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Und was ist mit den Männern?

Hallo,

vielleicht erinnerst du dich noch an meinen Newsletter über das Debattengespenst der “neuen Hausfrau” (Öffnet in neuem Fenster). Diesem Thema habe ich mich diese Woche noch einmal bei Übermedien (Öffnet in neuem Fenster) gewidmet und ausführlicher darüber geschrieben, warum ich Social Freezing, Maternal Gatekeeping (grauenhafte Begriffe auch) und moderne Väter für Phänomene halte, über die gern viel geschrieben wird, die es in der Realität aber gar nicht so zahlreich gibt, wie die Berichterstattung glauben lässt.

Mir schrieben einige beleidigte Männer. Sie erzählten mir, dass sie sehr wohl moderne Väter seien und auch welche kennen würden. Vor allem seien Mütter, die die Männer nicht ranlassen, wirklich ein großes Problem. Weil ich an der Stelle rund um Maternal Gatekeeping und Weaponized Incompetence im Text etwas polemisch und damit ungenau wurde, hatte ich ein, zwei Tage Selbstzweifel. War ich vielleicht zu pauschal mit meiner Kritik?

Dann besuchte ich die Bestseller-Autorin und Erziehungsexpertin Nora Imlau, sprach mit ihr über viele Dinge, die ihr bald in einem Interview nachlesen könnt, aber auch über ihr neues Kinderbuch “Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär? (Öffnet in neuem Fenster)” Kurzfassung: Tilly, der temperamentvolle Pandabär, wird von seiner Mama durch Wutanfälle begleitet. Ein Papa kommt im Buch nicht vor, ob die Eltern getrennt sind, der Papa in der Arbeit, krank oder gestorben ist, wird nicht thematisiert. Das Buch ist vor etwa zwei Wochen erschienen und Nora hat bereits mehrere E-Mails von Männern bekommen, die sich über mangelnde Repräsentation beklagen und der Autorin die Reproduktion traditioneller Geschlechterrollen vorwerfen.

Foto: Carlsen

Dabei ist Tilly nicht Noras einziger Kinderbuch-Charakter (Öffnet in neuem Fenster). Es gibt auch das Krokodil Juli, das oft weinen muss und von seinem Papa durch die Trauer begleitet wird. Wo Julis Mama ist, ob die Eltern getrennt sind oder Mama in der Arbeit, krank oder gestorben ist - man weiß es nicht. Nora bekommt jede Woche mehr als 2000 Nachrichten von Leserinnen und Lesern. Sie sagte mir: In mehr als zwei Jahren seit dessen Erscheinen habe sich nicht eine Frau über mangelnde Repräsentation im Juli-Buch beschwert.

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