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Verrat des Schicksals (The Soul-War Chronicles 1)

Ein General der Ordnung. Ein Krieger des Chaos. Ein Fluch, der sie aneinanderkettet – oder sie vernichtet.

In einer Welt, die seit Jahrhunderten durch den Krieg zwischen Technologie und Magie zerrissen ist, gibt es nur eine eiserne Regel: Eine Seelenbindung mit dem Feind ist das ultimative Todesurteil.

General Kaelen von Aris ist die perfekte Waffe des Reiches Ondar: kühl, berechnend und absolut loyal gegenüber der Logik. Sein Auftrag ist simpel – die Eliminierung von Valerius, dem gefürchteten „Schattenläufer“ aus den wilden Wäldern von Vaelis.

Doch als sie sich auf dem Schlachtfeld gegenüberstehen und Kaelen zum tödlichen Stoß ansetzt, geschieht das Unmögliche. Ihre Siegel flammen auf. Statt den Feind zu töten, schmiedet das Schicksal ein unwiderrufliches Band zwischen ihnen.

Plötzlich sind die Regeln des Krieges außer Kraft gesetzt.
Gezwungen zur Flucht vor einer dunklen Macht, die beide Seiten auslöschen will, müssen Kaelen und Valerius lernen, als Einheit zu funktionieren. Die Magie ihrer Bindung ist grausam: Entfernen sie sich voneinander, droht der Tod. Fügen sie dem anderen Schmerz zu, spüren sie ihn selbst.

Gefangen in erzwungener Nähe, beginnt die Grenze zwischen Hass und einem verzehrenden, körperlichen Verlangen zu verschwimmen. Während Kaelens logische Welt zerbricht und Valerius’ wildes Herz in Gefahr gerät, müssen sie sich fragen: Ist die Verbindung ihr Untergang – oder die einzige Waffe, die den ewigen Krieg beenden kann?

Erlebe den Auftakt der epischen „Soul-War Chronicles“. Eine düstere, hochemotionale MM Fantasy Romance voller Magie, Intrigen und einer Enemies-to-Lovers-Dynamik, die unter die Haut geht.

Enthält explizite Szenen und ein Happy End für den Band (Cliffhanger für die Serie).

Der Roman wird in den nächsten Tagen auf Amazon Kindle Unlimited Online gehen, ich sende DIR nun schon mal vorab das erste Kapitel zum reinschnuppern.

H. Sinther

# Band 1: Verrat des Schicksals

## Kapitel 1: Der Architekt des Krieges

Krieg war keine Frage von Leidenschaft. Krieg war Mathematik.

General Kaelen von Aris stand am Rand des künstlich aufgeschütteten Walls und blickte in den dichten Nebel hinab, der das Tal von Seraphim wie ein Leichentuch bedeckte. Unter seinen stahlbeschlagenen Stiefeln vibrierte der Boden im Rhythmus der großen Dampfmaschinen, die tief im Inneren des ondarischen Lagers hämmerten. Es war ein Geräusch, das Kaelen beruhigte. Es war der Herzschlag der Ordnung.

Er zog die schwarzen Lederhandschuhe straffer und richtete den Kragen seines Uniformmantels auf. Die Luft hier oben, an der vordersten Frontlinie zwischen dem Reich Ondar und den wilden Landen von Vaelis, schmeckte metallisch. Nach Ozon, Ruß und dem kalten Versprechen des Todes.

„Status der dritten Ballisten-Batterie?“, fragte er, ohne den Blick vom Nebel abzuwenden. Seine Stimme war leise, aber sie schnitt durch den Lärm des Lagers wie ein Skalpell.

Leutnant Joran, ein junger Offizier, dessen Uniform noch zu neu und dessen Haltung einen Hauch zu steif war, trat einen Schritt vor. „Ausgerichtet und gespannt, General. Wir haben die Koordinaten berechnet, basierend auf den Windströmungen der letzten Stunde. Trefferwahrscheinlichkeit liegt bei zweiundneunzig Prozent.“

Kaelen drehte sich langsam um. Sein Gesicht war eine maskenhafte Studie aus harten Linien und kühler Distanz. Seine grauen Augen, die oft mit der Farbe von poliertem Stahl verglichen wurden, musterten den Leutnant. Er sah keine Angst in dem Jungen, nur den eifrigen Wunsch, Teil der perfekten Maschine zu sein, die Kaelen erbaut hatte.

