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Bewegungsspiele

Einleitung: Bewegungsspiele sind angepasste Spielangebote, bei denen körperliche Aktivität und spielerische Elemente kombiniert werden. Gerade in der Seniorenbetreuung bieten sie eine willkommene Abwechslung zum Alltag. Selbst Menschen mit körperlichen Einschränkungen (etwa eingeschränkter Mobilität oder Rollstuhlnutzung) oder kognitiven Einschränkungen (z. B. Demenz) können – richtig angeleitet – dabei aktiv mitmachen. Bewegung sollte nach dem Prinzip „Man ist nie zu alt zum Spielen“ auch im hohen Lebensalter ein wichtiger Bestandteil des Alltags sein. Durch gezielte Bewegungsspiele lassen sich Herz-Kreislauf-System, Muskulatur und Gelenke stärken sowie Kontrakturen und Thrombosen vorbeugen. Einfache Sitzgymnastik oder angepasste Spiele im Sitzen mobilisieren auch Menschen mit Demenz und bringen Spaß und geistige Anregung.

In Pflegeeinrichtungen und Tagespflegen gehört Bewegung zu den aktivierenden Betreuungsangeboten. Dabei werden Spiel und Spaß ganz bewusst eingesetzt, um Bewohner zu motivieren und aus der Routine herauszulocken. Pflegefachleute betonen, dass Gruppenspiele „geistige, körperliche und emotionale Gesundheit“ fördern: Sie erhalten kognitive Fähigkeiten, stärken soziale Bindungen und verbessern die Fitness. Bewegungsangebote in geselliger Runde geben Struktur, beugen Einsamkeit und Depression vor und schaffen Erfolgserlebnisse und Lebensfreude. Wichtig ist aber, Angebote individuell anzupassen: Spiele dürfen weder körperlich noch geistig überfordern. Wird auf die Einschränkungen geachtet, ermöglichen Bewegungsspiele auch behinderten oder demenziell erkrankten Senioren kooperative Aktivität und Unterhaltung. (Hinweis: Das Lexikon - Inhaltsverzeichnis (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

Zielsetzung von Bewegungsspielen

Die zentralen Ziele von Bewegungsspielen in der Seniorenbetreuung sind vielseitig und umfassen körperliche, geistige sowie soziale Aspekte:

  • Mobilität und körperliche Fitness: Erhalt und Förderung von Beweglichkeit, Muskelkraft und Koordination. Durch gezielte Übungen werden zum Beispiel Rumpfmuskulatur und Gleichgewicht trainiert, was das Sturzrisiko mindert. Leichte gymnastische Bewegungen kräftigen Herz und Kreislauf und unterstützen die allgemeine Gesundheit.

  • Kognitive Aktivierung: Stärkung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen. Viele Spiele verknüpfen Bewegung mit Denkaufgaben (z. B. Merken von Begriffe oder Zahlen beim Werfen), was das Gehirn anregt. Rhythmische Bewegungen zu Musik können darüber hinaus beide Hirnhemisphären aktivieren und Vorbeugung gegen kognitiven Abbau leisten.

  • Emotionale und psychische Ziele: Verbesserung der Stimmung, Abbau von Anspannung und Angst. Bewegung setzt Endorphine frei und vermittelt Erfolgserlebnisse, wenn selbst kleine Aufgaben gelingen. Senioren erfahren durch richtig dosierte Spiele Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen. Bewegungsspiele bieten außerdem Lebensfreude und Spaß – zentral für das Wohlbefinden.

  • Soziale Interaktion und Gemeinschaftsgefühl: Spiele in der Gruppe stärken den Zusammenhalt. Betroffene erleben Gemeinschaft, helfen sich gegenseitig und lachen gemeinsam. Laut Expertengruppen „erhalten Gruppenspiele kognitive Fähigkeiten, stärken soziale Bindungen und bieten emotionalen Rückhalt“. Erfolgreiche Teamaktivitäten bauen Isolation ab und geben Anlass für Gespräche und gemeinsame Erinnerungen (z. B. Biografiebezug durch Bälle, die an vertraute Ereignisse erinnern).

  • Struktur im Alltag: Regelmäßige Bewegungseinheiten strukturieren den Tagesablauf und geben den Betreuten einen Anreiz. Sie festigen feste Tageszeiten (z. B. Vor- und Nachmittag), fördern Routinen und können so auch Hilfe bei Demenz bieten. Beschäftigungsangebote verbessern insgesamt die Lebensqualität der Bewohner.

Zusammengefasst sollen Bewegungsspiele bei Senioren die körperliche Gesundheit verbessern, kognitive und psychische Reserven aktivieren und soziale Teilhabe ermöglichen. Dabei stehen Freude und Aktivierung im Vordergrund – nicht der Leistungsdruck.

Vorteile und Herausforderungen

Vorteile: Durch regelmäßige Bewegungsspiele profitieren Senioren in vielen Bereichen. Körperlich wird die Muskulatur gestärkt und die Gelenkigkeit verbessert. Das kräftigt den Kreislauf und beugt typischen Beschwerden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Spielerisches Training verbessert Koordination, Balance und Feinmotorik, was konkret die Sturzgefahr senkt. Auch das Gehirn profitiert: Bewegung steigert Konzentration und Lernfähigkeit, aktiviert Erinnerungen (zum Beispiel bei altbekannten Liedern oder Bildern) und kann den altersbedingten geistigen Abbau bremsen.

Psychisch-emotional bauen Bewegungsspiele Stress ab und setzen Glückshormone frei. Senioren erleben gemeinsames Lachen und Erfolg – das „stärkt Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein“. Gruppenspiele fördern das Gemeinschaftsgefühl und beugen Vereinsamung vor, indem sie Kontakt und Kommunikation ermöglichen. Beschäftigungsideen dieser Art geben außerdem Abwechslung und Lebensfreude im Tagesablauf.

Herausforderungen: Trotz dieser Vorteile gibt es auch Aspekte, auf die Betreuungskräfte achten müssen. Nicht jede Übung ist für jeden Bewohner geeignet. Die Spiele müssen an Mobilität, Hör- und Sehvermögen, sowie kognitiven Fähigkeiten der Teilnehmer angepasst werden. Das heißt: Übungen nur im Sitzen, wenn Personen nicht stehen können; klare Ansagen oder Bildkarten bei Hörproblemen; einfache Regeln bei Demenz. Werden zu schwere Spiele angeboten, kann dies überfordern: Personen mit Demenz etwa sollten nicht an Gedächtnisübungen gehindert werden, da ansonsten schnell „Verunsicherung, Scham und Frustration“ entstehen können.

Ein weiteres Risiko ist die körperliche Sicherheit. Bei ungeübten oder motorisch eingeschränkten Senioren muss die Sturzgefahr im Blick bleiben. Spiele, die Gleichgewicht erfordern (zum Beispiel Seiltanzen oder Steh-Übungen), sollten immer mit Haltehilfen oder im Sitz abgeändert werden. Auch bei Ballspielen oder Rennen ist eine entsprechende Absicherung erforderlich (z. B. rutschfeste Schuhe, genügend Platz). Betreuungskräfte wählen stets sanfte Bewegungen und lassen Ruhepausen zu, damit niemand überanstrengt wird.

Praktisch: Nicht alle Senioren möchten mitmachen. Manche fühlen sich „einfach zu alt“ für lustige Spiele und lehnen sie ab. Hier gilt das gute Recht der Bewohner, nicht teilzunehmen. Offenheit und Freiwilligkeit sind zentral – niemand darf sich bedrängt fühlen. Andererseits profitieren offene Gruppen sehr stark von Bewegungsspielen, deshalb sollte man ausprobieren, ob passende, motivierende Aktivitäten gefunden werden können.

Zusammenfassend sind Bewegungsspiele in der Seniorenbetreuung höchst wirkungsvoll, wenn sie sorgfältig geplant und an die Gruppe angepasst werden. Die Betreuer achten darauf, dass alle mitmachen können, und passen Übungen gegebenenfalls für Rollstuhlfahrer oder stark Sehbehinderte an.

Praxisanleitung: Beispiele für Bewegungsspiele

Nachfolgend einige konkrete Übungen und Spiele, die in Seniorenangeboten häufig eingesetzt werden. Diese Beispiele zeigen Klassiker ebenso wie moderne Varianten. Die Hilfsmittel sind in der Regel einfache Alltagsgegenstände oder Geräte aus der Seniorenarbeit (Schwungtuch, Bälle, Luftballons, Balancekissen etc.). Jede Übung kann im Sitzen oder im Stehen durchgeführt werden, je nach Leistungsvermögen der Teilnehmer.

Luftikus (Ballonspiel): Alle Senioren sitzen im Stuhlkreis. Ein leichter Luftballon wird durch sanftes Anstoßen hochgehalten – er darf nicht auf den Boden fallen. Ziel ist es, den Ballon so lange wie möglich gemeinsam in der Luft zu halten. Variationen: Mehrere Ballons gleichzeitig verwenden oder das Anstoßen auf bestimmte Weise kombinieren (z. B. mit einem Bein wippen, bevor man schlägt). Das Spiel fördert Reaktionsvermögen und Koordination im Sitzen und macht besonders in der Gruppe viel Spaß.

Sitz-Pantomime: Eine klassische Konzentrationsübung. Die Teilnehmenden sitzen im Kreis. Eine Person erhält (still oder durch Zeigen) einen einfachen Begriff (z. B. „Katze“, „Malen“). Diese Person stellt das Wort nur durch Bewegungen dar, ohne zu sprechen. Die anderen müssen erraten, um welchen Begriff es sich handelt. Optional kann man vereinbaren, dass alle Zuschauer dieselbe Bewegung mitmachen, um zusätzliches Bewegungsvermögen zu fördern. Dieses Spiel verbindet Bewegung und Gedächtnis und ist auch für demenzkranke Senioren geeignet, da alle langsamer mitmachen und das Raten im Vordergrund steht.

Länderspiel (Alphabetspiel mit Ball): Die Gruppe sitzt oder steht im Kreis. Ein weicher Ball wird im Kreis weitergereicht. Ein Mitspieler beginnt und nennt beim Werfen einen Begriff zu einer Kategorie, z. B. ein Land mit dem Buchstaben „A“ (z. B. Angola). Dann wird der Ball weitergegeben und der Nächste fährt fort mit dem nächsten Buchstaben (z. B. „B“, wie „Belgien“). Läuft jemand ins Stocken oder passt nicht auf, wird der nächste Buchstabe genannt. Dieses leichte Ratespiel (ähnlich „Ich packe meinen Koffer“) fördert sowohl Mobilität (Ballwerfern und Fangen) als auch Wortschatz und Gedächtnis.

Becherball: Jeder Mitspieler hat einen kleinen Plastikbecher. Im Kreis (sitzend oder stehend) wird ein Tischtennisball gelegt. Der erste Spieler versucht, den Ball mit Hilfe seines Bechers in den Becher des Nachbarn zu werfen, ohne den Ball mit den Händen zu berühren. Der Ball wird so reihum geworfen, bis er wieder beim ersten Spieler ankommt. Dieses einfache Passspiel erfordert gezieltes Werfen und Fangen aus dem Sitzen und kann bei Bedarf auch von Rollstuhlfahrern mitgespielt werden.

Schrubberball (Wischmopp-Hockey): Die Senioren sitzen an Tischen oder in einer Reihe. Ein Besen oder Wischmopp wird als Schläger benutzt. Ein leichter Ball (Tischtennis- oder Softball) wird im Schusskanal von zwei Stühlen oder Hütchen hindurchgespielt (dieses „Tor“ steht ca. 2–3 Meter entfernt). Jeder Spieler hat drei Versuche, den Ball mit dem Mopp durch das Tor zu stoßen. Hier gilt es, Zielgenauigkeit mit Armbewegung zu üben. Das Spiel ist vergleichsweise ruhig, fördert jedoch Feinmotorik und bringt Spaß durch Wettkampfcharakter (zum Beispiel in Teams).

Eierstaffel: Alle sitzen im Kreis und halten je einen Plastiklöffel. Ein hartgekochtes Ei (oder ein leichter Übungseiersatz) wird auf den Löffel gelegt. Ohne Hände darf das Ei nur durch geschicktes Weiterreichen auf dem Löffel im Kreis umgereicht werden. Wer das Ei fallen lässt, beginnt wieder oder scheidet kurz aus. Dieses Gedächtnis- und Koordinationsspiel fördert Feingefühl sowie Konzentration, denn man muss das Gleichgewicht halten und gleichzeitig den Mitspielenden folgen. Man kann auch zwei Gruppen bilden und Staffeln laufen lassen, um Bewegungselement hinzuzufügen. Tipp: Plastik-Übungseier eigenen sich, um Scherben zu vermeiden.

