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Lebensmittelkunde: Was früher üblich war

In der Nachkriegszeit reglementierten Lebensmittelkarten den Kauf von Brot, Fleisch oder Zucker. Erst ab 1950 wurden die Rationierungen in der Bundesrepublik aufgehoben (in der DDR erst 1958). Ein typischer Tagesbedarf lag kaum über 1500 kcal. So waren etwa nur 250 g Brot, 30 g Grütze, 20 g Fleisch und 15 g Zucker pro Person erhältlich. Dieses Entbehrungserlebnis prägte eine ganze Generation. Für Senioren bedeutet das: Essen war nicht selbstverständlich, sondern oft eine Frage des Überlebens. Für Betreuungskräfte in der Altenhilfe bietet dieses Thema wertvolles Alltagswissen. Über gemeinsame Gespräche oder Aktivitäten zu Lebensmitteln und Mahlzeiten der Jugend können sich vertraute Erinnerungen entfalten. Dabei werden wichtige Aspekte wie Identität und Lebensgeschichte der Bewohner aktiv aufgegriffen. In der Biografiearbeit stärkt solches Erzählen das Selbstbild: Die Betreuerin „holt geschickt die Vergangenheit in die Gegenwart“, weckt Erinnerungen und stärkt so das Identitätsgefühl der Senioren.

Zielsetzung in der Betreuung

Der zentrale Zweck dieses Themas ist die Aktivierung von Erinnerungen und sinnliche Ansprache. Lebensmittel sind vertraute Anker für das Langzeitgedächtnis älterer Menschen. Durch Gespräche über Jugendgerichte, gemeinsame Geruchs- und Geschmacksübungen sowie nostalgische Rezepte wird das Gedächtnis angeregt. Studien betonen, dass Gedächtnisförderung und Stimmungseffekte eng mit Erinnerungsarbeit verknüpft sind. Die Betreuungskraft erfährt dabei oft, warum Menschen bestimmte Essgewohnheiten entwickelt haben – etwa dass früher niemals Essen weggeschmissen wurde, weil im Krieg Hunger gelitten wurde. All das führt zu besserem gegenseitigen Verständnis und Vertrauen. Durch solche Themen lernt das Betreuungsteam die Bewohner in ihren Vorlieben, Stärken und Schwächen besser kennen, was langfristig die Beziehung verbessert. Gleichzeitig fördern sinnliche Reize – etwa das Riechen an Gewürzen oder das Schmecken klassischer Speisen – den Augenblick und machen Erinnerungen greifbar.

Die Biografiearbeit mit Alltagsgegenständen (z. B. alter Kaffeekanne oder Brotsieb) spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Sie verknüpft praktische Erfahrungen mit persönlichen Erlebnissen und stärkt das Gefühl „gesehen zu werden“. Wie die Pflegefachwelt empfiehlt, kann das strukturierte Erzählen über Lebensmittel oder Rezeptur den Tagesablauf beleben und depressive Verstimmungen lindern. So entstehen positive Gruppenerlebnisse, bei denen die Senioren aktiv teilhaben.

Vorsichtige Hinweise: Historische Themen bergen allerdings auch Risiken. Erinnerungen an Hunger oder Kriegserlebnisse können sehr emotional sein. Fachleute weisen darauf hin, dass solche Themen „ein tiefes emotionales Erleben“ auslösen und daher sensibel begleitet werden sollten. Betreuungskräfte müssen behutsam vorgehen und niemanden zu belastenden Erinnerungen drängen. Zudem kann es sein, dass sich einige Bewohner lieber in der Gegenwart bewegen und weniger an Vergangenes erinnern möchten. Die Aktivierung darf nicht zu Frustration führen. In der Praxis gilt es daher, individuell einzuschätzen, wer an einem Thema Freude hat und wer vorsichtige Gesprächsanreize braucht.

Umsetzung in der Praxis

Die Durchführung solcher Themen erfordert sorgfältige Vorbereitung, abwechslungsreiche Aktivitäten und klare Struktur. Im Folgenden sind bewährte Schritte und Hinweise zur Planung und Durchführung von Projekten rund um historische Lebensmittel aufgeführt:

Themenwahl und Planung: Erkundigen Sie sich bei den Bewohnern oder deren Angehörigen nach Kindheits- und Jugendgewohnheiten (z. B. „Welche Gerichte mochte Ihre Oma gern?“). Wählen Sie ein konkretes Thema: etwa Brotbacken, Milch und Käse, Wurst und Schlachtfeste, Ersatzlebensmittel (Kaffeeersatz, Marmelade) oder Wochenmärkte früher vs. heute. Erstellen Sie eine Materialliste: Fotos (alter Kochvorgänge, Lebensmittelmarken, alte Verpackungen), historische Utensilien (Butterfass, Waffeleisen, Kaffeemühle), Rezepte, Geräusche (Aufnahmen von Marktgeschrei), Geruchsstoffe (Gewürze, Zichorienkaffee). Achten Sie darauf, annehmbare Alternativen für Allergiker oder Diabetiker bereitzuhalten.

Vorbereitung: Besorgen Sie für praktische Aktionen alle notwendigen Zutaten und Gerätschaften (z. B. für einen Back- oder Kochkurs). Stellen Sie sicher, dass genug Platz und Hilfestellung vorhanden sind (z. B. beim Umgang mit Herd und Ofen). Drucken Sie Gesprächsleitfragen und Gedichte aus, die das gewählte Thema einführen. Eine ruhige, ungestörte Umgebung ist wichtig. Wenn möglich, bitten Sie weitere Betreuungskräfte oder Familienangehörige um Mitwirkung: Sie können Geschichten beisteuern oder beim Backen helfen.

Sinne einbinden: Um die Erinnerungen wirkungsvoll zu aktivieren, nutzen Sie alle Sinne. Beispiele: Riechen – lassen Sie Gewürze wie Kümmel, Nelken oder Majoran riechen (sofern diese in früheren Zeiten verwendet wurden). Schmecken – organisieren Sie Proben von typischen Speisen (zum Beispiel selbstgekochter Kaffeeersatz aus gerösteter Zichorie oder Malzkaffee, wie er in den 50ern üblich war). Tasten – bringen Sie Körner, Kartoffeln oder altes Gemüse zum Fühlen mit. Bereits das Backen von Brot oder Kuchen lässt den Raum herrlich duften und ermutigt zum Probieren. Bei einer „Kaffee-Ecke“ können Bewohner Kaffee aus unterschiedlichen Substituten kosten (Zichorienkaffee, Malzkaffee, Lupinenkaffee) und erzählen, wie sie früher mit Kaffeeknappheit umgegangen sind.

Erzählen und Vergleichen: Starten Sie die Runde mit einführenden Fragen: „Gab es in Ihrer Heimat öffentliche Backhäuser?“, „Woraus stellte man Ersatzkaffee her?“, „Wo kauften Sie ein, bevor es Supermärkte gab?“. Stimulierende Zitate, Lieder oder Sprichwörter lockern das Gespräch. Zum Beispiel kann man mit Textzeilen wie „Denn mit der Suppenkelle fängt der Tag an!“ oder alten Werbesprüchen das Thema eröffnen. Zeigen Sie Bilder von Märkten oder laden Sie, falls möglich, zu einem Spaziergang über den Wochenmarkt ein, um reale Sinneserfahrungen zu schaffen. Beim gemeinsamen Essen von Nachkriegsklassikern (z. B. Kohlrübensuppe, Brokkolisalat, Grützwurst) lassen sich direkte Vergleiche von damals und heute ziehen. Beschriften Sie gern einen kleinen „Kiosk“-Tisch mit alten Preisen (Pfennige für Brötchen, Zucker) – das regt besonders bei Senioren ein Staunen hervor.

Gruppengestaltung: Achten Sie auf einen freundlichen, geduldigen Austausch. Geben Sie jedem Bewohner Raum, eigene Anekdoten zu teilen. Achten Sie auf nonverbale Signale: Wenn jemand plötzlich schweigt oder unruhig wirkt, lenken Sie um. Arbeiten Sie eng mit Angehörigen und Pflegepersonal zusammen, um sensible Erinnerungen zu erkennen und respektvoll damit umzugehen. Dokumentieren Sie wichtige Informationen (z. B. Lieblingsspeise, besondere Abneigung), um sie in künftige Betreuungsaktivitäten einzubeziehen.

Nachbereitung: Halten Sie Rezepte oder Geschichten schriftlich fest. Vielleicht erstellen Sie gemeinsam mit den Senioren ein kleines Erinnerungsbuch – mit Fotos von den Aktivitätstagen, eingesammelten Rezepten oder gezeichneten Illustrationen. Laden Sie Angehörige ein, an einem Abschlussessen teilzunehmen, bei dem die Senioren ihre zubereiteten Speisen präsentieren. So schließt sich der Kreis und die Pflegeplanung kann auf neu entdeckte Vorlieben reagieren (z. B. weniger Salz, mehr Milchprodukte).

Vor- und Nachteile historischer Themen

Vorteile: Historische Ernährungsthemen fördern die Kommunikation und Gemeinschaft. Senioren fühlen sich wahrgenommen, wenn ihre Lebensgeschichte ernst genommen wird. Pflegende können ungewöhnliche Verhaltensweisen besser verstehen und die Pflege individuell anpassen. Studien und Praxisberichte nennen konkrete Effekte: Verbesserte Verständigung durch gemeinsam erzählte Erinnerungen, erhöhte Stimmung durch das Wiedererleben schöner Erlebnisse, und eine gesteigerte Aktivierung des Langzeitgedächtnisses. Beispielsweise berichtet eine Pflegekraft, dass nach thematischen Runden die Bewohner lebhaft aufblühen, wenn sie «etwas zu erzählen haben oder wenn die anderen ihnen aufmerksam zuhören». Zudem profitieren Betreuungskräfte selbst: Durch Biografiearbeit lernen sie die Senioren tiefer kennen und finden neue kreative Anregungen für den Alltag.

Nachteile/Risiken: Nicht immer ist es unproblematisch, in die Vergangenheit einzutauchen. Wie PPM-Online betont, war die Generation der Nachkriegszeit oft von Trauma und Entbehrung geprägt. Themen wie Kriegserlebnisse oder Hunger können ein tiefes emotionales Erleben auslösen. Betreuungskräfte müssen deshalb sehr einfühlsam vorgehen. Außerdem kann das Aufleben negativer Erinnerungen – z. B. an Bombenangriffe oder extreme Armut – kurzfristig Angst oder Traurigkeit bewirken. Manche Senioren reagieren mit Rückzug oder Aggression, wenn sie belastende Geschichten erneut durchleben. Daher sollte stets freiwillig erzählt werden: Erzwingende Fragen sind tabu. Ein weiterer Nachteil ist, dass sich manche Senioren durch die Beschäftigung mit der Vergangenheit überfordert fühlen könnten, insbesondere bei Demenz. Hier gilt es, das Tempo anzupassen und gegebenenfalls von einem persönlichen Thema wie dem Lieblingsgericht zu erzählen, statt allgemeiner Historie. Schließlich kann die Themenrecherche aufwendig sein: Betreuungskräfte benötigen Zeit für Informationssammlung und Materialvorbereitung, was im Alltag nicht immer leicht ist. Trotz dieser Herausforderungen überwiegen jedoch oft die positiven Effekte: Mit Fingerspitzengefühl lässt sich Vergangenheit wertschätzend einbinden.

Projektideen mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen

Im Folgenden einige konkrete Projektideen, die in Einzel- oder Gruppenbetreuung umgesetzt werden können. Jede Idee enthält Beispiel-Schritte zur Durchführung:

Erzählcafé „Aus Oma’s Küche“

Vorbereitung: Bitten Sie Bewohner, alte Familienrezepte oder Lieblingsspeisen mitzubringen. Sammeln Sie Fotos oder Postkarten von alten Restaurants oder Kochbüchern aus den 50er/60er Jahren.

Durchführung: Starten Sie mit einer Tasse Malzkaffee oder Zichorienkaffee (wie damals üblich). Lassen Sie reihum erzählen: „Welche Lieblingsgerichte hat Ihre Oma zubereitet? Woran erinnern Sie sich beim Duft von Kaffee und selbstgebackenem Kuchen?“ Bauen Sie spielerische Elemente ein: Rätsel zu Essgewohnheiten oder ein „Erinnerungsquiz“. Musik aus den 50ern im Hintergrund sorgt für Atmosphäre.

Nachbereitung: Schreiben Sie gemeinsam einige Rezepte auf. Vielleicht backt die Gruppe später eine „Zeitreise-Torte“ nach altem Rezept, die sie dann teilen kann. Nutzen Sie die Gelegenheit, individuelle Ernährungsbedürfnisse zu notieren (z. B. „Herr Müller aß in der DDR nie Margarine“).

Brotback-Gruppe

Vorbereitung: Stellen Sie einen Brotteig (klassisch Sauerteig oder Hefe) bereit. Legen Sie Zutaten – Mehl, Salz, Wasser – bereit wie in einer alten Dorfbäckerei. Organisieren Sie ein altes Handrührgerät oder eine große Schüssel, in der jeder mitkneten kann.

Durchführung: Erinnern Sie an alte Backtraditionen: „Wer hat früher selbst Brot gebacken oder im Backhaus mitgeholfen?“ Nun lassen Sie die Senioren beim Kneten helfen (oder kneten stellvertretend durch Betreuungskräfte). Besprechen Sie, wie früher ohne Küchenmaschine alles per Hand gemacht wurde. Backen Sie das Brot zusammen und lassen Sie es den Raum mit Duft erfüllen.

Probe: Schneiden Sie das frische Brot an und lassen Sie es mit gutbürgerlicher Butter und Marmelade verkosten. Fragen Sie: „Schmeckt es wie damals? Was fehlt vielleicht?“ Nutzen Sie: „Haben Sie schon einmal selbst Brot gebacken?“ – solche Fragen regen Gespräch und Geruchs-/Geschmackssinn an.

Nachbereitung: Dokumentieren Sie gemeinsam den Ablauf in einem Fotobuch oder Plakat. Bei Tagespflegegruppen kann daraus ein regelmäßiges Angebot entstehen: etwa monatliches Brotbacken.

Geruchs- und Geschmacksparcours („Damals riech es so…“)

Vorbereitung: Stellen Sie kleine Behälter mit typischen Düften auf: Ziegenmilch (oder ein Tuch mit Ziegenmilchgeruch), Sauerkraut, frisch gebrannter Kaffeeersatz, Lavendel (als Hausmittel), Wachholderbeeren. Beschriften Sie die Behälter nur mit Nummern.

Durchführung: Augen verbinden (oder die Augen schließen), nacheinander riechen lassen: „Was glauben Sie, an was erinnert Sie dieser Duft?“ Lassen Sie auch Proben eines Getränks oder Kekses kosten. Stellen Sie beim Milch-Thema nach: „Wie riecht Ziegenmilch? Wie schmeckt Kefir? Lasst uns gemeinsam in Erinnerungen schwelgen.“ Notieren Sie jedes richtig erkannte Aroma und erzählen Sie die dazugehörigen Anekdoten.

Varianten: Sie können das Spiel auch als Quiz gestalten oder kleine Preise (Eintracht-Schokolade aus den 60ern) bereitstellen. Dieser Parcours spricht alle Sinne an und sorgt für viele Erinnerungen und Lacher.

Hausschlachtung/Naturräume (Thema: Wurst & Winterfest)

Vorbereitung: Suchen Sie nach Materialien zum Thema Hausschlachtung: eine (zerlegte) Plastik-Schweinfigur, Messerattrappen, Gewürze für Wurst (Majorann, Pfeffer). Bereiten Sie (oder besorgen Sie) Wurstproben: Blutwurst, Leberwurst oder Hausmacher (falls erlaubt).

Durchführung: Erzählen Sie etwas über die Tradition der Winter-Wurstherstellung: „Auf dem Land war das Schlachtfest im Januar üblich. Wer erinnert sich daran?“ Zeigen Sie einen alten Wurstfüller oder erklären Sie, wie früher Leute Gewürze mörserten. Lassen Sie die Gruppe vielleicht eine einfache Brätmasse in Därme stopfen (mit Hilfe). Abschließend darf jeder die Wurst kosten und vergleichen: „Riecht das wie früher? Welche Kräuter erkennt Ihr?“ Nutzen Sie zum Einstieg: „Mancher kann berichten, wie man Wurst herstellt. Kommen Sie ins Gespräch und wecken Sie Erinnerungen!“.

Nachbereitung: Spielen Sie ein kleines Ratespiel: Den Unterschied zwischen Pökelsalz und gewöhnlichem Salz erraten oder alter Witz: „Beim Schlachten stinkt die ganze Straße? Nein, nur die Metzger und deren Freund!“ Dokumentieren Sie Rezepte der Hausmacher der Bewohner.

Gemüse-Beet im Miniaturformat

Vorbereitung: Besorgen Sie Setzlinge oder Samen für ein kleines Gemüsebeet (selbst Topfpflanzensets mit Karotten, Bohnen, Gurken). Richten Sie im Garten oder Fensterbrett Hochbeete oder große Töpfe ein.

