„Alles neu macht der Mai“ – dieser Satz passt tatsächlich gerade sehr gut, denn irgendetwas ist anders. Vielleicht liegt es an meinem langersehnten Lanzarote-Urlaub, der mich endlich einmal runtergebracht hat, vielleicht an den ersten warmen Sommertagen, die so viel Leichtigkeit mit sich bringen. Vielleicht ist es die Erleichterung, weil das Buch nun endlich ganz fertig ist und gedruckt wird, vielleicht aber auch ein bisschen Wurschtigkeit, weil man sowieso nicht weiß, wie alles weitergeht und absolut nichts tun kann, außer von Tag zu Tag zu gucken.
Es ist so magisch, was Frühling und Frühsommer jedes Jahr mit einem machen können: Sobald die Bäume blühen, die Tage länger werden und die Balkone grüner, ist alles vergessen!
Keine Ahnung, was es ist: Ich weiß nur – gerade geht’s mir gut, ich ruhe in mir, schlafe tief und fest, habe wenig Sorgen und Ängste. Das wird schon alles irgendwie klappen und wenn nicht, überlege ich mir etwas anderes! Ich freue mich gerade einfach auf den anstehenden Sommer, auf freie Nachmittage im Maria Einsiedel, auf Hochzeiten von Freund:innen, meine erste Lesung (Opens in a new window) in Augsburg. Es ist so magisch, was Frühling und Frühsommer jedes Jahr mit einem machen können: Sobald die Bäume blühen, die Tage länger werden und die Balkone grüner, ist alles vergessen!

Letzte Wochen: Die Goldmarie schließt Mitte Juni!
Manche Lokale gibt es schon so lange, dass man sich München gar nicht mehr ohne sie vorstellen kann. Die Goldmarie in der beschaulichen Schmellerstraße im Schlachthofviertel ist genau so ein Ort! Immer da, immer schön, immer lecker – und ich habe nie darüber nachgedacht, dass dieses Restaurant einmal nicht mehr sein könnte. Aber nun ist es soweit: Die Betreiberinnen, die 2024 auch das benachbarte Café MARI am Zenettiplatz eröffnet haben, hören auf – und das nach 17 Jahren!

Ich war letztens erst dort und möchte auch die nächsten Wochen unbedingt noch einmal in der Goldmarie essen gehen – am liebsten draußen auf der lauschigen Terrasse! Der letzte Tag soll der 13. Juni 2026 werden. Wie es danach weitergeht, ob der Laden übernommen wird, steht noch nicht fest. So oder so geht eine Ära zu Ende und die Goldmarie reiht sich ein in eine ganz bestimmte Art von Gastronomie, die es in München immer weniger zu geben scheint – gemütlich, warm, persönlich.
So oder so geht eine Ära zu Ende und die Goldmarie reiht sich ein in eine ganz bestimmte Art von Gastronomie, die es in München immer weniger zu geben scheint – gemütlich, warm, persönlich.
Sofort denke ich an das Bavarese im Dreimühlenviertel, an die Theresa Bar in der Maxvorstadt, das Atomic Café und das Café am Hochhaus, unsere Lieblingsbar K&K in der Reichenbachstraße, an das Café King und die Erste Liga. Und wer erinnert sich noch an die Rakete Bar am Johannisplatz? Vielleicht ist das ein erstes ganz gewöhnliches Anzeichen meines Älterwerdens, aber ich vermisse diese Orte schmerzlich und kann sie nicht ersetzen. Ich fühle einfach nicht dasselbe, wenn ich im minimalistischen ORNO Café sitze oder an der Wagners Juicery vorbeilaufe.