Gruppenbildung (Laufspiel): Wenn die Teilnehmer noch mobil sind, kann man ein Spiel im Gehen anbieten. Dazu laufen alle zur Musik locker im Raum. Stoppt die Musik, ruft die Betreuungskraft eine Zahl (z. B. „3“). Alle Senioren müssen sich nun in möglichst viele Gruppen zu je dieser Zahl formieren. Wer keine vollständige Gruppe findet, scheidet aus oder setzt aus. Dieses Bewegungsspiel fördert Gehen, Aufmerksamkeit und schnelles Reagieren im Stehen. Achtung: Es eignet sich nur, wenn die Senioren dies sicher können. Ansonsten kann man im Sitzen wechselnde Gruppenzusammensetzungen z. B. durch Kartenwahl üben.

„Ringlein, Ringlein“ (Bewegungsliedspiel): Alle sitzen oder stehen im Kreis. Der erste Mitspieler hält einen kleinen Ring oder Reifen verdeckt hinter dem Rücken. Dazu singen alle gemeinsam das bekannte Lied „Ringlein, Ringlein, du musst wandern…“. Wenn der Gesang endet, fragt der Spielleiter: „Wer hat das Ringlein?“ und der in der Mitte muss raten, wer den Ring jetzt hält. Diese klassische Bewegung mit Musik übt nicht nur rhythmisches Mitwippen (im Sitzen Fuß- oder Handbewegungen), sondern auch Aufmerksamkeit (Beobachten und Erinnern). Wer errät, kann als nächstes in die Mitte kommen.

Kartenbewegungsspiel: Dieses Spiel benötigt ein normales Kartenspiel. Die Teilnehmer sitzen am Tisch. Der älteste Spieler beginnt und legt eine Karte offen ab; die anderen folgen reihum und dürfen passende Karten ablegen (gleiche Zahl oder Farbe). Besondere Karten lösen alle gemeinsam kleine Bewegungen aus: etwa Joker = beide Hände über den Kopf heben; „Zehn“ = dreimal in die Hände klatschen; „Neun“ = jeweils Schulterkreisen; „Acht“ = Handrücken auf den Tisch legen; „Sieben“ = dem Gegenüber freundlich zunicken. So werden neben Konzentration auch feinmotorische Aktivitäten und Kommunikation eingebaut. Kartenbewegungsspiele sind gut für Gedächtnistraining und bringen Abwechslung in eine normale „Sitzrunde“.

Schwungtuch-Spiele: Ein großes Seidentuch oder Gymnastiktuch wird von einer Gruppe (4–6 Personen) am Rand gehalten. Damit können viele spaßige Übungen gemacht werden: Man kann gemeinsam Wellen schlagen, indem alle rhythmisch hoch- und runterwippen, über das Tuch kleine Bälle hüpfen lassen, bunte Tücher „umherwirbeln“ oder sogar im Partnerwettbewerb Luftballons auf dem Tuch balancieren. Beispiel: „Hüpfende Bälle“ – die Gruppe lässt einen Softball durch rhythmisches Bewegen des Schwungtuchs hochspringen. Oder „Farben duellieren“ – zwei Teams versuchen abwechselnd, Luftballons der gegnerischen Farbe aus dem Tuch herauszurollen. Schwungtuch-Spiele fördern Arm- und Rumpfbeweglichkeit sowie Teamarbeit. Sie sind für starke Gruppen gedacht – sitzen ist auch möglich. Kreative Betreuungskräfte finden leicht eigene Varianten, da das Tuch sehr vielseitig ist.

Balance- und Koordinationsübungen: Spezielle Balancekissen (Luftkissen) oder Wackelunterlagen können in Spiele eingebaut werden. Beispiel: Senioren setzen sich auf den Stuhl und legen ein (deflated) Balancekissen auf den Sitz. Während sie ihr Gleichgewicht halten, spielen sie einen kleinen Softball hoch und weiter. Oder ältere Personen stellen sich hinter den Stuhl, heben ein Bein auf das Kissen (stützen sich dabei am Stuhl ab) und geben sich einen Ball von links nach rechts über den Körper. Solche Übungen trainieren sanft das Gleichgewicht und die Rumpfstabilität. Wichtig ist dabei: Niemand soll sich verbiegen oder stürzen – deshalb immer mit Haltegriffen oder im Sitzen arbeiten, wenn Unsicherheit besteht.

Bewegungslieder und -geschichten: Integrieren Sie bekannte Lieder und kurze Geschichten mit Bewegungen. Etwa das Lied „Alle Vögel sind schon da“ mit dazu passenden Flug- oder Kopfbewegungen. Oder eine kurze Geschichte (z. B. Jahreszeitenwanderung), bei der die Senioren kleine Bewegungen nachmachen (Arm heben für Bäume, Rumpfbeugen für Blumen pflücken etc.). Solche Bewegungsgeschichten und -gedichte wecken Fantasie, bringen Lachen und bringen rythmische Elemente ein.

Klassiker „Ich packe meinen Koffer“: Dieses bekannte Merk- und Bewegungsspiel eignet sich auch für Senioren. Ein Spieler sagt: „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“ und nennt etwas (z. B. Sonnenbrille). Alle übrigen sprechen zusammen die aufgezählten Gegenstände in der Reihenfolge mit. Variante: Jeder Packgegenstand wird durch eine typische Geste begleitet (Sonnenbrille = Hand auf Stirn wie Brille aufsetzen, Hut = imaginären Hut aufsetzen), die alle nachmachen müssen. Das kombiniert Gedächtnisleistung mit Bewegung und sorgt für Spaß und aktive Beteiligung.

Klatsch- und Würfelspiele: Einfache Geschicklichkeitsspiele wie „Klatschen und Fangen“ (zwei Mitspieler werfen sich einen Ball zu, und der Fangende muss vorher einmal klatschen) steigern Aufmerksamkeit und Koordination. Oder man würfelt und führt zu jeder Zahl eine Bewegung aus (z. B. 1 = Hand aufs Herz, 2 = zwei leichte Kniebeugen). Diese Mischform aus Zufall und Bewegung fördert das schnelle Reagieren.

Tanz- und Rhythmusspiele: Leichte Tänze im Sitzen (z. B. im Rhythmus schunkeln oder einfachen Reihentanz im Stehen) oder Stopp-Tanz („Musik an – alle bewegen sich, Musik aus – alle frieren ein“) lockern die Gruppe auf. Beim Tanzen werden Ausdauer und Körpergefühl geschult, und Musik animiert besonders viele ältere Menschen zur Bewegung. Einfache Rituale wie das Klatschen auf den Rhythmus eines Liedes üben zusätzlich Koordination.

Moderne digitale Spiele: Auch aktuelle Technologien können Bewegungsspiele bereichern. Viele Heime setzen inzwischen Exergaming-Konsolen (z. B. Nintendo Wii, Wii Fit, Kinect) ein: Hier steuern die Senioren zum Beispiel Bowling-, Tennis- oder Tanzspiele über Bewegungen. Studien zeigen, dass solche interaktiven Spiele die Motivation deutlich steigern und zu mehr Bewegung animieren. Allerdings erfordern sie bestimmte Voraussetzungen (Balance-Board, Fernbedienungshandhabung, gutes Sehvermögen, Verständnis der Abläufe). Sie eignen sich daher vorrangig für fitte Senioren und sollten immer mit Hilfestellung angeboten werden. Auch Tablet-Apps mit Sitzübungen oder Virtual-Reality-Trainings können motivieren, werden aber meist nur in speziellen Gruppen eingesetzt. Wichtig ist: Jede technische Spielvariante braucht Einarbeitungszeit für Bewohner und Betreuer.

Hinweise zur Durchführung: Vor jeder Spielrunde sollte die Gruppe aufgewärmt und über die Übung informiert werden. Die Ziele und Regeln erklärt man klar und eventuell mehrfach – vor allem bei demenziell erkrankten Teilnehmern. Großes Augenmerk gilt der Sicherheit: Rutschfeste Schuhe, ausreichend Platz und Hilfestellung bei Übungen im Stand sind Pflicht. Spiele sollten weniger leistungsorientiert sein – es zählt der Spaß und das Erfolgserlebnis. Bei Bedarf werden Hilfsmittel angepasst (Ballons statt Bälle bei schwacher Handmotorik, Sitzen auf Stühlen oder Rollstühlen). Jeder Spaß und jede Bewegung bringt einen Gewinn, selbst kleine körperliche Aktivitäten wirken positiv.

Beispiele für Betreuungssettings

Je nach Betreuungsort können Bewegungsspiele unterschiedlich umgesetzt werden:

Stationäre Einrichtungen: In Pflegeheimen findet Bewegung meist in Gruppenangeboten statt. Idealerweise sind regelmäßige Aktivitäten fest im Wochenplan verankert. Beispielsweise kann nach dem Mittagessen eine kleine Bewegungsrunde mit Sitztanz oder Mitmachlied eingeführt werden. Dabei profitieren Senioren von der Gemeinschaft – denn „soziale Isolation und Einsamkeit“ gehören im Pflegealltag häufig dazu, weshalb Gruppenangebote besonders wichtig sind. Alltagstherapeuten und Betreuungskräfte können abwechslungsweise ein tägliches Spiel anbieten (z. B. montags Ballspiele, mittwochs Schwungtuch, freitags Gedächtnisspiele). Damit erreicht man viele Bewohner auf einmal. Bei sehr eingeschränkten oder demenziellen Bewohnern kann im jeweiligen Wohnbereich (Zimmerflur oder Gemeinschaftsraum) eine „Sitzgymnastikgruppe“ gebildet werden. Stationär helfen auch Bewegungsgeräte wie Seniorentrainer oder der „Plaudertisch“, an denen Senioren im Sitzen Bewegung machen und nebenher spielen oder gemeinsam Musik hören können.

Tagespflege: Tagesstätten haben kleinere, feste Gruppen, und Tagesabläufe sind meist straffer. Dennoch lassen sich Spielsituationen gut integrieren. So bieten sich Vormittags- und Nachmittags-Einheiten von je 10–15 Minuten an, z. B. nach Kaffeepause oder vor dem Heimweg. Typische Spiele: Ballon hochhalten in der Runde, Leichtgymnastik im Sitzen oder ein gemeinsames Bewegungslied. Da in der Tagespflege oft Angehörige dabeibleiben, kann man mit Rezepten oder Bekanntenliedern arbeiten („Sitzengymnastik nach altbewährten Liedern“). Tagespflegepersonal ergänzt diese Spiele gern durch tägliche Spaziergänge als Ganzkörperbewegung oder durch Geschicklichkeitsspiele am Esstisch (z. B. einfache Wurfspiele mit Papierkugeln). Der Vorteil hier: Jeder Tag kann anders gestaltet werden – Spiele können auch mit Ausflügen kombiniert werden (z.B. „Schatzsuche“ am Garten). Wichtig ist die kurze, aber regelmäßige Übungszeit, um die Senioren körperlich und geistig angeregt zu halten.

Häusliche Umgebung: Zu Hause müssen Angehörige oder mobile Betreuer kreativ sein. Ein großer Vorteil: Die Übung kann individuell sehr gut angepasst werden. Es genügen oft einfache Hilfsmittel aus dem Haushalt. Zum Beispiel kann man mit einem aufgeblasenen Luftballon im Wohnzimmer spazierengehen (Ballon balancieren) oder die Morgenroutine nutzen: Nach dem Frühstück werden mit Musik einfache Oberkörperdrehungen und Armkreisen gemacht. Luftballons, Bälle oder Tageszeitungen können zu passenden Spielen anregen (z. B. Bälle in Zeitungskörbe werfen). Geräte wie ein kleiner Gymnastikball, Theraband oder Balancekissen können in Heimübungen eingebaut werden. Auch Spielen mit Bewegungen in eine Biografie („Tanzen Sie nach dem Lieblingslied Ihrer Jugend“) schaffen Verbindung von Erinnern und Aktivität. Ein selbst gestalteter „Bewegungskoffer“ mit Fotos und Liedern kann das Training abwechslungsreich machen. Generell gilt zuhause: Bewegung muss in den Alltag integriert werden – zum Beispiel beim gemeinsamen Fernsehen steht man zwischendurch auf, beim Telefonieren dreht man sich umher. Selbst kurze Aktivitäten (5 Minuten Hand- oder Fußgymnastik alle ein bis zwei Stunden) sind förderlich. Betreuungspersonen können auch kleine Wettkämpfe erfinden (z. B. wer schafft es länger, den Ball mit dem Fuß hochzuspielen). Und selbstverständlich können Teile der oben genannten Gruppenspiele in Ein-zu-Eins- oder Klein-Gruppen-Sitzungen durchgeführt werden – so bleibt das Konzept flexibel, selbst wenn nur wenige Personen zu Hause sind.

In allen Settings ist zentral: Die Spiele sollten stets an die tägliche Situation angepasst werden und mit den Pflege- bzw. Betreuungskräften abgestimmt sein. In stationärer oder Tagespflege kann dies in der Teambesprechung geplant werden, im häuslichen Bereich ist die enge Abstimmung mit Therapeuten oder Hausärzten sinnvoll, um Sicherheit zu gewährleisten. Nicht zuletzt sollten neue Ideen oder Erfahrungen auch im Team ausgetauscht werden – so profitieren alle von bewährten Bewegungsspielen und können die Vielfalt ihrer Angebote stetig erweitern.