„Der Wind im Tal dreht sich alle zwanzig Minuten, Leutnant“, sagte Kaelen ruhig. „Die Thermik steigt, sobald die Sonne über den Grat bricht. Ihre zweiundneunzig Prozent sind eine Fantasie.“ Er trat an das massive Geschütz heran, eine Konstruktion aus dunklem Eisen und geöltem Holz. Mit einer fast zärtlichen Bewegung strich er über den Spannmechanismus. „Korrigieren Sie den Neigungswinkel um drei Grad nach unten. Und warten Sie mit dem Feuerbefehl auf mein Zeichen. Wir schießen nicht auf Schatten.“

„Jawohl, General.“ Joran salutierte hastig und brüllte Befehle an die Mannschaft.

Kaelen wandte sich wieder der Leere zu.

Wir schießen nicht auf Schatten.

Das war eine Lüge. Seit drei Monaten taten sie nichts anderes.

Der Feind da unten war kein Heer, das man zählen, messen und in Formationen brechen konnte. Die Vaelis waren wie das Unkraut, das sich durch den Beton der ondarischen Städte fraß – wild, unberechenbar und unmöglich gänzlich auszurotten. Sie nutzten keine Maschinen. Sie nutzten die Erde selbst. Wurzeln, die über Nacht Befestigungen sprengten. Schatten, die lebendig wurden und Wachen in die Dunkelheit zerrten.

Kaelen hasste es. Es beleidigte seinen Sinn für Struktur.

Unbewusst wanderte seine Hand zu seiner Brust, direkt über sein Herz. Unter dem schweren Stoff des Uniformrocks, unter dem feinen Leinenhemd und der Haut, lag das Siegel. Er konnte es nicht fühlen – es war inaktiv, ein bloßes Tattoo aus verschlungenen, schwarzen Linien, das er seit seiner Geburt trug. Jeder trug eines. Ein Versprechen des Schicksals, dass irgendwo da draußen ein Gegenstück existierte. Eine Seele, die die eigene vervollständigte.

Für Kaelen war es kein Versprechen. Es war ein Konstruktionsfehler. Eine biologische Schwachstelle in einem ansonsten effizienten System. Er hatte dreiunddreißig Jahre ohne eine zweite Hälfte überlebt, und er gedachte, auch den Rest seines Lebens als autonome Einheit zu funktionieren.

„General?“

Kaelen ließ die Hand sinken und straffte die Schultern. Ein Melder war auf den Wall getreten. Seine Uniform wies ihn als Angehörigen des Oberkommandos aus.

„Großmarschall Vren erwartet Ihren Bericht. Und... er hat neue Parameter für die Operation.“

Kaelen nickte knapp. Er überließ Joran die Aufsicht über die Artillerie und schritt den Wehrgang entlang in Richtung des Kommandozeltes. Überall um ihn herum funktionierte die ondarische Kriegsmaschinerie mit präziser Synchronität. Soldaten reinigten ihre Repetier-Armbrüste, Mechaniker ölten die Gelenke der dampfbetriebenen Exoskelette, Schreiber notierten Vorratsbestände. Es gab kein Lachen, keine Musik, kein Chaos. Es war perfekt.

Und doch spürte Kaelen eine Unruhe, die er nicht in eine Gleichung fassen konnte. Seit sie dieses Tal erreicht hatten, schlief er schlecht. Träume von grünem Feuer und dem Geruch von feuchter Erde und Blut suchten ihn heim.

Das Kommandozelt war eher ein mobiler Bunker, verstärkt mit Stahlplatten. Im Inneren dominierte ein riesiger Kartentisch, auf dem holografische Projektionen – erzeugt durch Prismen und Lichtbogen-Technologie – das Terrain darstellten.

Großmarschall Vren war nicht physisch anwesend. Sein Gesicht flackerte als bläuliche Projektion über dem Tisch.

