Schon wieder April – und ich suche immer noch nach meiner Energie, nach dem „Jetzt-geht’s-los!“-Gefühl im neuen Jahr. Was mich zumindest beruhigt: Ich bin damit nicht allein! Denn ganz gleich, mit wem ich gerade spreche – ob selbstständig oder festangestellt, ob kreativ oder wissenschaftlich – irgendwie hat keiner so richtig Bock und Kraft für irgendetwas. Selbst schöne Dinge wie Verabredungen oder Urlaubspläne überfordern. Man möchte sich eingraben, von allem und jedem seine Ruhe haben.
Ich bin erschöpft vom Schreiben, von der Weltlage, den ewigen Sorgen, der Angst vor der Zukunft. Und mittendrin schreibe ich dann noch diesen Newsletter über Restaurants, Hotels und schöne Orte. Das fühlt sich widersprüchlich an – oder eben genau richtig.
Es ist eine seltsame Zeit. Ich bin erschöpft vom Schreiben, von der Weltlage, den ewigen Sorgen, der Angst vor der Zukunft. Davon, dass sich in der Politik so wenig bewegt, aber zugleich alles teurer, anstrengender und komplexer wird. Und mittendrin schreibe ich dann noch diesen Newsletter über Restaurants, Hotels und schöne Orte. Das fühlt sich widersprüchlich an – oder eben genau richtig. Vielleicht hilft gerade ein kleiner Ausflug zum Ammersee in den neuen Concept Store einer Freundin oder die Urlaubsplanung auf eine der schönsten Inseln Europas. So oder so: Seid gut zu euch, passt auf euch auf!

Natürlich wild: Neuer Laden in Dießen am Ammersee
Vor ein paar Wochen habe ich endlich meine Freundin Ola in ihrem neuen Laden in Dießen besucht. Vom Bahnhof aus sind es nur wenige Gehminuten bis zu natürlich wild (Opens in a new window). Die Lage ist perfekt für alle, die einen Ausflug zum Ammersee machen – oder bald zum Dießener Töpfermarkt (Opens in a new window) (14. bis 17. Mai 2026) rausfahren. Ich fand es toll, der Stadt einmal wieder für ein paar Stunden zu entfliegen und hier einen sehr entschleunigten Nachmittag zu verbringen. Neben Olas Laden ist eine leckere Bio-Konditorei (Opens in a new window) und abends kann man in der Ludwig Bar (Opens in a new window) gut essen und trinken.

Aber zurück zu Ola: Die ist zertifizierte Fachberaterin für essbare Wildpflanzen und verbindet in ihrem eigenen Laden alles, was ihr Design- und Natur-Herz höher schlagen lässt. Es gibt selbstgemachte, wilde Marmeladen, Tinkturen und Oxymele, besonders schöne Geburtstagskarten und Papeterie, hochwertige Duftkerzen, Seifen, Schokoladen, Tees, Weine sowie ausgewählte Bücher und Textilien – Kissen, Decken, Shirts und Mützen. Kurzum: Alles, was schön, lecker und besser für die Umwelt ist!
Ola ist zertifizierte Fachberaterin für essbare Wildpflanzen und verbindet in ihrem eigenen Laden alles, was ihr Design- und Natur-Herz höherschlagen lässt.
Neben eigenen Wildpflanzen-Produkten hat Ola jede Menge spannender und regionaler Marken im Sortiment (wie Zimtstangl (Opens in a new window) aus Utting, das Ino Genussatelier (Opens in a new window) aus Bernried, UpCandle (Opens in a new window) aus Berlin) – und herauskommt ein Concept Store, der selbst in München seinesgleichen suchen würde. Schon beim Reinkommen hat man sofort gute Laune. Das liegt zum einen an Olas herzlicher Art, zum anderen an dem farbenfrohen Laden. Ich habe mich total verliebt in die himbeerfarbenen Wände, den hellgelben Tresen und möchte nun auch endlich zu Hause bunt streichen.

