Liebe Politikinteressierte
Wer die Zürcher Agglogemeinde Dietlikon bloss auf die Einkaufsmeile und das Pathé-Kino reduziert, greift zu kurz. Und wer in Cristina Cortellini nur die typische Kommunalpolitikerin sieht, ebenfalls. Die Kantonsrätin ist Machtpolitikerin im besten Sinn: klar in der Haltung und getragen vom Anspruch, konkret etwas zu bewirken.
Wir haben Cortellini im Rathaus Hard im Kreis 4 getroffen. In ihrem Wohnort engagiert sie sich für die politische Vereinigung Bevölkerung von Dietlikon – kurz BVD. Die Vereinigung kümmert sich nur um kommunale Anliegen. “Als ich nach Dietlikon gezogen bin, habe ich bei allen Parteien angeklopft, um mich vorzustellen”, erinnert sich Cortellini. Die BVD habe ihr am besten gefallen. Im fünfköpfigen Gemeinderat ist die BVD doppelt vertreten. Zudem haben die FDP, die SP und die SVP je einen Sitz.
Im Kantonsrat politisiert Cortellini für die GLP. Aus ihrer Sicht sind die Grünliberalen eine Mittepartei, die offene Diskussionen und Auseinandersetzungen pflegt – ohne Extrempositionen zu vertreten. Sie persönlich steht eher für den wirtschafts- und gesellschaftsliberalen Flügel. Die Dietlikerin amtet als Präsidentin der GLP Frauen Zürich.
Wer mit Cristina Cortellini spricht, merkt schnell, dass sie überzeugt von dem ist, was sie tut und was sie sagt. Sie ist eine Politikerin aus Prinzip. Zum Porträt geht es hier entlang. (Abre numa nova janela)
Anfang Jahr haben wir übrigens EVP-Kantonsrätin Andrea Grossen-Aerni porträtiert. Sie wurde im April zur Schulpräsidentin in Wetzikon gewählt. Hier klicken, wenn du den Text damals verpasst hast. (Abre numa nova janela)
Ausserdem haben wir uns der Ahnengalerie gewidmet. Diese befindet sich in einem kantonalen Verwaltungsgebäude, dem Walcheturm am Stampfenbachplatz in Zürich. Dort werden die Porträts der ehemaligen Regierungspräsidentinnen und Regierungspräsidenten gezeigt. Ausserdem hängen in der Ahnengalerie auch die Porträts der Zürcher Bundesratsmitglieder.
Irgendwann soll dort auch das Porträt von Regierungsrat Martin Neukom (Grüne) für die Nachwelt aufbewahrt werden. Doch der Baudirektor lehnte kürzlich die drei Vorschläge des Kunstmalers Hans Witschi ab. “Die Ahnengalerie ist keine Kunstausstellung“, wird Neukom im “Sonntags-Blick” zitiert. In einer E-Mail an Witschi schreibt Neukom zudem: “Ich fühle mich entstellt.”
Längst nicht alle Gemälde in der Ahnengalerie gelten bei Kunstlaien als schön – so etwa jene von alt Bundesrat Christoph Blocher (SVP), alt Regierungsrat Markus Notter (SP) oder alt Bundesrat Ueli Maurer (SVP). Die Werke fallen auf. Sie haben zumindest eine hohe künstlerische Note.
Maurer erklärt gegenüber Rathuus, warum er sein Porträt damals trotzdem akzeptiert hat. Hier klicken, um zum Artikel zu gelangen. (Abre numa nova janela)
Die Eishockey-WM und ihr Trainer-Skandal
Aber lassen wir die Kunstwelt hinter uns und widmen uns etwas Profanem – Zürich und Eishockey. Das will einfach nicht richtig matchen. An der Stadtverwaltung jedenfalls scheint die Eishockey-WM mit Hauptaustragungsort in der Limmatstadt fast ohne jegliches Interesse vorbeizugehen.
Die Fanzone ist, man glaubt es kaum, neben der Hermetschloobrücke an der Grenze zu Schlieren vorgesehen. Also Stadtrand statt Europaallee oder Sechseläutenplatz. Wie es vom Organisationskomitee gegenüber “Blick” heisst, merkte man erst kürzlich, dass es rund um die Swiss Life Arena in Altstetten zu wenig Platz für eine Fanzone hat. Das zeigt, wie unbedeutend sogar eine Eishockey-WM im eigenen Land ist. Da kommt die Riesenstory rund um den entlassenen Nationaltrainer Patrick Fischer eigentlich gerade recht. Unsere Analyse findest du hier. (Abre numa nova janela)
Und zum Schluss noch dies: In der 31. Folge des Rathuus-Podcasts diskutiert Lorenz mit Pascal über eine umstrittene McDonald’s-Filiale und über die Regierungsratswahlen 2027. Zudem geben die Hosts zwei Kultur-Empfehlungen ab. Die Podcast-Folge ist nur einen Klick entfernt. (Abre numa nova janela)
Wir danken all unseren Unterstützerinnen und Unterstützern.
Lorenz Steinmann und Pascal Turin