Durchführung: Erinnern Sie: „Wer hatte früher einen Nutzgarten? Was wurde gepflanzt?“ Pflanzen Sie gemeinsam (zum Beispiel Möhrensamen stecken) und erklären Sie, wie man das Gemüse pflegt. Nutzen Sie das Thema saisonal: im Frühjahr säen, im Sommer gießen, im Herbst ernten. Währenddessen erzählen die Senioren, wie sie als Kinder selbst Gärten bepflanzten.

Bezug zum Thema: weist darauf hin: „Viele Senioren hatten einen Nutzgarten. Man baute allerlei Gemüse für den Eigenbedarf an. Kommen Sie mit ‚ihren‘ Senioren ins Gespräch und ins Erinnern!“ Nutze diese Erinnerung, um über gemeinsames Gemüsekochen zu sprechen (z. B. Grünkohlsuppe, Sauerbraten mit Rotkohl).

Nachbereitung: Wenn die Ernte reicht, organisieren Sie ein kleines „Selbstversorger-Fest“: Alle zusammen schnippeln Gemüse und kochen Eintopf. Das greift eine alte Tradition auf und sorgt für generationsübergreifende Geselligkeit.

Ausstellungsprojekt „Einkaufen damals und heute“

Vorbereitung: Sammeln Sie alte Einkaufsobjekte und Bilder: Lebensmittelmarken, alte Schaubuden-Werbung, Preislisten von 1950 (z. B. 1 Mark fürs Brot). Beschriften Sie jeweils kurz in moderner Sprache. Gestalten Sie ein Flipchart oder eine Pinnwand.

Durchführung: Eröffnen Sie die „Ausstellung“ bei Kaffee und Keksen. Laden Sie die Senioren ein, sich frei zu bewegen. Stellen Sie Fragen: „Wo haben Sie eingekauft, bevor es Supermärkte gab?“ oder „Was kostete ein Pfund Zucker 1960?“. Verwenden Sie das Thema Einkaufen aus: „Das Einkaufen hat sich sehr verändert – die richtigen Einstiegfragen finden Sie hier…“ .

Ergänzung: Organisieren Sie vielleicht eine kleine simulierte Marktszene im Gruppenraum (Tische mit „Gemüse“, „Brot“, „Fleisch“). Lassen Sie die Senioren mit Spielgeld „einkaufen“ und erzählen Sie, wie es früher war.

Nachbereitung: Hängen Sie die schönsten Erinnerungen (Kurznotizen, Zeichnungen) um die Ausstellungsobjekte. So bleibt das Thema im Alltag der Einrichtung präsent.

Interaktives Quiz & Basteln – Thema „Früher und heute“

Vorbereitung: Erstellen Sie gemeinsam mit dem Team ein kleines Quiz zu historischem Essen (z. B. Preisrätsel, Lückentexte mit regionalen Begriffen – siehe Materialsammlungen). Besorgen Sie Bastelmaterial für einfache DIY-Projekte, z. B. eine gemeinsame Collage „Mein Lieblingsessen damals“.

Durchführung: In der Gruppe abwechselnd Quizfragen stellen, z. B.: „Welche Zutat ersetzte man oft durch Speckfett, wenn Butter knapp war?“ (Antwort: Schmalz oder Sauerkraut). Beim Basteln können Senioren alte Zeitungsausschnitte von Nahrungsmitteln aufkleben oder Postkarten bemalen.

Variation: Gestalten Sie ein Memory-Spiel mit Bildern von Lebensmitteln (ähnlich alten Supermarkt-Werbeheften). Dieses spielerische Angebot fördert sowohl die Unterhaltung als auch das Erinnern.

Diese Projektideen sind flexibel – sie können in Tagestreffs, Wochenendgruppen oder auch individuell umgesetzt werden. Wichtig ist dabei, die Aktivitäten schrittweise zu gestalten und immer den Bewohnern zuzuhören. Jeder Schritt (Materialvorstellung, Gesprächsimpulse, sinnliches Erleben) soll fest verankert sein. Dank solcher Angebote können pflegebedürftige Menschen aktiv am Hier und Jetzt teilnehmen: Gerüche und Geschmäcker aus der Kindheit bringen Licht in den Alltag und öffnen Türen zur Vergangenheit.

Beispiel Schritt-für-Schritt (Milch-Thema):

Einleitung: Stellen Sie echte Milchprodukte vor (z. B. Frischmilch, Sauermilch, Kefir). Fragen Sie: „Wer hat als Kind Milch von der eigenen Kuh getrunken oder selbst Käse gemacht?“

Sinneserlebnis: Lassen Sie die Gruppe an verschiedenen Milch- und Käsesorten riechen und probieren (Ziegenmilch/Gebirgskäse falls möglich). Wiederholen Sie die Frage aus dem Aktivierungsmaterial: „Wie riecht Ziegenmilch? Wie schmeckt Kefir?“ – und lassen Sie alle eigene Erinnerungen beitragen.

Erinnerungsrunde: Zeigen Sie Fotos von Melkern oder alten Milchflaschen. Fragen Sie weiter: „Wo gab es früher Kühlschränke? Wie hielten Sie Milch frisch? Wer erinnert sich an Butterstampfen?“ Nutzen Sie Gedichte oder Lieder (z. B. das Volkslied „Die Milch macht müde Männer munter“) zur Auflockerung.

Dialog und Reflexion: Sammeln Sie die Geschichten, notieren Sie eventuell Zitate. Diskutieren Sie moderne Ersatzprodukte (Pflanzenmilch) vs. damals.

Abschluss: Servieren Sie gemeinsam einen einfachen Nachtisch (Milchreis, Pudding) und tauschen Sie sich entspannt weiter aus.

Durch solche praktischen Anleitungen schaffen Betreuungskräfte lebendige Aktivierungen. Sie regen die Sinne an (Geruch, Geschmack, Berührung) und verbinden sie mit persönlichen Geschichten. So wird das Thema „Lebensmittel früher“ nicht nur zum historischen Unterricht, sondern zu einer sinnlichen, persönlichen Begegnung mit der eigenen Lebensgeschichte.

Aktivierungseinheiten zum Thema „Lebensmittelkunde: Was früher üblich war“


Ältere Menschen erinnern sich oft lebhaft an Speisen und Zubereitungsarten aus ihrer Jugend. Das Aufgreifen solcher Erinnerungen in der Betreuung aktiviert Sprache, Gedächtnis und Sinne. Studien zeigen, dass Gerüche besonders schnelle Verbindungen zu lang zurückliegenden Momenten herstellen. Auch die Biografiearbeit mit vertrauten Alltagsgegenständen – etwa typische Lebensmittel aus Kindheit und Jugend – kann Erinnerungen wecken und die Kommunikation fördern.

Traditionelles Brotbacken

Ziel der Einheit: Gemeinsames Erinnern an selbst gebackenes Brot („Bauernbrot“), fördern der Sinneswahrnehmung (Geruch, Geschmack) und motorische Aktivierung beim Formen oder Bestreichen. Viele Seniorinnen und Senioren wecken Brot-Düfte Erinnerungen an das Backen in Omas Küche.

Materialliste: Ausgesuchte Brotsorten oder Brotscheiben (z. B. Roggen-, Vollkornbrot), Olivenöl oder Butter zum Probieren, kleine Brotkörbchen, Bilder alter Backöfen oder Backstuben (ausdrucken). Evtl. Brettchen, Teigschaber, Modellier-Salz- oder Kleiteteig.

Vorbereitung: Brot in Scheiben schneiden oder bereitlegen, Bilder ausdrucken, Tücher oder Schalen zum Riechen aufstellen. Falls Teig geformt werden soll: kleinen Brotteig (Salzteig oder Hefeteig) vorbereiten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Die Betreuungskraft beginnt mit einem Bild oder einer alten Teigwanne und fragt: „Wer von Ihnen hat schon einmal in der Küche Brot gebacken? Was duftet bei Ihnen nach frisch gebackenem Brot?“ Dann erhalten die Teilnehmenden Brotstücke oder kleingemachten Teig. Alle dürfen den Duft wahrnehmen und eventuell Teig formen oder auf ein Brett legen. Anschließend werden Stücke mit Butter bestrichen und gekostet, dabei Fragen stellen: „Welche Brotsorte war früher zu Hause üblich? Welche Körner kamen hinein?“ Gemeinsames Kosten ist möglich (Zwiebeln, Salzstangen dazu). Zum Abschluss ziehen alle evtl. ein altes Ölbrotbrot oder eine kleine Brottüte und hören einer Geschichte zum alten Backofen zu.

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Hier die Düfte von Brot und Butter in den Vordergrund stellen. Ggf. reicht ein Brotstück und fragen, wie es schmeckt, statt große Anleitungen. Gebrauch von Fühlbox (Brot ertasten) kann helfen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Mit Teig in kleinen Gruppen arbeiten (z. B. Brezeln formen). Vielleicht ein echtes Mini-Backen im Ofen (einfache Broetchen backen).

Pflegebedürftige Bewohner: Einfaches Angebot: Brot riechen und lutschen. Anbieten, (mit Hilfe) ein belegtes Brot herzustellen. Bilder oder Videos alter Backofen-Zeiten zeigen.

Hinweise für die Praxis: Duft von frisch gebackenem Brot ist stark erinnerungsfördernd. Achten Sie auf klare, einfache Fragen und geben Sie jedem das Brot-Stück. Beobachten Sie Reaktionen: Lächeln oder Aufblühen zeigen Erfolg. Für Demenzkranke sind Gegenstände aus früherer Zeit (z. B. hölzerne Teigrolle) besonders wert.

Butter selbst herstellen

Ziel der Einheit: Erleben, wie aus Sahne Butter wird; Förderung der Feinmotorik und Beweglichkeit. Erinnern an alte Butterfässer und Familienfrühstück.

Materialliste: Einmachglas mit Schraubdeckel (pro Person oder zu zweit), Sahne (Schlagsahne), Kissen oder Nackenrolle (gegen Aufprall gerollte Handtücher), kleine Schüssel für die entstandene Butter, Butterbrot/Olivenöl. Am besten 200–300 ml Sahne pro Glas. Zusätzlich Salz, Löffel.

Vorbereitung: Sahne abfüllen, Gläser bereitstellen (je ½ Glas mit Sahne füllen). Einen ruhigen Sitzkreis vorbereiten, Platz für Bewegung.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Kurze Einführung: „Früher hat man Butter geschüttelt.“
2. Jeder bekommt ein Glas: Nun wird kräftig geschüttelt – ruhig 5–10 Minuten, solange bis Butterklumpen entstehen.
3. Zwischendurch Fragen: „Wer hat früher die Butter gemacht?“, „Woran riecht die Butter?“.
4. Nach der „Butter-Produktion“ die Flüssigkeit abgießen (Buttermilch) und die Butter klumpenweise auf eine Schüssel geben.
5. Butter mit Löffel leicht salzen und probieren; evtl. auf Brot streichen.
6. Auswerten: „Wie fühlt sich Butter an? Wie hat das Arbeiten im Glas Spaß gemacht?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Wenn Schütteln zu anstrengend ist, stattdessen ein Glas abdecken und leicht schütteln. Oder bereits feste Butter mitbringen und den Duft vergleichen. Alltagshafte Erzählung: „Unsere Großeltern haben die Butter früher so gemacht.“

Aktive Seniorinnen und Senioren: Hier kann ein tatsächliches Butterfass (kleiner elektrischer Handmixer) eingesetzt werden. Oder ein Staffellauf: Kissen übergeben, gemeinsam Aufgaben in Teams lösen.

Pflegebedürftige Bewohner: Demonstration durch Betreuungskraft oder Anleitungsperson; Teilnehmende nur fühlen lassen (Butter im Glas ertasten). Oder die Geschichtenrunde: „Wie habt ihr Butter früher benutzt?“

Hinweise für die Praxis: Diese Einheit verbindet Bewegung (Schütteln) mit Geschmackserlebnis. Der direkte Geruch frischer Butter kann Erinnerungen an Hausfrauenküche wecken. Kleine Bewegungseinheiten zwischendurch (Hände kreisen lassen) lockern das Programm auf.

Hausgemachter Käse

Ziel der Einheit: Herstellen bzw. Ansehen von Quark/Mascarpone, Aromen erinnern. Sensibilisieren für Milcherzeugnisse („Oma machte Käse selbst“).

Materialliste: Glasbehälter oder kleine Schüssel, Quark oder weicher Frischkäse, evtl. Kefir/Buttermilch, Löffel, Butterbrot, frische Kräuter. Auch Bilder einer historischen Käserei.

Vorbereitung: Kleine Portionen Quark/Frischkäse abfüllen. Material für Kostprobe bereitstellen (Brot).

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einführung: „Wisst ihr, wie man früher Käse gemacht hat? Oft wurde Quark mit Essig oder Lab aus Milch hergestellt.“
2. Die Teilnehmenden dürfen den Quark mit den Fingern fühlen. Fragen: „Wie fühlt sich der Quark an? Riecht oder schmeckt ihr die Milch?“
3. Auf einem Teller mit Frischkäse-Brot und frischen Kräutern probieren lassen (Brot mit Quark und Kräutern bestreichen).
4. Erzählen lassen: „Wurde in eurer Familie Käse selbst gemacht? Was war das Besondere daran?“
5. Abschluss: Kräuter würzen nach Geschmack.

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Einfach Fühl- und Riechprobe mit weichem Käse anbieten. Vielleicht Kräuterstreifen zum Tasten. Weniger Text, mehr Sinneserfahrung.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Experimentell: etwas Milch mit Zitronensaft im Glas ansetzen (die „Gerinnung“ beobachten). Oder gemeinsam Streichkäse mit verschiedenen Kräutern verfeinern.

Pflegebedürftige Bewohner: Nur probieren, den Zubereitungsteil an Betreuende delegieren. Ansprechende Beschriftung „Käse“ (Kennzeichnung) erleichtert Orientierung.

Hinweise für die Praxis: Wie bei Leberwurst gilt auch hier: Weiche Konsistenz und typischer Milchgeruch regen Erinnerungen an und sind ideal zur Sinnesaktivierung. Geringer Bewegungsaufwand macht diese Einheit für fast alle geeignet.

Milchlieferung früher

Ziel der Einheit: Erkundung der altmodischen Milchversorgung (Milchmänner, Milchkanne); Förderung des Erinnerns an Alltagsgewohnheiten.

Materialliste: Alte Milchkanne oder eine Nachbildung (Holz oder Metall), Milchflaschen (Glasflaschen), frische Milch/Kakao zur Verkostung, evtl. Bilder von Kutschen oder Milchkannen, Kissen.

Vorbereitung: Milchkanne bereitstellen, Milchproben (gekühlt) abfüllen. Sicherheitskontrolle: keine Glasscherbengefahr.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einstieg: Die Milchkanne herumreichen. „Wer hat als Kind frische Milch aus der Kanne getrunken? Wie wurde sie damals kühl gehalten?“
2. Milch in kleine Gläser gießen, jeder riecht und kostet (wahlweise pur oder mit Honig/Kakao).
3. Gesprächsanregung: „Kam bei Ihnen die Milch direkt vom Bauernhof? Wer brachte die Milch früher?“
4. Bewegungsübung: Wer möchte, darf mit einem leichten Kissen neben der Milchkanne stehen und mit den Armen „Melkbewegungen“ imitieren.
5. Abschluss: Gemeinsames Zuprosten mit Milch oder Kakao und Ausblick: „Welche Käsesorten habt ihr aus dieser Milch gemacht?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Klare Gerüche anbieten (z. B. warmen Kakao riechen). Keine schweren Hebeaufgaben. Nutzen Sie einfache Fragen: „Magst du lieber warme oder kalte Milch?“

Aktive Seniorinnen und Senioren: Milch in kleinen Flaschen nachfüllen oder vorsichtig verteilen lassen. Spielerisch: Milchflaschen-Stapeln oder -Lieferritual.

Pflegebedürftige Bewohner: Nur zuschauen und probieren. Allenfalls ein warmes Milchgetränk anbieten. Die Geschichte auf ein bis zwei Sätze beschränken.
Hinweise für die Praxis: Milcherinnerungen sind oft positiv mit Kindheit verknüpft. Der Geruch von Milchprodukte kann wehmütige, aber angenehme Erinnerungen hervorrufen. Einige Teilnehmende erzählen vielleicht vom „Milchmann“-Lied oder ähnlichen Volksliedern.

Apfelernte und Erntezeit

Ziel der Einheit: Erlebnisse vom Obst pflücken und Apfelernte in Erinnerung rufen; Förderung der Tast-, Geruchs- und Geschmackswahrnehmung. Jahreszeitliches Thema Herbst/Erntedank.

Materialliste: Verschiedene Apfelsorten (z. B. ein säuerlicher und ein süßer Apfel), Korb oder Eimer, Apfelspalten, Teller, evtl. Apfelmus im Glas, Messer (Betreuer*in schneidet vor). Servietten.

