Der junge Matthias Reichenberger wird von grausamen Visionen über den gefallenen Engel Premutos geplagt, der durch die Menschheitsepochen sein Unwesen trieb. Der mit nekromantischen Fähigkeiten gesegnete Premutos soll noch vor Luzifer existiert haben und als erster der Dämonen gefallen sein. Als Matthias´ dämlicher Vater im Garten ein antikes Buch und ein mysteriöses Elixier findet, verwandelt sich der junge Mann unfreiwillig in Premutos. Während einer Familienfeier beschwört er eine Armee von Zombies und verwandelt das spießige Vorstadtidyll in ein blutiges Schlachtfeld.
Premutos - Der gefallene Engel ist ein deutscher Splatterfilm des Independent-Regisseurs Olaf Ittenbach und stammt aus dem Jahr 1997. Bei seinem dritten Spielfilm schrieb Ittenbach auch das Drehbuch, übernahm die Produktion und die Hauptrolle als Matthias. Später sollte er bei einer ganzen Reihe von Filmen Regie führen und die Spezialeffekte beisteuern. Doch erst nach dem Erfolg von Premutos - Der gefallene Engel gab Ittenbach seinen bisherigen Beruf als Zahntechniker auf und verpflichtete sich ganz dem Filmemachen. Der Low-Budget-Film kostete nur 200.000 DM und wurde ursprünglich auf sechzehn Millimeter gedreht. Ich schaute den Director's Cut mit der wunderschön animierten Vorgeschichte des gefallenen Engels. Der Sprecher dieses Intros ist der bekannte Schauspieler und Synchronsprecher Harald Dietl.
Dieser gut gemachte und stimmungsvoll fotografierte Amateurfilm ist zurecht zum Klassiker geworden und man könnte ihn durchaus als deutschen Beitrag zum transgressiven Kino der 90er-Jahre bezeichnen, das vor allem durch Werke wie Begotten (1990), Mann beißt Hund (1992), Kids (1995), Crash (1996), Funny Games (1997), Fight Club (1999) und Baise-moi - Fick mich! (2000) geprägt wurde. Die rabenschwarze Splatterkomödie erinnert in der Zerstörung der bürgerlichen Welt durch blutige Splatterorgien und die Slapstickeinlagen an Peter Jacksons Braindead (1992).
Auch wenn die Story durch die ständigen Rückblenden etwas wirr ist, sind die historischen Sequenzen das Beste an dem Film. Die Splatterszenen sind gut gemacht und die irrwitzigen Ideen, wie das Poppelschnicken, der Zahnarztbesuch, das Conan-Schwert und die ganze bekloppte Familie Reichenberger, bleiben in Erinnerung. Dieser total verrückte und blasphemische Splatterspaß mit einem Body Count von 139 hat mich bestens unterhalten.
https://www.imdb.com/de/title/tt0144555/ (Abre numa nova janela)