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Wie du herausfinden kannst, ob es in deiner Familie Nazis gab

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Heute mal eine gute Nachricht: Die Eisenwurzen (Opens in a new window) in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark gelten offiziell als „Dark Sky Reserve“. Auf 2.400 Quadratkilometern – darunter Nationalparks, Wildnisgebiete und Naturparks – soll Lichtverschmutzung reduziert und der Nachthimmel geschützt werden.

Für die Auszeichnung „Dark Sky Reserve“ müssen in der 975 Quadratkilometer großen Kernzone strenge Lichtvorgaben erfüllt werden. Gemeinsam mit den 20 beteiligten Gemeinden wurde ein Lichtmanagementplan erstellt. Astrophysiker Stefan Wallner betont: „Die Milchstraße ist hier noch in voller Pracht sichtbar – ein seltenes Erlebnis in Europa.“

Ansonsten geht es heute um die Wirtschaft in Österreich, den Iran-Krieg und Kritik an der PVA.

OECD hebt BIP-Prognose für Österreich leicht an

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist wieder etwas optimistischer, was das Wirtschaftswachstum in Österreich angeht, berichtet der ORF (Opens in a new window). Die OECD hebt ihre BIP-Prognose für Österreich 2026 leicht auf 1,1 Prozent an, nach zuvor 0,9 Prozent. Treiber sind stabile Arbeitsmärkte, sinkende Inflation und eine Erholung der Exporte, vor allem nach Deutschland. Für 2027 wird ein Plus von 1,3 Prozent erwartet, Risiken kommen von Energiepreisen, China und geopolitischen Spannungen.

Die Organisation fordert Steuerreformen, gezielten sozialen Wohnbau, Leerstandsabgaben und höhere Steuern auf ungenutztes Bauland. Auch das Pensionssystem soll an die Lebenserwartung angepasst, Frühpensionen restriktiver und Lohnstrukturen leistungsorientierter werden. Mehr Kinderbetreuung und geteilte Elternkarenz sollen Frauen in den Arbeitsmarkt bringen.

Der Fiskalrat sieht zusätzlich Einsparpotenzial bei Pensionen, Umsatzsteuer und Familienbonus; Vermögens- und Erbschaftssteuer könnten langfristig je rund eine Milliarde Euro bringen. 

Trump droht Iran mit Angriff auf Gasfeld

Die Eskalation im Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran erreicht eine neue Stufe. US-Präsident Donald Trump hat Teheran offen mit der Zerstörung seines wichtigsten Gasfeldes gedroht. Sollte der Iran erneut Anlagen in Katar angreifen, werde die US-Armee das Feld South Pars „in die Luft sprengen“ – mit einer Wucht, „die der Iran noch nie gesehen hat“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Zuvor hatte Katar erneut Angriffe auf seinen zentralen Gaskomplex Ras Laffan gemeldet. Nach Angaben des staatlichen Energiekonzerns Qatar Energy verursachten iranische Raketen große Brände und erhebliche Schäden. Verletzte habe es nicht gegeben, die Brände seien inzwischen unter Kontrolle.

Trump bestätigte zugleich, dass Israel das iranische Gasfeld bereits attackiert habe – angeblich ohne Wissen der USA. Weitere Angriffe seien jedoch nicht geplant. Teheran hatte zuvor Vergeltung angekündigt und drohte, Energieinfrastruktur in der gesamten Golfregion ins Visier zu nehmen.

Der Konflikt trifft damit einen neuralgischen Punkt der Weltwirtschaft: Katar zählt zu den wichtigsten Exporteuren von Flüssiggas, ein Großteil wird über Ras Laffan abgewickelt. Wegen der anhaltenden Kämpfe ist die Produktion ebenso gestört wie die Schifffahrt durch die Straße von Hormus.

Auch auf See spitzt sich die Lage zu. Vor Katar und im Golf von Oman wurden erneut Handelsschiffe angegriffen, in einem Fall brach Feuer an Bord aus. Parallel meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate Schäden an Energieanlagen, Saudi-Arabien schließt militärische Gegenmaßnahmen nicht aus.

Kritik an der PVA reißt nicht ab

Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) gerät wegen ihrer Gutachten für Pflegegeld und Pensionen weiter unter Druck. Auslöser ist eine Studie der Arbeiterkammer Oberösterreich (Opens in a new window), laut der 70 Prozent der Antragsteller*innen für Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspensionen die Begutachtungen als respektlos empfanden, beim Pflegegeld waren es 42 %. Die Behindertenanwältin Christine Steger fordert eine unabhängige, zentrale Begutachtungsstelle, die sich an Teilhabe-Barrieren statt an starren Diagnosen orientiert, und kritisiert die Wiederbegutachtungspraxis scharf. 