Aktivierungen für Bewegungsspiele

Gruppenbildung (Bewegung im Gehen)


Beschreibung: Bei der Gruppenbildung geht es darum, die Teilnehmenden im Raum umhergehen zu lassen und dann nach einem Zeichen schnell kleine Gruppen zu bilden. Es fördert Ausdauer, Reaktionsvermögen und soziales Miteinander.

Material: Musikquelle (z. B. CD-Player), Stoppuhr oder Glocke. Optional: Karten mit Gruppenzahlen.

Durchführung: Alle Teilnehmenden gehen zur Musik im Raum umher. Stoppt die Musik, nennt die Leitung spontan eine Gruppengröße (z. B. „Gruppe zu zweit!“). Dann eilen alle Teilnehmenden, so schnell wie möglich kleine Gruppen dieser Größe zusammenzustellen. Wer keine Gruppe bildet, hat verloren (oder führt eine kleine Zusatzaufgabe aus). Mehrere Durchgänge möglich.

Praxisbeispiel: In einem Seniorenheim in Köln nutzte die Betreuungskraft Musik mit nationalen Volksliedern. Beim Stoppen bildeten die Bewohner*innen zügig Paare. Dabei wurde gelacht und der Zusammenhalt gefördert.

Schrubberball (Ballspiel mit Putzthema)

Beschreibung: Schrubberball ist ein Sitzballspiel mit lustigem Thema: Teilnehmende schießen einen Ball mit einem Wischmopp („Schrubber“) ins „Tor“ (einen leer stehenden Stuhl). Es verbessert die Oberkörperbeweglichkeit, Konzentration und Koordination.

Material: Weicher Ball (z. B. Gummiball), ein alter Wischmopp oder Schrubber, zwei Stühle.

Durchführung: Zwei Teilnehmende setzen sich einander gegenüber. In gleicher Wurfweite dazwischen steht ein leerer Stuhl als „Tor“. Ein Spieler legt den Ball auf den Wischmopp und versucht, ihn mit dem Stiel über/unter den Stuhl zu schieben, sodass er hindurchrollt. Jeder hat drei Versuche. Dann wechselt der zweite Spieler. Punkte können notiert oder einfach im Wechsel gespielt werden. Variationen: Ball hochwerfen und mit Schwungstoßen ins Tor bringen.

Praxisbeispiel: In der Sitztanz-Gruppe einer Tagespflege in München setzten die Pflegekräfte das Spiel ein, um im Frühjahrsputz-Motto gemeinsam aktiv zu werden. Die Seniorinnen animierten sich gegenseitig humorvoll („Aufräummodus an!“) und übten dabei spielerisch Armkraft und Zielgenauigkeit.

Eierstaffel (Löffel- und Konzentrationsspiel)

Beschreibung: Bei der Eierstaffel sitzen alle im Kreis und müssen ein Ei auf einem Löffel liegend von Person zu Person weitergeben, ohne es mit der Hand zu berühren. Dieses Spiel schult die Feinmotorik, Konzentration und macht Spaß als Turnier.

Material: Stabiles Löffel-Set (je Person ein Löffel), hartgekochte Eier oder Kunststoff-Eier (als Reserve), evtl. Behälter für ausgefallene Eier.

Durchführung: Alle sitzen im Stuhlkreis. Jede Person hält einen Löffel. Eine Moderatorin legt ein Ei auf den Löffel der ersten Person. Nach Startsignal wird das Ei vom Löffel zum nächsten Löffel weitergereicht. Wer das Ei fallen lässt, scheidet aus oder erhält eine kleine „Strafaufgabe“. Man kann auch zwei Teams bilden, die um die Wette spielen. Als Variation wird das Ei nach der Runde hartgekocht oder aus Plastik-Ei gewechselt, um Bruch zu vermeiden.

Praxisbeispiel: In einer Demenz-Wohngruppe wurde die Aufgabe spielerisch begleitet: Eine Betreuerin tat so, als müsse sie „Eier hüten“. Die Teilnehmenden kicherten, als einige Eier „schummelten“ (ein Team hatte heimlich mit den Fingern nachgeholfen). Durch festgelegte Plastik-Eier konnte keinem etwas passieren – der Spaß stand im Vordergrund.

Becherball (Tischtennisball und Plastikbecher)

Beschreibung: Beim Becherball sitzt oder steht jede Person im Kreis mit einem Becher. Ein Tischtennisball wird in den Becher gelegt und dann vom Becher in den nächsten geworfen, ohne ihn mit der Hand zu berühren. Der Ball wird reihum weitergegeben, bis er wieder beim Startspieler landet. Dies stärkt die Armkoordination und Konzentration.

Material: Plastikbecher (pro Teilnehmer mindestens 1), ein Tischtennisball.

Durchführung: Die Teilnehmenden bilden einen Kreis. Jeder hat einen Becher in der Hand. Eine Person legt den Ball in ihren Becher. Auf Signal wirft sie den Ball aus dem eigenen Becher mit leichtem Stoß in den Becher der Nachbarperson. Diese fängt den Ball im Becher und wirft ihn weiter, bis er zum Start zurückkehrt. Man kann auch einen Timer nehmen: Wer den Ball länger „halten“ kann, ohne fallen zu lassen, erhält einen Punkt. Die Übung kann im Sitzen oder Stehen gemacht werden.

Praxisbeispiel: In der Sitztanz-Gruppe eines Altenheims wurden unterschiedliche Wurfarten ausprobiert: Einer stellte fest, dass eine sanfte Schupser-Variante für einige Personen leichter ist als ein harter Schlag. Über die Wochen steigerte sich das Geschick: Mehrere Bewohner*innen fanden schnell heraus, dass das Zielen mit Anlehnung an Tischtennis-Technik (Schräghalten des Bechers) hilfreich war.

Gruppenpuzzeln (Team-Puzzle im Sitzen)

Beschreibung: Gruppenpuzzeln vereint Bewegung mit Rätseln: Ein großes Bild (z. B. Landschaft oder Figur) wird in viele Puzzleteile zerschnitten. Die Senioren sitzen im Kreis und setzen gemeinsam die Teile wieder zusammen. Je nach Schwierigkeitsgrad kann man mit wenigen großen Teilen beginnen oder viele kleine für Herausforderung nutzen. Dieses Spiel trainiert die Feinmotorik und das Gedächtnis (Erkennung der Bildteile).

Material: Großes Bild oder Foto auf stabilem Karton (DIN A3 oder größer), Schere, ggf. Unterlage/Tisch.

Durchführung: Vor Beginn schneidet die Leitung das Bild in Stücke (z. B. 6–12 Teile). Die Teilnehmenden sitzen so, dass jeder an den Tisch oder Boden (je nach Bildgröße) greifen kann. Auf Signal beginnen alle gemeinsam, die Teile in der richtigen Anordnung zusammenzufügen. Wer eine Idee hat, legt seinen Teil an, sonst gibt man Tipps („Aus dem Himmel kommt das Stück mit blau“). Als Variante können zwei Kleingruppen gegeneinander puzzeln, wer schneller fertig wird (Teamplay statt Wettkampf in Seniorenbetreuung sinnvoller).

Praxisbeispiel: In einer Aktivitätsrunde wurde das Gruppenpuzzle zum Thema „Blumenwiese“ vorbereitet. Eine Bewohnerin erkannte das Motiv „Tulpen“ und leitete an, während andere mit Bewegungen („einfach an das Gelb legen“) halfen. Durch gemeinsames Tasten und Sprechen über Farben wurden kognitive und motorische Fähigkeiten gefördert.

Ringlein, Ringlein, du musst wandern (Sitzspiel mit Lied)

Beschreibung: Bei diesem Wander-Ring-Spiel sitzen die Senioren im Kreis. Ein Ringlein (z. B. kleiner Reifen oder Serviettenring) wird hinter dem Rücken reihumgegeben, während alle das traditionelle Lied „Ringlein, Ringlein, du musst wandern“ singen. Zum Liedende muss das Mitglied in der Mitte der Runde raten, wer den Ring gerade hält. Das schult Aufmerksamkeit, Rhythmusgefühl und macht gemeinsam Spaß.

Material: Ein leichter Ring, Kreisel oder Wolle zu einem Kreis gebunden. Musik oder Liedtext (optional).

Durchführung: Alle sitzen in einem Stuhlkreis außer einer Person in der Mitte, die das Lied „Ringlein, Ringlein…“ kennt oder mitsingt. Der Ring wird heimlich von Teilnehmer zu Teilnehmer gereicht, während die Gruppe singt. Stoppt man das Lied abrupt, nennt die Mitte-Person laut „Stopp!“, und muss erraten, wer den Ring hat. Anschließend setzt sich die Mitte-Person hin, und die getippte Person steht als neue „Mitte“ auf. Varianten: Man kann gewinnen, wer den Ring am Ende hat, oder einfach ohne Wettbewerb spielen.

Praxisbeispiel: Bei einer Bewegungseinheit zum Thema Volkslieder sang die Betreuungskraft gemeinsam mit den Senioren „Ringlein, Ringlein“. Am Ende der Strophe schlug eine Bewohnerin vor, alle sollen winken – ein kleiner Zug bekam Applaus für die Idee. Das Spiel weckte schöne Erinnerungen an Kindheit und aktivierte neben dem Geist auch das langsame Hände passen.

Wer ist der Chef? (Denk- und Bewegungsspiel)

Beschreibung: Dieses Spiel vereint Imitationsbewegungen mit Ratespaß: Zwei Personen verlassen kurz den Raum. Die Gruppe wählt aus den übrigen einen „Chef“. Kommen die beiden zurück, führt der „Chef“ unbeobachtet stetig Gesten oder Tanzbewegungen aus, die die restlichen Teilnehmenden nachahmen. Die Externen müssen dann erraten, wer der Chef ist. Das fördert Nachahmung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis.

Material: Keine. Optional: Musik.

Durchführung: Alle sitzen oder stehen im Kreis. Zwei Personen gehen kurz hinaus. Die Gruppe benennt einen Chef, der nun Bewegungen ausführt (z. B. Armkreisen, Kopf neigen, Bein strecken). Die übrigen Teilnehmer*innen ahmen diese Bewegungen synchron nach. Dann dürfen die beiden zurückkommen. Nun müssen sie beobachten, wer in der Gruppe die Bewegungen vorgab. Nach Auflösung kann gewechselt werden, sodass jeder mal „Chef“ ist.

Praxisbeispiel: In einer Betreuungsgruppe mit leicht kognitiv beeinträchtigten Personen wurde das Spiel mit Kinderliedern begleitet. Der „Chef“ tanzt z.B. zum Lied mit und die anderen machen mit. Die beiden Ratenden lachten, als sie den gesuchten „Chef“ erkannten. Das anschließende Gespräch über „gemeinsame Ziele und Folgen“ regte zusätzlich zum Nachdenken an.

Wolle wickeln (Speed-Wickelspiel)

Beschreibung: Wolle wickeln ist ein einfaches Geschwindigkeits- und Geschicklichkeitsspiel im Sitzen. Jede Person erhält ein Knäuel Wolle. Nach Startsignal wickeln alle so schnell wie möglich ihre Wolle ab. Wer zuerst fertig ist, gewinnt. In der zweiten Runde wird im Wettkampf die Wolle schnell wieder aufgewickelt.

Material: Für jeden ein mittelgroßes Wollknäuel (bunte Sockenwolle o.Ä.). Optional: Stoppuhr für Zeitmessung.

Durchführung: Die Teilnehmenden sitzen im Kreis am Tisch oder auf dem Schoß. Jede Person hält ein Wollknäuel. Auf Signal beginnen alle gleichzeitig, die Wolle komplett abzurollen. Es wird gelacht, wenn die Wolle mal um Greifhilfen (z. B. Stuhlbein) hängen bleibt. Sobald jemand fertig ist, endet der Lauf (man kann das als Sieger notieren oder einfach loben). Nach einer Pause folgt eine zweite Runde: Nun versucht jeder, die Wolle schnell wieder auf den Finger oder Stöckchen zu wickeln. So werden Arme und Hände trainiert und die Augen-Hand-Koordination gefördert.

Praxisbeispiel: In einer Nähgruppe im Seniorenhaus waren einige Teilnehmerinnen geschickt im Umgang mit Garn. Nach einigen Runden Wollewickeln stellten die Betreuer fest, dass die schnellen Hände gleichzeitig die Fingerfertigkeit (z.B. Nadelführen) verbessert hatten. Die Teilnehmenden gaben Tipps, wer schnell wickeln kann (kleiner Trick: eine Hand hält das Knäuel, mit der anderen geht es schneller voran).

