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Lebendig gefressen (1980)

Auf der Suche nach ihrer im Dschungel von Neuguinea verschollenen Schwester Diana stoßen Sheila Morris und der Abenteurer Mark Butler tief im Regenwald auf eine mörderische Sekte, die von dem charismatischen, aber sadistischen Amerikaner Jonas Melvin angeführt wird und die einheimischen Kannibalenstämme für ihre Zwecke einspannt. Die religiösen Praktiken der Sekte sind geprägt von rituellem Geschlechtsverkehr, Hinrichtungen und Drogenkonsum. Als die Sektenmitglieder schließlich kollektiven Selbstmord begehen sollen, eskaliert die Situation vollends, und für Sheila und Mark beginnt ein brutaler Überlebenskampf, um Diana zu retten und der grünen Hölle zu entkommen.

Lebendig gefressen aus dem Jahr 1980 ist ein italienischer Kannibalen- bzw. Mondofilm und stammt von Umberto Lenzi, der bekannt war für derlei Exploitationfilme. Besetzt ist das Werk mit Robert Kerman, Janet Ågren, Ivan Rassimov, Paola Senatore, Me Me Lai und Mel Ferrer.

In Deutschland wurde der Film bei Erscheinen zunächst indiziert und bundesweit beschlagnahmt. Erst 2022 wurde die Indizierung aufgehoben.

Lebendig gefressen enthält nicht nur verschiedene Vergewaltigungen und religiös-rituell konnotierte Gewaltszenen, die den typischen Geist der pseudo-dokumentarischen Mondofilme atmen, sondern zeigt auch einige komplett aus dem Zusammenhang gerissene Tötungen von Wildtieren. Hier geht es nicht mehr darum, eine Geschichte zu erzählen, sondern allein darum, mit exploitativen Schauwerten an die niedrigsten Instinkte des Publikums zu appellieren.

Die Purifikations-Sekte im Film erinnert nicht nur an Jim Jones´ Peoples Temple, dessen Mitglieder im Jahr 1978 im Dschungel von Guayana Massenselbstmord begingen, sondern wird auch ungerechterweise mit der Philosophie und den Praktiken der Modern Primitives zusammengebracht, die vor allem durch Fakir Musafar zu einer gewissen Bekanntheit gelangten.

Lebendig gefressen hätte die unnötigen Darstellungen von Tierquälerei nicht nötig gehabt; zusammengenommen mit den unangenehmen Vergewaltigungsszenen und der kolonialen Arroganz kann man dem Film eindeutig attestieren, nicht gut gealtert zu sein.

https://www.imdb.com/de/title/tt0081112/ (Abre numa nova janela)
Tópico Film