Hallo Welt, liebe Unterstützer:in und liebe Freund:in von EIN STÜCK DEUTSCHLAND, liebe Community
„Ich kann vergeben, aber ich kann nicht vergessen.“
Dieser Satz ist gewichtig. Und er ist das Erste, was ILSE GRÜNEWALD sagt, das Erste, was ihr in den Kopf kommt, als ich sie 2004 interviewt habe. Mit diesem Satz beginnen wir unsere neue Podcastfolge: Folge 62 (Abre numa nova janela).

Geboren 1914 in Seelze, wächst Ilse dort zunächst unbeschwert auf – als jüdisches Kind von Eltern mit einem gut laufenden Weißwarengeschäft in einem Dorf bei Hannover. Die Familie Willner ist die einzige jüdische Familie in dem 3000-Seelen-Ort. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten ändert sich alles für die mittlerweile junge Frau. Sie beschreibt im Interview, wie sie gedemütigt und drangsaliert wurden.
Um ein genaueres Bild dieser Zeit zu erlangen, habe ich mich mit Menschen verabredet, die sich ebenfalls mit Ilse Grünewalds Leben und mit der Familie Willner befasst haben. Sie zeigen mir in Seelze die Orte, die für die Familie wichtig waren. Mit Originaltönen und neu erschlossenen Akten erzählen wir gemeinsam – und im Gespräch mit dem EIN STÜCK DEUTSCHLAND-Co-Host Carsten Janz – von Verlust, Demütigung und der Flucht 1938. Und davon, was Erinnerung bedeutet.
Mein Dank für diese Folge geht an Ricardo Grünewald, den Sohn von Ilse Grünewald, für Fotos und Antworten auf offene Fragen, an Martina Krickel, Stadtarchivarin von Seelze, und Norbert Saul, den ehemaligen Stadtarchivar, für die Spurensuche in Seelze sowie an Fluid Sound für die tolle Ton-Nachbearbeitung.
Danke für dein Interesse und deine Treue. Bitte überlege, ob du ein bisschen Geld geben möchtest, um unsere Arbeit an diesem Projekt zu unterstützen. Wenn du es bereits tust, danke ich dir im Namen des Teams von Herzen.
Bitte erzähle anderen von unserer Erinnerungsarbeit, leite diesen Newsletter weiter oder teile den EIN STÜCK DEUTSCHLAND-Podcast mit Menschen, die sich ebenfalls für die Themen Oral History, Nationalsozialismus und Exil interessieren könnten.
Bleib gesund, zuversichtlich und unserem Projekt gewogen.
Herzliche Grüße
Corinna
P.S.:
Du kannst EIN STÜCK DEUTSCHLAND mit einer kleinen oder etwas größeren Summe im Monat finanziell unterstützen. Wie ich nicht müde werde, zu betonen: Carsten Janz und ich stecken nicht nur viel Zeit in dieses Projekt. Glücklicherweise müssen wir nichts für die Postproduktion bezahlen. Den Ton bearbeitet Philipp Teichert von Fluid Sound Recording (Abre numa nova janela) umsonst. Das ist eine große Hilfe! Kosten haben wir trotzdem immer wieder. Wir zahlen für den Provider, für die Internetseite, für Archiv-Dokumente und Foto-Rechte. Deswegen brauchen wir Unterstützung. Du kannst dir überlegen, ob dir unser Inhalt 4, 7, oder 11 Euro pro Monat wert ist und so Teil der EIN STÜCK DEUTSCHLAND Community werden. Das ist dann, wie Kaffee trinken oder ins Kino gehen, nur mit Dankbarkeit.