Luftballon im Tuch (Ballonstaffel oder -schunkelspiel)

Beschreibung: Das Luftballon-im-Tuch-Spiel fördert Teamarbeit und Koordination.
Es gibt zwei Varianten:
a) Die Teilnehmenden bilden Zweier-Teams. Jedes Team erhält ein großes Tuch (z. B. Parachute-Tuch) und einen Luftballon. Die beiden halten das Tuch an gegenüberliegenden Ecken und legen den Ballon darauf. Auf Startschuss bringen sie den Ballon durch geschicktes Heben/Schwenken möglichst schnell zu einem vorher festgelegten Ziel (oder zum nächsten Paar). Ballon darf nicht mit den Händen direkt berührt werden.
b) Sitztanz-Variante: Zwei Personen sitzen sich gegenüber und halten das Tuch gespannt zwischen ihren Schoßflächen oder den Ecken. Ein Luftballon liegt darauf. Zur Musik schunkeln oder schwenken die beiden das Tuch langsam, sodass der Ballon in der Luft bleibt. Ziel ist, den Ballon bis zum Musikende auf dem Tuch zu halten. Beide Varianten sind kooperativ und sehr unterhaltsam.

Material: Großer, leichtes Tuch oder Parachute-Tuch (mind. 1×1 m), Luftballons (aufgeblasen), Musikanlage für Sitzvariante (optional).

Durchführung:
a) Im Stehen teilen sich immer zwei Teilnehmende ein Tuch. Auf Signal legen sie gemeinsam den Ballon darauf und gehen/zielen aufs Ziel (Pylone o.Ä.). Bälle dürfen nur durch Kippen und Heben des Tuchs in Bewegung bleiben.
b) Im Sitzen drehen zwei Stühle sich so, dass zwei Personen sich gegenübersitzen. Jeder hält zwei Ecken des Tuchs auf Kniehöhe. Bei Musik bewegen sie sich sanft im Takt, um den Ballon in der Luft zu halten.

Praxisbeispiel: In einer Demenz-Wohngruppe legte die Betreuerin Chiffontücher auf das Bettzeug und lud die Senior*innen ein, zusammen im Sitzen „Ballon-Schaukeln“ zu üben. Dabei wurde leise Volksmusik abgespielt. Die Bewohner lachten, als der Luftballon sich wie von Geisterhand bewegte. Nach dem Spiel berichteten sie, der Ballon habe sie an Leichtigkeit erinnert und sie fühlten sich beschwingt.

Bleib in der Luft… (Luftballon-Ketten-Spiel)

Beschreibung: Bei „Bleib in der Luft“ sitzen alle im Stuhlkreis und halten sich die Hände oder Klopfschläger bereit. Ein Luftballon wird in der Mitte hochgehalten. Ziel ist, den Ballon durch leichtes Antippen immer in der Luft zu halten, ohne dass er den Boden berührt. Das Spiel kann mit einem oder mehreren Ballons gespielt werden. Es trainiert Reaktionsgeschwindigkeit und achtsame Bewegungen.

Material: Mindestens ein aufgeblasener Luftballon (leichter, aber reißfester), Stühle im Kreis. Optional: mehrere Ballons für mehrere Teams.

Durchführung: Alle sitzen mit dem Rücken nach außen oder im Kreis. Der Spielleiterin wirft den Ballon in die Mitte. Jeder tippt reihum mit flacher Hand (oder mit einem kleinen Schläger) den Ballon an, sodass er in der Luft bleibt. Gespielt wird ohne festes Tempo, jeder reagiert spontan. Fallen mehrere Ballons ein, kann ausgesetzt werden, wer den Ballon nicht erwischt hat. Gewonnen hat, wer nach einer bestimmten Zeit den Ballon am öftesten berührt hat, oder es wird ohne Wettkampf gespielt. Diese Sitzübung ist besonders bei Demenzgruppen beliebt.

Praxisbeispiel: In einer Gruppe mit bewegungseingeschränkten Bewohner wurde „Bleib in der Luft“ als Warm-up eingesetzt. Eine examinierte Pflegekraft erklärte: „Je mehr Ballons, desto mehr Spaß!“. Am Schluss waren drei Ballons im Umlauf – die Lachen waren ansteckend. Die Übung half, die Schultern zu lockern und Hirn und Augen-Koordination zu aktivieren.

Luftballonstaffel (mit Löffeln)

Beschreibung: Die Luftballonstaffel im Sitzen ist ein Koordinations- und Bewegungsspiel. Jeder erhält einen Löffel, und ein Luftballon muss von Löffel zu Löffel weitergereicht werden. Wer den Ballon fallen lässt, gibt Aufmunterungsruf „Hoppla!“ – der Ballon wird sofort aufgehoben und zurück ins Spiel gebracht. Es fördert feine Motorik und soziale Interaktion.

Material: Gefüllte Luftballons (ein oder mehr), je Person einen Löffel (Mokkalöffel genügen), Stühle im Kreis.

Durchführung: Die Senioren sitzen im Kreis. Jeder hält einen Löffel quer vor sich. Ein Ballon wird vorsichtig mit dem ersten Löffel in den Löffel der nächsten Person gesteckt und so weitergegeben. Tipp: Die Gruppenleitung kann mit allerhöchstem „Schatzes“-Tonfall betonen, wie zart der Ballon zu behandeln ist, um die Feinfingerspitzen zu sensibilisieren. Fällt der Ballon, beginnt man weiter, bis alle einmal dran waren. Je nach Bedarf kann auch der „Staffelstab“ (Ballon) mehrere Runden drehen.

Praxisbeispiel: In der Nachmittagsrunde einer betreuten Wohngemeinschaft staunten die Betreuenden, wie konzentriert die Herren mit Schnelldrehern am Löffel hantierten. Um die Aufgabe spannender zu machen, sprach eine Pflegekraft von „Ballon-Lotsen“, und die Senioren klopften sich auf die Schultern, wenn es gelang, den Ballon einen kompletten Umlauf zu vollführen.

Fuß-Luftballonstaffel

Beschreibung: Ähnlich wie die Luftballonstaffel, wird hier der Luftballon im Sitzen mit den Füßen weitergereicht. Im Kreis sitzend, balancieren die Teilnehmenden den Ballon mithilfe ihrer Fußspitzen oder Schienbeine zum nächsten Nachbarn. Dieses Spiel trainiert Fußkoordination, Beinmuskulatur und sorgt für Heiterkeit.

Material: Aufgeblasener Luftballon, Stühle im Kreis, Socken (frei oder rutschfest, je nach Boden).

Durchführung: Alle sitzen im Kreis und strecken die Beine vor sich. Die Senioren berühren sich leicht mit den Fußsohlen oder Fersen, um dem Luftballon „Eintritt“ von Sitz zu Sitz zu ermöglichen. Auf ein Startsignal balanciert jeder den Ballon mit den Füßen behutsam zum Nächsten weiter. Fällt der Ballon, beginnt die Staffel von vorn. Tipp: Um die Füße zu ertasten, kann man jedem Teilnehmer zuerst empfehlen, nur rechte oder linke Fußspitze zu benutzen. Nach einigen Durchgängen wechselt man.

Praxisbeispiel: In einer Krebsnachsorge-Gruppe wurden solche sanften Übungen mit Zielgerade genutzt. Eine Teilnehmerin, die anfangs gezögert hatte, fand bald heraus, dass es viel schwieriger ist, sich zu unterhalten, während der Ballon nicht runterfällt. Der Fokus auf die Füße stieß bei allen auf Gelächter, als man versuchte, gleichzeitig Weihnachtslieder mitzusingen.

Luftballon-Volleyball

Beschreibung: Beim Luftballon-Volleyball sitzen oder stehen zwei Teams sich gegenüber. Ziel ist es, den Luftballon über eine imaginäre Netzlinie (oder einen echten Schnurstrahl) in die hintere Reihe des Gegners zu schlagen. Jede Berührung zählt, und Punkte gibt es, wenn der Ball hinter das gegnerische Team fällt. Dieses Spiel fördert Teamarbeit und sanfte Körperdrehungen.

Material: Luftballon, Markierung für Netz (z. B. Seil auf Stühlen, Tuchspanne) auf Tischhöhe.

Durchführung: Die Senioren teilen sich in zwei (gleich große) Mannschaften auf, die in zwei Reihen gegenüber sitzen oder stehen. Ein etwa hüfthohes Netz (z. B. ein Band) wird zwischen ihnen gespannt. Der Ballon wird von einem Teammitglied mit der Hand leicht über das Netz geworfen. Das andere Team muss ihn fangen oder zurückspielen, ohne dass er zuerst den Boden (oder Tisch) berührt. Fällt der Ball auf der Gegenseite, erhält das werfende Team einen Punkt. Man kann auf eine festgelegte Punktezahl spielen. Besonders förderlich ist dieser spielerische Wettkampf für Rückenkraft und Spaß in der Gruppe.

Praxisbeispiel: Bei einem Sommerfest der Wohnstätte wurden schnell einfache Regeln eingeführt („Luftballon darf zweimal aufspringen, bevor er geschlagen wird“). Die Heimbewohner klatschten begeistert Beifall, wenn ein Team beim dritten Schlag einen Punkt machte. Auch Gehbehinderten-Teammitglieder jubelten, als sie per Rufen die Spielrichtung ansagten – das förderte das Gemeinschaftsgefühl.

Bewegungswürfeln (Würfel-Gymnastik)

Beschreibung: Bewegungswürfeln kombiniert Würfelglück mit Aktivität: Auf ein großes Würfelspiel werden für jede Zahl bestimmte Bewegungen festgelegt (z. B. bei 1 Hände klatschen, bei 2 den Arm heben usw.). Reihum wird gewürfelt und alle führen gemeinsam die zur Zahl gehörende Übung aus. Dies ist eine spielerische Mobilisationsübung, die viel Abwechslung bringt.

Material: Großer Schaumstoffwürfel oder eigener Würfel (zum Beispiel bemalt), Liste mit Bewegungszuordnung, Stühle.

Durchführung: Vor dem Spiel einigen sich alle auf passende Bewegungen für die Zahlen 1–6 (z. B. Armkreisen, Trampeln, Fingerschnippen etc.). Im Kreis würfelt nacheinander jede Person den Würfel und zeigt die Zahl. Die ganze Gruppe führt dann sofort die festgelegte Bewegung aus. Häufige Bewegungen sind rhythmisches Klatschen, Schulterkreisen, Beinheben oder Armstrecken. Die Gruppenleitung kann Variationen einbauen (z.B. schneller werfen, zwei Würfel nehmen oder besondere Aufgaben für den „Pasch“).

Praxisbeispiel: In einer Kaffeerunde zeigte der Würfel bei „6“ immer das Heben beider Beine nach vorne. Eine Seniorin war amüsiert, wie hoch sie den beiden Händen kam, wenn „Zwei“ gerufen wurde (Armkreisen). Durch das spielerische Ausprobieren wurden die Schulter- und Hüftgelenke sanft mobilisiert.

Sitztennis (Ball über Schnur)

Beschreibung: Sitztennis ist ein Tennismatch im Sitzen: Zwei Personen setzen sich sich gegenüber. Zwischen ihnen wird eine Schnur oder ein Tuch als Netz gespannt. Die beiden spielen sich einen aufgeblasenen Luftballon (oder Federball) mit kleinen Tennisschlägern (z. B. Mini-Schläger) zu. Ziel ist es, den Ballon nicht auf den Boden fallen zu lassen. Dieses Spiel trainiert Arme, Augen und Konzentration.

Material: Zwei kleine Tennisschläger oder flache Paddel, eine Schnur oder Tuch als Netz, ein leichter Luftballon oder Federball.

Durchführung: Zwei Senior*innen sitzen auf Stühlen einander gegenüber, ein Seil oder Tuch auf Tischhöhe zwischen ihnen gespannt. Ein Luftballon wird ins Spiel gebracht. Mit den Schlägern stoßen sie den Ballon jeweils über das „Netz“. Das Spiel läuft solange, bis der Ballon landet – dann beginnt man wieder von vorne. Keine strenge Zählung; Hauptsache, die Ballons bleiben in Bewegung. Sicherheits-Tipp: Vorher Schläger und Hände wegräumen, damit niemand um die Stühle stolpert.

Praxisbeispiel: In einer Gruppenstunde brachte die Betreuungskraft zwei Hobby-Tennisrackets mit. Ein bewegungseingeschränkter Bewohner strahlte, als er den Ballon mit seinem Schläger angetippt hatte und er langsam über die Linie schwebte. Alle anderen verfolgten gespannt das „Damen-Doppel“ und jubelten, als der Ball kurz die Tischdecke berührte – eine Punktwertung machte das Spiel wettkampftauglicher.

Leinenball (Ball unter/über einer Leine)

Beschreibung: Leinenball ist ein humorvolles Sitzballspiel mit Hindernis: Zwei Stuhlreihen werden aufgebaut, sodass jeweils zwei Personen einander gegenüber sitzen. Zwischen den Stuhlreihen spannt man in Tischhöhe eine Leine oder Schnur. Nun werfen sich die gegenüber Sitzenden einen Ball zu – mal über die Leine, mal darunter durch. Das erfordert gezielte Wurfbewegungen und Lockern der Arm- und Rumpfmuskulatur.

