Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!
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Hallo!
Stell dir vor, du postest ein normales Foto von dir im Internet. Und im nächsten Moment siehst du, wie jemand dieses Foto mithilfe einer KI zu einem Nacktfoto macht. Das passiert aktuell auf X, der „deep fake porn site formerly known as Twitter“, wie die Financial Times (Opens in a new window) so treffend titelt. Mit Elon Musks KI-Agent Grok kann man im „Spicy Mode“ solche Deepfakes binnen Sekunden erstellen. Vor allem Männer machen von dem Tool Gebrauch und erstellen in großem Ausmaß missbräuchliches Bild- und Video-Material von Frauen und Minderjährigen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Plattform AI Forensics, berichtet unter anderem der Spiegel (Opens in a new window).
Viele Behörden weltweit wollen jetzt gegen X vorgehen, die britische Medienbehörde Ofcom hat Anfragen an die Firma hinter Grok angekündigt.
Falls du noch einen Account auf X hast, ist das jetzt dein Reminder, ihn endlich zu löschen und diese Plattform for good zu boykottieren!

Außerdem geht es um Sicherheitsgarantien für die Ukraine, den Stromausfall in Berlin und das Ende der Tamponsteuer in Österreich.

Europa sagt Ukraine in Paris Beistand zu
Seitdem US-Präsident Donald Trump im Amt ist, stellt sich Europa zunehmend darauf ein, die Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland stärker unterstützen zu müssen. Gestern sagte die „Koalition der Willigen“ (ein Zusammenschluss von Ländern, die der Ukraine freiwillig helfen wollen, ohne auf EU-Beschlüsse zu warten, darunter Frankreich, Großbritannien und Deutschland) Hilfe beim Absichern eines möglichen Waffenstillstands zu. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellte auch eine militärische Beteiligung Deutschlands in Aussicht, wie unter anderem die FAZ (Opens in a new window) tickerte. Vorrangig sprach er von einer Stationierung der Bundeswehr in den Nachbarländern der Ukraine, schloss aber auch eine Präsenz auf ukrainischem Gebiet nicht aus.
In einem von n-tv (Opens in a new window) übernommenen dpa-Text heißt es, das bisherige „Ausweichen und Herumlavieren“ der Regierung in Sachen Sicherheitsgarantien scheine beendet. Deutlich skeptischer fällt der Kommentar bei t-online (Opens in a new window) aus: Die Ukraine sei weder einem Waffenstillstand noch dem Frieden näher gekommen. In Paris habe man erneut „versucht, den zweiten Schritt vor dem ersten zu gehen“. Für echten Druck auf Wladimir Putin fehle Europa weiterhin die Kraft. Man bleibe stark von den USA abhängig – und deren Verlässlichkeit sei angesichts Trumps ideologischer Nähe zu Putin fraglich. (Luzia Geier)

Stromversorgung für alle 45.000 Haushalte in Berlin wiederhergestellt
Am vergangenen Samstag ging für 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Betriebe im Südwesten Berlins plötzlich das Licht aus. Ein großflächiger Stromausfall mit über 100.000 Betroffenen wurde gezielt durch einen Brandanschlag auf eine essenzielle Kabelbrücke verursacht. Vieles deutet darauf hin, dass es sich um einen linksextremistischen Terrorakt handelt, ein Bekennerschreiben der sogenannten „Vulkangruppe“ wurde von den Behörden als glaubhaft eingestuft. Inzwischen soll es zwei weitere Schreiben von Gruppierungen geben, wie heute Vormittag mehrere Medien berichteten (Opens in a new window).
In den sozialen Medien mehren sich zuletzt aber auch Spekulationen, es könnte doch eher ein russischer Sabotageakt gewesen sein, die taz (Opens in a new window) berichtete darüber. Für die Berliner Morgenpost (Opens in a new window) sei das quasi Propaganda, die Russland nütze. Inzwischen wurden die Kabel in einem Eilverfahren repariert und damit die Stromversorgung für die betroffenen Haushalte und Betriebe früher als erwartet wiederhergestellt. Im Laufe des heutigen Tages wird das Stromnetz im Südwesten Berlins wieder schrittweise hochgefahren.