Vorbereitung: Äpfel waschen, in Spalten schneiden oder Scheiben für alle bereitstellen. Korb für die Präsentation. (Sicherheit: Messer stehend, Eimer abdecken wenn Kinder/ADHS-Präventiv).

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Gesprächsaufhänger: „Wer hat schon einmal beim Apfelpflücken geholfen? Wie war das damals?“ Eimer zeigen.
2. Alle dürfen an Äpfeln riechen und sie fühlen. Fragen: „Wie fühlt sich die Apfelschale an?“
3. Apfel kosten (dazwischen: „War’s euer Lieblingsobst früher?“).
4. Probieren: Salzbrezel oder Käse mit Apfel kombinieren (beliebt als Brotzeit).
5. Je nach Möglichkeit Apfelschorle einschenken lassen.
6. Gemeinsames Basteln: Aus Apfelscheiben (falls bereit) kleine Serviettenfiguren legen oder Apfel-Stempelbilder machen (in Farbe tauchen und stempeln).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Hauptsächlich riechen und fühlen. Ein Apfel in Scheiben raten lassen („schmeckt nach fruchtig“). Evtl. kurze Anekdoten erzählen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Kleine Apfelpresse (Handpresse) zur Saftherstellung einsetzen. Oder einen „Apfelschnitz-Wettbewerb“ machen (wer schneidet die schönste Rosette).

Pflegebedürftige Bewohner: Nur ablecken lassen oder schon vorbereitete Apfelstücke reichen. Wichtig: Hilfe beim Essen anbieten. Hier genügt ein einfacher Austausch: „Wir essen jetzt einen Apfel, kennt ihr Sortennamen?“

Hinweise für die Praxis: Früchte wie Äpfel sind zugänglich und wecken oft positive Kindheitserinnerungen (Erntefeste, Gartenarbeit). Gemeinsames Schnitzen oder Basteln mit Früchten stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Saisonale Anklänge (Erntedank) sind sinnvoll – im Herbst passen Kürbisse und Ähren als Dekoration.

Sauerkraut einlegen

Ziel der Einheit: Erinnerungen an Konservierungsrituale (Sauerkraut, Kohlstampfen) fördern; Sinnesaktivierung über Geruch und Gefühl.

Materialliste: Frischer Weißkohlkopf, Messer (von Betreuungskraft geschnitten), großes Brett, Schüssel, Salzstreuer, evtl. Fermentierglas oder Einmachglas mit Deckel, Eichenblatt/Zwiebelstück (für echte Würze), Zeitung zum unterlegen.

Vorbereitung: Weißkohl halbieren, Kern entfernen. Schneidebrett und Messer bereitlegen (unscharfes ersatzweise möglich). Fläche abdecken.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einstieg: „Wer kennt Sauerkraut noch aus der Kindheit? Wie wurde es bei euch gemacht?“
2. Demonstration: Betreuungskraft schneidet Kohlstreifen, zeigt Hände mit Salz einreiben (soweit mitmachen können).
3. Teilnehmende können nacheinander Kohl reiben oder fein hacken (mit Raspel oder Messer, je nach Möglichkeit).
4. Stücke riechen: „Wie riecht der Kohl, wenn man ihn schneidet?“
5. Anschließend Salz und evtl. Blätter zugeben und (optional) einen Teil in ein Glas fest stampfen. Jeder probiert ein kleines Stück rohen oder vorfermentierten Krautsalat (bitter-säuerlicher Geschmack).
6. Gespräch: „Warum gab es früher so viel Sauerkraut? Wer hat es zu den Mahlzeiten gegessen?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Ersatzweise vorfermentiertes Sauerkraut auftischen und nur riechen. Kurze Fragen stellen: „Magst du Kraut?“ Emotionale Reaktionen beobachten.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Ganzes Einlegen simulieren (Glas komplett mit Federkohl füllen). Wer Lust hat, kann selber Stampfen mit einem Stößel üben.

Pflegebedürftige Bewohner: Haptisches Element: Kohlblätter anfassen. Zur Not nur ein paar Blätter zum Riechen. Keine langen Vorträge nötig.

Hinweise für die Praxis: Das Herstellen von Sauerkraut war oft Gemeinschaftsarbeit; Gespräche darüber zeigen Wertschätzung für alte Fähigkeiten. Achten Sie auf vorsichtige Handhabung (Kohlblätter scharfkantig). Mundschutz beim Raspeln ist nicht notwendig, aber Raum gut lüften.

Kartoffelernte und -verarbeitung

Ziel der Einheit: Thematisierung des Kartoffelanbaus und -kochens. Motorisches Gestalten (Kartoffeldruck), Fühlen von Kartäpfeln und Kartoffelstärke, Erinnern an Ernteteam-Arbeit.

Materialliste: Große Kartoffeln (roh), kleine Schälchen Wasser, Farbe (Fingerfarbe oder Stempelfarbe) für Drucktechnik, Papier/Bastelpapier, Küchenmesser (Betreuer*in) oder Ausstecher, Lappen. Eventuell Salat oder Püree als Kostprobe.

Vorbereitung: Kartoffeln waschen. Fläche mit Papier/Unterlage präparieren.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Gespräch: „Wer hat als Kind beim Kartoffelroden geholfen? Was hat man danach damit gemacht?“
2. Kartof­feln fühlen: Jeder hält eine rohes Stück, erkennt Hautstruktur.
3. Kartoffeldruck: Kartoffel halbieren oder Muster in eine flache Seite schnitzen (Betreuungskraft). Teilnehmende tauchen die Schnittfläche in Farbe und stempeln Muster (z. B. Kreise oder Tiere) auf Papier.
4. Trocknen lassen, währenddessen Kartoffel probieren (z. B. gekochte Kartoffeln, Kartoffelsalat).
5. Erfahrungsaustausch: „Welche Kartoffelgerichte gab es früher? Wer hat Kartoffeln eingekocht?“
6. Wenn Zeit bleibt: kleines Wettstampfen (Kartoffeln muten, als “Kartoffeln zu Stampfen”).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Einzelne Kartoffeln reichen und nur fühlen lassen. Kartoffelschalen zum Riechen. Wenn Druck zu kognitiv, einfach nur Papier/Muster anmalen lassen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Größere Kunstwerke mit Kartoffeldruck (z.B. Poster) gestalten. Kombinieren Sie Musik (z.B. „Kartoffellied“).

Pflegebedürftige Bewohner: Einfach „Kartoffelwettrollen“: Hände zwischen zwei Kartoffeln rollen lassen oder kleine Püree-Portionen kneten (Fingerübungen). Weniger Gespräch, mehr sensorischer Fokus.

Hinweise für die Praxis: Kartoffeln eignen sich ideal für Kreativaktivitäten (Druck) und sind für alle Sinne ansprechend. Viele Erinnerungen spielen sich um Kartoffeln („Kartoffelernte mit dem Opa“) ab. Achten Sie auf Sicherheit mit dem Messer – verwenden Sie möglichst Vorkleinschneide oder vorgefertigte Formen.

Kräuter und Gewürze riechen

Ziel der Einheit: Erinnerung an Küchenkräuter und Gewürze der Heimat und Jugend wecken; Förderung der olfaktorischen Wahrnehmung.

Materialliste: Kleine Gläschen oder Schälchen mit typischen Kräutern/Gewürzen: z. B. Lorbeerblatt, Salbei, Rosmarin, Pfefferkörner, Nelken, Kümmel. Teebeutel (Kamille, Minze). Tannenzapfen oder Lavendel als Extras. Undurchsichtige Tüten (wenn Ratespiel). Löffel, ggf. Bilder der Pflanzen.

Vorbereitung: Gläschen beschriften (Innen/Arbeitszettel). Tücher oder Kartonumhüllung zum Einschwenken (Raten ohne Sehen). Ein paar frische Kräuter bereitlegen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einstieg mit Frage: „Welche Kräuter gab es früher im Garten oder Tee?“
2. Betreuer stellt Gefäße vor, alle riechen nacheinander daran. Zum Ratespiel die Augen schließen, erraten lassen: „Was ist das? Lorbeer? Kaffeesatz?“.
3. Besonderes Detail: Vanilleeis oder Heu herumschwenken (Typische Dufterinnerungen).
4. Gesprächsrunde: „Wer hat früher Marmelade mit Nelken/ Zimt gemacht? Wie hat es duftete?“
5. Aktivität: Gewürzmühle benutzen (Pfeffer mahlen lassen).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Weniger Wettbewerb, mehr individuelles Riechen. Evtl. nur einen Duft auf einmal anbieten. Ermutigen, Geschichten zu jedem Geruch zu erzählen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Kräuterbuch oder Quiz zu regionalen Kräutern. Eine kleine Kräuterwanderung im Garten oder Park einplanen.

Pflegebedürftige Bewohner: Hauptsächlich hinstellen, riechen lassen. Keine langen Erklärungen nötig; sagen Sie einfach den Namen und Anwendung (z. B. „Salbei – zum Gurgeln bei Erkältung“).

Hinweise für die Praxis: Der Geruchssinn steht in direktem Bezug zum Langzeitgedächtnis. Typische Küchengewürze („damals nur Zimt in der Weihnachtsbäckerei“) lösen starke Erinnerungen aus. Verwenden Sie natürliche Gerüche: Ein Apfel mit Zimt, frisch gemahlenen Kaffee oder Minzblätter im Glas machen den Einstieg besonders wirksam.

Kaffeezeremonie

Ziel der Einheit: Gemeinsames Erlebnis von Kaffeezubereitung und -genuss wecken Erinnerungen an Kaffeekränzchen und Familienrituale.

Materialliste: Kaffeemühle (Handmühle oder elektrisch), Kaffeebohnen, Teekanne oder Kaffeefilter, Tassen, Wasserkocher, evtl. bunte Bonbons/Plätzchen zum Naschen, kleines Tuch (für Rundgang). Kerze als Kaffeehaus-Atmosphäre optional.

Vorbereitung: Kaffee selbst gemahlen (für Duftprobe), Bohnen und Gewürznelken bereitstellen, Becher/Tassen zurechtstellen. Wasserkocher einplanen (oder arrangiert).

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Zu Beginn zusammen mit den Teilnehmenden die ganzen Kaffeebohnen anschauen und riechen lassen.
2. Frage: „Wer erinnert sich an den Duft von Kaffee? Wie habt ihr früher Kaffee gemacht?“
3. Handmühle benutzen: Jeder darf einmal mahlen (oder ein Behältnis mit Stampfen).
4. Anschließend kommt das Kaffeewasser: Mit einer Decke („Kaffeekränzchen“ – Teetisch Atmosphäre). Zusammen riechen und in kleinen Schlucken probieren.
5. Erzählen: „Wo habt ihr früher Kaffee getrunken? Gab es dabei Gespräche?“
6. Dekorativ können Süßigkeiten oder Keksdosen herumgereicht werden.

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Geruchsspiel mit Kaffeesatz (in Nase halten, Augen zu). Kleine Mengen entkoffeinierten Kaffee reichen. Kurze Fragen über „Lieblingskaffee“.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Echte Handmühle betätigen, Kaffee aufbrühen. Richtiges Tischdecken, Servietten falten. Ein passendes Gesprächsspiel (z. B. Themen auf Kaffeekapseln).

Pflegebedürftige Bewohner: Nur riechen lassen und trinken. Bilder eines klassischen Kaffeehauses zeigen. Für einen „italienischen Abend“ Espresso mit Schokolade servieren, falls kulturell passend.

Hinweise für die Praxis: Kaffee- und Kaffeearomen sind stark emotional aufgeladen und wurden oft mit Zusammenkünften assoziiert. Achten Sie auf genügend Trinkkapazität und ggf. alternative Getränke (Tee oder Kinderpunsch) für Nicht-Kaffeetrinker. Die gemeinsame Pause soll gemütlich gestaltet werden.

Teestunde wie früher

Ziel der Einheit: Erinnern an traditionelle Teerituale (einfache oder aufwendige Teestunden); Förderung der sensorischen Wahrnehmung.

Materialliste: Mehrere Teesorten (Kamille, Pfefferminze, Schwarztee), Teelöffel, Teekanne, Tassen, Honig oder Zucker, evtl. altes Porzellan oder Teeservice (real oder Bild). Kekse/Butterkuchen oder Honig.

Vorbereitung: Wasser bereitstellen (Wasserkocher). Teebeutel oder Teelose abwiegen und in Dosen. Tassen, Löffel, Teller zurecht legen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Frage: „Wer kennt Teerunden aus früheren Zeiten? War es eher Kräutertee oder Schwarztee?“
2. Eine Tasse vorbereiten: Betreuer gießt heißes Wasser über Kräutertee. Alle riechen erst leise vor dem Umrühren. „Wie schmeckt der Tee?“
3. Teebeutel austauschen (wenn mehrere Sorten) und vergleichen: Kräuter vs. Früchtetee vs. gesüßte Milch (oder „Malzkaffee“).
4. Tee langsam trinken, dazu vielleicht Gebäck teilen. Gespräch: „Wurde bei euch nach dem Mittagessen Kaffee/Tee angeboten? Wer hat den Tee gekocht?“
5. Gelenkbewegungen: Mit Löffel umrühren lassen (kreisen). Abschließend Lied oder Vers, der mit Tee zu tun hat (Volkslied oder Bauernregel).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nur einen vertrauten Kräutertee nutzen, nicht viele Sorten. Kurze Aussagen zu Geruch („warm und krautig“). Gebäck bereit legen, um haptische Aktivierung zu ergänzen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Tisch mit echtem Service eindecken (Sahnekännchen, Untertassen). Alte Teekrug-Herstellung filmen (Kurzvideo). Wer Lust hat, kann frisches Ingwer- oder Zitronengras schneiden.

Pflegebedürftige Bewohner: Hauptsächlich Trinken anbieten. Wenn nötig, dünne Tees (Kräuteraufgüsse) bevorzugen. Auf lange Sitzzeiten achten, mehrmals aufstehen lassen.

Hinweise für die Praxis: In vielen Kulturen war die Teestunde ein soziales Ereignis. Hier können ruhig Anekdoten einfließen („Damals durfte ich als Kind nie ins Wohnzimmer, wenn Tee serviert wurde“). Der Mildergang: Abwechslungsreiche Geschmacksprofile (bitterer Schwarztee vs süßer Früchtetee) bieten Gesprächsstoff und Aktivierung.

Typisches Frühstück früher

Ziel der Einheit: Vergleich früherer und heutiger Frühstücksgewohnheiten; Förderung der Alltagserinnerung.

Materialliste: Typische Frühstücksbestandteile: Brot/Brotchen, dicke Butter, Wurst/Käse, Marmelade, Honig, Kornflocken; Bilder (z. B. altes Frühstücksbrett), Milch/Kaffee/Tee. Serviette/Tischdecke.

Vorbereitung: Frühstücksbestandteile auf Tisch legen (Geschirr). Arbeitsblätter mit Bild eines alten Frühstückstisches als Gesprächsimpuls.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einstieg: „Was gab es bei euch als Kind zum Frühstück? Gab es bei euch z. B. jeden Morgen Müsli oder nur Brot?“
2. Unterschied alt/neu: Dürfen die Teilnehmenden alte Frühstückskomponenten in Bildern oder echt sortieren (Memory oder Bildkarten)?
3. Kosten: Gemeinsam einen kleinen „Frühstücksteller“ mit verschiedenen Belägen zusammenstellen (alle wählen beliebte Aufstriche und probieren).
4. Bewegungsübung: Mit geschlossenen Augen zart an einem Kaffeelöffel oder Besteck fummeln (Tasttrain­ing für den Morgen).
5. Reflexion: „Wie hat sich der Tagesbeginn verändert? Was habt ihr morgens erzählt oder gelesen?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Weniger ist mehr: Ein Teilnehmender bekommt eine Brotscheibe, andere lehnen sich nur zurück und hören zu. Fragen nach Geschmackserinnerungen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Vorher ein einfaches Rührei-Essen zubereiten (je nach Möglichkeit) oder gemeinsame Teebereitung. Quizfragen: „Welches Brot war früher teuer und wurde nur zu Festen gegessen?“

Pflegebedürftige Bewohner: Zusätzlich Hand- und Fingerübungen (Teetasse heben, Rühln). Wer will, darf eine Sitztanz-Bewegung mit einem (leeren) Glas machen.

Hinweise für die Praxis: Frühstücksgeschichten sind alltäglich, senken die Hemmschwelle. Achten Sie auf bekannte Marken/Bilder aus der Kindheit (Mettwurst vs. indische Curries, bunte Müslis). Am Ende notieren Sie vielleicht gemeinsam einen „Frühstücks-Kalender“ mit Rezepttipps.

Regionale Eintöpfe

Ziel der Einheit: Erinnerung an typische regionale Suppen/Eintöpfe (z. B. Erbsensuppe, Sauerkrauteintopf, Gulaschsuppe) aktivieren; kognitive Stimulierung durch Zutatenraten.

