đ€đ„ After-Flow-Fatigue â Wenn sogar das GlĂŒck erschöpft

Ich hatte in den letzten Tagen das groĂe GlĂŒck, bei mehreren wunderbaren Veranstaltungen mitzuwirken. Und in kurzer Zeit mehrere VortrĂ€ge online zu machen (u.a. eine Lehrer-Fortbildung fĂŒr die GEW, ein Vortrag zu Zwang und PTBS fĂŒr die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Zwangserkrankungen) und zuletzt
đ dem Neurodivergenz-Spektrakel von Wohnzimmer neurodivers
đ und dem Fachtag im Berufsbildungszentrum Bugenhagen
Ich durfte ĂŒber neuroaffirmative Therapie, ADHS in der Praxis, SelbstfĂŒrsorge und Stressverarbeitung sprechen â Themen, die mir sehr am Herzen liegen. Und wo es halt auch viel um SelbstmitgefĂŒhl und SelbstfĂŒrsorge geht.
Es waren berĂŒhrende Begegnungen, groĂartige GesprĂ€che, intensive Vorbereitung und jede Menge Dopamin.
Und dann?
đȘ« After-Flow.
đ Der Moment nach dem Flow
Ich bin nicht traurig. Nicht deprimiert. Nicht ĂŒberfordert.
Ich bin... leer.
Und das kenne ich nur zu gut â viele aus meiner Community ĂŒbrigens auch.
Nach einer intensiven Zeit voller Sinn, Begegnung und Leistung kippt das System.
Das nennt man auch:
Post-Dopamin-Crash
After-Flow-Fatigue
oder einfach: der Moment, in dem das Gehirn "in den Ruhemodus fÀllt", obwohl das Herz noch tanzt.
Das ist bei ADHS nichts Pathologisches, sondern ein ganz normales RegulationsphÀnomen.
Unser Gehirn feuert auf Hochtouren â oft stundenlang im âHyperfokusâ, ganz bei der Sache. Endlich trifft man nach Monaten oder sogar Jahren tolle Leute wieder. Und ist in einem erfĂŒllendem Austausch.
Und ich bekam jede Menge positives Feedback (auch wenn ich das adhsbedingt nur schlecht annehmen kann)
Aber danach: braucht es RĂŒckzug. Ruhe. Regeneration.
đĄ Neurodivergente Menschen funktionieren nicht im 9-to-5-Takt
Wir sind nicht unzuverlÀssig oder launisch, sondern taktisch anders gebaut.
Unser Nervensystem reguliert sich ĂŒber andere KanĂ€le, mit anderen Rhythmen.
Nach einem Event, Vortrag, Coaching oder Workshop brauchen viele von uns eine echte Entladungsphase.
Nicht aus Faulheit.
Nicht wegen schlechter Zeitplanung.
Sondern weil das System sagt:
âIch habe geliefert. Jetzt brauche ich Raum zum Wiederauftanken.â
â Mini-Checkliste: After-Flow-Regeneration fĂŒr ADHS-Gehirne
Du hast viel gegeben. Jetzt darfst du auch empfangen.
Diese 7 kleinen Schritte helfen deinem Nervensystem, nach VortrÀgen, Workshops oder sozialen Events wieder runterzufahren:
đ§ââïž Entkoppeln
đ Geh bewusst raus aus dem âFunktions-Modusâ â durch Bewegung, Kleidung wechseln oder Duschen.đ Reizpause einbauen
đ Keine Mails, keine Calls. 30â60 Minuten ohne Input.
Gönn deinem prĂ€frontalen Kortex eine HĂ€ngematte.đ§ââïž Atem und Körper spĂŒren
đ 2 Minuten achtsam atmen. Oder: Beine gegen die Wand legen. Reset fĂŒr den Vagusnerv.đ§ Dopamin sanft regulieren
đ Kein starker Dopamin-Nachschub (z.âŻB. Social Media Binge). Lieber Musik, Natur oder was Langsames.đ Emoflex oder Journaling
đ Was war schön? Was hat dich berĂŒhrt? Was zieht noch Energie?
Gib den inneren Bildern einen Platz.đ€Č Low-Energy-SelbstfĂŒrsorge
đ WĂ€rmflasche. Duft. Lieblingstier streicheln. Kein To-do. Nur Sein.đ°ïž Plan fĂŒr morgen: langsam starten!
đ Baue dir am nĂ€chsten Tag 1â2 Stunden Ăbergangszeit ein, bevor du âwieder funktionierstâ.
đŁ Und an dich da drauĂen:
Wenn du das kennst â dieses glĂŒckliche âLeerseinâ nach einer intensiven Phase â
dann bist du nicht falsch.
Du funktionierst nicht kaputt.
Du funktionierst anders.
Und genau darum gehtâs bei Neurodivergenz:
Nicht hÀrter zu funktionieren, sondern sich passender zu regulieren.
Also : Riesen Dank an alle AKTIVEN, die solche tollen Veranstaltungen organisieren und erst ermöglichen. Und an die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die aktiv (z.B. ĂŒber die StĂ€nde vor Ort) oder eben als engagierte Zuhörer dabei waren und uns ReferentInnen den Flow ermöglichen.
Passt gut auf euch auf.
Und DANKE an alle meine UnterstĂŒtzer hier (VerbĂŒndete, Wegbegleiter und VorkĂ€mpfer), die meine Arbeit zur AufklĂ€rung auch mit einem finanziellen Beitrag unterstĂŒtzen. Ohne Euch wĂ€re das so gar nicht möglich!