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Baden ohne nass zu werden

Wie beurteilt man eigentlich die Qualität einer Stadt? Ich habe keinen blassen Schimmer wie das die Forschung so macht, wenn sie wieder ein neues Ranking der „Städte mit der höchsten Lebensqualität“ veröffentlichen.

Aber es gibt schon ein paar Kriterien, nach denen jeder Depp sich eigentlich zusammenreimen kann, ob er sich ganzjährlich irgendwo wohlfühlt oder halt nicht.

Als ich wieder in meine Heimatstadt zog, war ich auf das Meiste, was mich dort erwarten würde gefühlt intuitiv vorbereitet. Ich war Weihnachten oder sommers immer wieder von Berlin nach Dortmund gefahren und hatte ein Gefühl für diese fast auf eine aggressive Art normale Stadt an der Ruhr beibehalten. Ich wusste noch, dass in Dortmund der Frühling und vor allem der Sommer immer deswegen besonders schön sind, weil die Stadt angeblich aus zu über 60% Grünfläche besteht und man tagelang im Westfalenpark oder Rombergpark, im „Volksbad“ oder im „Froschloch“ Zeit verbringen kann, ohne das Gefühl zu haben, sich in Dortmund zu befinden.

Auch die weitläufigen Schrebergärten und der raue Dortmunder Hafen (ja, Dortmund hat einen Hafen) bieten einiges an Flair und in den Eckkneipen im Kreuzviertel spielen junge Menschen vermehrt Karten, Billard oder ein in die Mode gekommenes Brettspiel namens „Tac“.

Sogar den allgegenwärtigen BVB kann man erstaunlich gut ausblenden, zumindest in dem Viertel, in dem ich wohne. Dort gibt es außerdem ein paar Feinkost- und Blumengeschäfte, Cafés und sogar eine Comicbuchhandlung und einen Plattenladen - es ist fast wie in einer richtigen Großstadt. In vielen kulinarischen Belangen scheint Dortmund sich an den Standard einer Weltstadt heran globalisiert zu haben, sogar der „Pho-Index“ wird erfüllt. Wann eine Stadt eine richtige Großstadt ist, das mache ich nämlich unter anderem daran fest, ob man dort eine anständige Pho-Suppe bekommt.

So weit, so gut, Spaß kann man hier also schonmal haben.

Nur eine Sache gibt es in Dortmund nicht und das sind gute Ärzte. Bisher waren meine Erfahrungen samt und sonders schrecklich. Besonders die bei einem Frauenarzt.

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