Ola bietet außerdem Workshops und Wildpflanzen-Spaziergänge an: von Fermentation über nachhaltigen Schnittblumen-Anbau bis zum Wildkräuter-Textildruck. Die Spaziergänge durch Dießen starten jetzt im Frühling, der nächste Termin ist am 25. April (Opens in a new window). Und wer zu den geplanten Touren keine Zeit hat, kann Ola auch für ein privates Wildpflanzen-Teaching ab fünf Teilnehmer:innen buchen. Alle Termine und Infos findet ihr auf der Website von natürlich wild (Opens in a new window)!
natürlich wild, Bahnhofstraße 8, 86911 Dießen am Ammersee (Opens in a new window)
(Opens in a new window)Überall finden sich Rhetorik-Seminare, in denen man sprechen lernt, aber nirgendwo lernen wir, gut zuzuhören. Sieht man genau hin, scheint das Zuhören ein präsentes Thema unserer Zeit zu sein. In den letzten Jahren gab es einen Boom an Zuhör-Angeboten. Jeder, der etwas erzählen möchte, kann sie in Anspruch nehmen. Und auch in den Medien ist das Zuhören omnipräsent, denn Anhänger rechter Parteien monieren: «Es hört einem ja heute keiner mehr zu.» Die Fähigkeit zum aktiven Zuhören hat gelitten. Das liegt an der Vereinsamung der Gesellschaft, unserer immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspanne, der Schnelllebigkeit unseres Alltags. Anja Schauberger trifft Menschen, die ihr unterschiedliche Aspekte des Zuhörens näherbringen, darunter eine Paartherapeutin, eine Pfarrerin, einen Zuhör-Coach und einen Barkeeper. Sie nimmt uns mit auf ihrem Weg, eine bessere Zuhörerin zu werden – und findet dabei Antworten auf die Frage, was wir alle gewinnen können, wenn wir lernen, uns wieder besser zuzuhören.
„Besser zuhören (Opens in a new window)“ erscheint am 19. Juni 2026!
Hoteltipp auf Sardinien: Das Lanthia Resort an der Ostküste
Stundenlang nach einem schönen Hotel suchen – für manche ein Graus, ich liebe das und kann mich darin total verlieren. Aber als mein Freund und ich vor ein paar Jahren nach Sardinien wollten, war die Hotelsuche dann doch schwieriger als gedacht. Direkt am Meer sollte es sein, schön, lecker und bezahlbar. Nach sehr langer Recherche fand ich schließlich doch das Lanthia Resort (Opens in a new window); gute Bewertungen, Privatstrand und vom Guide Michelin empfohlen. Mittlerweile sind die Preise auch hier gestiegen, ein Doppelzimmer bekommt man in der Nebensaison ab 190 Euro, in der Hauptsaison wird es dann sehr teuer.

Im Preis inkludiert ist allerdings das sehr feine Frühstück, das im schattigen Pinienwald mit Meerblick serviert wird. Auf den Tisch kommen nur sardische Produkte: Käse aus Ogliastra, Obst aus dem eigenen Garten und hausgemachtes Gebäck von der Pasticceria nebenan. In diesem Strandrestaurant kann man auch Mittagessen – wir bestellten eiskaltes Ichnusa-Bier und frische Pasta mit Venusmuscheln. Wenn ich mir die Bilder anschaue, möchte ich sofort wieder zurück. Selten war das Leben so sorglos wie in dieser Septemberwoche auf Sardinien.
Wir bestellten eiskaltes Ichnusa-Bier und frische Pasta mit Venusmuscheln. Wenn ich mir die Bilder anschaue, möchte ich sofort wieder zurück. Selten war das Leben so sorglos wie in dieser Septemberwoche auf Sardinien.
Eigentlich hatten wir einen Mietwagen, aber die weitläufige Hotelanlage mit ihrem Garten, dem Pool, Privatstrand und zwei Restaurants bot uns alles, was wir in dieser Woche brauchten. Einmal machen wir einen Ausflug, fuhren nach Orgosolo und an einen anderen Strand, aber am besten gefiel es uns tatsächlich im Hotel. Denn auch das Abendessen im Lanthia Resort war fantastisch: Die Paccheri in Tomatensoße mit Makrelen-Ragout und Guanciale hatten es mir angetan, ebenso die sardischen Gnocchi mit Lammragout, Wacholder und Pecorino.