Materialliste: Getrocknete Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen), Kartoffeln, Zwiebeln, Suppenlöffel, große Suppentöpfe (nur Muster, nicht kochend), Bilder oder Stoffmuster von Küchen/Dörfern, kleine Schüsseln Suppe zur Verkostung. Kochlöffel zum Fühlen.

Vorbereitung: Einfache Eintöpfe ein paar Tage vorher zubereiten (jeweils kleine Portion pro Teilnehmenden), auf Teller portionieren. Becher mit Suppe (oder Gemüsestücke) erhitzen. Hülsenfrüchte/Bohnen in Schalen füllen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Gesprächseröffnung: „Welche Suppengerichte gab es bei euch am Sonntag? Was hat Oma in den Topf getan?“
2. Zutaten befühlen: Erbsen, Bohnen, Töpfe und Kochlöffel anfassen.
3. Quiz: Liefern Sie ein paar Zutaten („Was gehört hierher: Möhren oder Schokolade?“).
4. Kosten: Eintopf probieren, zusammenrühren lassen.
5. Geschichte: „Erzähl doch mal vom Sonntagsessen früher…“ Ggf. gemeinsam einen Reim zum Essen dichten.

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Lassen Sie einen Geruchsteig mit Suppenkraut (ggf. Lorbeer) durch den Raum ziehen. Kurz nach typisch gewürzten Gerichten fragen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Ein Mini-Kochevent: Kartoffeln oder Gemüse (vorgekocht) schneiden und in den Topf geben lassen.

Pflegebedürftige Bewohner: Eintopf auf (decktischen) Löffeln anbieten, jeder darf an einem warmen Löffel lecken. Gesprächsimpulse fokussieren auf einzelne bekannte Wörter (z. B. „Eintopf“, „Suppenkelle“).

Hinweise für die Praxis: Scharfes Reden meiden, Nähe zum Thema „Hunger und Sättigung“ nutzen. Das gemeinsame Essen oder Riechen eines beliebten Eintopfs kann sehr beruhigend wirken und Zusammengehörigkeit schaffen.

Feste & Feiertagsessen

Ziel der Einheit: Erinnerung an Festtagsbräuche und typische Festtagsgerichte (z. B. Gans an Weihnachten, Lamm zu Ostern, Geburtstagskuchen) aktivieren; Austausch über familiäre Traditionen.

Materialliste: Symbolische Gegenstände/Bilder: Goldstern (Weihnachten), bemaltes Osterei, Geburtstagstorte (Foto oder kleines Modell), Speiseplan-Karten. Plätzchenausstecher, Lammschaufenster-Deko, Servietten mit Festmotiven. Optional passende Musik (Weihnachtslied, Geburtstagslied).

Vorbereitung: Requisiten bereitlegen, ggf. ein Festtischchen dekorieren (Kerzen, Servietten). Bilder laminieren. Festliche Süßigkeit (z. B. Lebkuchen, Kuchenstücke).

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einstieg: „An welchem Fest wird welches Essen traditionell gegessen?“ Je nach Jahreszeit, z. B. „Erzählt mal von eurem letzten Weihnachtsessen – was gab es da?“
2. Evtl. Fotos/Plätzchen aus Papier schneiden lassen.
2.1. Weisen Sie auf Symbole hin: Jeder bekommt eines (Christbaumkugel, Osterei, Geburtstagskerze) und teilt eine Erinnerung dazu.
3. Kurzes „Quiz“: Z. B. raten lassen, was zu Silvester oder Hochzeit typischerweise auf den Tisch kam.
4. Gemeinsames Essen: Einen kleinen Geburtstagskuchen (mit Kerze) symbolisch teilen oder Weihnachtsplätzchen verteilen.
5. Abschlusslied oder Wunschrunde: „Was war euer schönstes Festessen?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Ein Kalender oder Jahresuhr nutzen: Fest auswählen, festliche Atmosphäre in kurzer Form bieten (z. B. Weihnachtsmusik leise im Hintergrund, Plätzchen riechen).

Aktive Seniorinnen und Senioren: Basteln eines kleinen Festschmucks (z. B. Weihnachtskugeln bemalen). Back-Event (kleine Plätzchen) integrieren, wenn möglich.

Pflegebedürftige Bewohner: Symbolgegenstände reichen, jeden nur einzeln darüber sprechen lassen. Keine großen Worte, maximal anleiten: „Das ist ein Ei. Wir essen es an Ostern.“

Hinweise für die Praxis: Feste und ihre Speisen sind emotionale Anker. Lassen Sie Teilnehmende erzählen, auch wenn es in Schleifen geht. Achten Sie auf kulturelle Hintergründe der Anwesenden (z. B. Adventskaffee, Feiertagsgebete). Schaffen Sie Geborgenheit: Eine Kerze anzünden kann z. B. beim Adventskranz Sicherheit vermitteln.

Weihnachtsplätzchen backen

Ziel der Einheit: Praxisbasiertes Backen als Aktivierung (Sensomotorik und Biografiearbeit); weihnachtliche Atmosphäre schaffen.

Materialliste: Einfacher Keksteig (Gips- oder Salzteig, wenn Ofen nicht vorhanden), Ausstechformen (Stern, Herz, Tanne), Backblech oder Tablett, Zuckerguss (fertig), Streusel, Rollholz, Teigrolle, Papier, ggf. Backofen.

Vorbereitung: Teig vorbereiten und gut kühlen (bei Hefeteig länger). Arbeitsfläche mit Mehl bestreuen. Sicherheitshinweis: Bei Backen im Ofen immer Assistenz dabei.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Erzählen: „Wer hat früher zu Weihnachten mitgebacken? Was haben wir heute vor?“
2. Teig ausrollen (gedanklich – oder echte Aktion). Ausstecher verteilen, Teilnehmende stechen Formen aus.
3. Formen (mit Hilfe) auf Blech legen.
4. Im Ofen backen oder, wenn kein Ofen verfügbar, Mitgebsel basteln (z. B. mit Salzteig).
5. Verzieren: Nach dem Abkühlen (falls möglich) mit Zuckerguss malen und Streusel verteilen.
6. Gespräch: „Hat ihr Großmutter damals den Teig nach Omas Rezept angerührt? Gibt es geheime Zutaten (Zimt, Orange)?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Einfaches Kneten oder Streuseln: Bereits ausgestochenen Plätzchen mit Guss bemalen lassen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Komplett von Anfang bis Ende backen. Eventuell traditionelle Familienrezepte verwenden.

Pflegebedürftige Bewohner: Keksteig formen nur in Händen zum Fühlen (anstringer Bewegung). Evtl. Formen vorbereiten und bemalen lassen.

Hinweise für die Praxis: Backen fördert Feinmotorik und Teamgefühl. Nutzen Sie weihnachtliche Düfte (Vanille, Zimt) als olfaktorischen Anreiz. Vorsicht bei heißen Geräten und scharfen Ausstechern. Dokumentieren Sie die Ergebnisse (Fotos), um Erinnerungen sichtbar zu machen.

Adventskranz basteln

Ziel der Einheit: Kreative Gestaltung eines Adventskranzes; motorische Aktivierung durch Basteln; Dialog über Adventsbräuche (Erwartungsfreude, Lieder).

Materialliste: Kranzrohling (Stroh oder Styropor), Tannengrün (künstlich oder frisch), breite Kerze, Zierband, Christbaumkugeln, Heißklebepistole (betreut verwenden), Gummibänder/Blumendraht, Schere. Tuch zum Schutz. Weihnachtsmusik oder Gedichttext (optional).

Vorbereitung: Materialien bereitlegen, Werkzeuge anpassen (trockener Pistole). Progrämmchen (Weihnachtslieder) suchen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Eingang: Erklärung des Adventsbrauchs. Jeder Teilnehmende entscheidet, wie der persönliche Kranz aussehen soll.
2. Mit Unterstützung Zweige am Rohling befestigen (kleben oder binden).
3. Kerze befestigen und Zierband um wickeln. Dekorieren mit Kugeln/Schleifen.
4. Zwischendurch adventliche Musik anspielen oder gemeinsam vorsingen.
5. Gespräch: „Wem wollt ihr Zuhause diesen Kranz zeigen? Gibt es einen besonderen Ort dafür?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Einfache Variante: ein fertiger Kranzrohling, in den nur Kerze und eine Schleife gesteckt werden. Wenige Schritte, Betreuungskraft hilft.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Komplexe Technik: frische Zweige verarbeiten, Gesteck fixieren. Individualität fördern (Bezug zu Herkunft, z. B. mit regionalen Materialien).

Pflegebedürftige Bewohner: Nur Verzieren: Schon fertige Kränze können mit Bändern geschmückt werden. Wer mag, kann kleine Kerzenkugeln aufkleben (besser sichere Deko).

Hinweise für die Praxis: Basteln ist sehr motivierend und gleichzeitig reflektierend. Weihnachtsstimmung und Lieder verstärken die Atmosphäre. Seien Sie vorsichtig mit Heißkleber (Verbrennungsgefahr) und spitzen Gegenständen. Lassen Sie auf Wunsch die Arbeit von jemandem zu Ende führen. Ein fertiger Kranz kann als Anschauungsobjekt im Raum verbleiben.

Ostereier färben

Ziel der Einheit: Osterbräuche (Eier färben und suchen) aufgreifen; sensorische Aktivierung durch Farben; Gedächtnisarbeit über Frühlingsfeste.

Materialliste: Gekochte oder ausgeblasene Eier (je nach Altersgruppe; mit Kindern besser hart gekocht). Eierfarben oder Lebensmittelfarben, Schälchen, Essig, Pinsel oder Löffel, Gummibänder oder Wachs (für Wachsmaltechnik), Abtropfgitter, Zeitungspapier. Handtuch.

Vorbereitung: Eier kochen oder ausblasen (eine Alternative: Plastik-Eier bemalen, wenn Glasgefäße nötig). Farbbäder in Schüsseln anrühren. Kreppband/Gummis für Muster bereitlegen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Gespräch: „Wie habt ihr früher Ostereier gefärbt? Wir machen es heute auch.“ Farben zeigen und Namen nennen.
2. Eier vorbereiten: Gummibänder umlegen für Muster (oder mit Wachs zeichnen).
3. Eier nacheinander ins Farbbad tauchen (Betreuungskraft hält, Teilnehmende beobachten).
4. Herausnehmen, abtropfen lassen. Trocknen und Muster betrachten.
5. Wer mag, streicht mit Pinsel nach.
6. Reflexion: „Welche Farbe war als Kind dein Lieblingsei? Wer hat sie dir gemacht?“ Abschlusslied: „Ei, ei, ei“ oder ähnliches (regional).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nur ein bis zwei Eier anbieten, die sie selbst bebasteln können. Buntstifte statt Flüssigfarbe (weniger Sauerei).

Aktive Seniorinnen und Senioren: Künstlerisches Gestalten: komplizierte Muster mit Wachs auftragen, Ostereierbaum basteln (auf Draht hängen).

Pflegebedürftige Bewohner: Ev. buntes Designpapier zum Aufkleben statt Malen. Kurze Sätze, klare Anleitung („Jetzt tun wir das Ei hier rein“).

Hinweise für die Praxis: Ostern ist ein freudiges Fest, und das Basteln hellt die Stimmung auf. Farbstoffe können Flecken verursachen, also Kleidung schützen. Gemeinsames Abstimmen, welcher Farbbad-Nachschub benötigt wird, motiviert zur Mitarbeit. Nach dem Färben die Eier für gemeinsame Spiele aufheben.

Erntedank-Dekoration

Ziel der Einheit: Herbststimmung erzeugen durch Basteln (z. B. kleiner Kürbisse oder Gestecke); Erinnerung an Erntedankbräuche und Dankbarkeit erfragen.

Materialliste: Kleine Kürbisse oder Zierkürbisse, trockenes Getreide (Ähren), Tannenzapfen, bunte Blätter, Kleber/Heißklebepistole, Papiergirlanden (Herbstblätter), eventuell Schüssel oder Vase für Gesteck. Zündholz (für Kerze).

Vorbereitung: Naturmaterialien sammeln oder besorgen. Tannenzapfen säubern. Ggf. kleine Vasen für die Anordnung.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Gespräch: „Warum feiern wir Erntedank? Worüber seid ihr in diesem Jahr dankbar?“ Jeder nennt kurz etwas.
2. Gemeinsam einen kleinen Kürbis oder Blumengesteck für den Gruppentisch gestalten: (Beispiel: Ähren um den Kürbis kleben, Blätter als Serviette legen, Kerze hineinstecken). Jeder packt mit zu seiner Möglichkeit bei (Blatt ankleben, Zapfen positionieren).
3. Fragen: „Was wurde früher in den Erntewagen gesteckt?“ eventuell ein Foto-Buch zu Erntefesten zeigen.
4. Nach Abschluss: Die Gruppe zündet eine Kerze in ihrem Erntedankgesteck an und singt – falls möglich – ein kurzes Lied oder spricht einen Reim (z. B. „Danket, danket dem Herrn“).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Schon fertiges Gesteck vorsichtig umrunden lassen, damit die Düfte erfahren werden. Eigene Arbeit reduzieren, mehr beobachten lassen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Ein vollständiges Erntedank-Essens-Konzept (Salate aus Kürbis, Äpfel, Nüsse knacken) anschließen. Fotoalbum mit Erntemotiven gemeinsam durchsehen.

Pflegebedürftige Bewohner: Aufrechte Position: nur Handreichung und Platzieren kleiner Dekostücke. Dankesworte sprechen, wenn gewünscht, und jedem persönliches „Dankeschön“ geben (z. B. Karte).

Hinweise für die Praxis: Herbstliche Bastelarbeiten stärken das Gemeinschaftsgefühl. Diese Einheit eignet sich gut als Gruppenrund, in der alle gemeinsam etwas „gratifes“ erstellen. Achten Sie bei Heißkleber auf Ablüften oder Sitzabstand, damit niemand sich unwohl fühlt.

Getränke und Säfte probieren

Ziel der Einheit: Geschmackserlebnisse verschiedener Getränke (z. B. Erfrischungsgetränke und Früchte- bzw. Kräutersäfte) wecken Erinnerungen (z. B. Früchte vom Garten, hausgemachte Limonade).

Materialliste: Kleine Gläser, Strohhalme, mehrere Getränke: Apfelsaft, Johannisbeersaft, Zitronenlimonade, Mineralwasser, evtl. Ingwerwasser oder selbstgemachte Kräutersäfte (Salbei/Kamille gekühlt). Papier zum Verschließen (Ratespiel). Luftballon (für Kohlensäure spüren). Servietten.

Vorbereitung: Getränkepot s mit verschiedenen Säften füllen, evtl. Eiswürfel vorbereiten, Strohhalme bereitstellen. Zettelchen für Blindverkostung (Getränke benennen oder vertuschen).

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Kurze Ansprache: „Welche Säfte oder Limonaden gab es früher auf dem Markt?“
2. Ratespiel: Alle bekommen zunächst Wasser (neutral). Anschließend verschiedene Säfte in der gleichen Farbe mit Strohhalm angeboten: Die Blindverkostung, z. B. grüner Trink mit Pfefferminze.
3. Jeder darf raten, um welches Getränk es sich handelt.
4. Diskussion: „Wer hat als Kind am liebsten Schorlen gemacht (Saft + Sprudel) – wie lief das ab?“
5. Bewegung: Mit dem Luftballon pumpt geräuschvoll, um Kohlensäure zu spüren (übertriebenes Lachen fördern).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Einen vertrauten Getränkegeschmack auswählen (Apfelsaft). Nacheinander „toasten“ (armen diese loben). Weniger Erraten, mehr Genießen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Eigene limonade mischen (Zitrone auspressen). Kleiner Workshop: „Wie stellt man alte Apfelsaft auf dem Herd her?“

Pflegebedürftige Bewohner: Alternative: verschiedene Teesorten (mineralisch vs. süß). Nur austeilen und dabei etwas sagen wie „Das schmeckt nach Zitronen, oder?“ auf einfache Art.

Hinweise für die Praxis: Getränke sind ein niederschwelliges Sinneserlebnis. Achten Sie auf Unverträglichkeiten (zuckerfrei); bieten Sie ggf. Getränke in verschiedenen Stärken an. Das Ratespiel lockert auf und fördert die Konzentration.

Alte Küchenwerkzeuge entdecken

Ziel der Einheit: Erleben und Benennen historischer Küchenutensilien (Butterfass, Waffeleisen, Kartoffelstampfer, alte Waage); kognitive Stimulation durch Vergleiche mit modernen Geräten.

Materialliste: Original oder Nachbildung alter Küchengeräte: Handkaffeemühle, Butterfass, Waffeleisen, Nudelholz, Kehrblech (Herdbesteck), alte Handwaage. Zeitung/Brett für Präsentation. Große Decke, auf der die Gegenstände ausgebreitet werden. Schutzdecke/Tuch.