Material: Weicher Ball (z.B. Tennisball), strapazierfähige Schnur oder Seil (als „Leine“), Stühle.

Durchführung: Jeweils zwei Stühle gegenüber aufstellen (Richtung paarweise). Dort setzen sich immer zwei Senior*innen. In der Mitte wird in ca. 60 cm Höhe eine Leine gespannt. Nun spielen die beiden gegenübersitzenden Personen den Ball zu: Zunächst hoch über die Leine, anschließend drunter durch. Als Variante legt man fest, dass der Ball die Leine berühren muss oder nicht berühren darf. Nach einigen Durchgängen rücken die Stuhlpaare zusammen, so wird der Wurf schneller und kräftiger – Steigerung nach individuellem Niveau.

Praxisbeispiel: In einem Aktivierungszirkel hatte man das Thema „Karneval“ gewählt. Die Leine war bunt geschmückt. Beim Übergaben-Spiel forderte eine Bewohnerin die Nachbarn laut lachend auf, imaginäre „Polonaise“ zu tanzen, sobald der Ball über ihrem Kopf ankam. So wurde die Übung in ein kleines Theaterstück eingebunden – das motivierte sogar anfangs skeptische Teilnehmer.

Weg mit dem Tuch (Stoff-Schicht-Abbau)

Beschreibung: Bei Weg mit dem Tuch sitzen sich zwei Personen in Wurfentfernung gegenüber. Zwischen ihnen legt man einen Stapel leichter Tücher (z. B. 10 bunte Chiffontücher) auf dem Boden oder Tisch aus. Sie werfen sich nun einen Ball (z. B. einen Softball) hin und her. Jedes Mal, wenn ein Ball gefangen wird, wird eines der Tücher weggenommen. Wenn alle Tücher weg sind, endet das Spiel. Siegerin ist, wer am schnellsten alle Tücher entfernt (oder es werden zwei Gewinner gefeiert). Dieses Spiel fördert Treffsicherheit und stetige Bewegung.

Material: Weiche Bälle (z. B. Stoffball, auch Luftballon möglich), mehrere leichte Tücher oder Seidentücher (z. B. 10 Stück), zwei Stühle oder Sessel.

Durchführung: Zwei Senioren sitzen sich gegenüber. Vor ihnen liegen die aufgestapelten Tücher. Ein Ball wird übergeben und gefangen. Jedes Mal, wenn der Ball kontrolliert gefangen wird, nimmt der Teams einen der Stoffe vom Stapel weg. Dann wird weitergespielt. Wenn keine Tücher mehr da sind, ist das Spiel vorbei. Falls ein Ball fallengelassen wird, wird das entsprechende Tuch behalten oder einer leichten „Aufgabe“ (z.B. eine Schulterdehnung) zugeordnet, um Verlust zu kompensieren. Der Fokus liegt auf Spaß und leichter Bewegung, nicht auf Sieg.

Praxisbeispiel: In einem Therapieraum stapelten Betreuer bunte Tücher mit Motiv (Blumen, Gemüse). Die Bewohnerin, die den letzten Ball fing, rief jedes Mal „Ausverkauft!“, als Symbol dafür, dass ein Tuch wegkam. Alle freuten sich, als das letzte Tuch den Boden erreichte – spielerisch wurde so Aufmerksamkeit und Auge-Hand-Koordination geschult.

Ich packe meinen Koffer (Merkspiel mit Bewegungen)

Beschreibung: Dieses Gedächtnis- und Bewegungsspiel basiert auf dem Klassiker „Ich packe meinen Koffer“. Ein Spieler beginnt mit „Ich packe meinen Koffer und nehme mit: …“ und nennt einen Gegenstand (z. B. „Hut“). Gleichzeitig führt sie eine dazu passende Geste aus (z. B. Hand an den Kopf). Die restlichen Teilnehmenden wiederholen den ganzen Merksatz inklusive aller vorher genannten Gegenstände und Gesten und fügen jeweils einen neuen Gegenstand mit passender Bewegung hinzu. So wird das Gedächtnis trainiert und jeder packt sich die Bewegungen mit „ein“.

Material: Keine speziellen. Optional: Alltagsgegenstände (Sonnenbrille, Tuch) zur Veranschaulichung.

Durchführung: Alle sitzen im Kreis. Beginnt der erste Mitspieler mit einem Gegenstand und einer einfachen Geste (z. B. Fingerkuppen an die Stirn für „Brille aufsetzen“). Dann folgt reihum jeder und führt die bereits aufgezählten Gegenstände und Gesten auf, fügt dabei den eigenen Gegenstand mit Bewegung an. Beispiel: Person 1: „…und nehme mit: Sonnenbrille“, dabei Geste „Brille aufsetzen“. Person 2 wiederholt: „Sonnenbrille… Nehme mit: Zeitung“, mit Geste „Zeitung aufklappen“. Bei jedem Durchgang wird es schwieriger. Wer einen Fehler macht, kann aussetzen oder eine kurze Gymnastikaufgabe erfüllen.

Praxisbeispiel: In einer Nachmittagsbetreuung wurde dieses Spiel thematisch mit „Reise in den Urlaub“ verbunden. Die Seniorin, die „FlipFlops“ nannte, zog gleichzeitig imaginär ihre Hausschuhe aus, und alle machten mit. Amüsant war, dass alle beim „Sonnenhut“ real den Kopf berührten – auch Betreuer*innen nahmen teil, was die Gemeinschaft stärkte.

Pantomime (Bewegungsrätsel)

Beschreibung: Beim Pantomime-Spiel sitzt jeder im Kreis. Eine Person denkt sich ein Begriff (z. B. „Katze“ oder „Tanzen“) aus und stellt ihn pantomimisch dar. Die anderen versuchen zu erraten, worum es sich handelt. Eine Variante ist, dass bei jedem gelösten Begriff alle Mitspielenden die gezeigte Bewegung mitmachen. Dieses Spiel trainiert das Vorstellungsvermögen, die Mimik und die Fähigkeit, Bewegungen nachzuahmen.

Material: Keine. Optional: vorgefertigte Bildkarten mit Begriffen (bei Bedarf).

Durchführung: Alle sitzen im Kreis, so dass jeder jeden gut sehen kann. Eine freiwillige Person verlässt kurz den Raum. In ihrer Abwesenheit denken sich die anderen einen Begriff aus oder ziehen eine Karte. Dann kehrt die erste Person zurück, stellt pantomimisch den Begriff dar (z. B. tut so, als säße sie auf einer Katze oder tanze). Die Gruppe darf raten. Sobald es gelöst ist, setzt man eine neue Runde an oder wechselt die ratende Person. Für Bewegungseinheiten kann man festlegen, dass jeder Sieg mit einer kleinen Übung belohnt wird (alle machen eine Drehung).

Praxisbeispiel: In der Spielfolge erklärten die Betreuer, dass Pantomime auch zur Bewegungsförderung dienen kann. Eine Seniorin, die selbst eine Sportlehrerin gewesen war, stellte schwungvoll das Wort „Hühnertanz“ dar und lockte alle zum Mitmachen. Anschließend sangen sie gemeinsam ein kurzes Bewegungslied als Belohnung – so wurde aus Spaß eine sanfte Sitzgymnastik.

Länderspiel (Ballspiel mit Wortschatz)

Beschreibung: Das Länderspiel kombiniert Ballpassen im Sitzkreis mit einem Wissensspiel. Die Teilnehmenden sitzen im Kreis und erhalten einen leichten Ball. Die Person mit dem Ball nennt ein Land, das mit dem Buchstaben A beginnt (z. B. Angola). Dann wirft sie den Ball zu jemand anderem, der mit B weitermachen muss (z. B. Belgien). Dieses „Stadt-Land-Fluss“-Prinzip fördert Sprachgedächtnis und Armkoordination zugleichplaudertisch.com.

Material: Leichter Ball (z. B. Stoffball). Optional: Liste mit Themen (Länder, Tiere, Blumen).

Durchführung: Alle sitzen im Stuhlkreis. Ein Spielleiter gibt einen Startbuchstaben, oder die Startperson sagt einfach „A“. Die Person mit dem Ball denkt sich ein Land (oder anderes Thema) mit diesem Anfangsbuchstaben aus und spricht es laut. Dann wirft sie den Ball sanft zu einer Person weiter, die mit dem nächsten Buchstaben (B) ein neues Land nennt. Beispiel: Seniorin sagt „Argentinien“ und wirft den Ball. Nächste Person fängt, sagt „Bolivien“, wirft weiter usw. Fällt der Ball zu oft runter oder wird ein Begriff vergessen, spricht man über alternative Antworten. Dies animiert auch leichtere Demenzgruppen zum Mitraten und zum kräftigen Stuhlaufrichten beim Werfen.

Praxisbeispiel: In einer Englisch-Stunde spielten die Senioren das Länderspiel auf Englisch (Country names), um die Sprache zu fördern. Als eine Bewohnerin nach „S“ nicht weiterkam, halfen alle aus – es entstand eine Memory-Kette. Das gemeinsame Lachen darüber lockerte die Atmosphäre und trainierte gleichzeitig die Armmuskeln beim Passen (Werkäuferstärken).

Bewegungs-Mau-Mau (Kartenspiel mit Bewegung)

Beschreibung: Bewegungs-Mau-Mau nutzt das bekannte Kartenspiel Mau-Mau als Rahmen für Bewegung. Jeder Spieler erhält Karten und legt nacheinander passende Karten auf einen Ablagestapel. Zusätzliche Regel: Bei bestimmten Karten oder Ereignissen führen alle Mitspieler eine festgelegte Bewegung aus. Dadurch wird das klassische Kartenspiel um ein motorisches Element erweitert und trainiert Reaktion und Feinmotorik.

Material: Standard-Skatkarten. Optional: Liste mit Bewegungsaufgaben (z. B. bei Ass alle klatschen, bei Bube Schultern kreisen, bei Zahl X Beine heben etc.).

Durchführung: Spielt im Kreis oder am Tisch nach Mau-Mau-Regeln. Vor Spielbeginn wird für Sonderkarten eine Bewegung bestimmt: Beispielsweise: Wenn ein Herz gelegt wird, müssen alle Spieler winken; bei Kreuz auf den Tisch tippen; bei Joker evtl. eine lustige Pose. Den meisten Bewegungs-Anteil gibt es, wenn man im Uhrzeigersinn Karten zieht und ablegt. Bei jeder Aktion – Karte legen oder ziehen – kontrolliert die Gruppenleitung, ob eine „Bewegungskarte“ gezeigt wurde, und alle führen dann gemeinsam die dazugehörige Übung aus (mit Händen, Armen, Beine oder Atem).

Praxisbeispiel: In der Demenzbetreuung verwendeten Pflegekräfte ein großes Mau-Mau-Set. Sie bestimmten, dass die Teilnehmer bei jeder geraden Karte einmal laut „Hurra!“ rufen sollten und dabei den Arm in die Luft reckten. Dadurch wurde jede Runde zu einem kleinen Bewegungsausbruch – sogar Betroffene, die ansonsten still blieben, hoben einmal die Arme und lachten über ihr eigenes „Können“.

Kopf-Ja/Nein (Nicken und Kopfschütteln)

Beschreibung: Dieses Spiel nimmt die Übung für Kopfmuskeln zum Thema: Die Leitung stellt den Teilnehmenden lustige Ja/Nein-Fragen (z. B. „Habt ihr heute schon frische Luft geschnuppert?“). Die Senioren antworten nur durch Kopfnicken („Ja“) oder Kopfschütteln („Nein“). Diese gezielte Kopfmobilisierung (Ja-Nein-Bewegung) imitiert kindliche Spiele und trainiert Nacken sowie Konzentration.

Material: Keine, höchstens vorbereitete Fragen (Zettel).

Durchführung: Alle sitzen entspannt. Die Betreuungskraft liest Fragen vor (die können witzig sein, z.B. „Habt ihr heute schon Kaugummi gekaut?“). Jede Person antwortet nur mit Kopfbewegungen. Anschließend kann man Variationen einbauen („Bei Ja- antwort dann auch einmal kräftig mit dem Arm winken“). Die Aufgabe ist leicht durchzuführen und eignet sich besonders für Personen mit eingeschränkter Mobilität, die sonst nicht mehr oft ihren Kopf bewegen. Dabei werden Kinn und Nacken behutsam aktiviert.

Praxisbeispiel: In einem Bewegungszirkel hielt die Betreuerin bunte Bilderkarten hoch und fragte nach „Kategorien“: z.B. „Ist das Obst?“ – die Bewohner nicken zustimmend und sagen anschließend den Namen. Das Kombinieren von visuellem Reiz (Karte) und Ja-Nein-Bewegung steigerte Aufmerksamkeit und machte die Aktivität abwechslungsreich.

