
Warum ich schreibe – eine kleine Hommage an die heilende Kraft der Sprache
Es gibt Tage, da türmt sich das Unverdaute in mir wie lose Blätter auf einem alten Schreibtisch. Gedanken, Erinnerungen, Fragmente von Gesprächen, die nicht stattfanden. Manches davon schwer, manches zart, manches schlichtweg absurd. Und ich weiß: Wenn ich mich nicht hinsetze und schreibe, wird es sich einnisten – irgendwo zwischen Magen und Zwerchfell – und drücken, gären, grollen.

Schreiben ist mein Ventil. Mein Resonanzraum.
Meine Art, innerlich aufzuräumen, die Dinge zu sortieren, einzuordnen, umzuwandeln.
Es ist mehr als eine Passion – es ist ein Prozess des Werdens. Ich schreibe nicht, weil ich bereits wüsste, was ich zu sagen habe. Ich schreibe, um es herauszufinden.
Und so sitzen sie da, meine inneren Archetypen: das Wiesel mit verrutschtem Turban, in Jogginghose auf halb acht, löffelnd an einem Becher Vanillepudding, während der stoische Wasserbüffel – mein träge-mächtiger Ruhepol – mit schokoladenverschmiertem Maul bedeutungsschwer daneben döst.