Vorbereitung: Alle Gegenstände polieren und griffbereit hinstellen. Kurz erklären: „Wir machen ein Museum auf.“

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Eröffnungsfrage: „Welche Geräte gab es in eurer alten Küche, die ihr heute nicht mehr benutzt?“
2. Die Werkzeuge reihum gehen lassen, jede/r darf sie in die Hand nehmen. Dazu passende Fragen: „Was hat man hiermit früher gemacht? Wer weiß es?“
3. Wechseln in Zweiergruppen: Jede Gruppe bekommt ein modernes und ein altes Gerät, stellt sie gegenüber (z. B. Kaffee-Pressfilter vs. elektrische Kaffeemaschine). Kurze Demonstration (Mühle mahlen lassen).
4. Hands-on: Mit Holzstampfer in eine Schüssel Bohnen schlagen oder mit Nudelholz über ein Tuch rollen.
5. Gespräch über Erleichterungen: „Wie hat die Maschine euer Leben verändert?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nur angreifen und riechen lassen (z. B. Papageienzüngerl mit Parfüm, Holzgeruch). Keine langen Erklärung. Stichworte genügen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Ein nachgebauter Ofen, gemeinsames Kartoffelstampfen (Kartoffelstampfer), Herstellen von Teigtaschen mit altem Holzbrett.

Pflegebedürftige Bewohner: Ältere Menschen lieben Nostalgie: Erzählen lassen, was sie mit jedem Gerät gemacht haben. Keine Bewegungsaufgaben.

Hinweise für die Praxis: Das Betasten von robustem Holz oder Metall kann sehr befriedigend sein. Diese Einheit regt vor allem visuelles und haptisches Gedächtnis an. Achten Sie auf Stolperfallen durch ausgelegte Werkzeuge. Lassen Sie die Gruppe selbst rätseln, wenn möglich.

Getreide und Körner ertasten

Ziel der Einheit: Haptisches Erkunden verschiedener Getreidearten (Hafer, Gerste, Roggen, Mais); Lernmoment über Vielfalt und historische Verwendung.

Materialliste: Kleine Schälchen oder Stoffbeutel mit Hülsenfrüchten/Getreide (Haferflocken, Maiskörner, Linsen, Reis, Weizenkörner). Je Art ausreichend für 1–2 Hände Voll. Beschriftete Behälter. Ggf. Tücher zum Abdecken, Tabletts.

Vorbereitung: Schälchen füllen und verdecken. Bei Bedarf Bilder der getreideartigen Pflanzen drucken.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einstieg: „Aus was macht man Mehl und Brot früher?“ Antworten zulassen, dann Gegenstände präsentieren.
2. Vielfalt fühlen: Jeder riecht und fühlt (handreiben). „Wie fühlt sich Reis an? Und die Bohnen?“
3. Ratespiel: Augen verbinden, Körner ertasten lassen und raten, was es ist.
4. Zuschauende Bewegungsübung: Korn-Händchenpressen („Wir reiben die Körner zwischen den Händen“).
5. Gespräch: „Welches Getreide wurde bei euch traditionell angebaut?“
6. Vielleicht gemeinsam eine Mini-Schale Müsli (Hafer, Nüsse) anrichten und probieren.

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nur zwei Sorten (z. B. Reis und Hafer) anbieten. Keine Ratehrätsel, nur beschreibende Hilfestellung.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Brot backen mit frischem Mais- oder Vollkornmehl (Wer ein Mahlwerk hat, laufen lassen). Korntüten-Nachfüllen (leichter Umgang mit Körnern).

Pflegebedürftige Bewohner: Eventuell stabile Schälchen zum Durchfassen (reduzierter Geschicklichkeitswunsch). Alternativ Bilder von Getreide anschauen.

Hinweise für die Praxis: Korniges Material sensibilisiert die Feinmotorik und ruft Landwirtschaftserinnerungen hervor. Auch diejenigen, die früher Felder bestellten, fühlen sich eingebunden. Informieren Sie die Gruppe kurz über den Nährwert (Vitamine) als ggf. Gesprächsstoff.

Wurst- und Käsesorten verkosten

Ziel der Einheit: Sinnesaktivierung durch Probieren und Benennen von Wurst-/Käsesorten, Anknüpfen an Erinnerungen aus Metzgerei und Jahreszeiten (z. B. Hausmacher, Käselaibe).

Materialliste: Aufschnittplatte mit verschiedenen Sorten: Teewurst, Leberwurst, Schinken, Gouda, Camembert, roher Schinken etc. Brot oder Cracker als Unterlage, Servietten, Buttermesser, Becher Wasser. Informationen zu Sorten (Notizzettel).

Vorbereitung: Kleine Scheiben anrichten, Abdeckung (Frischhaltefolie) für Hygiene. Teller für die Gruppe.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einführung: „Welche Wurst gab es früher oft nur auf dem Sonntagsbrötchen? Was war selbst gemacht?“
2. Jeder Teilnehmer probiert eine Sorte. Dabei die Konsistenz ertasten und den Geruch beachten.
3. Fragen: „Ist die Leberwurst eher fein oder grob? Schmeckt sie würzig oder mild?“
4. Jedes probierte Stück zusammen mit Brotstück essen (langsam kauen lassen).
5. Erinnerung: „Wer hat früher beim Schinkenräuchern geholfen? Wie lange durfte Wurst hängen?“
6. Variantenverkostung: Blindverkostung (geschlossene Augen, eine Sorte erraten).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Beliebte Sorten auswählen (z. B. milde Käse). Portionen vorgereicht bekommen. Vermittle „Qualität“ in einfachen Worten: „Gut schmeckende Wurst mit feinem Biss.“

Aktive Seniorinnen und Senioren: Extensiver eigens Schinken abschneiden lassen, experimentelles Anrichten (z. B. Käsewürfel mit Traube).

Pflegebedürftige Bewohner: Eventuell nur Käse anbieten (leichter zu kauen) oder weiche Wurst. Vermeidung von Schinken bei Zahnschwäche.

Hinweise für die Praxis: Aufschnitt fördert alle Sinne – die weiche Konsistenz und der Duft verschiedener Sorten regen zum Reden an. Verwenden Sie die Aktivierungsgabel für Hygienski­ (Verwendung von Zahnstochern/Spießen). Achten Sie auf ausreichende Getränke und verkleinern Sie bei Bedarf die Portionen.

Picknick wie früher

Ziel der Einheit: Erinnern an frühe Ausflüge und Grillnachmittage im Grünen; Förderung der Geselligkeit und sensorischen Eindrücke (Luft, Gerüche).

Materialliste: Decke oder Tischdecke fürs „Picknick“, einfache Speisen (z. B. belegte Brote, Obstspieße, Käsewürfel), Kaffeekanne/Thermoskanne, Teller, Becher. Transportkorb oder Kühltasche. Evtl. CD mit Vogelgezwitscher.

Vorbereitung: Kleine Speisen einpacken oder arrangieren (Fingerfood). Picknickplatz im Aufenthaltsraum oder Wintergarten herrichten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einstieg: „Wer von euch ging als Kind gerne mit der Familie in den Park essen?“ Kurzer Austausch.
2. Decke ausbreiten, Speisen herausholen wie beim Picknick. Alle dürfen probieren und die Umgebung „spüren“ (Luftzug, z. B. Ventilator nutzen).
3. Aktivierungsspiel: Jeder nennt ein Picknick-Spiel (Frisbee, Federball, Ballspiele) und macht die Geste nach.
4. Gemeinsames Essen: Ein Stück Apfelkuchen oder belegte Brötchen mit Naturfolien-Beutel verteilen.
5. Abschlussrunde: „Wo wart ihr immer am liebsten picknicken?“ Hintergründe: z. B. alten Wald, See.

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Indoor-Picknick: Nur die Umgebung gestalten (Grünpflanzen, frische Luft simulieren). Einfache Snacks (Käsewürfel) reichen. Gespräche über Natur vermeiden Ärger; lieber Gerüche genießen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Picknick-Aktionen draußen (sofern Wetter). Selbst Sandwichtaschen belegen lassen oder Salat mischen.

Pflegebedürftige Bewohner: Statt Picknick nur "Café-Treff": Decke, Kuchen, Lied im Hintergrund. Wer mag, bekommt Brot in die Hand und streicht.

Hinweise für die Praxis: Picknicks wecken Freudenmomente: Bewegung, Natur, gutes Essen. Besonders für spaziergewohnte Senior*innen. Achten Sie auf Sturzsicherheit (z. B. Anti-Rutsch-Matte unter Decke). Bei drinnen: Klimasimulation durch leichte Ventilation kann entspannen.

Bauernmarkt simulieren

Ziel der Einheit: Markterlebnis nachahmen: Produkte anfassen und Preise schätzen, Sinnesschulung (Hören, Riechen, Fühlen); soziales Spiel.

Materialliste: Mehrere „Marktstände“ (Tische): je eine Obst-, Gemüse-, Kräuter-, Wurst- und Käsetheke. Auslegen von typischen Waren (Paprika, Tomaten, Obst, Brotstücke, kleine Stoffbeutel mit Kräutern). Preisschilder zum Beschriften (Papiere, Marker). Spielgeld (Zettel, Münzenattrappen). Schürzen für „Verkäufer“. Wecker oder Klingel (für Handkasse).

Vorbereitung: Stände aufbauen, Waren verteilen, Schilder mit Fantasiekürzeln versehen. Geldgeld bereithalten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Eröffnung: Ein paar Teilnehmer sind „Markthändler“, andere Kunden. Jeder Händler stellt sein „Besteck“ vor (z. B. Teller mit Paprika oder duftenden Kräutern).
2. Die Kunden bekommen Spielgeld (oder „Marktbon“) und kaufen Symbolartikel. Dabei wird gefragt: „Wie viel kostet das im Vergleich zu früher?“
3. Rollen tauschen: Nun haben andere Teilnehmende die Chance, Verkäufer zu sein.
4. Marktschreier spielen: Kurze Phrasen rufen („Frischer Apfel!“) imitieren.
5. Abschluss: Kleine Preise (z. B. Bonbons) verteilen – „Vielen Dank, dass Sie auf dem Markt waren.“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nur eine Station anbieten, z. B. „Gemüse“. Keine Geldberechnung; eher gemeinsames Anfassen und Riechen. Einfache Fragen: „Ist die Gurke kühl?“

Aktive Seniorinnen und Senioren: Komplexeres Marktschätzspiel: Welche Ware wird in welcher Menge verkauft (Frage nach Stück oder Gewicht). Realistische Preise vergleichen (Wirtschaftsspiel).

Pflegebedürftige Bewohner: Betreuende im Hintergrund. Fokus auf Haptik: Gurken, Melonen schneiden oder nur halten.

Hinweise für die Praxis: Marktspiele fördern Sprache (Preise, Obstnamen). Für Demenzkranke kann die Kommunikation per Spielgeld motivierend sein. Passen Sie Preise altersgerecht (nicht zu hoch, um Frust zu vermeiden). Rechnen ist kein Ziel, sondern Gemeinschaftsspiel.

Herbstbasteln mit Naturmaterialien

Ziel der Einheit: Kreatives Gestalten mit Kastanien, Bucheckern, bunten Blättern; sensorische Förderung (Riechen und Fühlen von Herbstmaterial).

Materialliste: Echte Kastanien, Bucheckern, Eicheln, bunte Blätter, Kleber, Schaschlikstäbchen oder Holzspieße, Locher, Papier, Stifte, Transparentpapier. Draht oder Schnur (für Mobilé).

Vorbereitung: Naturmaterialien vorab sammeln oder kaufen. Tische abdecken. Bastelvorlagen (Tierchen, Mobilé) drucken.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einstieg: „Wer hat Eichelmännchen oder Kastanienfiguren gebastelt?“ Bastelbeispiele zeigen.
2. Teilnehmende wählen Materialien. Anfassen und Beschreiben („rau, glatt, dick“).
3. Anleitung: Mit Kleber Kastanien zu Tieren oder Figuren zusammensetzen (Federkiele oder Stäbchen als Beine stecken).
4. Wenn ruhiges Arbeiten gut klappt: Laub auf Papier kleben (Herbst-Bild).
5. Gespräch (nebenbei): „Welche Tierspuren habt ihr im Herbst gesehen? Gibt es Rehe oder Hasen?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Kein Kleber, sondern nur Stecken (Eicheln mit Draht auffädeln, einfache Mobile). Oder Kastanien „nur sammeln und zählen“.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Komplexe Objekte: Kastanienholzwürmer bohren, Ketten fädeln. Wettbewerbe: Wer baut die originellste Figur?

Pflegebedürftige Bewohner: Vorratskörbe mit Materialien zum Fühlen und Farben anschauen. Kein komplexes Basteln. Hilfe beim Kleben anbieten (Hand führen).

Hinweise für die Praxis: Basteln aktiviert Kreativität und vermittelt Glücksgefühle bei Erfolg. Bei Spätherbst besonders passend – Außengeräusche (Wind, Blätterrascheln) können einbezogen werden (Fenster öffnen). Ermuntern Sie Austausch über geerntete Früchte (Nüsse knacken).

Kreativer Kartoffeldruck

Ziel der Einheit: Künstlerischer Ausdruck mit Kartoffeln; Feinmotorik- und Gestaltungsfähigkeit fördern; Erinnern an bäuerliche Tradition.
(Diese Einheit ist optional, wenn die rein motorischere Einheit Kartoffeldruck in Einheit 7 nicht genügte.)

Materialliste: Große Kartoffeln, Messer (Betreuer*in formt Stempelmuster), Fingerfarben oder Textilfarbe, Papier oder Stofftaschen, Plastikteller als Farbpalette, Lappen.

Vorbereitung: Kartoffeln waschen und halbieren. Auf einer Platte Muster hineinschnitzen (z. B. Linien, Punkte). Farben in Teller füllen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einführung: „Wer hatte früher mehr Zeit als Künstler: der Bauer oder ein Dichter?“ Lächeln erzeugen.
2. Jeder wählt eine Kartoffelhälfte, taucht sie in die Farbe und druckt damit auf Papier (bunte Punkte, Blumen).
3. Durch den Druck entstehen Muster. Zwischendurch loben: „Sehr schön, wie du gelbe Sterne druckst!“
4. Gemeinsam ein Bild fertigstellen: Ein großes Poster aus gesammelten Drucken gestalten (Herbstbaum mit Kartoffelrinden).
5. Abschluss: Beobachten, vergleichen. „Welche Farbe gefällt euch am besten?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Einfaches Drucken: Eintauchen, Stempeln, zufrieden sein – ohne Perfektionszwang.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Gemälde mit mehreren Farben und Formen planen (vielleicht Thema: Ernte). Auch: mit Kartoffeln Muster nur verblassen (abreiben) statt Farbe aufnehmen lassen.

Pflegebedürftige Bewohner: Nur einzelne Stempel abgeben und festhalten lassen. Kreative Nachbearbeitung (Weihnachtskarte bemalen).

Hinweise für die Praxis: Kreative Einheiten steigern das Selbstwertgefühl. Kartoffeldruck ist unkompliziert und ungezwungen. Vermeiden Sie, dass die Finger zu sehr beschmutzt werden (Handtuch bereitlegen). Bieten Sie eine „Sauberungsstation“ an (Feuchttücher).

Bauernhof erleben

Ziel der Einheit: Visuelle und akustische Aktivierung durch Fotos oder kurze Filme vom Bauernhof; Erzählen von Erlebnissen aus Jugendzeiten.

Materialliste: Fotoalbum oder Beamer/Tablet mit Bildern/Videos: Kühe melken, Hühner im Stall, Ernte. Stofftiere (kleine Plüschtiere: Kuh, Schwein). Bauernhof-Geräusche (Tablet-Audio: Krähen, Muhen). Ziegenkäse, frische Eier zum Betasten.

Vorbereitung: Bilder/Videos bereitlegen. Audioquelle anschließen. Kuscheltiere verteilen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einstieg: „Wer ist auf einem Bauernhof aufgewachsen?“ Kurzes Erzählen ermöglichen.
2. Zeigen: Fotos von Scheune, Stall, Feldern. Geräusche dazu abspielen. „Was hört ihr? Wer glaubt, das ist eine Kuh, die ruft?“
3. Mit Plüschtieren spielen: „Ich streichle die Kuh. Wie fühlt sich ihr Fell an?“
4. Im Anschluss: Käse oder Ei in die Hand nehmen, darüber sprechen (gerne essen lassen).
5. Bewegungsspiel: Gemeinsam Tiergeräusche nachmachen (geben, kein Zwang), evtl. passende Tänze (Ländler).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nur Hören und Betasten: Jeden Ton kurz kommentieren. Keine langen Spaziergänge im Text, nur Fragen: „War das ein Hahn?“

Aktive Seniorinnen und Senioren: Film einer kompletten Saison zeigen (z. B. Hofarbeit im Sommer), evtl. ein Bauernhof-Gedicht vorlesen.

Pflegebedürftige Bewohner: Bilder mit Hand beschriften lassen (Tiere identifizieren). Grobmotorik: Arm schütteln wie Hühnerflügel.