Aber zurück zur Goldmarie: Beliebt war hier vor allem der Schweinebraten, ich mochte die Südtiroler Kasnocken, das Münchner Schnitzel und die wechselnden, raffinierten Vorspeisen. Das Restaurant war einfach immer eine gute Adresse – ob die Eltern zu Besuch waren, ob für ein Date oder einen Abend mit Freundinnen. Ich hoffe, die Betreiberinnen wissen, welche Lücke sie hinterlassen! Liebe Goldmarie, du wirst schrecklich fehlen.
Goldmarie, Schmellerstraße 23, 80337 München (Opens in a new window)
Verliebt in Lanzarote: Wie schön ist diese Insel?
Seitdem ich mir den Lanzarote-Reiseführer von A Week Abroad (Opens in a new window) gekauft hatte, habe ich mein Umfeld mit diesem Reiseziel genervt. Obwohl die Kanaren in den letzten Jahren auch in meiner Generation einen echten Aufschwung erlebt haben, waren viele Freund:innen skeptisch. Es hält sich eben immer noch hartnäckig das Klischee: Rentnerparadies, sehr touristisch, vor allem sehr Deutsch. Ich war also gespannt, wurde mehr als positiv überrascht und glaube nun, dass Lanzarote sogar zu einer meiner Lieblingsinseln wird!

Wer am Flughafen ankommt, denkt erst einmal „Oh Gott!“ – unschöne Hafenstadt, viele englische Tourist:innen, wenig Charme, aber sobald man aus der Hauptstadt Arrecife rausfährt, wird es traumhaft: unendliche Weiten, schroffe Vulkanlandschaften, einsame Straßen, schwarze Erde, unzählige Palmen und Kakteen. Sowieso war ich überrascht davon, wie grün die Insel im April schon war und wie leer. Oft war unser Auto das einzige weit und breit.
Sobald man aus der Hauptstadt Arrecife rausfährt, wird es traumhaft: unendliche Weiten, schroffe Vulkanlandschaften, einsame Straßen, schwarze Erde, unzählige Palmen und Kakteen.
Überall gibt es tolle Architektur – niedrige weiße Häuser mit windgeschützten Innenhöfen, die an Wüstenstädte erinnern. Diese Bauweise geht auf den Künstler César Manrique zurück, der sich für die traditionelle Architektur auf Lanzarote einsetzte und die Insel zu einem der schönsten Orte der Welt machen wollte. Das ist ihm gelungen! Als der spanische Künstler in den 60er Jahren aus New York zurückkam, brachte er jede Menge Design-Inspiration mit und die kann man heute noch überall bestaunen.

Am ersten Tag waren wir in der Jameos del Agua (Opens in a new window), ein Vulkantunnel, in den der Künstler ein Restaurant, einen Pool und einen außergewöhnlichen Konzertsaal gebaut hat – ein Ort wie von einer anderen Welt. Wir besuchten die Fundación César Manrique (Opens in a new window), seinen ehemaligen Wohnort, der aus fünf Lavablasen besteht und in dem der Künstler tatsächlich 20 Jahre lang lebte, bevor er in das neue Haus mit Atelier umzog, das heute ein Museum (Opens in a new window) ist.
Am ersten Tag waren wir in der Jameos del Agua, ein Vulkantunnel, in den der Künstler ein Restaurant, einen Pool und einen außergewöhnlichen Konzertsaal gebaut hat – ein Ort wie von einer anderen Welt.
Das verrückte Museo Lagomar (Opens in a new window) gestaltete Manrique ebenfalls mit, heute bekannt als das Haus des Schauspielers Omar Sharif. Ganz egal, wo man auf Lanzarote ist, überall entdeckt man den Künstler: an Kunstwerken an Straßenkreuzungen, bei dem spektakulären Aussichtspunkt Mirador del Río (Opens in a new window), im Kaktusgarten Jardín de Cactus (Opens in a new window), im Restaurant El Diablo (Opens in a new window) im Nationalpark Timanfaya, in dem mit Hitze aus dem Vulkan gekocht wird oder in den Höhlen Cueva de los Verdes (Opens in a new window).

