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Weihnachtsessen. Viiiiiel Liebe

Familie.

Gespräche.

Mein Wiesel, die Büffelin – und ich.

Heiligabend/Weihnachten diesmal außer Haus. Nicht im vertrauten akustischen Habitat, das wir uns über Jahre mühsam domestiziert haben. Für gut Hörende eine Nebensächlichkeit, kaum der Erwähnung wert. Für uns Hörbeh’s jedoch ein akustischer Ortswechsel mit durchaus experimentellem Charakter. Andere Raumgeometrie, anderer Hall, Stimmen, die nicht dort landen, wo das Gehirn sie erwartet. Geräusche, die sich überlagern wie ungebetene Gedanken an schlaflosen Abenden.

Sechs, acht Menschen an einem Tisch. Laut. Lebendig. Durcheinander.

Und ja – schön. Wirklich schön. Voller Freude, Liebe und viele viele Wörter.

Ich sah lachende Gesichter, sah Nähe, sah das feine, fast schon greifbare Band familiärer Vertrautheit. Gespräche flossen, Gesten wurden groß, Mimik lebendig. Mein Wiesel sprang sofort in Alarmbereitschaft, wetzte innerlich die Krallen und rannte los – von Satzfetzen zu Satzfetzen, von Kontextfragment zu Kontextfragment, stets in der Hoffnung, irgendwo möge sich ein sinnvoller Zusammenhang ergeben. Spoiler: tat er nicht. Oder nur sporadisch, in homöopathischer Dosierung. Und ich gebe es nun zu, ich halte nicht viel von Homöopathie in dieser Form.

Was bei mir ankam, war eine Art akustisches Kaleidoskop:

„Ja… wir haben einen tollen Baum… schmücken… trinken… danke Ausbildung…

Reifen und Bremsen… ja genau…

ne, der Metzger…“

Das Wiesel hielt kurz inne, schaute mich empört an und fragte stumm, ob wir uns neuerdings in einer avantgardistischen Improvisationsperformance befänden. Ich beruhigte es nicht. Es hatte ja recht.

Ich ging also mit meinem Schiff unter. Mit Pauken und Trompeten (die das Wiesel und die Büffelin spielten)

Wurde ich direkt angesprochen, brauchte es mitunter mehrere Anläufe. Liebevolle Hinweise aus der Runde:

„Mama, du bist gemeint.“ Und zum Glück meine geliebte Matriarchin gegenüber. Sie verstand ich. Reicht an sich (zwinker)

Das Wiesel zuckte zusammen – Ach wirklich? Wer hätte das geahnt.

Ich war hochkonzentriert. Zugewandt. Wach. Kein bisschen abwesend. Und dennoch verloren wir – Wiesel und ich – immer wieder den Faden. Nicht aus Desinteresse, sondern aus schlichter akustischer Unterversorgung. Kontext ist kein Luxus, sondern Grundnahrungsmittel.

Wie gut, dass es die Büffelin gibt.

Dieses stoisch würdevolle, gelassene Wesen, das sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Sie saß einfach da. Beobachtete. Freute sich. Voller Liebe für alle Personen am Tisch. Und dachte sich ihren Teil – vermutlich etwas in der Art von: Man muss nicht alles verstehen, um dabei zu sein.

Während das Wiesel innerlich bereits begann, Tischbeine als potenzielles Protestmaterial zu taxieren, legte die Büffelin ihm gedanklich eine massive, beruhigende Pranke auf die Schulter. Reicht, sagte sie wortlos. Das hier reicht.

Und ja. Manchmal reicht genau das.

Dabei sein. Sehen. Spüren. Lächeln.

Und wenn ich gemeint bin, dann bitte explizit. Am besten mehrfach. Idealerweise begleitet von einer sanften Berührung am Arm oder an der Schulter. Nicht, weil ich mit den Gedanken woanders wäre, sondern weil mir schlicht der akustische Vorlauf fehlt, um überhaupt zu erfassen, welches Thema gerade verhandelt wird.

Mein Wiesel hat sich auch nach all den Jahren nicht daran gewöhnt, dass Teilhabe kein Selbstläufer ist. Dass sie erkämpft werden muss – gegen Raumakustik, gegen Überlagerung, gegen beiläufige Gesprächsdynamiken. Bah, schnaubt es regelmäßig. Ein schier auswegloses

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