Hinweise für die Praxis: Die Ländlichkeit ruft angenehme Assoziationen wach. Wenn es sich um Stadtmenschen handelt, vergleichen Sie mit früheren Kleingärten. Integrieren Sie Biografiefragen: „Gab es in eurer Familie mal einen Bauernhof? Was macht den Bauern spannend?“.

Kräuter schnippeln

Ziel der Einheit: Frische Kräuter zerreiben oder schneiden („Duft aktivieren“); Verwenden von Kräutern in der Küche (z. B. Suppenkraut) thematisieren.

Materialliste: Frische Kräuter (z. B. Petersilie, Schnittlauch, Dill), Küchenmesser oder Küchenschere, Schneidebrett, Aromaglas (offen), Teelöffel zum Rühren. Schüssel mit etwas Butterbrot oder Cracker. Zettel oder Buch zum Kräuterwissen.

Vorbereitung: Kräuter waschen. Stängel und blättrig trennen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einleitung: „Welche Kräuter hättet ihr gerne aus eurem Garten, wenn ihr könntet?“
2. Jeder riecht an den Kräutern (frisch). Dann zerdrückt sie in den Händen („Salbeiblatt kneten“).
3. Schneiden: Betreuungskraft lässt die Teilnehmenden mit Anleitung die Kräuter klein schneiden (eller vorsichtig mit Plastikmesser nur andrücken).
4. „Teezubereitung“: Die geschnittenen Kräuter in heißem Wasser ziehen lassen (z. B. Petersilientee) und kurz probieren.
5. Besprechung: „Was hat man früher mit Kräutern gekocht? Welche guten Wirkungen hatte Kamillentee?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nur den Duft genießen: Frischkleben oder in ein leeres Glas mit Wasser legen. Ganz kleine Mengen kneten lassen (nur Blattende, sicherheitsgerichtet).

Aktive Seniorinnen und Senioren: Kräuterbutter selbst herstellen: Kräuter in Butter einarbeiten. Nach Rezept: Kräutersalz selber mischen.

Pflegebedürftige Bewohner: Weniger schnippeln, mehr riechen. Betreuer*in kann Kräutertee anbieten und erzählen: „Wenn’s mal im Magen zieht, trinkt man Kamille.“

Hinweise für die Praxis: Frische Kräuter stimulieren stärker als getrocknete. Achten Sie auf evtl. Allergien (z. B. Petersilie). Ziehen Sie ein kurzes Fotoalbum von Garten im Sommer zur Veranschaulichung hinzu.

ABC der Lebensmittel

Ziel der Einheit: Kognitives Aktivieren durch Wortfindungsspiel: Lebensmittel von A–Z auflisten; Gruppenarbeit / Quizformat.

Materialliste: Tafel oder Flipchart, Marker/Kreide. Kleine Kärtchen mit Buchstaben (A–Z). Optional: Bilder oder Symbole zu Buchstaben (z. B. Apfel für A). Timer (Uhr) optional.

Vorbereitung: Alphabet-Zettel bereitstellen. Kreide oder Flipchart aufstellen, Stühle im Halbkreis.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Erklären: „Wir spielen heute ABC-Liste: Zum Beispiel A – Apfel, Brot, Bier…“
2. Drei Teams bilden oder ein Kreis. Buchstabe ziehen lassen. Dann reihum Namen finden. Jeder Beitrag notiert oder laut gerufen.
3. Für jede richtige Antwort applaudieren. Möglicherweise Punkte zählen (Team-Reiz).
4. Variante: Alle aufstehen lassen – je Kategorie (z. B. Lebensmittel 1-5 kg). Kleine Gruppe formuliert lieber in Sätzen.
5. Schlussrunde: „Welcher Buchstabe war am schwierigsten?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Buchstabensuche vereinfachen: Nur bis F oder G. Oder nur Bilder anführen (Wort-Wiederholung).

Aktive Seniorinnen und Senioren: Wettkampf-Modus, kompliziertere Begriffe und regionale Dialektnamen erlauben.

Pflegebedürftige Bewohner: Nur ein bis drei Runden, kurze Aufmerksamkeitsspanne berücksichtigen. Anreize: z. B. Belohnung (Bonbon).

Hinweise für die Praxis: Wortspiele fördern Sprachzentrum und Spaß am Erinnern. Inklusive Spiel kann alle einbinden. Bei Demenzkranken ggf. Ein-Wort-Kategorien (kein ganzer Satz). Positives Verstärken („gut gemacht!“) erhöht Motivation.

Lebensmittelraten (Geräusche/Gerüche)

Ziel der Einheit: Aktives Sinnestraining: Lebensmittel durch Geräusche (Knistern von Cornflakes, Schälen einer Gurke) und Gerüche erraten. Fördert akustisches und olfaktorisches Gedächtnis.

Materialliste: Geräuschquellen: Packung Chips, Knisterpapier, Kaffeepad-Einsauger (Maschine), Walnussschalen, Apfelsinenschale. Duftspender: Zimtstange, Vanilleschote, Kaffeepulver in kleinen Säckchen. Augenbinde oder Tuch für die Nase zum Zudecken (Tests).

Vorbereitung: Geräuschmaterial verstecken. Duft-/Geruchsproben in Behälter abfüllen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Aufwärmung: „Wir machen heute unseren Supermarkt-Detektiv!“
2. Geräuschraten: (Leise oder via Tonaufnahme) Popcorn, Chips rascheln, Tüten knistern. Jedes Geräusch wird nachgemacht (Schere). „Erkennt ihr das?“
3. Duftmemory: Jemand schnuppert blind an einer Würze (Weihraucherzatz verwechseln mit Zimt?). Je Person ein Gedankenschnipsel erzählen lassen.
4. Variante „Dufthände“: Zwei unterschiedlich gespannte Dufttücher reichen und Personen einander beschreiben lassen: „Erinnert ihr euch an den Duft?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Eher Duft als Geräusch. Einfache Fragen: „Wasser riecht neutral oder hat es Geschmack?“ Würdevoll bleiben, keine Frustration zulassen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Geräusche selber erzeugen (z. B. Trommeln an Dosen), Geräuschrätsel in Teams.

Pflegebedürftige Bewohner: Nur Hören oder nur Riechen anbieten, Augenbinden nur unter Aufsicht einsetzen.

Hinweise für die Praxis: Dieses Spiel fördert intensive Auseinandersetzung mit Alltagsreizen. Seien Sie bei Geräten vorsichtig (Lautstärke!). Zeitbudget anpassen – nach 30–60 Sekunden Luft geben, dass kein Frust entsteht. Besonders hilfreich ist, die Erinnerung an einen Moment zu wecken („So hat es in der Küche geknistert, wenn…“).

Sommererfrischungen

Ziel der Einheit: Erkennen von Sommergetränken/Eis; Beleben der Sinne mit süß-kühlen Erlebnissen; Gespräch über Sommerfeste und Hitze.

Materialliste: Eis (z. B. Vanille, Zitrone in Bechern), Eiswürfel, Zitronenscheiben, Strohhalme, kleine Ventilatoren (trocken oder wasserzerstäuben), Wasserschüssel (einfaches Fussbad). Sommerbilder (Strand, See).

Vorbereitung: Eisportionen (kugeln) in Becher füllen. Decken/Capes bereitlegen. Hände einweichen-Becken.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einstieg: „Woran erkennt man den Sommer am Esstisch?“
2. Eis essen und fühlen: „Wie kalt ist das Eis auf der Zunge? Welche Sorte hast du am liebsten?“
3. Becher mit Eiswürfeln als Luftpumpe: Sie herumreichen und zusammen aufreißen (niechaltes Schwitzen).
4. Für Abkühlung: Kurz die Hände in kühles Wasser tauchen lassen.
5. Fotos zeigen: „Habt ihr Sommergetränke selbst zubereitet (Limonade)? Denkt an Freibadbesuche.“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nur kleine Portionen, keine Eile. Kühle Tücher reichen oder Ventilator an. „Eis-Lolly“ wird in der Hand gehalten, Mundkontakt optional.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Kochen von Limonade (frische Zitrone auspressen), Eis mit Früchten dekorieren.

Pflegebedürftige Bewohner: Gute Platzierung (Sonnenschutz) und Sicherheit (kein Ausrutschen bei Wasser). Kühles Fußbad für müde Beine als Ersatz anbieten.

Hinweise für die Praxis: Eis ist stets beliebt – hier lassen sich leicht positive Gefühle erzeugen (Kindheitserinnerungen an Hot Days). Achten Sie auf Allergien (Milchprodukte) oder Diabetes (Zuckerersatz). Ermutigen Sie zur langsamen Kost.

Nostalgie-Film oder -Geschichte

Ziel der Einheit: Aktivierung durch visuelle/akustische Stimulation: Einen kurzen Film, Diashow oder Hörspiel mit historischem Bezug ansehen/hören (z. B. Ernte, Kochen im alten Bauernhaus). Entspannung und Biografieanlass.

Materialliste: Tablet/Beamer mit Anschluss, Lautsprecher, kurze Videos oder Foto-Diashow (Bilder aus dem Familienalbum oder Archiv, z. B. „So hat Oma gebacken“), evtl. Bildbetrachter-Rahmen. Leinentuch zum Sonnenstellen. Getränke (Tee).

Vorbereitung: Passendes Material recherchieren (z. B. auf Youtube: „DDR-Küche“ oder regionales Kulturvideo). Raum abdunkeln, Tische freiräumen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einleitung: „Wir sehen uns heute eine kleine Zeitreise an.“ Thema ankündigen (z. B. Brotbacken 1950).
2. Film/Diashow laufen lassen (Dauer max. 5–10 Minuten).
3. Nachbetrachtung: „Was war anders, was bekannt?“ Gemeinsame Beobachtungen sammeln.
4. Parallele ziehen: „Wer hat so eine Kochstelle oder Ofen gekannt?“
5. Weitere Fragen: „Wie wurde sich draußen das Essen gekocht? Wer hat am ersten Fernseher gekocht?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Auflösung und Helligkeit etwas verringern (kein Flackern). Kurze Clips (max. 2–3 min). Stille zulassen oder leise beschreiben.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Mehr Partizipation: Nach dem Anschauen eigene Fotos zeigen und über Technikunterschiede sprechen.

Pflegebedürftige Bewohner: Umgang mit Technik beachten: Bild groß halten (Lesebrille bereithalten). Bedarf an Wechselpositionen einplanen.

Hinweise für die Praxis: Bewegtbild zieht viele Sinne gleichzeitig an, jedoch können gaffe Orientierungsprobleme bereiten; daher vorher Ablauf erklären. Nach der Präsentation genug Raum für Assoziationen (Haustiere, Umgebung). Wenn möglich, auch ein kurzes Hörbeispiel (z. B. Radioansage aus den 50ern) einbinden.

Marmeladenverkostung

Ziel der Einheit: Unterschiedliche Marmeladen/Gelees probieren und bewerten; Erinnern an Einkochen, Kompott und saisonales Obst.

Materialliste: Verschiedene Brotaufstriche (z. B. Erdbeermarmelade, Aprikose, Pflaumenmus, Waldbeerengelee), Butter, Brot/Brötchen, Messer, Servietten, eventuell kleine Probenschälchen.

Vorbereitung: Belegte Brote oder Allzweckskala mit den Sorten. Gläser beschriftet. Stöcke oder Displays für „Bewertung“ (1–5 Sterne).

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einstieg: „Was habt ihr euren Kindern für Aufstrich gemacht?“ Kurz erzählen lassen.
2. Kostenrunde: Jeder probiert je Sorte. Dazwischen Mund mit Wasser ausspülen.
3. Diskussion: Geschmack beschreiben (süß, herb, fruchtig). „Welche Marmelade fandet ihr am leckersten? Mit was habt ihr sie gegessen?“
4. Optional: Brot mit Butter bestreichen, dann Marmelade drauf tun, so kreieren.
5. Basteln: Wer mag, kann Papier aus einer (guten) Marmelade um den Stuhl kleben (Marmeladenetikett malen).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nur bekannte Sorten einschränken (z. B. Erdbeere und Kirsch). Marmelade auf Löffel bieten anstatt aufs Brot.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Kleine Workshops: Kekse mit verschiedenen Füllungen herstellen. Umfragen zu „einmaliges Lieblingsrezept“.

Pflegebedürftige Bewohner: Gegebenenfalls kalorienärmere Alternativen (zuckerreduziert). Konzentration unterstützen durch Vorlesen kurzer Geschichten dazu.

Hinweise für die Praxis: Marmeladen wecken oft die Erinnerung an Großmutter. Diese Verkostung ist niederschwellig und beliebt. Achten Sie auf Hygieneregeln beim Durchreichen. Ein „Geschmackstabelle“ kann helfen, vielfältige Eindrücke zu sammeln.

Brotaufstrich-Challenge

Ziel der Einheit: Direkte Gegenüberstellung alter Brotaufstriche (z. B. Leberwurst, Teewurst) mit modernen (z. B. Hummus, Avocadoaufstrich) – Erinnerungsarbeit und Sensorik.

Materialliste: Bereits bekannte Aufstriche aus Einheit 32 plus 1–2 neue (vegetarisch, exotisch). Brot oder Cracker. Schälchen für jeden. Notizzettel, um „Beste“ auszuwählen.

Vorbereitung: Schälchen anrichten, Löffel verteilen. Etiketten anbringen (Name).

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einleitung: „Wir verkosten heute Brotaufstriche früher und heute.“
2. Kleiner Vergleich: Starte mit traditioneller Leberwurst, dann moderner Alternativen (z. B. Pesto, vegane Wurst). Jeder probiert in der gleichen Reihenfolge.
3. Nach jedem Biss Bewertung erfragen: Eher alt vs. modern?
4. Gemäß Stimmung: Abstimmen lassen, was jetzt beliebter ist (Zettelkarte ausfüllen).
5. Fazit: „Traut ihr euch, etwas Neues in Zukunft zu essen?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Keine modernen Aufstriche, nur Traditionssorten. Keine Bewertung, nur loben oder notieren, was gemacht wurde.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Selber Aufstriche mixen lassen (Gekochte Bohnen pürieren, Kräuter hinein).

Pflegebedürftige Bewohner: Weiche Aufstriche bereitstellen (glatt püriert). Wiederholungen zulassen („Ist das nicht lecker?“).

Hinweise für die Praxis: Diese Challenge regt zum Nachdenken über „dabei-geblieben“ vs. „Neues ausprobieren“ an. Für viele ältere Menschen sind Spitzenaufstriche (Hummus) neu – behutsam heranführen.

Erzählcafé: Erinnerungen ans Kochen

Ziel der Einheit: Gesprächsrunde zu persönlichen Kocherlebnissen: Ältere teilen Rezeptideen und Familiengeschichte; soziale Interaktion und Biografiearbeit.

Materialliste: Gemütliche Sitzrunde arrangieren, evtl. Fotoalbum mit Familienbildern (Kochen). Eine Schale mit Getreide, Gewürzen oder ein Teelicht als Gesprächsstarter in der Mitte. Notizblock (für mögliche Rezeptideen der Gruppe).

Vorbereitung: Keine speziellen Utensilien nötig, außer Fotos oder Gegenstände, die zum Erzählen anregen. ggf. Stoffservietten verteilen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Begrüßung: „Heute sprechen wir über das Kochen früher. Jeder darf erzählen.“
2. Station zur Biografie: Reihum erzählt jede Person (sofern gewollt) von einem Lieblingsgericht aus der Kindheit oder von einer Festspeise. Betreuungskraft wirft Fragen ein: „Wer hat dir früher zugesehen? Gab es geheime Gewürze?“
3. Moderator dient: achtet auf Lacher, forciert Stimme - Körpersprache. Beteiligung durch Nachfrage sicherstellen.
4. Zwischendurch leitet eine leichte Aktivität ein: „Kannst du uns noch ein Geheimnis verraten, z. B. einen außergewöhnlichen Tipp deiner Mutter?“
5. Abschluss: Gemeinsam notieren oder an die Wand schreiben, was die Runde kochen möchte (z. B. „Dieses Rezept wollen wir nä. Woche testen.“).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Fokus auf Einzelne: Jede Person zeigt ein Foto (oder keins) und erzählt in einem Satz. Loben Sie jeden Beitrag.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Rezepte austauschen (kleines Heft anfertigen). Evtl. eine Köchin oder Metzgerin einladen.

Pflegebedürftige Bewohner: Einfache Ja/Nein-Fragen und Gedächtnisstützen („War euer Ofen damals elektrisch oder Holzofen?“). Bildkarten verwenden, um den Gedankengang zu erleichtern.

Hinweise für die Praxis: Erzählcafé-Gruppen fördern Gemeinschaft. Sorgen Sie für ein sichereres Umfeld (Angst vor Offenbarung mindern). Dolmetschen Sie Frühlingsgerüche usw. kaum; hier stehen Worte im Vordergrund.

Musik und Gesang zum Thema Essen

Ziel der Einheit: Aktivierung durch Essen-bezogene Lieder und Gedichte; Stimulierung von Gedächtnis und Bewegungskoordination (mitklatschen).