„General Kaelen“, die Stimme des Großmarschalls schepperte leicht durch die Übertragung, verlor aber nichts von ihrer Autorität. „Der Fortschritt der Belagerung ist... unzureichend.“

Kaelen nahm Haltung an, die Hände auf dem Rücken verschränkt. „Das Gelände ist schwierig, Großmarschall. Die Vaelis nutzen ein Höhlensystem, das unsere Sensoren nicht durchdringen können. Bombardement ist ineffektiv, solange wir ihre genaue Position nicht triangulieren können.“

„Logik diktiert, dass jede Verteidigung bricht, wenn der Druck groß genug ist“, entgegnete Vren kühl. „Aber wir haben keine Zeit mehr für eine Zermürbungstaktik. Der Senat in Ondar wird unruhig. Die Kosten dieses Feldzugs steigen exponentiell.“

Die Projektion zoomte auf einen Sektor im westlichen Teil des Tals, dort, wo der Nebel am dichtesten war. Ein roter Punkt pulsierte dort.

„Unsere Späher – jene, die zurückkamen – haben das Ziel identifiziert“, fuhr Vren fort. „Kommandant Valerius. Die Vaelis nennen ihn den ‚Schattenläufer‘.“

Kaelen verengte die Augen. Er kannte den Namen. Jeder in der Armee kannte ihn. Valerius war das genaue Gegenteil von Kaelen. Wo Kaelen plante, improvisierte Valerius. Wo Kaelen Distanz wahrte, inspirierte Valerius seine Leute mit fanatischer Leidenschaft. Er war verantwortlich für die Zerstörung der sechsten mechanisierten Division im letzten Herbst.

„Er ist der Anker“, sagte Kaelen analytisch. „Er hält ihre Moral aufrecht und koordiniert die magischen Angriffe.“

„Korrekt. Entfernen Sie den Anker, und das Chaos wird sich selbst verzehren.“ Vrens Stimme wurde härter. „Dies ist kein Befehl zur Eroberung mehr, General. Es ist ein Eliminierungsauftrag. Sie werden eine Elitetruppe in den Nebel führen. Finden Sie Valerius. Töten Sie ihn. Bringen Sie seinen Kopf als Beweis, dass die Magie der Technologie unterlegen ist.“

Ein kurzes Schweigen füllte den Raum, nur unterbrochen vom Summen der Projektoren. Ein gezieltes Attentat war riskant. Es widersprach Kaelens bevorzugter Doktrin der überlegenen Feuerkraft aus der Distanz. Aber er sah die Logik dahinter. Ein chirurgischer Schnitt, um den Körper des Feindes zu lähmen.

„Ich werde die Parameter der Mission anpassen“, sagte Kaelen. „Wir brechen bei Sonnenuntergang auf.“

„Enttäuschen Sie mich nicht, Kaelen. Sie sind mein bestes Werkzeug. Beweisen Sie, dass Sie nicht stumpf geworden sind.“

Die Verbindung brach ab. Das Licht erlosch, und Kaelen stand im Halbdunkel des Bunkers.

Werkzeug. Das Wort stach nicht. Es war eine akkurate Beschreibung. Er war ein Hammer, geschmiedet, um Nägel einzuschlagen. Und Valerius war der Nagel, der herausstand.

Er trat an den Tisch und betrachtete die Karte des Tals, die nun leblos und grau vor ihm lag. Er fuhr mit dem Finger über die Konturen des westlichen Sektors.

Irgendetwas an diesem Auftrag fühlte sich falsch an. Als würde er eine Variable übersehen, die das gesamte Ergebnis verfälschen könnte. Aber Kaelen schob das Gefühl beiseite. Gefühle waren irrelevant.

Er griff nach seinem Helm und setzte ihn auf. Die Welt verengte sich auf das Sichtfeld seines Visiers.

Er würde Valerius finden. Er würde die Ordnung wiederherstellen. Und er würde beweisen, dass in dieser Welt kein Platz für die unberechenbare Wildheit der Magie war.

Kaelen verließ das Zelt. Draußen begann die Sonne, den Nebel zu verbrennen, doch im Tal blieb es dunkel. Er wusste nicht, dass er in wenigen Stunden alles verlieren würde, was ihn definierte. Er wusste nicht, dass der Mann, den er töten sollte, der einzige Grund sein würde, warum er weiteratmete.

Er wusste nur eines: Die Gleichung musste gelöst werden. Um jeden Preis.

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