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Cabal - Die Brut der Nacht (1990)

Der junge Aaron Boone wird von Albträumen über eine unterirdische Totenstadt namens "Midian" geplagt, die unter einem Friedhof liegt und von Monstern bevölkert ist. Sein Psychiater, Dr. Philip K. Decker, nutzt Boones Vulnerabilität aus, um ihm seine selbst begangene Mordserie anzuhängen. Daraufhin wird Boone von Polizisten erschossen, schafft es jedoch, nach Midian zu gelangen, wo er von der "Brut der Nacht" - einer wilden Bande von Dämonen, Gestaltwandlern und Untoten - wiederbelebt wird und selbst zu einem der ihren mutiert. Boones Freundin Lori versucht währenddessen ihren Geliebten zu finden, während der Serienmörder Decker waffengeile Rechtsextreme, rassistische Bullen und weitere gute amerikanische Christenmenschen gegen Midian und seine entstellten aber friedlichen Bewohner aufhetzt. Es entbrennt ein blutiger Kampf zwischen der christlichen Rechten und den Kreaturen Midians. Am Ende wird Boone von Baphomet persönlich zum neuen Anführer der Brut der Nacht berufen, um die zerstörte Stadt wieder aufzubauen.

Cabal - Die Brut der Nacht ist die zweite Regiearbeit von Clive Barker, der nach Hellraiser - Das Tor zur Hölle (1987) einen weiteren seiner Romane verfilmen wollte. Die Filmmusik stammt von Danny Elfman. Wir sehen Craig Sheffer als Aaron Boone, Anne Bobby als Lori Winston, Hugh Quarshie als Inspector Joyce, Doug Bradley als Dirk Lylesberg und Regielegende David Cronenberg in der Rolle des Serienmörder-Psychiaters Dr. Philip K. Decker.

Cabal - Die Brut der Nacht hat tolle Effekte, Kostüme, Masken, feine Splatterszenen und eine liebreizende Dämonenkindpuppe zu bieten. Wie immer bei Clive Barker ist der Horror wenig subtil und recht klischeehaft. Die kitschige Dämonenwelt Midian, die vom Namen her dem Land der biblischen Midianiter entlehnt ist, die im alten Testament als gefährliche Feinde der Israeliten galten, ist schon ein bisschen übertrieben, aufgrund der stimmungsvollen und handgemachten Ausstattung kann ich das aber verzeihen.

Die große Stärke des Films liegt in der Story, die das gängige dualistische Schema umdreht. Ähnlich wie in Tod Brownings Freaks (1932) sind hier die Dämonen und Monster die Sympathieträger der Handlung, während die staatlichen Institutionen wie die Polizei und die rechtskonservativ-christlichen Bürger als die Bösen dargestellt werden. Damit ist Cabal - Die Brut der Nacht nahe an der Wirklichkeit in den USA und zeigt, dass dort faschistoide Zustände auch lange vor Trump existierten. Diese Kritik an der xenophoben Dominanzgesellschaft und das sympathische Plädoyer für alle Freaks und Ausgestoßenen machen Cabal - Die Brut der Nacht zu einem wirklich gelungenen Film, der auch stilistisch heute vollkommen zurecht als Klassiker des modernen Horrorfilms gilt.

https://www.imdb.com/de/title/tt0100260/ (Abre numa nova janela)
Tópico Film