Es ist Montag. Zeit für eine neue Folge deines Lieblings-Podcast "Wie übt eigentlich..?" . Im Newsletter erzähle ich dir von meinen Highlights, den Technik-Tipps meines Gastes und was sie oder ihn beim Üben motiviert.
Lesezeit: 4 Minuten
Üben mit guter Laune!
Wir Musikerinnen und Musiker sind Weltmeister darin, uns täglich mit unseren Unzulänglichkeiten zu beschäftigen. Doch die moderne Psychologie zeigt uns: Unter Druck und Frust lernt unser Gehirn ziemlich schlecht. Am besten lernen wir, wenn wir neugierig, entspannt und im Flow sind.
Passend zum Mental Health Awareness Monat habe ich dieses Mal mit Dr. Teresa Wenhart gesprochen. Sie ist Psychologin und Cellistin und gilt als Pionierin, schemaorientierte Therapie für Musiker*innen anzupassen.

Mein Lieblingszitat
“Üben verändert sich. Mit Lebensphasen, mit dem Körper, mit dem Kopf. Sich selbst zu erlauben, nicht jeden Tag gleich zu funktionieren - das ist vielleicht der wichtigste Gedanke.
Teresa Wenhart
Warum wir die 7x-Regel brauchen 🧠
Wusstest du, dass unser Gehirn negative Erlebnisse etwa siebenmal stärker abspeichert als positive? Ich dachte bis zu unserem Gespräch, dass es sich dabei um eine urban legend hält. Evolutionär war das allerdings überlebenswichtig (wir mussten uns schließlich merken, wo der Säbelzahntiger wohnt).
In der Übe-Kabine führt das aber dazu, dass ein einziger verpatzter Durchlauf alle deine kleinen Erfolge des Tages einfach überschreiben kann.
„Negative Erfahrungen speichern wir ungefähr siebenmal stärker ab als positive.“
Teresa Wenhart
Und plötzlich versteht man, warum ein einziges misslungenes Konzert drei gute Auftritte überschatten kann. Oder warum wir nach einer guten Übesession trotzdem denken: „Ja, aber die eine Stelle war katastrophal.“
Teresa erzählt im Gespräch auch von einem einfachen, aber wissenschaftlich gut belegten Werkzeug: dem Dankbarkeitstagebuch.
Darin kannst du dir positive Erlebnisse (oder positives Feedback an dich selbst) und Dinge, für die “du dankbar sein könntest” notieren. Ein Ressourcenheft für schlechte Tage, wenn du so möchtest.
Und was passiert nun mit den Fehlern?
Keinesfalls sollen die Fehler nun einfach ignoriert werden. Was hältst du von dem Gedanken, aus ihnen zukünftig Projekte zu machen? Also vom bloßen Benennen einer Schwachstelle, in einen konkreten Aktionsplan zu kommen.
Aufhören, wenn es am schönsten ist
“Der Grundsatz im Coaching ist: positive Emotionen und Ressourcen stärken, weil das Energie freisetzt.
Konkret: Wenn man merkt, dass man beim Üben nur noch frustriert ist, sollte man lieber aufhören. Wer im Flow ist und gut übt, sollte möglichst auch in diesem positiven Zustand aufhören.”
Teresa Wenhart
Gar nicht so leicht: Aufhören, wenn es am schönsten ist. Aber ähnlich wie beim Dankbarkeitstagebuch geht es auch hier darum, unsere positiven Ressourcen zu stärken. Üben wir in den Frust hinein, wird sich unser Gehirn auch diese negative Emotion speichern und mit der schwierigen Stelle verbinden.
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“Wie übt eigentlich..?” Playlist
Die Musik-Empfehlungen meiner Gäste findest du natürlich auf meiner “Wie übt eigentlich..?” Playlist.
https://open.spotify.com/playlist/6dIfUEw8wfOezeshbsFrIC?si=b02c7144590b488f (Opens in a new window)Das Interview
Hier kannst du dir das Interview sowohl auf Apple Podcast, Spotify oder YouTube anhören! Viel Spaß!
Zum Nachlesen
Alle Interviews kannst du auch in Ruhe jederzeit nachlesen. Schau dazu einfach auf meinem Blog what-is-practice.de (Opens in a new window) vorbei!