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Vom Recht auf Vorbereitung – oder: Warum Spontaneität nicht für alle ein Vergnügen ist

Es gibt Menschen, die lieben sie – diese kleinen, spontanen Überraschungen des Alltags. Ein ungeplanter Restaurantbesuch, ein „Ich hab da was reserviert, lass dich überraschen“, ein Hauch von Abenteuer zwischen Vorspeise und Dessert.

Und dann gibt es mich.

Ich gestehe es mit einer gewissen, vielleicht leicht selbstironischen Gravitas: Ich mag keine Überraschungsbesuche in Restaurants. Nicht aus Prinzip. Nicht aus Laune. Sondern aus Notwendigkeit – und, wenn ich ehrlich bin, aus einem sehr berechtigten Bedürfnis nach Vorbereitung.

Denn Essen ist für mich kein beiläufiger Akt. Es ist kein „Ach, irgendwas wird sich schon finden“. (Auch wenn ich genau DAS immer beruhigend sage, da ich ja nicht unangenehm oder kompliziert sein möchte)

Es ist ein sorgfältig austariertes Zusammenspiel aus dem, was möglich ist, und dem, was ich meinem Körper guten Gewissens zumuten kann.

Gehen wir zum Griechen, entfaltet sich die Situation meist erfreulich unkompliziert. Ein Stück Fleisch vom Grill, ein klar strukturierter Salat – überschaubar, nachvollziehbar, kontrollierbar. Eine kleine kulinarische Insel der Verlässlichkeit.

Doch dann gibt es diese anderen Einladungen. Bayerische Wirtshäuser. Sonntag. Reduzierte Karte. Und plötzlich wird aus einem geselligen Abend eine kleine logistische Herausforderung.

Denn was für viele unscheinbar wirkt, ist für mich ein Ausschlusskriterium: angemachte Salate, deren Dressing nicht selten eine süßliche Note trägt. Zucker, versteckt, beiläufig, selbstverständlich. Gurkensalat? Fällt weg. Krautsalat? Ebenfalls. Buffet? Eine Illusion von Auswahl, die sich bei genauerem Hinsehen als kulinarische Sackgasse entpuppt.

Was bleibt, ist oft… wenig. Ein grüner Salat. Vielleicht ein Stück Fleisch. Ohne Soße – denn diese ist meist gebunden, angedickt, verändert. Gemüse? Häufig nicht kompatibel. Panaden? Obsolet.

Und plötzlich sitzt man da – zwischen Teller und Erwartungshaltung – und weiß, dass man am Ende den vollen Preis bezahlt für eine sehr reduzierte Möglichkeit.

Genau deshalb brauche ich Vorbereitung.

Nicht, weil ich kompliziert sein möchte. Sondern weil ich Klarheit bevorzuge – für alle Beteiligten. Wie unangenehm ist es doch für alle Beteiligten, wenn man am Tisch dem Kellner auflistet was essbar ist, was nicht und was die Küche improvisieren kann….

Eine kurze E-Mail im Vorfeld kann hier Wunder wirken. Sie schafft Transparenz. Sie gibt der Küche die Möglichkeit, sich einzustellen, Alternativen zu prüfen, vielleicht sogar mit einer gewissen Kreativität zu reagieren. Und sie gibt mir die Sicherheit, nicht in eine Situation zu geraten, in der ich zwischen Höflichkeit und Verzicht oszillieren muss.

Es ist, wenn man so möchte, ein Akt reziproker Rücksichtnahme.

Ich gebe der Küche die Chance, sich vorzubereiten – und erhalte im Gegenzug die Möglichkeit, entspannt teilzunehmen. Ohne Rechtfertigung. Ohne Improvisation unter Druck. Ohne dieses leise Gefühl, „zu viel“ zu sein.

Und ja – manchmal bedeutet es auch, ein anderes Restaurant zu wählen.

Aber ist das nicht genau das Wesen von Freiheit?

Die Wahl zu

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