Betroffene berichten von kasernenartigem Ton, Anschreien und Relativierungen schwerer Erkrankungen. Schon länger wird die PVA für fehlende Anerkennung komplexer Einschränkungen, etwa bei Post-Covid oder ME/CFS, kritisiert. 

Seit der Veröffentlichung der AK-Studie reißt die Kritik an der Begutachtungspraxis nicht ab. Nun meldet sich auch der Behindertenverband KOBV zu Wort – und fordert grundlegende Reformen. Generalsekretärin Regina Baumgartl spricht von strukturellen Defiziten und unterstützt die Forderung nach einer unabhängigen, von der PVA getrennten Begutachtungsstelle. Auch Barrierefreiheit müsse endlich gewährleistet sein.

Aus der Beratungspraxis kenne man die Probleme seit Jahren, so Baumgartl. Zentral bleibe ein systemischer Mangel: Zeit. Unter diesem Druck leide die Qualität der Begutachtung – zulasten der Betroffenen.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Wenn Gehälter kein Geheimnis mehr sind

Vom Wiener Außenamt in die geopolitische Umlaufbahn des Kreml: Karin Kneissl, einst als parteifreie Expertin auf dem Ticket der FPÖ ins Amt gehievt, hat eine bemerkenswerte Transformation durchlaufen. 2017 wurde sie Österreichs Außenministerin – heute tritt sie auf Einladung Moskaus vor dem mächtigsten sicherheitspolitischen Gremium der Welt auf, dem UNO-Sicherheitsrat. Dort wirbt sie dafür, die militärische Unterstützung für die Ukraine einzustellen.

Seit zwei Jahren lebt Kneissl in Russland. Aus der ehemaligen Diplomatin ist eine vehemente Kritikerin westlicher Politik geworden – und, so der Vorwurf ihrer Kritiker, ein Sprachrohr der Kreml-Propaganda. Ihr Werdegang wirft Fragen auf: Wie konnte aus einer einst unabhängigen Außenministerin eine derart exponierte Unterstützerin russischer Narrative werden? Und was sagt das über die politischen und persönlichen Bruchlinien aus, die diesen Kurswechsel möglich gemacht haben? Diesen Fragen geht ein sechsteiliger Datum-Podcast nach. Hörenswert.

https://datum.at/podcasts/trailer-kniefall-die-radikalisierung-der-karin-kneissl/ (Opens in a new window)

Der Tag, an dem mein iranischer Großvater verschwand

Über fast alles konnten wir sprechen. Nur über eines nicht: über seine Vergangenheit. Über den Tag, an dem man ihn aus seinem Laden und seinem alten Leben zerrte.

https://krautreporter.de/flucht-und-grenzen/6316-der-tag-an-dem-mein-iranischer-grossvater-verschwand#lesen (Opens in a new window)

Millionen Datensätze aus der NS-Zeit jetzt frei zugänglich

Das US-Nationalarchiv hat zentrale Mitgliederkarteien der NSDAP (Opens in a new window) digitalisiert und online gestellt. Erstmals lassen sich Millionen Datensätze mit wenigen Klicks durchsuchen – ein Einschnitt für Forschung und Ahnenforschung gleichermaßen.

Die Datenbank vereint rund 4,3 Millionen Karten der Zentralkartei sowie etwa 6,6 Millionen Einträge aus Ortsgruppen. Namen, Geburtsdaten, Wohnorte und teils Berufe oder Fotos sind abrufbar. Möglich wurde das, weil US-Truppen die Akten nach 1945 beschlagnahmten und für die Entnazifizierung nutzten.

Ganz vollständig ist der Bestand nicht: Etwa 20 Prozent der Unterlagen fehlen, besonders bei österreichischen Mitgliedern gibt es Lücken. Auch die Nutzung bleibt mühsam – fehlerhafte Texterkennung und umfangreiche Dokumente erschweren die Recherche. Ein fehlender Treffer ist daher kein Beweis für Nichtmitgliedschaft.

Dennoch liefert das Archiv neue Einblicke. Prominente Fälle wie Konrad Lorenz lassen sich nachvollziehen, ebenso bislang umstrittene Parteizugehörigkeiten. 

Für Historiker ist die Plattform ein wichtiges Werkzeug. Ihre größere Wirkung entfaltet sie jedoch im Privaten: Rund zehn Prozent der Deutschen und Österreicher waren NSDAP-Mitglieder. Die Datenbank macht diese Vergangenheit konkret – und zwingt viele, sich mit der eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzen.

https://catalog.archives.gov/id/12044361 (Opens in a new window)

Stöbert heute im Archiv:

Markus

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