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Frühstück draußen

Ein Luxus, den ich mir fast ausschließlich im Urlaub gönne.

Und ja – beinahe wäre es gleichgültig, welches Wetter herrscht. Beinahe. Denn natürlich spielt die Sonne eine Hauptrolle, auch wenn sie sich heute noch etwas zögerlich aus den Kulissen tastet.

Vor mir lächelt mich die dritte Tasse Kaffee an – frenchpress, sandig im Nachgeschmack, aber ehrlich. Das Frühstück ist bereits genossen: Rührei – in der speziellen „Schubsei“-Variante meiner Schwiegermutter, die in unserer Familie längst kanonisiert ist. Dazu ketogenes Brot (einheimisch erstanden), so reichlich mit Butter bestrichen, dass selbst nordische Kühe erröten würden. Natürlich darf der kroatische Kulen und ein kräftiger Ziegenkäse nicht fehlen.

Ich sitze hier, obwohl der Wind mir unfreundlich ins Gesicht bläst. Der „Wasserbüffel-Zipper“ wird bis unters Kinn geschlossen, ich vergrabe mich hinein – und siehe da: hygge. Die Dänen nennen es so, für mich ist es mehr als nur ein Adjektiv, es ist fast eine Lebensphilosophie: sich mit Wärme, Einfachheit und Behaglichkeit der Unzulänglichkeit des Augenblicks entgegenzustemmen.

Die Nase kühl, die Beine fröstelnd, halte ich mich an der heißen Tasse fest. Die Luft schmeckt nach Salz und Meer. Ob es wirklich das Meer ist, das ich höre? Wahrscheinlich nur der Wind, der durch die Kiefern rauscht. Doch der Gedanke, ich höre das Meer, gefällt mir sehr viel besser – und manchmal genügt ja der Gedanke, um Wirklichkeit zu werden.

Noch vor dem Frühstück habe ich eine kleine Morgenrunde gedreht und dabei eine anthropologische Expedition ins Reich der Camper unternommen: Zäune, 90 Prozent des Hausstandes, Mikrowellen und Airfryer im Schlepptau. Camping als Gesamtkunstwerk. Ich hingegen sitze in meinem fest installierten Mobilhome – autark genug, um mich frei zu fühlen, komfortabel genug, um Dusche, Bett und Wände nicht missen zu müssen. Fast wie ein Ferienhaus, nur ein Stück näher am Meer.

Natürlich bleibt der Haushalt derselbe, nur der Ort wechselt. Doch dieser Wechsel schenkt mir das Privileg: draußen frühstücken. Wind im Gesicht, Sonne im Anmarsch, Kaffee in der Hand. Und die nächste Städtereise – so viel steht fest – wird ohnehin wieder im Hotel stattfinden.

Ich kann beides genießen.

Und nun: auf in die Stadt, ein paar Kilometer in die Beine, Eindrücke in den Kopf, Geräusche für die Synapsen.

Bleibt’s xund – eure Frau Kruemelkuchen

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