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Warum der Hamerlingpark in Wien umbenannt wird

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Der Antisemitismus greift weltweit wieder massiv um sich. Umso wichtiger sind Zeichen, wie sie der Wiener Bezirk Josefstadt (Opens in a new window) mit den Stimmen von Grünen, SPÖ, ÖVP, Neos und KPÖ gestern gesetzt hat. 

Der Hamerlingpark im Zentrum des 8. Bezirks wird umbenannt – in Lore-Segal (Opens in a new window)-Park. Damit wird aus einem Park, der den Namen eines Antisemiten und Frauenfeindes trägt, ein Park, der den Namen einer jüdischen Schriftstellerin trägt. Ich kenne den Park, weil ich manchmal dort Tischtennis spiele, ich wusste aber bisher nichts von seinem Namensgeber.

Robert Hamerling war ein österreichischer Dichter und Schriftsteller, sein bekanntestes Werk „Homunculus“ trieft vor antisemitischen Stereotypen. Gut, dass der Park jetzt umbenannt wird. Als Nächstes wäre Linz an der Reihe, dort gibt es eine Hamerlingstraße und sogar ein ebenso benanntes Gymnasium.

Und eine weitere Nachricht kam vor dem Redaktionsschluss noch reingeschneit: Der österreichische Harvard-Mathematiker Martin Nowak hat jetzt nach Bekanntwerden seiner Verbindungen zu Jeffrey Epstein seine Mitgliedschaft in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zurückgelegt, berichtet etwa der ORF (Opens in a new window).

Außerdem geht es heute um einen Regierungsvorschlag zum Ökostrom-Ausbau, Strafen für Meta und Youtube und eine Studie zum Vormarsch der Autokratien.

Regierung kommt bei Ökostromausbau-Gesetz in die Gänge

Nun soll es laut der Regierung plötzlich schnell gehen mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Mit dem sogenannten Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) hat sich die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS auf eine weitere energiepolitische Reform geeinigt, mit der die Energieunabhängigkeit vorangetrieben werden soll. Für den Beschluss braucht es jedoch eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat. 

In einer Pressekonferenz im Wirtschaftsministerium wurden heute die Eckpunkte vorgestellt: Länder und Gemeinden, die den Ausbau unterstützen, sollen finanziell profitieren. Geplant sind auch verbindliche Ausbauziele für jedes Bundesland. Werden Ziele verfehlt, drohen Strafen und sogar die Kürzungen von Bundesförderungen. Komme es zu Strafzahlungen, wenn die bundesweiten Klimaziele nicht erreicht werden, sollen jene auch an die Bundesländer weitergegeben werden. 

Was die Genehmigungen für den Bau neuer PV-Anlagen, Wärmepumpen oder Windkraftanlagen betrifft, soll es Vereinfachungen bei den Verfahren geben, um den Ausbau und die Errichtung zu beschleunigen. Als Grund für das Vorgehen wurde mehrfach auf den Krieg im Iran, die dadurch befürchteten Preissteigerungen bei den fossilen Energieträgern und die Inflation generell hingewiesen.

Rückschlag für Internetkonzerne

In den USA hat eine Frau die Internetkonzerne Meta und Google verklagt – YouTube gehört zu Google – und könnte damit Erfolg haben. Geschworene in Los Angeles im Bundesstaat Kalifornien kamen zu dem Schluss, dass die Plattformen fahrlässig gehandelt und Nutzer nicht ausreichend über Suchtrisiken informiert haben. In dem Prozess wurde auch Meta-Chef Mark Zuckerberg befragt. Die 20 Jahre alte Klägerin wirft den Unternehmen vor, ihre Dienste gezielt so gestaltet zu haben, dass sie abhängig machen. Die Geschworenen gaben ihr Recht und sprachen ihr drei Millionen Dollar Schadensersatz zu, den Meta und YouTube anteilig zahlen sollen. Beide Konzerne wollen gegen das Urteil vorgehen, berichtet der Spiegel (Opens in a new window). Wie das Verfahren letztlich ausgeht, könnte sich auf Hunderte weitere Klagen ähnlicher Art auswirken.

