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Sommer, Schweiß und saubere Ohren

– wenn Wiesel, Wasserbüffelin und Hörlibert Hitzefrei verlangen

Sommer. Sonne. Dreißig Grad im Schatten, achtunddreißig Grad in der Realität und gefühlte fünfundsiebzig Grad direkt unter dem Prozessor. Während andere Menschen lediglich über schmelzendes Eis, klebende Gartenstühle und Sonnencreme philosophieren, beginnt für viele Menschen mit Hörgeräten oder Cochlea-Implantaten eine ganz eigene Jahreszeit.

Mein Wiesel hält tapfer die Stellung. Die Wasserbüffelin hat ihren Wohnsitz inzwischen dauerhaft ins nächstgelegene Gewässer verlegt. Und ich versuche mit einer Würde durch diese Hitze zu schreiten, die ungefähr so stabil ist wie ein Eiswürfel auf einer Motorhaube.

Schweiß macht vor niemandem Halt. Auch unsere Hörtechnik bleibt davon nicht verschont. Prozessoren werden warm, Mikrofone sammeln Feuchtigkeit, Hautfett, Staub und winzige Hautpartikel lagern sich ab. Gerade an heißen Tagen geraten unsere Systeme daher unter zusätzlichen Stress. Wer selbst bei 38 Grad tapfer durch den Alltag marschiert, sollte auch seiner Technik etwas Fürsorge zukommen lassen.

Denn erstaunlich viele Menschen reinigen ihre Hörsysteme kaum oder nur sporadisch. Manchmal erfolgt die einzige Pflege beim nächsten Termin im CI-Zentrum oder beim Akustiker – gewissermaßen eine Art jährliche Wellnesskur für ein Gerät, das täglich viele Stunden direkt auf unserer Haut getragen wird.

Dabei reinigen wir uns selbst ganz selbstverständlich. Wir duschen, cremen uns ein, wechseln Kleidung und entfernen den Staub des Tages. Und am nächsten Morgen setzen wir mitunter dieselben ungepflegten Hörsysteme wieder auf. Mein Wiesel beginnt bei diesem Gedanken sofort mit einer mittelschweren existenziellen Krise und schüttelt sich derart, dass inzwischen kaum noch Fell vorhanden ist. Der Sommer hat aus ihm einen Nacktmull mit Lichtschutzfaktor 50 gemacht.

Die regelmäßige Reinigung ist keineswegs eine Frage übertriebener Pedanterie, sondern dient der Funktion und Langlebigkeit unserer Technik. Schweiß, Hautfett und Verschmutzungen können Mikrofone, Kontakte und Gehäuse belasten. Geeignete Reinigungstücher oder vom Hersteller empfohlene Reinigungsmittel helfen dabei, die Geräte schonend zu säubern. Alkoholhaltige Spezialtücher ohne aggressive Lösungsmittel sind hierfür häufig geeignet. Wichtig ist dabei stets die Empfehlung des jeweiligen Herstellers oder des betreuenden Akustikers beziehungsweise CI-Zentrums zu beachten.

Ein kurzes Abwischen am Abend, gelegentliches Trocknen der Systeme und eine regelmäßige gründliche Reinigung können viel bewirken. Die Technik dankt es uns oft mit einer längeren Lebensdauer und einer zuverlässigeren Funktion.

Und so genießen wir den Sommer trotz Hitze, trotz schmelzender Gedanken und trotz einer Wasserbüffelin, die sich nur unter Protest aus ihrem Teich entfernen lässt. Wir genießen die warme Luft, Vogelstimmen, lange Abende und das Licht. Und wir erfreuen uns an einem Hörlibert, der frisch gereinigt, gepflegt und bereit für den nächsten Sommertag ist.

Das Wiesel ist inzwischen zwar kahl, aber zufrieden. Und manchmal ist genau das bereits ein ausgesprochen valider Zustand.

Bleibt's xund eure Frau Kruemelkuchen

#CochleaImplantat #Hörtechnik

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