Apfel-Pflücken (Arme hochreißen)

Beschreibung: Mit einer fantasievollen Anweisung ahmen die Senior*innen das „Obstpflücken“ nach: Die Leitung sagt „Jetzt pflücken wir Äpfel!“ und alle führen simultan die zugewiesene Bewegung aus – dabei werden die Arme weit nach oben gehoben und die Hände geschlossen, als würden sie Früchte vom Baum pflücke. Diese Übung kräftigt die Schultern und Oberarme auf spielerische Weise.

Material: Keine, evtl. Bilder von Bäumen/Äpfeln zur Veranschaulichung.

Durchführung: Alle sitzen aufrecht. Die Gruppenleitung erklärt die Bewegung (Arme hochstrecken, so als würde man Äpfel pflücken). Dann wird ein gemütlicher Rhythmus angesagt („Apfel, Apfel…“) und die Teilnehmer heben abwechselnd ein oder beide Arme hoch, greifen scheinbar nach Äpfeln und senken sie wieder. Alternativ kann man echte kleine Bälle als „Äpfel“ bereitstellen, sodass jeder beim „Pflücken“ einen Ball in die Hand nimmt. Am Schluss vergisst niemand die Lachpause: „Im Oktober gibt’s auch Birnen!“ – dann winken alle.

Praxisbeispiel: Beim Erntedankfest packte eine Betreuerin bunte Papieräpfel an einen Raumdekor-Baum. Während die Musik spielte („Old MacDonald had a farm“), „pflückten“ die Senioren imaginäre Äpfel dazu. Später zeigte jede einen echten Apfel in der Hand – Kinderaugenblick pur. Die Seniorengruppe berichtete, es fühle sich gut an, auch einmal zielgerichtet „nach oben zu greifen“.

Sonnen-Gruß (Arme ausbreiten)

Beschreibung: Inspiriert von der Yogabewegung „Sonnengruß“ lassen sich durch Streck- und Umarmungsbewegungen weite Armkreise ausführen: Die Teilnehmenden sitzen aufrecht und halten die Arme seitlich ausgestreckt. Dann malen sie große, wie ein Sonnensymbol gedachte Kreise oder fassen sich vor der Brust, um sich selbst zu umarmen. Diese fließenden Bewegungen dehnen Brust und Schultern.

Material: Keine. Ruhige Musik kann die Übung begleiten.

Durchführung: Alle sitzen entspannt. Zum Thema „Sonne“ dehnt derdie Leiterin die Arme zur Seite und öffnet sie weit, als wolle er eine Sonne umarmen. Die Teilnehmenden machen mit: Einmal langsam die Arme weit nach oben führen, anspannen, wieder senken (wie ein freudiger „Hallo, Sonnenschein!“). Dann strecken sie die Arme nach vorn und umfassen sich selbst. Die Übung kann mit kleinen Atempausen kombiniert werden (ein und ausatmen).

Praxisbeispiel: Während der Morgenrunde in einer demenzorientierten Betreuung wurde jedem Teilnehmer ein kleines Sonnenbild gezeigt. Auf das Signal des Leiters („Reich der Sonne etwas zu!“) streckten alle langsam die Hände in die Höhe. Ein Bewohner rief „Scheint durch!“, und die Gruppe lachte. Dieser gemeinsame „Sonnengruß“ hat die Stimmung erhellt und den gesamten Oberkörper etwas mobilisiert.

Winken (Handgelenk-Bewegung)

Beschreibung: Im Wink-Spiel üben die Teilnehmenden nur die Handgelenke: Die Leitung ruft ein Vorbildwort, z. B. „Wir winken uns: Hallo!“. Alle Senioren heben den Arm oder winken zum Nachbar. Alternativ kann ein farbiges Tuch gereicht und imitiert werden, um das Handgelenk lockerer zu bewegen. Dies ist eine sehr leichte Aktivierung, ideal für passive Gruppen.

Material: Optional: Ein buntes Tuch oder Luftschlangen zum Winken.

Durchführung: Alle sitzen beieinander. Dien Teilnehmerin oben sagt z. B. „Winken zum Abschied!“. Jeder hebt einen Arm und führt eine winkende Handbewegung durch (Hand nach links und rechts schwenken). Man kann spielerisch „Gute-Besserung-Winken“ einbauen (Arm langsam hoch und senken). Wichtig ist, jeder nimmt teil; selbst kleine Bewegungen sind erlaubt. Diese Übung dient vor allem dem Auflockern von Handgelenken und dem Einklang in der Gruppe.

Praxisbeispiel: In einer kleinen WG verteilten die Betreuerinnen bunte Schal-Bänder. Sie sagten: „Wer ist unsere Lieblingsnachbarin?“ – und alle winkten zur einen Person. Daraufhin wechselte es: „Jetzt zu deinem Lieblingsessen winken!“ – alle taten so, als hielten sie eine Tafel Schokolade. Die Heiterkeit über die Absurdität lockerte alle Gelenke.

Fußgymnastik (Zehen wackeln)

Beschreibung: Die Teilnehmenden führen Sitzübungen für die Füße aus: Z.B. ziehen sie die Zehen an und strecken sie wieder. Dabei können auch Bälle oder Massagerollen (Igelball) unter die Füße gelegt werden, um sie abzurollen. Diese Bewegungen verbessern die Fußmobilität und Durchblutung, besonders wichtig bei Bettlägerigkeit.

Material: Kissen oder Fußbänkchen, kleine Massagerollen oder Igelbälle (optional).

Durchführung: Im Sitzen legen alle die Füße flach auf den Boden. Auf Anweisung ziehen sie langsam die Zehen zu sich hin, halten kurz, strecken sie dann in die Ausgangsposition. Danach „wackeln“ sie die Zehen wie mit einer Glocke (schnelle Auf- und Abbewegung). Zusätzlich kann man die Fußsohlen abrollen lassen: z. B. über eine gefaltete Decke oder einen leichten Ball. Diese Bewegungen sind sehr schonend und ideal für bettlägerige Personen.

Praxisbeispiel: In einem Pflegeheim führten Angehörige diese Übung eigenständig während der Besuchszeit durch: Sie baten ihre Lieben, mit den Zehen einen kleinen Ball hin und her zu schieben. Viele fanden das angenehm als Ballstreich oder zur Fußmassage – und nebenbei wurden so leichte Muskelübungen in den Füßen durchgeführt.

Zeitungstanz (Bewegung mit Papier)

Beschreibung: Bei diesem kreativen Spiel wird eine alte Zeitung als Balance- und Bewegungsgerät genutzt. Zwei Personen sitzen Rücken an Rücken mit einem großen Papierbogen dazwischen. Die Gruppe singt oder klatscht einen Rhythmus, während die sitzenden Duos versuchen, synchron mit dem Hin- und Herschaukeln des Zeitungsblatts mitzuwiegen oder es in die Luft zu werfen und wieder aufzufangen. Dies übt vor allem Rumpfkoordination und Teamarbeit.

Material: Zeitungsbögen oder Posterpapier, Musikanlage (optional).

Durchführung: Paare setzen sich nahe zueinander auf Stühle. Zwischen deren Rücken wird eine Zeitung gespannt (oder sie halten sie hinter sich hoch). Bei Musik wiegen beide synchron mit oder versuchen, die Zeitung nach oben zu werfen und wieder aufzufangen, ohne dass sie runterrutscht. Hier ist Taktgefühl gefragt. Als Variante kann man die Zeitung auch am Boden fixieren, auf der gedehnt abgeklatscht wird („Zeitung quetschen“ beim Herantasten).

Praxisbeispiel: In einer Senioren-Gedächtnisgruppe wurde der Zeitungstanz als Warm-Up eingesetzt. Ein Bewohner mit Rollenstuhl lachte, als er unabsichtlich die Zeitung fallen ließ – alle halfen ihm die Zeitung wieder glattzuziehen. Gemeinsam pusteten und klatschten sie dann auf die Zeitung, so als wollten sie sie trocken halten – so kam reichlich Bewegung in Schultern und Rumpf.

Becherstapeln (Geschicklichkeitsspiel)

Beschreibung: Teilnehmende stapeln in Tempo Plastikteller oder Becher aufeinander und wieder ab. Dies kann als Staffellauf oder Einzelspiel erfolgen. Die Übung trainiert die Feinmotorik, Auge-Hand-Koordination und Konzentration.

Material: Mehrere Plastikbecher oder Pappteller pro Teilnehmer (gleiches Set, idealerweise 5–10 Stück). Timer oder Stoppuhr.

Durchführung: Jeder Sitzplatz erhält einen Satz Becher. Auf Startsignal stapeln alle möglichst rasch ihre Becher zu einem Turm und bauen ihn wieder ab (auf Tisch oder Schoß). Wer fertig ist, stoppt oder zeigt „Fertig“. Man kann Runden spielen: nach 2–3 Minuten dürfen nur noch ein Becher pro Hand gehalten werden, um die Schwierigkeit zu steigern. Alternativ als Teamaufgabe: Zwei Personen stapeln im Wechsel (eine baut, eine hilft) und wechseln nach jedem Becher.

Praxisbeispiel: In einer demenzbetonten Beschäftigungsgruppe klappte man neben dem Stapeln auch Wörterkärtchen ein („Aufgabe: Jeder Becher steht für einen Buchstaben, am Ende sagt jeder das Wort“). So entstand beim Bauen neben Feinmotoriktraining auch ein kleines Diktat-Spiel („E-B-E-R“). Die Bewohner waren stolz, als ihre selbst gewählten Wörter vorm Mittagessen genannt wurden.

Tiergesten (Tierpantomime)

Beschreibung: Ähnlich der Pantomime, aber hier werden Tierbewegungen vorgegeben. Eine Leitung sagt ein Tier (z. B. „Elefant“, „Vogel“), und alle stellen dazu die passende Bewegung dar: etwa mit ausgestrecktem „Rüssel“ wackeln oder mit Armen Flügel „schlagen“. Dies regt Fantasie, Arme- und Rumpfbewegung an.

Material: Keine. Bilder von Tieren können helfen.

Durchführung: Alle sitzen im Kreis. Eine Person nennt ein Tier, z.B. „Katze!“. Sofort mauzen (mit den Händen an die Wangen schnipsen) und die Gruppe imitiert. Danach kommt z. B. „Hase!“, alle machen Hüpferbewegungen im Sitzen und legen die Hände an die Ohren. Die Leitung variiert die Tiere von leicht (Fisch: Armseiten kreisen) bis schwierig (Pinguin: stille Drehbewegung).

Praxisbeispiel: In der Frühlingswerkstatt riefen Betreuer immer wieder „Jetzt alle mal wie [Tier] bewegen!“, etwa „Die Orchidee ist wach!“ (Arm über Kopf, als ob sie aufgeht). Die Senior*innen kicherten, als sie als Schmetterlinge „umherflatterten“. Das brachte eine Menge Armbewegung und endete oft in einer Erinnerungsrunde, wer zuletzt ein Haustier hatte.

Bewegungskette (Nachahmungskette)

Beschreibung: Die Gruppe bildet eine Bewegungskette nach: Eine Leitung macht vor jedem Sitzenden eine einfache Bewegung (z.B. „Rad fahren mit Armen“), und alle Teilnehmenden wiederholen sie reihum. Anschließend kommt die nächste Person mit eigener Bewegung dran, und alle ahmen erneut nach. Dieses Kettenspiel aktiviert viele Muskelgruppen im Wechsel.

Material: Keine.

Durchführung: Alle sitzen im Kreis. Der Moderator steht vor der Gruppe und zeigt die erste Bewegung (z.B. Arme kreisen wie Fahrradfahren). Die Gruppe führt sie synchron durch. Danach fragt der Moderator die erste Person: „Welche Bewegung möchtest du zeigen?“ Die Person zeigt selbst etwas Leichtes (z.B. Knie heben), woraufhin alle es nachmachen. Im Uhrzeigersinn macht dann jeder Teilnehmende eine Übung vor, bis jeder einmal drankam. Diese Kette dauert 5–10 Minuten und fördert Koordination.

Praxisbeispiel: In einer Sitzgymnastik für sehr bettlägerige Personen führten Pflegende die Bewegungen jeweils an einer Handpuppe vor, die jeder freudig imitierte (ein kleiner Hund „mähte“ arme Auf- und Abbewegungen). So wurde jeder Teilnehmer eingebunden, auch wenn er sich selbst nicht viel aus den Händen bewegen konnte.

Spiegelbild (Mimisches Nachahmen)

Beschreibung: Bei dieser Übung stellen sich Teilnehmende paarweise gegenüber. Eine Person macht langsam einfache Bewegungen (eine Hand heben, Kopf neigen, lachen), die andere spiegelt sie wie in einem Spiegel. Nach einigen Wiederholungen wird gewechselt. Dieses „Gegenüber-Spiel“ fördert Körperwahrnehmung, Auge-Hand-Koordination und Wechselbezug zwischen zwei Personen.

Material: Keine.