Auch im Ort gab es kulinarisch einiges zu entdecken: Wir aßen Pizza auf der Terrasse der Su Forru Pizzeria Paninoteca (Opens in a new window), holten uns ein Eis in der ansässigen Gelaterie (Opens in a new window) und naschten nachmittags das italienische Gebäck der benachbarten Pasticceria (Opens in a new window), die wir schon vom Hotelfrühstück kannten. Mein absolutes Highlight war allerdings die Bootstour, die wir am letzten Urlaubstag machten und die vom Hotel angeboten wurde: Vom Hafen von Santa Maria Navarrese ging es an drei Strände des Golfs von Orosei.
Wer an einem der weißen, sardischen Sandstrände liegt, die Flamingos über sich und eine frische Pizza vor sich, weiß wirklich nicht, ob das alles von dieser Welt oder doch etwas Göttliches ist.
Ich war zuvor schon ein paar Mal auf Sardinien und kannte die karibisch anmutenden Küstenstreifen wie die Spiaggia La Pelosa (Opens in a new window) oder La Cinta (Opens in a new window) bei San Teodoro – doch was wir hier auf der Bootstour sahen, zählt bis heute zu meinen Top-Stränden Europas. Die Buchten auf der Tour, wie die Cala Goloritzè (Opens in a new window) oder die Cala Mariolu (Opens in a new window), sind übrigens sowieso am besten per Boot erreichbar. So kommt es auch, dass sie nicht ganz so überlaufen sind – trotzdem empfiehlt es sich, schon frühmorgens zu starten.

Am Ende war es ein rundum gelungener Urlaub, an den ich immer noch sehr gerne zurückdenke. Ein Bekannter von mir meinte einmal, dass Gott wohl einen besonders guten Tag hatte, als er Sardinien erschuf. Und ich muss ihm recht geben: Hier gibt es karibische Strände, exotische Tiere, wunderschöne Landschaften, eine fantastische Küche und immer genau das richtige Klima. Wer an einem der weißen, sardischen Sandstrände liegt, die Flamingos über sich und eine frische Pizza vor sich, weiß wirklich nicht, ob das alles von dieser Welt oder doch etwas Göttliches ist.
Lanthia Resort, Via Lungomare, 08040 Santa Maria Navarrese Provincia dell'Ogliastra, Italien (Opens in a new window)
Was ist Zeitlang?
Zeitlang ist ein unabhängiger und persönlicher Newsletter, in dem ich sowohl über Lieblingsorte in meiner Heimatstadt München als auch auf der ganzen Welt erzähle. Im Bayerischen bedeutet „Zeitlang“ Heimweh und Sehnsucht. Einmal im Monat schreibe ich hier also über besondere Restaurants, Cafés, Hotels und Orte, nach denen ich Zeitlang habe. Das kann der kleine Park nebenan sein, genauso wie das Designhotel am anderen Ende der Welt.
Wer mehr lesen möchte, kann für einen kleinen Monatsbeitrag Mitglied von Zeitlang werden. Damit unterstützt du meine Arbeit und erhältst Zugang zu den exklusiven Newslettern, die sich einem bestimmten Reiseziel, einem Stadtviertel oder Thema widmen. Bisher sind erschienen:
Hotels, Ausflüge und Reisetipps für Sri Lanka (Opens in a new window)
Hotels, Restaurants & Lieblingsorte in Meran (Opens in a new window)
Restaurants, Ausflüge & Sehenswertes in Marseille (Opens in a new window)
Wer schreibt hier?

Ich bin Anja Schauberger, geboren in München und arbeite seit über zehn Jahren als Journalistin und Autorin mit dem Schwerpunkt auf Regionales und Reise. Von 2016 bis 2019 habe ich als Redaktionsleiterin das Stadtmagazin Mit Vergnügen München aufgebaut. Seitdem schreibe ich frei unter anderem für die Kolumne „Hotel Europa“ im SZ-Magazin (Opens in a new window) sowie über (Sterne)-Gastronomie bei München Tourismus (Opens in a new window). Außerdem gebe ich Reise-Tipps im Merian (Opens in a new window) und schreibe für das Werde Magazin (Opens in a new window) sowie The Weekender (Opens in a new window). Mehr zu meiner Arbeit gibt es auf Torial (Opens in a new window) oder meiner Website (Opens in a new window).
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