Materialliste: Liedertexte („In der Weihnachtsbäckerei“, „Sah ein Knab’ ein Röslein steh’n“ o.ä.), eventuell ein Keyboard oder CD-Player. Rhythmusinstrumente (z.B. Rasseln, Klanghölzer), Löffel als Rhythmus. Texte ausdrucken. Sitzkreis gestalten.

Vorbereitung: Liedtexte kopieren, Requisiten verteilen. Lautsprecher checken. Ruhe vorab herstellen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einstieg: „Können wir heute zusammen ein Küchenspiel spielen? Wir singen und klatschen, wenn’s ums Essen geht.“
2. Ausgewähltes bekanntes Essen-Lied singen (Text zeigen, alle gemeinsam). Jeder kann in den Strophen abwechselnd führen (Solo / Refrain).
3. Beim Singen Instrumente einsetzen: Jemand darf rhythmisch mit Rassel begleiten, andere mit Löffeln auf den Tisch trommeln.
4. Kurzes Gedicht vorlesen („Leckeres, Heißes!“). Reime ersetzen oder erfinden: „Was reimt sich auf Sauce?“
5. Abschluss: Lied in eigenem Tempo mehrmals wiederholen, mit Handbewegungen (z. B. „Backe, backe Kuchen“-Melodie und Butter schwenken).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Sehr bekannte Kinder- oder Volkslieder zum Mitsingen (Wiederholung gut). Einfach Instrumentschläge oder Armbewegungen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Neue Lieder (z.B. italienisches Lied über Wein) einbringen. Selbstgedichte schreiben lassen (kleine Gruppen).

Pflegebedürftige Bewohner: Musik zuhören mit geschlossenen Augen; evtl. Mitsummen erlauben. Nicht singen lassen, wenn Stimmprobleme.

Hinweise für die Praxis: Musik aktiviert breite Bereiche des Gehirns. Integrieren Sie Lieder, die in der Gruppe bekannt sind. Beachten Sie, bei manchen Senior*innen kann lautes Singen anstrengend sein – Pausen ermöglichen. Achten Sie auf die richtige Lautstärke.

Backklassiker

Ziel der Einheit: Erinnern an traditionelle Kuchen oder Gebäck wie Bienenstich, Käsekuchen, Hefezopf; Förderung der Kochlust.

Materialliste: Zutaten für einfachen Rührkuchen oder Hefekuchen (wenn gemeinsames Backen möglich): Mehl, Eier, Zucker, Butter; Rührschüssel, Mixer, Backform. Alternativ Bilder bekannter Kuchen. Backbuch oder Rezepte.

Vorbereitung: Rezept bereithalten, Zutaten abwiegen (nach Möglichkeit einfache Vorarbeit durch Betreuungskraft). Backofen vorheizen (wenn Backen in Haus erlaubt, evtl. Demonstration).

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Begrüßung: „Wer hat oft mit der Mutter oder Großmutter Kuchen gebacken?“ Lieblingssorten besprechen.
2. Teig anrühren: Betreuungskraft gibt während des Mixens Schritte bekannt, Teilnehmende dürfen abwechselnd Zutaten hinzurühren (Zucker, Mehl).
3. Teig kosten lassen (Rührteig ist normalerweise roh-etiq).
4. In Form geben – zusammen glatt streichen. Während des Backens: frische Sahne steif schlagen oder Streusel anrühren.
5. Kuchen gemeinsam probieren (Löffelkreislauf: Jede kostet mit kleiner Gabel).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Einfacher Streuselkuchen aus gekauftem Teig aufwerten (Streusel verteilen lassen). Möglichst wenig selbst rühren, mehr statische Aufgaben.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Rezepte variieren (Haferkuchen vs Nusskuchen), Verzieren (Stichmuster schneiden, Streuselteig).

Pflegebedürftige Bewohner: Hände im Teig bewegen lassen (einfaches Kneten für Sensorik). Wer mag: Rührbesen an der Decke halten (als Fantasieübung).

Hinweise für die Praxis: Gemeinsames Backen schafft Stolz und Geselligkeit. Achten Sie beim Backen auf Hygiene (Händewaschen) und Sicherheit (Ofen beaufsichtigen). Bei „abkochen“ ggf. Backofen vermeiden und den „virtuellen Backofen“ spielen (Teig in Form „auftauen lassen“, danach kalten Kuchen essen).

Lebensmittel-Basteln

Ziel der Einheit: Basteln mit essbaren Materialien: z. B. Lebkuchenhäuschen verzieren oder Fruchtsalat anrichten; verbinden von Kreativität und Ernährung.

Materialliste: Je nach Idee: Lebkuchenhaus-Bausatz mit Zuckerguss und Süßigkeiten, oder (nicht essbar: Styroporhaus + Glitzer). Oder Schüsseln mit geschnittenem Obst und Beeren zum Verzieren (Früchte-Spieße). Bastelfarben für Apfelgesichter (Lebensmittelfarbe).

Vorbereitung: Materialien ordnen. Beim Lebkuchenhaus: vorab verköstigbar, Tonkarton-Vorlage beim Modell. Gläser mit Stiften, Teller für Obst.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Thema ankündigen: „Heute basteln wir unser eigenes Lebkuchenhaus (oder Spieße)!“
2. Arbeitsschritte erklären: Jeden erhalt eine Hauswand (aus Lebkuchenteig oder Papier) und Glasur. Dann darf nach Herzenslust dekoriert werden (Gummibärchen, Smarties) – jeder klebt eigene Teile. (Beim Obst: Holzspieße auf Äpfel, Birnen, Weintrauben stecken).
3. Austausch: „Wie nennt ihr euer Kunstwerk? Wird es gegessen oder aufgestellt?“
4. Zusammenfassen: Jeder stellt sein Werk vor (auch non-verbal: „hier eine Figur, hier eine Süßigkeit“).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nicht alles essbar lassen: Vielleicht Styropor- oder Pappteile zum Bekleben. Hauptsache Gestaltung und Fühlen (Zuckerguss-Hand auftragen ist erlaubt).

Aktive Seniorinnen und Senioren: Anspruchsvoll: Den Zuckerguss selbstmixen oder mit Farbspritztechnik arbeiten. Forenbeitrag zum Veröffentlichen vorbereiten.

Pflegebedürftige Bewohner: Hilfestellung anbieten (Hammer für Nägel, Schere etc.). Keine spitzen Sachen.

Hinweise für die Praxis: Diese Bastelarbeiten verbinden häufig kreative Freude mit leckerem Ergebnis. Essen von selbst Gemachtem vermittelt Erfolgserlebnis. (Tipp: Mundgefühl auf Kleber achten – gegebenenfalls nicht alles essen.) Erwähnen Sie dekorative Traditionen anderer Kulturen für Austausch („Weihnachtsmannpulver in England“).

Sinnesbox (Fühlkiste)

Ziel der Einheit: Tast- und Geruchssinn schärfen durch ein „blinde Fühl- und Riech-Quiz“ mit Lebensmittelmaterial.

Materialliste: Undurchsichtige Kiste oder stabile Kiste mit Loch im Deckel (für Hand hinein). Verschiedene Lebensmittel zum Ertasten: ungekochte Spaghetti (geformt), Kichererbsen, Zucker, Mehl, Reis, Erbsen (getrocknet), Schleim (z. B. Gelatine-Ersatz), Kartoffelbrei in Tüte. Duftfächer oder Fläschchen (Zitrone, Vanille, Kaffee). Stifte und Papier fürs Notieren der Ergebnisse.

Vorbereitung: Behältnis vorbereiten (Loch 5–10 cm). Lebensmittel in die Kiste geben, Geruchsstoffe beschriften. Handschuhe für Auswertung bereitstellen (optionaler Hinweis).

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einstieg: „Wer kennt dieses Spiel? Fühlen und Riechen ohne zu gucken!“
2. Teilnehmende ziehen nacheinander einen „Fühlzettel“ (unwissend) und legen die Hand in die Box. Betreuungskraft gibt Stopp-Signal. Dann wird das gefühlte Lebensmittel (z. B. Reis, Kichererbse, Seife) beschrieben oder geraten.
3. Nach ein paar Versuchen: Düfte erraten lassen (Löffel mit Zimt riechen, Zitrone obendrauf).
4. Kurze Reflexion: „Wofür braucht man diese Dinge? Wo steht Zucker in eurer Küche?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nur Geräusch oder Duft, kein Formraten („hör zu, wie Reis klirrt“). Möglicherweise schon Abdeckfolie über das Loch – nur Geruch und Klang nutzen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Wettkampfcharakter: Ausgeschieden wird, wer falsch rät, bis „Super-Detektiv“.

Pflegebedürftige Bewohner: Einzelarbeit: Nur einen „Zugriff“, dann Hand raus und gemeinsam sprechen. Nie zu viele auf einmal (überlastet).

Hinweise für die Praxis: Dieses Spiel ist sehr motivierend, aber möglicherweise frustrierend, wenn jemand nichts errät – also sehr ermutigend loben. Hygiene beachten: Nicht Allergene in die Kiste geben (Nüsse, Latexhandschuhe für Kleinkinder). Zwischendurch Händewaschen nicht vergessen.

Memory-Spiel mit Lebensmittelbildern

Ziel der Einheit: Gedächtnistraining durch Zuordnung von gleichen Bildern (Lebensmittelpaare); visuelle Aktivierung.

Materialliste: Spiel „Memory“ mit Lebensmittelmotiven (kann gekauft oder selbstgemacht sein): Je zweimal Bild von Obst, Gemüse, Brot, Nudel, Käse, Kuchen u. a. Karten. Alternativ: Ausgedruckte, laminiert Bilder, doppelt vorhanden.

Vorbereitung: Karten gut mischen, Spielfläche mit Tuch anlegen (Rutschschutz). Regeln bereitlegen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Erklärung: Regeln kurz vorstellen. Deck (alle Karten verdeckt) in Raster auslegen.
2. Runde spielen: Einer dreht zwei Karten auf – gehören sie zusammen, darf er weiterspielen, sonst nächster. Nacheinander alle.
3. Auflockern: Nach jeder Runde z. B. Fingerübungen, gegebenenfalls kleine Streckübungen.
4. Reflexion: „Welches Bild fiel dir heute am leichtesten ein?“
5. Sieger feiern: Kleine Preise oder Applaus (innerhalb der Gruppe, kein Wettkampf).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Eins-zu-eins Vereinfachung: Nur wenige Paare (max. 6 Paare) einsetzen. Karten groß machen. Paar suchen gemeinsam, wobei „Partner“ helfen kann.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Größeres Feld (20+ Paare). Unterschiedliche Kategorien einführen (Bestandteile: Obst – Frucht; Gemüse – Pflanze).

Pflegebedürftige Bewohner: Wenn Memory zu schwer, nur visuelle Wahrnehmung: Zwei gleiche Karten vergleichen (Augenüberprüfung).

Hinweise für die Praxis: Memory trainiert das episodische Gedächtnis. Bei Demenz bieten Memory-Karten mit starken Kontrasten und Alltagsbildern Vorteile. Achten Sie auf helle Bilder und ausreichend Beleuchtung. Ermutigen Sie auch kleinste Erfolge (ein Paar gefunden) mit Lob.

Familien-Rezepte sammeln

Ziel der Einheit: Erstellung eines eigenen kleinen „Kochbuchs“ mit alten Familienrezepten; Aktivierung durch Aufschreiben/Zeichnen.

Materialliste: Blanko-Karteikarten oder Papier, Stifte, Buntstifte, Klebestift, eventuell Fotos von Familienessen. Dicke Hefter oder Aktenmappe als Sammelalbum. Teller oder Geschirr als Vorlage.

Vorbereitung: Arbeitsplätze einrichten. Beispielrezepte bereitlegen (z. B. Familienrezept-Kopie). Sammelalbum oder Ringbuch vorbereiten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Motivieren: „Lasst uns ein Weihnachts-Kochbuch gestalten – jede bringt Rezepte aus der Kindheit mit.“
2. Jeder Teilnehmer (oder in Kleingruppen) schreibt einen Rezeptnamen (auch kurz mit Zutaten) auf eine Karte. Wer mag, malt dazu ein Bild (z. B. Bild eines Brotes, Korb mit Äpfeln).
3. Diskussion: „Wer hat dieses oder jenes Rezept von wem gelernt?“ Je nach Situation: Mithilfe beim Niederschreiben (Diktat).
4. Karten ins Album stecken, die Runde schaut sich gegenseitig an.
5. Abschluss: Kochbuch jedem Teilnehmenden als Dankeschön überreichen.

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nur Stichworte sammeln („Kartoffelbrei“) und Karten mit Fotos bekleben. Oder bereits existierendes Rezept zeigen und nacherzählen lassen.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Ausführliches Sammeln: Fotos oder ausgeschnittene Zeitschriftenbilder einkleben.

Pflegebedürftige Bewohner: Rezepte vorgeben (Oma’s Rewe-Eierlikör). Aufgaben verteilen: Jemand liest vor, jemand klebt Aufkleber.

Hinweise für die Praxis: Dieses Projekt unterstützt Empowerment („Mein Rezept ist wichtig!“). Der materielle Erfolg (Buch) ist eine bleibende Erinnerung und Geschenk. Planen Sie Zeit ein (auch Folgetermin), manche probieren eigene Rezepte wirklich zu kochen.

Gedichte/Geschichten über Essen

Ziel der Einheit: Ästhetische Aktivierung durch Rezitation von Gedichten oder Kurzgeschichten zum Thema Essen; Sprach- und Hörverständnis fördern.

Materialliste: Gedichtblätter (z. B. „Das Eßhorn“ von D. v. Thüngen), Kurzgeschichte (z. B. „Der Suppendieb“), eventuell Kinderreimbücher (rahmen). Stühle im Kreis, evtl. einen Erzählerstab (Löffel im Topf).

Vorbereitung: Texte kopieren, ggf. vergrößern. Ruhige Atmosphäre schaffen, evtl. Hintergrundgeräuschgedämpft.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: 1. Auswahl ankündigen: „Jetzt hören wir ein Gedicht über unseren Bauch! Bitte aufmerksam sein.“
2. Gedicht/Geschichte vorlesen (Langsam, dramatisch), mit klarer Stimme.
3. Kurze Besprechung danach: „Worum ging es? Was hat euch an dieser Geschichte gefallen?“ Alle dürfen knappe Antworten geben.
4. Jeder darf, wenn möglich, ein Lieblings-Essens-Gedicht aufsagen (selbst vor dem Lesen auswählen lassen).
5. Mitmach-Element: Bei Wiederholungen eines Reims gemeinsam mitsprechen.

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Einzeiler auswendig lernen (z. B. „Iss, iss, iss!“-Lieder). Oder nur Bilderbuch (wo Text sehr kurz).

Aktive Seniorinnen und Senioren: Selbst gedichtet (Reim) – jeder ergänzt eine Zeile zum Thema.

Pflegebedürftige Bewohner: Manuskript zeigen, langsam vorlesen, große Schrift.

Hinweise für die Praxis: Literarische Formen regen Vorstellungskraft. Wählen Sie leichtere, humorvolle Texte, keine langen Märchen. Gedichte können auch als Memory-Lied umgewandelt werden. Feedback ruhig lobend gestalten.

Erntedank-Brunch gestalten

Ziel der Einheit: Gemeinsames Planen und Essen eines kleinen Herbstbrunches (z. B. mit Korb von Früchten und Gemüse); Förderung der Gemeinschaft und Sinnesfreude.

Materialliste: Obstkorb (mit Kürbis, Äpfeln, Trauben), Gemüse (Karotten, Tomaten), Brotkorb, Schnittlauch oder Kräuter, kleine Wurstkäseplatte, Kerzen, Tischdecke, evtl. kleine Blumendeko. Küchenutensilien: Messer, Teller, Becher.

Vorbereitung: Tisch herzurichten wie ein Buffet. Alles sauber, Messer an sicheren Plätzen. Servietten origamis.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Begrüßung: „Jetzt feiern wir Erntedank – jeder darf beim Aufdecken helfen.“
2. Nacheinander Teller mitgeben, um sich selbst zu bedienen. Betreuungskraft stellt „neuartige“ Produkte (z. B. Quetschbrot) vor.
3. Währendessen Gespräch: „Wer hat den ersten Apfel von einem Baum gegessen?“ Gegenstände herumreichen: Maronen, Nüsse mit Taschen.
4. Themenrunde: „Wofür bist du dankbar? (Essen, Natur…)“ Jeder antwortet einen Satz (evtl. „Ich bin dankbar für…“).
5. Abschied: Dankgebet oder Gedicht (je nach Glaube/Klima).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Einfaches gemeinsames Essen mit viel Lob: „So lecker! Du probier doch mal den Käse!“ Keine langen Redebeiträge nötig.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Rezepte für Brunch vorbereiten (z.B. Omelettes).

Pflegebedürftige Bewohner: Alle noch recht munter, aber evtl. Kürbis in kleinen Stücken reichen (Einfachheit).