Durchführung: Senioren bilden Paare (kann auch zu dritt in der Mitte der Gruppe gemacht werden). Im Sitzen oder Stehen stellt sich Partner A vor die Augen von Partner B. A macht sanfte Bewegungen (z.B. winkt, dreht Kopf), B ahmt genau nach. Nach 1–2 Minuten wechseln die Rollen. Wichtig ist, langsam zu machen, damit alle mitkommen. Besonders geeignet für demenzerkrankte Personen, da hier keine festen Regeln gelten – jeder spiegelt, was er kann.

Praxisbeispiel: Eine Ergotherapeutin ließ in einer WG ein Licht an und ausknipsen. Sie erklärte: „Ich mache vor und du wirst zur Lampe!“ Die Betreuten imitieren das unkompliziert. So wurden sie „Spiegel“ für Bewegungen der Helfenden – eine spielerische Aktivierung auch für die Mimik.

Stuhltanz (Bewegung mit Kissen)

Beschreibung: Beim Stuhltanz bewegen sich die Teilnehmenden sitzend zu Musik. Jeder hat ein kleines Kissen oder ein Taschentuch. Zur Musik drehen, schunkeln oder wedeln sie mit dem Kissen in der Hand. Stoppt die Musik, machen alle eine festgelegte Stoppbewegung (z.B. kurzes Klatschen). Dieses Spiel kombiniert Sitztanz mit Konzentration.

Material: Leichte Musik, kleine Kissen oder Stoff-Tücher.

Durchführung: Im Kreis sitzend spielt die Leitung Musik. Alle beginnen, zum Takt mit dem Kissen im Rhythmus mitzuwedeln (z.B. hin und her bewegen). Nach einigen Takten stoppt die Musik abrupt. Auf „Stopp“ müssen alle sofort ihr Kissen auf den Schoß legen und ruhig sitzen bleiben. Nach kurzer Pause geht die Musik weiter. Variation: Bei jeder Unterbrechung geben alle drei Komplimente an ihren Nachbarn, um soziale Interaktion zu fördern.

Praxisbeispiel: In einem Seniorenheim-Spielnachmittag spielten die Teilnehmenden zu Schlagermusik. Eine 92-Jährige, die zuvor nur langsam gewippt hatte, rief fröhlich „Noch mal!“ und begann, mit dem Kissen zu wedeln. Dank des Stuhltanzes konnten alle aktiv mitmachen, ohne sich die Hüften zu belasten.

Federball (Ballon-Klatschspiel)

Beschreibung: Dieses Spiel ähnelt dem Sitztennis: Jeder erhält eine Fliegenklatsche (oder einen kleinen Schläger) und ein paar Luftballons. Die Teilnehmenden sitzen im Stuhlkreis und spielen sich einen aufgeblasenen Ballon zu, indem sie ihn mit den Klatschern in der Luft halten. Es entsteht ein „Ballon-Federball“ für alle. Alle klatschen und lachen mit – selbst wer kraftlos ist, kann mitmischen, da nur sanfte Bewegungen nötig sind.

Material: Für jeden eine Fliegenklatsche oder ähnliches (auch Pappteller auf Stöcken möglich), mehrere bunte Luftballons.

Durchführung: Die Senioren sitzen verteilt im Raum oder Kreis. Auf Signal wirft jemand einen Ballon in die Mitte. Mit den Klatschern stoßen alle den Ballon sanft hoch, sodass er nicht zu Boden fällt. Es wird reihum gelobt, wer ihn „gerettet“ hat. Wenn mehrere Ballons gespielt werden, darf auch gern gerufen werden. Es ist ausdrücklich kein Wettbewerb: Ziel ist es, möglichst lange zu spielen.

Praxisbeispiel: Ein Betreuer berichtete aus ihrer Erfahrung: Die Idee mit den Fliegenklatschen kam von einem Wohnbereichsleiter. Als sie das Spiel dort probierte, herrschte große Begeisterung – auch bei Rollstuhlfahrerinnen. Das gemeinsame Klatschen des Ballons in der Luft brachte viel Spaß und lockerte die Schultergelenke.

Zeitungsschlagen (Rhythmusübung)

Beschreibung: Zwei Personen sitzen Rücken an Rücken mit einer Zeitung oder leichtem Stoff dazwischen. Die Gruppe hält Musik an oder beginnt zu klatschen. Die beiden sitzen nun leicht nach vorne gelehnt und klopfen (oder schlagen) gleichzeitig mit den Händen auf das Papier (als Übung für Arme und Schultern). Diese spielerische Übung bringt Bewegung in Oberkörper und Arme.

Material: Große Zeitungen oder dünne Bastelstoffe. Musikanlage (optional).

Durchführung: Pärchen sitzen bequem in Stühlen, Rücken an Rücken. Zwischen ihnen liegt die Zeitung. Auf Musik- oder Klatschsignal tippen sie beide gleichzeitig einen Satz lang auf die Zeitung. Dann wird ein neuer Rhythmus gewählt (schneller oder langsamer). Wichtig ist, dass beide synchron bleiben (wie bei einem Tanz, aber ohne sich anzuschauen). Erlaubt sind auch komische Geräusche („Hätsch! Hätsch!“) für mehr Spaß.

Praxisbeispiel: In einem Sitztanzkurs mit Bewegungsgeschichten klatschte eine Bewohnerin zur Musik gegen eine übereinandergelegte Zeitung. Andere lachten, da der Klang einer alten Zeitung sehr kratzig ist. Die Mitarbeitenden lobten das Engagement: Schon ein paar Schläge reichten aus, um Schultern und Bauch zu aktivieren.

Schuh- oder Kissen-Stafette (Gegenstände tragen)

Beschreibung: Die Teilnehmenden bilden Ketten. Jeder hält ein kleines Kissen (oder Hausschuh) auf einem flachen Teller oder Tablett. Ziel ist, das Kissen ohne Hände weiterzureichen – z. B. durch Tischen-Tausch in die Mitte. So wird die Rumpf- und Armkontrolle geschult.

Material: Kleine Sitzkissen oder leichte Hausschuhe, Plastiktablett oder stabiler Teller pro Person.

Durchführung: Jeder sitzt mit einem Tablett auf dem Schoß, auf dem ein Kissen liegt. Auf Signal muss der Kissen z.B. mit dem Ellbogen oder kniend übergeben werden, sodass es auf das nächste Tablett kommt. Schließlich landet das letzte Kissen wieder beim Startpunkt. Dabei achtet man auf sicheren Halt (Tischmitte als Anlegeplatz). Wer es schafft, einen Gegenstand ohne Abstützen zu balancieren, trainiert Haltung und Augen-Hand-Koordination.

Praxisbeispiel: Bei einem Sommerthema der Betreuung musste jedes „Tablett-Kissen“ als „Picknick mitbringen“ ins Zentrum gelegt werden. Die Bewohner lächelten, weil sie dabei waren, imaginäre Gummibärchen zum Spielen zu bringen. Die Übung motivierte, weil am Ende jedes Tischdeckchen eine Überraschung enthielt.

Sitzbalancieren (Kopfball-Übung)

Beschreibung: Mit einem weichen kleinen Ball oder Luftballon versuchen alle in der Sitzreihe, den Gegenstand kurz auf dem Kopf zu balancieren. Nach einiger Zeit wird an der Stelle ein Ballonlauf gestartet. Dies lockert Nacken und Rücken und steigert die Sensibilität.

Material: Weiche Bälle oder leichte Luftballons.

Durchführung: Jede Person erhält einen Ball. Auf Signal legen alle den Ball auf den Kopf (oder auf einen kleinen Stab, z.B. Schirmstock). Alle versuchen, durch langsames Kopfwippen und Armbewegungen den Ball ruhig zu halten. Später können alle die Bälle nach vorne weitergeben und auffangen lassen, um Nacken strecken/entlasten zu kombinieren.

Praxisbeispiel: In der Mittagspause rief ein Betreuer aus einer Wellness-Gruppe scherzend „Ballon-Kopf“. Die Teilnehmer balancierten lachend die Luftballons. Ein Rollstuhlfahrer merkte an: „Ich war früher Ballkünstler – cool, dass ich es noch kann!“. Der gemeinsame Spaß lockerte die oberste Wirbelsäule.

Sitzender Stuhlkreis-Tanz (Musikstopp)

Beschreibung: Eine klassische Variante: Die Musik spielt, alle machen leichte Bewegungen im Sitzen (Winkeln, Schnippen, Beine aufsetzen). Stoppt die Musik, müssen alle still sitzen bleiben oder eine Position „einfrieren“. Wer wackelt, muss eine Kurzaufgabe machen (z.B. ein Lied vorsingen oder sich strecken). Dies verbindet Rhythmus, Koordination und Aufmerksamkeit.

Material: Musik, evtl. Kissen oder leichte Requisiten (Feder, auf die man tupft).

Durchführung: Alle sitzen kreisförmig. Beim Abspielen bewegen sich alle frei zum Takt (Summen oder Vorsingen erlaubt). Bei Stoppsignal stoppen sie abrupt. Eine kurze Dehnungsaufgabe oder Balanceforderung („Streckt beide Arme“) erfolgt. Dann geht’s weiter. Diese Übung ist besonders geeignet, um Motorik mit Denken zu verbinden.

Praxisbeispiel: Während eines Nachmittagstees tanzten einige Bewohner zu Oldies im Sitzen mit kleinen Matten-Fächerchen. Die Schülerin, die haltende Pause auf ‚Still‘ ausrief, griff sich kurz ein Glas Wasser und machte mit. Das Spiel half allen, zwischen den Sitztänzen wach zu bleiben.

Bein- und Fußball (Unter-Tisch-Spiel)

Beschreibung: Ein weicher Ball wird unter den Stuhl oder zwischen die Beine gelegt und mit dem Fuß hin- und hergerollt. Das kann als Passspiel gestaltet werden: Zwei Teilnehmende sitzen Rücken an Rücken und müssen versuchen, mit den Füßen gemeinsam den Ball in der Luft zu halten. So werden Fußmuskeln und Rhythmus geübt.

Material: Weicher Schaumstoffball oder Luftballon. Stühle, die sich berühren oder Rückseite an Rücken.

Durchführung: Zwei sitzende Personen legen die Stuhlrücken zusammen. Der Ball wird zwischen die Rückseiten geklemmt. Auf Signal drücken beide mit den Füßen gegen den Ball und heben ihn kurz leicht hoch (vorsichtig!). Wer kann den Ball am längsten „zwischen den Beinen“ behalten und hin- und herbalancieren? Danach wechselt die Sitznachbarschaft.

Praxisbeispiel: In einer Runde mit bettlägerigen Personen wurde der Pflegeroller neben den Stuhl geschoben. Zwei Männer drehten sich gegenseitig im Uhrzeigersinn die Rollenfüße, um den Ball im leichten Takt zu kicken. Alle jubelten, als der Ball plötzlich zwischen ihnen stecken blieb – sogar die Bettenbenachbarin klatschte vor Freude.

Tischtennis-Schlacht (Kreisspiel)

Beschreibung: Die Seniorinnen sitzen in einem Halbkreis um einen niedrigen Tisch. Ein kleiner Ball wird mit Schwung gerollt oder geworfen, und jeder muss ihn mit der Hand weiterschießen. Dabei fungieren sie im Geiste als Tischtennisspieler. Dies trainiert Wurftechnik und Reaktionsschnelligkeit.

Material: Tisch (z. B. Kaffee- oder Klapptisch), Tischtennisbälle oder kleine weiche Bälle.

Durchführung: Alle sitzen um den Tisch. Ein Teilnehmer wirft oder rollt den Ball an den Rand. Die Person links fängt und gibt ihn weiter (z.B. mit der Handkante). So wird der Ball schnell im Uhrzeigersinn weitergereicht. Fällt der Ball runter, geht’s neu los. Mit Variationen kann man sagen „Jetzt nur mit der linken Hand!“ oder „Leise wie ein Maulwurf rüberschubsen“.

Praxisbeispiel: In einem Gedächtnistraining nutzte ein Pfleger Tischnamen als Ablenkung: „Montag legt an Mittwoch“, die Bewohner klatschten und schossen schnell weiter. Dadurch übten sie Armkraft und Feinmotorik. Auch ein Teilnehmer im Rollstuhl bewegte mit, indem er „die Wand“ anhauchte.

Schatten-Geschichte (Bewegungsgeschichten)

Beschreibung: Eine kurze Geschichte wird vorgelesen, in der bestimmte Bewegungen vorkommen (z. B. „der Wind, der Baum, das Tier“). Immer wenn ein Signalwort fällt, führen alle eine passende Bewegung aus. Beispiel: Bei „Wind“ atmen alle tief ein und strecken die Hände, bei „Baum“ strecken sie sich nach oben. So entsteht ein abwechslungsreiches Bewegungsballett im Sitzen.

Material: Erzählung oder Bildkarten für Themen (Jahreszeiten, Tiere).