Ende der Steuer auf Menstruationsprodukte und Verhütungsmittel in Österreich
In Zeiten rigider Sparmaßnahmen eine Steuer abzuschaffen, ist eine große Sache. Umso bemerkenswerter, dass die Regierung im Fall der angekündigten Abschaffung der Steuer auf Periodenprodukte nicht eingeknickt ist. Seit 1. Jänner entfällt die Umsatzsteuer auf Produkte wie Tampons, Binden, Menstruationstassen und Ähnliches komplett.
Bereits 2021 hatte die vergangene türkis-grüne Regierung die Umsatzsteuer darauf von 20 auf 10 Prozent gesenkt. Nun wurde sie ganz abgeschafft. Die Regierung erhofft sich damit, sogenannter Periodenarmut zu begegnen. Das gelingt vor allem dann, wenn die Preissenkungen direkt an die Konsument*innen weitergegeben werden. Das hat eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien genauer untersucht, wie der ORF (Opens in a new window) berichtet.
Umfasst von der Steuersenkung sind auch Verhütungsmittel wie Kondome, Antibaby-Pillen oder Spiralen. Bei Kondomen ist ein Preissturz zu erwarten, da die bisherige Umsatzsteuer von 20 Prozent komplett entfällt.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Wie ungleich das Vermögen in Österreich verteilt ist
Es ist eh ein alter Hut. Und trotzdem ist es sehr wichtig, dass Medien immer wieder versuchen, die massive Ungleichheit in der Verteilung von Vermögen besser greifbar zu machen. Zuletzt hat das feministische Vorlaut-Kollektiv in einer Videoserie darüber berichtet. Die Videos sind in einer Kooperation mit der Johannes-Kepler-Universität Linz entstanden.
https://www.instagram.com/p/DSW5R3tDEbl/?hl=de (Opens in a new window)
Darum ist Trump so besessen von Venezuela
Die neue nationale Sicherheitsstrategie der USA erklärt, was Trump in Venezuela vorhat.
https://krautreporter.de/politik-und-macht/6170-darum-ist-trump-so-besessen-von-venezuela#lesen (Opens in a new window)
Sprichst du Delfinisch?
Wer ein Haustier hat, kennt diesen Gedanken: Ach, wenn Waldo (so hieß mein kleiner Pudel, Liebe geht raus in den Hundehimmel) mir jetzt nur sagen könnte, was gerade so bei ihm los ist. Die Frage, was Tiere uns mitzuteilen haben, ist nicht neu. Aber Künstliche Intelligenz (KI) bringt ziemlich Bewegung in die Forschung. Beim Deutschlandfunk (Opens in a new window) gibt es dazu einen 30-minütigen Podcast, den ich mir mit großem Interesse angehört habe. Im Mittelpunkt stehen Delfine. Mit ihnen können wir uns über Handzeichen und Pfiffe schon erstaunlich gut verständigen. Wir wissen auch, dass sie untereinander unterschiedliche Laute nutzen, etwa spezielle Rufe fürs Futter.
Aber wäre es eines Tages tatsächlich möglich, ganze Gedankengänge der Meeressäuger zu verstehen? Forschende arbeiten dafür gerade an einem KI-Werkzeugkasten. Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen: Die riesigen Datenmengen sind von unterschiedlicher Qualität und müssen mühsam sortiert werden. Spricht etwa ein einzelner Delfin oder mehrere? Allein sind die Tiere eher wortkarg, in der Gruppe recht gesprächig. Und natürlich bleibt das Risiko: Wie sehr können wir den Ergebnissen der KI überhaupt trauen? (Luzia Geier)
Hat X schon lange vom Handy gelöscht:
Emil