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Zwischen Klangschatten und Kicherstürmen – Eine Biographie im Zustand ständiger Beta-Version

Willkommen auf dieser kleinen, aber feinsinnig vibrierenden Insel im digitalen Ozean – bewohnt von einer Frau, die mit chirurgischer Präzision zwischen den Dimensionen wandelt: zwischen Stille und Lärm, zwischen Reha-Plan und Teenager-Kontaktaufnahme, zwischen ketogener Ernährung und Kakophonie beim Salatessen. Mein Name? Diana. Aber bitte, denken Sie dabei weniger an eine antike Göttin mit Pfeil und Bogen – obwohl zielen und treffen zu meinem Repertoire gehören – sondern eher an eine hörende Philosophin in Ausbildung zur Expertin des Unhörbaren.

Leben mit Untertitel – oder: Die akustische Version von „Choose your own adventure“

Geboren wurde ich mit Gehör. Verlor es über die Jahre – Etappen wie Kapitel eines kafkaesken Romans. Tragisch, beängstigend, unaufhaltsam.

Beschuldigt als labiles Wesen.

Weit gefehlt - eine Anomalie im Innenohr bescherte mir peu au peu die unfreiwillige Stille.

Heute lebe ich mit zwei Cochlea-Implantaten, einem davon ein weltweit einzigartiges Vollimplantat – ein High-Tech-Kunststück mit dem charmanten Namen Hörmine, das tief in meinem Schädel residiert, keine Windgeräusche kennt, aber umso enthusiastischer auf das Rascheln meiner Haare mit Wildschweinalarm reagiert.

Doch Technik allein macht noch kein Ohr zur Symphonie. Hörtraining – dieses zähe, wunderschön absurde Ritual – ist meine tägliche Begleiterin, meine Klagemauer, mein Gymnasium des auditiven Neuanfangs. Ob über die App (deren Sprachausgabe klingt wie ein IKEA-Regal mit Schnupfen), bei gezielter Wahrnehmungsschulung zwischen Kühlschrankbrummen und Klangsuppen, oder regelmäßig bei der Logopädin oder in Würzburg zur Reha, wo man mir das differenzierte Hören beibringt wie anderen das differenzierte Denken – es gehört zu mir wie das tägliche Zähneputzen. Nur mit weniger Glanz. Dafür mehr "Klong".

Alles im Wandel – Ich mittendrin. Im Zentrum des inneren Bebens.

Manche sagen, das Leben sei Veränderung. Ich sage: Das Leben ist ein ständig aktualisierender Systemneustart mit wackeliger WLAN-Verbindung. Ich stecke – mit Anlauf und Absicht – mitten im Umbruch. Zwischen Diagnose, Erkenntnis, Familienorganisation, Rückfällen und Revolten des Körpers. Meine perimenopausale Neurochemie gleicht dem Wetter in Island: vier Jahreszeiten in einer Stunde, und der Sturm zieht immer als erstes durch die Stirnlappen.

Autoimmun, hörbehindert, neurodivergent und dazu noch Mutter zweier Teenager – ein Zustand, der sich am ehesten mit der multiplen Multitasking-Existenz einer zirkusreifen Jongliernummer vergleichen lässt. Nur dass die Keulen brennen und das Trapez fehlt.

Und trotzdem – oder gerade deswegen – liebe ich dieses Leben. Mehr denn je. In aller Fragilität. In aller Komplexität. In seinem ständigen Ringen nach Schönheit trotz Chaos. In den Momenten, in denen der Klang einer Regentropfenkette auf dem Fenstersims mir die Tränen in die Augen treibt – weil ich ihn höre. Und weil ich ihn verstehe.

Was erwartet euch hier?

Dies ist keine Plattform für weichgespülte Lebensratgeber oder selbstoptimierende Klangyogis. Hier geht es um das echte Leben – zwischen Kopfkino und Kabelsalat, zwischen Hörpausen und Redefluss, zwischen Sinnenkrise und Wortspiel. Ich schreibe über das, was uns nicht verlässt: Humor. Selbstironie. Und der unstillbare Wunsch, verstanden zu werden – auditiv, geistig, menschlich.

Ihr findet hier: – Erfahrungsberichte mit auditivem Seitenwind

– Texte über das Training mit Hörtechnik, das sich manchmal wie ein Dialog mit einem schlecht gelaunten Toaster anfühlt

– Alltagsbetrachtungen zwischen Reha, Romantik und dem Ringen um Würde

– Satirische Episoden, in denen ich mich selbst auf die Schippe nehme – und mein Leben gleich mit

– Tiefsinnige Essays, die zeigen, dass es trotz aller Widrigkeit möglich ist, ein schönes, bewusstes, poetisches Leben zu führen – und sei es zwischen zwei Ohraussetzern

Schlusswort – oder: Warum das alles?

Weil ich glaube, dass unsere Geschichten Gehör verdienen. Nicht nur im wörtlichen Sinne. Weil das Erzählen eine Form des Heilens ist. Und weil Humor, gepaart mit scharfer Reflexion, eine unschlagbare Allianz gegen Resignation bildet.

Wenn ihr also Lust habt, euch mit mir auf diese akustisch-literarische Abenteuerreise zu begeben – voller Tiefgang, Spott, Klangfarben und Menschlichkeit – dann bleibt. Lauscht. Lest. Und vielleicht hört ihr dabei etwas in euch selbst klingen, das ihr längst vergessen hattet.

Mit herzlichem Ohrensausen und literarischem Schulterzucken,

Diana

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