Durchführung: Ein Betreuer liest eine fantasievolle kurze Geschichte vor (z. B. ein Spaziergang im Wald). Vorher wurden für Schlüsselwörter Gesten eingeübt. Während des Vortrags achten alle auf diese Wörter und machen beim Zuhören mit: etwa Arme ausbreiten bei „Sonne“, mit den Händen winken bei „Vogel“. Dieses aktive Zuhören ist wie eine Sitzgymnastik und regt Geist und Körper gleichzeitig an.

Praxisbeispiel: In einem Demenzkreis mit Tiergeschichten bewegte sich eine Seniorengruppe imitativ, als bei „Butterfliege“ jeder langsam die Arme seitlich emporhob, als ob ein Schmetterling flog. Das Erzählen verband sich so mit sanften Streckübungen – eine beliebte Methode, um Stimmung und Kreislauf zu heben.

Lappen ziehen (Wunderkerze-Spiel)

Beschreibung: Zwei Personen sitzen sich mit knapp gestreckten Armen gegenüber und halten an den Enden ein Tuch (z. B. ein buntes Halstuch). Ein Luftballon wird auf das Tuch gelegt. Auf Signal ziehen beide den Ballon so hoch es geht und wieder herunter, als ob sie eine „Wunderkerze“ anheizen. Diese Übung mobilisiert Schultern, Arme und Bauchmuskulatur.

Material: Zwei gleich große Stofflappen, ein Luftballon.

Durchführung: Im Sitzen halten die beiden Personen ihr Tuch gespannt zwischen sich. Der Ballon liegt mittig auf dem Tuch. Sie ziehen das Tuch abwechselnd ruckartig zu sich hoch und lassen es wieder herab, sodass der Ballon hochfliegt und fällt. Die Führung kann auch mit Worten begleitet werden („Höher!“ – „Runter!“). Variation: Eine Dritte steht als Zuschauer dabei und gibt Kommandos.

Praxisbeispiel: In einer Gymnastikgruppe zum Thema „Silvester“ schob man einen Luftballon als „Wunderkerze“ über das Tuch. Jeder Teilnehmer war stolz, als er wie ein Feuerwerk „gezündet“ hatte. Diese Übung war so beliebt, dass einige Senioren beim nächsten Treffen nach einem ähnlichen Spiel fragten.

Fächer-Swing (Schwingen mit Tüchern)

Beschreibung: Jeder erhält ein kleines Tuch oder Papierfächer. Bei rhythmischer Musik schwingt die Gruppe im Sitzen die Tücher auf und ab oder kreist damit. Dabei werden Schultern und Oberkörper gelockert. Solch ein „Fächer-Tanz“ ist besonders für wärmere Tage geeignet.

Material: Leichte Stofftaschentücher oder Papierfächer (je Person eins). Musik.

Durchführung: Alle Senioren sitzen oder stehen leicht gebeugt. Ein Lied beginnt (z. B. langsamer Walzer). Jeder hält sein Tuch vor sich. Auf die Musik bewegen alle die Arme in großen Kreisen oder wedeln es sanft hin und her. Zwischen den Liedpausen kann man kleine Variationen einführen („Lasst die Fächer fliegen“: Hände hoch, als ob sie die Fächer in die Luft werfen und wieder fangen).

Praxisbeispiel: Beim Maifest im Pflegeheim verteilten Ehrenamtliche Frühlingsfächer an alle. Mit Schlagerklängen fächerten und kreisten die Senioren, als ob sie sich abkühlten. Eine ehemalige Tänzerin beschrieb begeistert, wie sie sich wieder im Ballsaal fühlte. Das rhythmische Wedeln entspannte viele in der Hitze.

Sitz-Balance (Rücken-an-Rücken-Übung)

Beschreibung: Zwei Personen setzen sich Rücken an Rücken auf Stühle. Sie verschränken sich oder halten sich an den Händen vor dem Bauch. Langsam lehnen sie sich abwechselnd voreinander, um das Gleichgewicht zu halten. Diese Übung stärkt die Rumpf- und Rückenmuskulatur.

Material: Stabile Stühle, Kleidung ohne rutschige Stoffe.

Durchführung: Zwei Senioren setzen sich dicht aufeinander zu. Alle anderen bilden einen zweiten Kreis außen herum. Mit geradem Rücken lehnt Person A sich leicht nach hinten gegen Person B, der sich wiederum langsam stützt und beide halten sich am Kleid oder an den Händen. Nach einigen Sekunden entspannt man, lockert kurz und wechselt dann die Rollenzuordnung (B lehnt). Wichtig: Auf Rückenschmerzen achten und nur sehr sanft federn.

Praxisbeispiel: In einer Sturzpräventionsgruppe hielten sich nach jeder Sektion zwei Personen zusammen und lehnten sich sanft. So spürten sie beim Gegenhalten, wie sie sich gegenseitig absichern. Eine Teilnehmerin flüsterte „Ist wie ein Tango für den Rücken!“, worüber alle kichern mussten. Diese ruhige Balance-Übung diente auch als Ruhepause zwischen aktiven Spielen.

Sitzballon-Wegpusten (Atemübung)

Beschreibung: Im Sitzen wird ein aufgeblasener Luftballon vorsichtig aufgepustet, ohne ihn zu berühren. Dabei atmen alle zusammen ein, halten kurz den Ballon über dem Mund und pustend aus. Alternativ kann der Ballon über eine Distanz zu einem Partner gewirbelt werden. Diese sanfte Atemübung aktiviert die Lunge und Bauchmuskulatur.

Material: Weiche Luftballons.

Durchführung: Alle sitzen aufrecht. Ein Ballon wird zunächst auf die Spitze des Mundes gelegt (nicht festhalten, nur anlehnen). Zusammen atmen sie tief ein und blasen den Ballon minimal an (keine Überanstrengung!). Danach nimmt jeder mal den Ballon und pustet ihn zu einem anderen Mitspieler (z.B. über einen Meter Tisch). Dies geschieht langsam und kontrolliert, um Hyperventilation zu vermeiden.

Praxisbeispiel: In einer Atemtherapie-Stunde wurde ein Luftballon langsam weitergeblasen. Ein Teilnehmer scherzte: „Ich blase die Sorgen weg.“ Diese spielerische Atemstärkung machte den Teilnehmenden viel Freude, weil sie mal aktiv etwas bewegen konnten, was sonst nur der Atem tut. So wurde gleichzeitig die Lungenfunktion behutsam geübt.

Sitz-Maschine (Luftzug-Übung)

Beschreibung: Dieser fiktive „Gerätetrick“ motiviert: Man tut so, als säße man auf einer Fitnessmaschine mit Pumpe. Alle drehen die Hände kreisend aufeinander zu, als ob sie eine Luftpumpe betätigen. Gleichzeitig hören alle auf Kommando auf und legen die Hände in den Schoß. Dieses Humorspiel lockert Hände, Arme und bringt Schmunzeln.

Material: Keine. Humorvolle Einführung (z. B. „Luftpumpe“).

Durchführung: Sitzend pumpen alle im Takt imaginär Luft in einen Reifen oder Übungsball. Jeder fasst die Hände und bewegt sie zusammen und auseinander. Nach einem kurzen Zählen („1-2-3 Luft rein!“) endet man abrupt. Diese spielerische Bewegung eignet sich als kurze Lockerung zwischendurch.

Praxisbeispiel: Die Übung kam besonders gut an, als der Leiter dabei laut den Luftdruck rief („…auf 2 bar!“). Die Senioren lachten darüber, wie ernst der „Reifen“ im Raum mitging. Sie merkten nicht, wie sich ihre Handgelenke bewegten. Kurz darauf klopften sich viele auf die Oberschenkel und nickten zufrieden.

Zeitung-Quetschen (Sensibilisierung)

Beschreibung: Ein Blatt Zeitung wird zwischen den Händen zusammengedrückt, zerknüllt oder auseinandergerissen. Dies ist keine klassische „Bewegungsübung“, aber es trainiert die Hand- und Fingermuskulatur sehr sanft, fördert den Tastsinn und entspannt gleichzeitig.

Material: Alte Tageszeitungen oder Papierhandtücher.

Durchführung: Jeder bekommt ein Blatt Zeitung. Auf Kommando werden abwechselnd sanft reißende oder quetschende Bewegungen ausgeführt. Zuerst nur leicht knüllen, dann stärker. Wichtig: Keine Gewalt, da manche Gelenke schmerzen könnten. Die Gruppenleitung führt vor: Eine Hälfte knüllt zusammen, dann öffnen sie die Hände wieder, als ob die Zeitung wiederglätten wird.

Praxisbeispiel: In der Fingertherapie einer Seniorengruppe halfen bunte Zeitungsauszüge als „Fingertrainer“. Einige Bewohner fanden es entspannend, die bunten Bilder zwischen den Händen zu zerreiben. Dabei erinnerten sie sich an das Zeitunglesen zu früheren Zeiten – eine sanfte Aktivierung für die Hände, ohne es als Sport zu empfinden.

Sitz-Fächer-Malerei (Handbewegungen)

Beschreibung: Mit einem Papierfächer oder gefalteten Tuch in der Hand werden kreisende oder wedelnde Bewegungen gemacht. Dies lockert Handgelenke und Unterarme. Jeder fächert zur Musik oder im Gespräch.

Material: Papierfächer oder umfunktionierte Papierhandtücher.

Durchführung: Alle bekommen einen Fächer. Zu Rhythmus oder Traumvorstellungen (z.B. „Stellt euch einen schönen Garten vor und schwingt den Fächer“) bewegen alle mit dem Fächer in der Hand sanft hin und her. Zeitweise kann man fordern, kleine Bögen zu zeichnen.

Praxisbeispiel: Beim Grillfest fächerten die Senioren mit ihren Fächern Luft auf, um „die Barbecue-Wärme zu genießen“. Dabei bewegten sie sie rhythmisch und verbrachten damit eine kurze Gymnastik-Pause.

Hüft- und Bauch-Kräftigung (Stuhlkreuzheben)

Beschreibung: Die Teilnehmenden legen eine Hand flach auf den Unterbauch. Beim tiefen Einatmen wölbt sich der Bauch heraus („Bauchatmung“). Beim Ausatmen zieht man ihn zurück und vernimmt den eigenen Herzschlag oder die Atembewegungen. Dadurch wird Zwerchfell und tiefe Bauchmuskulatur aktiviert.

Material: Keine, ruhige Sitzposition empfohlen.

Durchführung: Jeder legt eine Hand auf den Bauch. Ruhig tief durch die Nase einatmen (Bauch hebt sich) und durch den Mund ausatmen (Bauch senkt sich). Dabei kann ein mäßiger Rhythmus gezählt werden („1-2-3-4 rein, 1-2-3 raus“). Diese Atemübung verbessert die Rumpfkontrolle und inneres Körpergefühl.

Praxisbeispiel: Eine Atemtherapeutin ließ Senioren beim Erzählen einer Meeresgeschichte tief ein- und ausatmen („Du spürst, wie dich die Welle hebt und senkt“). Nach dem Erzählen war das Atmen ruhiger – die Übung war so angenehm, dass manche den Atem als „sanftes Schwimmen“ beschrieben.

Handmassage-Übung (Fingerrollenspiel)

Beschreibung: Jeder rollt imaginär ein Garnknäuel zwischen den Händen hin und her. Dabei streckt man abwechselnd einen Finger (spielt „Fliege wegschlagen“) und rollt ihn wieder ein. Diese einfache Bewegung erhöht die Durchblutung und Beweglichkeit der Finger.

Material: Keine.

Durchführung: Hände vor sich halten. Mit der rechten Handrollen die Finger der linken Hand aus („Streichen“). Dann andersrum. Anschließend klatscht man leicht in die Handflächen. Die Gruppe kann dabei summen.

Praxisbeispiel: Vor einer Strickstunde führten die Seniorinnen das Rollenspiel zur Fingerlockerung durch. Eine Dame nickte, dass sie nun „besser feste Maschen stricken kann“. So half die Übung, die Finger für Feinmotorik vorzubereiten.

Schmetterlinge fangen (Fingerzupfen)

Beschreibung: Finger für Finger werden einzeln gespreizt und geschlossen (als würde man Luftteile greifen). Beginne mit Daumen zum kleinen Finger, auf Zuruf kommt ein neuer „Schmetterling“, den man mit der Fingerkuppe ertasten muss. Diese Übung schult Präzision und Berührungswahrnehmung.

Material: Keine.

Durchführung: Alle nehmen eine Hand vor sich. Dann wird jeweils ein Finger abgespreizt („Nimm den Schmetterling“). Darauf zeigen oder sanft mit dem Ohrläppchen anweisen. Die Gruppe führt das Zupfen aus, streckt wieder zusammen. Danach wird derselbe Ablauf mit der anderen Hand wiederholt.

Praxisbeispiel: In einer Feinmotorik-Gruppe half diese Übung, die Konzentration zu erhöhen. Eine Teilnehmerin sagte lächelnd „Meine Flatterfinger sind munter!“, als sie stolz das ganze Bewegungsrepertoire beherrschte.

Sujet Sport, Bewegung & Tanz

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