Und dann zum dritten Punkt: die Kulinarik. Ich bin ganz ehrlich – das, was Deutschland als spanische Küche kennt, haut mich meistens nicht so um. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Qualität des Essens auf Inseln oft leidet, ganz einfach, weil es weniger Auswahl gibt, die Einfuhr teurer ist, aber auf Lanzarote haben wir immer sehr gut gegessen. Vom butterweichen Oktopus bis zum Steak, von Croquetas bis zu Papas arrugadas, vom Jamón Ibérico bis zum Cheesecake.
Auf Lanzarote haben wir immer sehr gut gegessen – vom butterweichen Oktopus bis zum Steak, von Croquetas bis zu Papas arrugadas, vom Jamón Ibérico bis zum San Sebastian Cheesecake.
Unser Lieblingsrestaurant wurde schnell La Puerta Verde (Opens in a new window), super Fisch gab es direkt am Meer im Costa Azul (Opens in a new window) und diesen tollen Brunch auf dem Foto haben wir im Palacio Ico (Opens in a new window) serviert bekommen. Dort kann man auch als Nicht-Hotelgast frühstücken gehen. Auch das Ikarus (Opens in a new window) nebenan war toll! Und unser liebster Teleclub (Opens in a new window) (ein traditionelles Gemeindezentrum mit Restaurant oder Bar) befand sich in Guatiza – dort gab es eine überraschend große Auswahl an Cordon Bleu (warum isst man das auf Lanzarote so gerne?).

Ich dachte, nach dem letzten, vollen Arbeitsjahr brauche ich eine Woche Liegen, Lesen und Nichtstun, aber Lanzarote hat mich mit seiner Andersartigkeit, Ruhe und Vielfalt sofort auf andere Gedanken gebracht. Und ich weiß jetzt schon: Das war sicher nicht das letzte Mal auf der Vulkaninsel! Gewohnt haben wir übrigens in der Casa Alegria (Opens in a new window), was fantastisch war, weil wir dort richtig viel Platz, einen eigenen Innenhof und eine Terrasse hatten. Morgens krähte der Hahn, nachmittags schrie der Esel und abends sagten sich dort Fuchs und Hase gute Nacht.
Casa Alegria, Lanzarote, C. Tamadagua, 17, 35539 Los Valles, Las Palmas, Spanien (Opens in a new window)
Was ist Zeitlang?
Zeitlang ist ein unabhängiger und persönlicher Newsletter, in dem ich sowohl über Lieblingsorte in meiner Heimatstadt München als auch auf der ganzen Welt erzähle. Im Bayerischen bedeutet „Zeitlang“ Heimweh und Sehnsucht. Einmal im Monat schreibe ich hier also über besondere Restaurants, Cafés, Hotels und Orte, nach denen ich Zeitlang habe. Das kann der kleine Park nebenan sein, genauso wie das Designhotel am anderen Ende der Welt.
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Hotels, Ausflüge und Reisetipps für Sri Lanka (Opens in a new window)
Hotels, Restaurants & Lieblingsorte in Meran (Opens in a new window)
Restaurants, Ausflüge & Sehenswertes in Marseille (Opens in a new window)
Wer schreibt hier?

Ich bin Anja Schauberger, geboren in München und arbeite seit über zehn Jahren als Journalistin und Autorin mit dem Schwerpunkt auf Regionales und Reise. Von 2016 bis 2019 habe ich als Redaktionsleiterin das Stadtmagazin Mit Vergnügen München aufgebaut. Seitdem schreibe ich frei unter anderem für die Kolumne „Hotel Europa“ im SZ-Magazin (Opens in a new window) sowie über (Sterne)-Gastronomie bei München Tourismus (Opens in a new window). Außerdem gebe ich Reisetipps im Merian (Opens in a new window) und schreibe für das Werde Magazin (Opens in a new window) sowie The Weekender (Opens in a new window). Mehr zu meiner Arbeit gibt es auf Torial (Opens in a new window) oder meiner Website (Opens in a new window).
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