https://www.imdb.com/de/title/tt28690468/ (Abre numa nova janela)
Tópico Film