Hinweise für die Praxis: Ein solches gemeinsames Essen schließt angenehme Erinnerungen ab. Halten Sie den Ablauf locker (keine steife Zeremonie). Erntedank verweist auf Ganzheitlichkeit: Ein Moment des Innehaltens kann gern mit ruhiger Musik begleitet werden.

Kaffeesatzlesen (Gespräch)

Ziel der Einheit: Lockeres Unterhaltungsspiel: Kaffeezubereitung und Kaffeesatzdeutung als soziale und kulturelle Aktivierung (mythisches Element).

Materialliste: Richtige Kaffeetassen (Steingut), Kaffee (gemahlen), Zuckerstücke. Teller oder Untertasse für Tasse. evtl. Strohhalm.

Vorbereitung: Kaffee kochen, Tassen bereitstellen. ggf. Wasserkocher bereit. Teller für nach dem Trinken. Symbolische, humorvolle „Karten“ (optional).

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einführung: „Wer hat zuhause schon mal Kaffeesatz gedeutet?“ Allgemeines erklären (vertraulich, witzig).
2. Kaffee trinken: Jeder erhält eine Tasse Kaffee oder Tee; langsam trinken, während man an Vergangenes denkt.
3. Umrühren: Dann die Tasse schnell drehen, auf Teller setzen (Kaffeesatz verteilt sich).
4. Deutung: Jeder schaut in seinen Becher und „liest“, was er sieht. Fragen der Betreuungskraft: „Siehst du ein Tier oder Symbol? Was könnte das bedeuten?“ (frei sprechen lassen).
5. Gemeinsamer Scherz: „Hoffen wir, dass der Kaffeesatz nur Gutes vorhersagt!“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Statt Kaffeesatz lieber Blatt deutung (Teeblätter) – ungezwungener. Mehr Lachen erlauben statt große Bedeutung.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Tiefer: echtes Kartenlegen hinzufügen (Tarotkarten am Tisch) oder Sudoku mit Kaffeerahm (schwierig).

Pflegebedürftige Bewohner: Vereinsfachton, dass es nur Spiel ist. Einzelne Zeichen deuten (Lieblingsblume sieht man? Freunde?).

Hinweise für die Praxis: Diese Einheit ist als Spiel gestaltet – die Teilnehmenden sollten es so verstehen. Die Betreuungskraft moderiert fantasievoll und vermeidet Ernsthaftigkeit (typischerweise lustig und harmlos). Klischee vermeiden: „Der Kaffeesatz lügt nie!“ kann gespielt werden.

Alkoholfreie Wein-/Traubensaftverkostung

Ziel der Einheit: Sensorische Schulung und Erinnerung an Feste (z. B. Hochzeit, Taufe): Unterschied zwischen Traubensaft und Wein erahnen; Bildung („Welcher Wein passt dazu?“).

Materialliste: Zwei Gläser je Sorte: Weißweintraubensaft (z. B. Riesling), Rotweintraubensaft (Cabernet) – beides alkoholfrei. Trauben zur Veranschaulichung. Tafel/Block für „Notizen“. Teller mit Käsewürfeln oder Trauben.

Vorbereitung: Traubensäfte kalt stellen. Tische decken. Bunte Etiketten pro Saft.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einstieg: „Was denkt ihr: Ist das so wie früher Traubensaft oder Wein?“ Mit Hinweis auf Alter einleiten (z. B. „In alten Zeiten hat man Trauben geerntet und …“).
2. Verkosten: Jeder erhält kleine Schlucke, drei Runden (Rot, Weiß, Mischung).
3. Diskussion: Geschmack (süß, herb, sauer) beurteilen. „Welcher Saft erinnert euch an Geburtstagsfeiern? Hatten wir als Kinder Sekt?“
4. Wissensimpuls: Kurz erklären, wie Saft gemacht wird (Ohne Weinpressen). Falls passend, ein Stück Käse/Erdnuss dazu knabbern.
5. Abschluss: Gemeinsames Anstoßen (Kinderpunschstil) mit den Traubensäften.

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nur jeweils einen süßen Saft anbieten, kein Rate-Spiel. Genuss im Vordergrund, kein Diskussionsdruck.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Alkohol optional: Frage nach Lieblingswein (positive Reime?). Eigenen Saftcocktail (Mistela) kreieren.

Pflegebedürftige Bewohner: Sicherstellen, dass Traubensaft nicht mit Medikamenten interagiert (z. B. Permisan).

Hinweise für die Praxis: Diese Einheit simuliert kleine Eleganz („Weinprobe“) auf Alltagsebene. Sie animiert zum Diskutieren über Geschmäcker. Weiß/Gelblich oder Rot (starke Farbunterschiede) gewählt, um auch dem Sehvermögen entgegenzukommen.

Herbstsalat zubereiten

Ziel der Einheit: Gemeinsames Zubereiten eines einfachen Salates mit Herbstgemüse; Förderung der Alltagsfertigkeiten und Ernährungskompetenz.

Materialliste: Besteck (Schneidebrett, Messer, Schüssel), Gemüse (Kopfsalat, Gurke, Möhren, Radieschen, Apfel, Walnüsse), Dressing (Öl, Essig, Salz, Pfeffer), Servierschüssel, Zitrone, Raspel (optional).

Vorbereitung: Gemüse waschen, Gurke in Scheiben schneiden (Betreuer), Walnüsse halbieren. Allergiehinweis beachten (Nüsse).

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Gespräch: „Habt ihr euer eigenes Gemüse im Garten angebaut? Was passt alles in einen bunten Salat?“
2. Alle dürfen etwas zum Salat beitragen: Möhren reiben (Ergometer), Salatblätter zupfen, Nüsse knacken lassen (Fingertraining).
3. Salat anrichten: Betreuungskraft mischt, Teilnehmende rühren vorsichtig das Dressing ein (mit Löffel).
4. Kosten: Jeder nimmt eine Gabelvoll, während weitere Zutaten benannt werden.
5. Erinnerung: „Dieser Salat erinnert mich an die Vesper im Herbst. Warst du jemals dabei?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nur ankündigen: „Jetzt riechen wir einen frischen Salat!“ und nichts mehr schneiden lassen. Möglichst im Vorfeld fertig zubereiten.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Perfektion: selbst Salatsoße anrühren (mm). Regionale Zutaten hervorheben (Radieschen, Endivie).

Pflegebedürftige Bewohner: Nur Rühren lassen, ruhiger Vortrag. Kein Stress durch Messerarbeit. Jeder kann mit Löffel verstreichen.

Hinweise für die Praxis: Kochen oder Essenfördern motiviert viele Senioren. Frisches Gemüse ist gesund und die Farben sprechen an (Orange/Grün). Sicherheit: Achten Sie beim Schälen/Schneiden auf Hilfsmittel (z. B. Handschuhe).

Bohnenschäl-Wettbewerb

Ziel der Einheit: Motorisches Geschick trainieren mit einer nostalgischen Aufgabe: Bohnen auskochen und Schoten pulen („Trockenarbeit“). Gemeinschaftsgefühl durch Wettbewerbselement.

Materialliste: Frische grüne Bohnen (Stangenbohnen), Schälbesteck (Betreuer*in schneidet Enden ab), Schalen zum Auffangen, Abfallkorb, evtl. Wasserschüssel zum Händewaschen. Stoppuhr oder Sanduhr.

Vorbereitung: Bohnen waschen. Schale bereitstellen. Geeignete Unterlage legen (Plastik). Falls ein Wettbewerb, pro Person gleich viele Bohnen wiegen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einleitung: „Wer hat früher jeden Sonntag selbst Bohnen geputzt?“
2. Erklärung: Jeder holt eine Portion und pulen die Bohnen aus der Hülse (gemütlich oder als Wettbewerb). „Wer schafft am meisten in 5 Minuten?“ – mit Lob belohnen.
3. Bei Wettkampf: Stoppuhr starten, Pauken Sie Besen (Spaßeffekt).
4. Nachher Bohnen zusammen bissfest kochen (wenn möglich) oder einfrieren.
5. Reflexion: „Was gibt es Feines aus Bohnen?“ Rezepte austauschen (Kartoffeln, Bohnenauflauf).

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Einzelaufgabe, kein Wettbewerb. Bohnen nur fühlen und anreissen (geringe motorische Last).

Aktive Seniorinnen und Senioren: Tipp-Klamottenwettkampf (z. B. Bohnen-Gewicht schätzen, wer trifft am ehesten). Echte Bohnen-Eintopf als Gemeinschaftsaktion kochen.

Pflegebedürftige Bewohner: Wenn ganze Bohnen zu umständlich, schon geschälte Fleischbohnen oder Tomate klopfen lassen.

Hinweise für die Praxis: Essensvorbereitung bindet ein, steigert Stolz (Selbstversorger!). Bohnenschälen ist aber anstrengend; achten Sie auf Pausen. Nicht leistungsorientiert bei betreuten Gruppen, sondern gemeinsames Erlebnis betonen (Scherze untereinander, kleine Preise für Lustigste).

Schüttelgemüse-Spiel

Ziel der Einheit: Geräuscherätsel mit Gemüse (z. B. wachsende Ringelblume abstreuen, Kartoffelklopfen), Förderung der auditiven Wahrnehmung und Bewegung.

Materialliste: Geschlossene Schüsseln oder Töpfe mit festen Deckeln, jeweils gefüllt mit einem Gericht oder Gemüse (z. B. Kichererbsen im Topf für „Kirschbonbon“-Geräusch, getrocknete Nudeln). Papier und Stift zum Notieren.

Vorbereitung: Töpfe packen, laut versiegeln. Beispiele besprechen (Kartoffel im Sack knistert anders als Nudeln).

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einleitung: „Wir spielen das Rüttel- und Ratetöpfchen-Spiel!“
2. Jeder schüttelt abwechselnd ein gefülltes Gefäß. Andere hören zu und erraten (z. B. „Ist das eine Karotte?“). Daraufhin Inhalt zeigen.
3. Punkte geben (ohne Stress).
4. Danach Gemüse riechen lassen, oder nachfügen: Wer errät das Gemüse nur durch Fühlen? (Betreuungskraft führt Hand unter Kiste hindurch).
5. Gespräch: „Mit welchem Geräusch verbindet ihr etwas aus eurer Küche?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Vorlese-Option: Nur ein oder zwei Töpfe benutzen. Diskussion mit Ja/Nein Fragen („War etwas Hartes drin?“).

Aktive Seniorinnen und Senioren: Größere Vielfalt an Geräuschen, sogar Haushaltsgegenstände (Teig rühren, Mixer).

Pflegebedürftige Bewohner: Eher Raten ohne Wettstreit; Geräusch wiet herumreichen und alle sollen mitmachen (Klappern, Rasseln).

Hinweise für die Praxis: Dieses Spiel ist ideal, um Interesse am Hören zu wecken. Seien Sie kreativ: Viel Lachen über absurde Geräusche. Beachten Sie Hörbeeinträchtigungen (laut genug rütteln, aber nicht schmerzhaft). Nachher auch mal „Das war unser Salzstreuer-Gefühl“.


Traditionelle Essensspiele (z. B. Topfschlagen mit Löffel)

Ziel der Einheit: Spielerisches Gruppenevent, inspiriert von Kindergeburtstagsspielen mit Lebensmittelbezug (Topfschlagen, Bohnensäckchen werfen); Aktivierung und Spaß.

Materialliste: Ein Topf mit Küchentuch, Kochlöffel (blindes Schlagen); Bohnensäcke (kleine Säckchen gefüllt, Wurfspiel); Ev. Riesenwürfel mit Symbolen (Frucht, Gemüse, Gewürz, Tier) für Quiz. Musikplayer für Stopp-Tanz.

Vorbereitung: Topf und Löffel parat. Bohnensäcke basteln (Stoff mit Reis gefüllt). Platz für Werfen freiräumen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Kurzer Aufwärmfrage: „Wer kann mit verbundenen Augen den Kartoffelstampfer finden?“
2. Topfschlagen: Eine bekommt Augenbinde; ein anderer lenkt ihn mit Geräuschen (z.B. „Heiß, kalt“-Spiel).
3. Bohnensäcke-Weitwurf oder Zielwurf (auf einen Korb). Je Treffer Applaus (meditativ Zählen).
4. Stopptanz: Essensthema: Tanzen, solange Musik läuft; beim Stoppen Begriffe sagen (z. B. „Obst“).
5. Alle lachen darüber, falls jemand „Marienkäfer“ gerufen hat.

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Nur Topfschlagen in kleinen Runden (eine Person leitet mit dem Löffel), viel Hilfestellung.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Komplexere Spiele: Quiz-Dice (Würfelglücksrad).

Pflegebedürftige Bewohner: Keine Wettspiele: Einfach nur Lachen über Geräusche.

Hinweise für die Praxis: Spiele motivieren Aufstehen und Gemeinschaft. Wählen Sie Spiele so, dass niemand überfordert wird. Sicherheit geht vor: Auch beim Topfschlagen Beine zusammenhalten, Löffel nicht zu fest schwingen. Bei gemütlicher Musikatmosphäre wird auch Moderation möglich.

Geschmacksreise durch die Epochen

Ziel der Einheit: Diskussion über den Wandel der Essgewohnheiten im Lauf der Jahrzehnte; sensorische Gegenüberstellungen (damals vs. heute) und kulturelles Lernen.

Materialliste: Jeweils zwei Beispiele alter/junger Lebensmittel: z. B. Mineralwasser vs. Leitungswasser, Margarine vs. Butter, Vollkornbrot vs. Weißbrot, Dosenfisch vs. Frischer Fisch. Pro Paar je kleiner Kostprobe (im Tellerchen). Infoblätter mit historischen Fakten (optional).

Vorbereitung: Verkostung vordosieren. Zwei Sets bereitstellen (alt/neu). Marker: „Damals – Heute“.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einführung: „Was gab es früher nicht im Supermarkt?“ Auf Auslagen zeigen.
2. Vergleichendes Essen: Erst das „alte“ Produkt kosten, dann das „neue“. Z. B.: einen kleinen Bissen Weißbrot vs. Vollkorn. „Welches fandet ihr früher besser?“
3. Infos geben: „In Omas Küche gab’s keine Mikrowelle – daher …“
4. Kurze Diskussion: „Was vermisst ihr noch von früher?“ (z. B. frische Marktkäufe, eigene Gemüse).
5. Empfehlungsrunde: „Welche alte Speise sollten wir wieder öfter essen?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Kein Wettbewerb. Nur gemütlich probieren und sagen lassen, wie was war.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Dokumentation der Äußerungen auf Flipchart für mögliche Veröffentlichung in Senioren-Treff.

Pflegebedürftige Bewohner: Konzentration auf Geschmackserlebnisse: „Reinbeißen und schmecken, nicht reden müssen“.

Hinweise für die Praxis: Diese Einheit fördert Reflektion über gesellschaftlichen Wandel. Sie kann auch kontrovers sein („Heute gibt’s zu viel Sch…..!“ – Diskussion moderieren!). Ziel: Bewusstsein für gesunde Tradition stärken.

Denkspiele mit Lebensmittelbegriffen

Ziel der Einheit: Kognitive Aktivierung durch Wortspiele: z. B. Wörter mit „Reim“, Buchstabenrätsel, Lebensmittel-Quiz.

Materialliste: Listen mit Ernährungsvokabular (Äpfel, Ente, Marmelade, Gabel, Teller), Arbeitsblätter zum Ausfüllen („Wörterrätsel: Finde alle Worte, die Obst sind“), Pinnwand, Stifte. Eventuell Kärtchen mit Anfangsbuchstaben für eine Team-Staffel.

Vorbereitung: Rätsel drucken, Zettel mit Kategorien (z. B. A–Z, Kofferwort „GEO“). Klebepunkte als Belohnung.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Warm-up: „Tier reimt sich auf?“ Spiele-Appell (speziell mit Nahrungsmittelwörtern).
2. Kreuzworträtsel lösen: in kleinen Gruppen (siehe X-Wort). Oder Buchstabenstaffel: Je Team ein Bild: Wer legt die Buchstaben in die richtige Reihenfolge (A, P, F, E, L z. B.).
3. Quizzeile: „Nenne drei Lebensmittel, die mit P anfangen“ (Aphorismus Stufe 1).
4. Variation – Witzfrage: „Was ist das Lieblingsgewürz von Kuchen?“ (Zimt?).
5. Feedbackrunde: „Welches Rätsel hat am meisten Spaß gemacht?“

Variationen/Anpassung:
Menschen mit Demenz: Seidentücher: nur Reimübungen mit großen, farbigen Karten.

Aktive Seniorinnen und Senioren: Längere Wortspiele (Kreuzworträtsel ohne Vorlage).

Pflegebedürftige Bewohner: Gelöste Rätsel vorlesen, kleine Preise verteilen (Gruppenerfolg).

Hinweise für die Praxis: Abwechslungsreich und kurzweilig. Spielerischer Umgang mit Sprache vermeidet Überforderung. Motivieren Sie durch Gruppenarbeit und Lachen bei lustigen Antworten.

Sujet Kreative Beschäftigungen

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