Unterdessen hat der KI-Konzern OpenAI gestern überraschend die Einstellung seines beliebten Videogenerations-Dienstes Sora angekündigt. Erst vor einem halben Jahr wurde eine eigene App für Sora vorgestellt, viele Nutzer*innen hatten infolge tausende KI-Videos generieren lassen und damit das Internet überflutet. Für OpenAI soll Sora ein großes Verlustgeschäft gewesen sein. Genauere Angaben, warum und wann Sora abgedreht werden soll, machte der ChatGPT-Entwickler bisher aber nicht. (Mit Material von Luzia Geier)

Studien: Autokratien weltweit auf dem Vormarsch

Einer neuen Studie der Bertelsmannstiftung (Opens in a new window) zufolge steigt die Zahl der Autokratien weltweit weiter an. Seit 20 Jahren wird der sogenannte Transformationsindex erhoben, von 137 Staaten (vor allem Entwicklungs- und Transformationsländer) werden 77 (56 Prozent) als momentan autokratisch regiert eingestuft. 2006 waren es noch zu 55 Prozent Demokratien. Mehr Informationen hat der ORF (Opens in a new window). Die USA und Österreich sind nicht Teil der Untersuchung. 

Vor kurzem wurde aber auch der Demokratiebericht 2025 des „Varieties of Democracy“-Instituts (V-Dem) der schwedischen Universität Göteborg vorgestellt. Demnach sind die USA unter Präsident Donald Trump keine „liberale Demokratie“ mehr. Laut dem Bericht sei der Anteil der Demokratien unter den Staaten auf das Niveau von 1978 zurückgefallen. Weltweit (Opens in a new window) habe es Ende 2025 92 Autokratien und 87 Demokratien gegeben.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Wie stabil ist Irans Regime? 

Für den Politik-Podcast „Ganz offen gesagt“ hat Solmaz Khorsand in der aktuellen Folge den iranisch-deutschen Journalisten Omid Rezaee interviewt. Es ist ein sehr spannendes Gespräch über die aktuelle Lage im Iran, den Zustand des Regimes und der Opposition. Ein wichtiger Einblick in ein krisen- und momentan kriegsgeplagtes Land.

https://ganzoffengesagt.simplecast.com/episodes/22-2026-wie-stabil-ist-irans-regime-mit-omid-rezaee (Opens in a new window)

Dieser Mann könnte Orbán nach 16 Jahren stürzen

Péter Magyar gehörte selbst zur Elite. Nun hat er ihr den Kampf angesagt.

https://krautreporter.de/politik-und-macht/5937-dieser-mann-konnte-orban-nach-16-jahren-sturzen#lesen (Opens in a new window)

Schweden: Urwälder speichern mehr Kohlenstoff als bewirtschaftete

Eine neue Studie aus Schweden zeigt: Bleiben Wälder in ihrem Ursprungszustand, speichern sie viel mehr Kohlenstoff, als wenn sie bewirtschaftet werden bzw. wurden. Laut der Analyse, die im Fachmagazin „Science“ erschienen ist, können sogar bis zu 72 Prozent mehr Kohlenstoffdioxid gespeichert werden. Das liegt aber nicht nur am Holz, sondern vor allem an den Böden, wie die neue Studie jetzt zeigt. Die Ergebnisse lassen sich aufgrund der speziellen Eigenschaften des borealen Waldes nicht direkt auf das restliche Europa umlegen, aber ähnliche Zusammenhänge werden vermutet.

https://utopia.de/news/good-news-schwedens-urwaelder-speichern-viel-mehr-kohlenstoff-als-gedacht_916825/ (Opens in a new window)

Freut sich aufs Tischtennisspielen im Lore-Segal-Park:
Emil

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