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Warten mit Würde – oder: Wenn das Wartezimmer zur Arena wird

Da hängt Hörlibert - deaktiviert - rum

Normalerweise ist das Warten in einem überfüllten Wartebereich für mich kein Anlass zur inneren Aufruhr. Ich erscheine gut gerüstet – bewaffnet mit einem Buch, einer Flasche Wasser und der kostbaren Ressource Zeit. In solchen Momenten empfinde ich das Warten nicht als Zumutung, sondern als beinahe kontemplative „Me-Time“ – eine unverhoffte Insel im stürmischen Archipel des Alltags.

Denn hier – zwischen Neonlicht, abgewetzten Stühlen und dem leisen Summen einer nicht enden wollenden Verwaltung – muss ich nichts kontrollieren. Nichts planen. Keine Entscheidungen treffen. Ich darf schlicht: sein. Atmen. Lauschen. Loslassen. Und in dieser Loslösung liegt oft eine stille Schönheit.

Auch die Geräusche anderer stören mich gewöhnlich nicht – im Gegenteil. Alles ist für mich Hörtraining, Schulung meiner Wahrnehmung.

Ich empfinde das Wartezimmer mitunter als gesellschaftlichen Mikrokosmos:

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