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Man muss auch mal da sitzen und aus dem Fenster schauen

Die letzten Wochen sind dicht gedrängt, beinahe komprimiert wie ein Atemzug, der zu lange angehalten wurde.

Klinikaufenthalte, Einstellungen, Check-ups, TÜV, Schulungen, Workshops, Fortbildungen, Interviews, Besprechungen, Projekte, Arbeit, Selbsthilfegruppen – ein fortgesetztes und, und, und, das sich wie eine litaneiartige Beschwörung des Alltags anfühlt.

Dass man in solchen Phasen etwas vergisst, sich selbst eingeschlossen, ist kein Mangel. Es ist ein Symptom von Dichte. Von Überbordung.

Und manchmal ertappt man sich – mit der Kaffeetasse in der Hand – dabei, wie man aus dem Fenster starrt.

Gedankenlos. Wach. Abwesend anwesend.

Ganz im Sinne von Pippi Langstrumpf.

Gestern hatte ich genau solche Momente.

Nach Haushalt, Arbeit und Einkauf war es so weit:

Das Wieselchen streikte.

Die Wasserbüffelin saß daneben – und verweigerte gleichfalls die Mitarbeit.

Generalstreik. Systemisch. Unverhandelbar.

Also machte ich mir einen Kaffee.

Und setzte mich zu beiden auf den Boden.

Ich spürte den glatten, harten Untergrund unter mir. Nicht kalt. Nur präsent.

Der Wind wehte durch die offene Balkontür, frisch, klar, wie ein sachlicher Einwand gegen jede innere Hektik.

Mein Hund kuschelte sich an mich.

Sein Körper warm. Sein Fell weich. Sein Atem ein ruhiger Taktgeber, dem man sich bedenkenlos anschließen kann.

Ich saß also da.

Und sah: Vögel im Garten. Den letzten Schnee, der taut. Das standhafte Grün winterharter Pflanzen. Erste Knospen – noch zögerlich, aber entschieden.

Einen grauen Himmel, durch den sich die Sonne tastend schob.

Tautropfen, die von der Pergola fielen. Einer nach dem anderen. Ohne Eile.

Ich hörte Autos. Vögel. Wind. Meinen Hund.

Ich hörte das Leben, wie es einfach weiterläuft, auch ohne mein Zutun.

Und es erdete mich.

Die kühle, frische Luft klärte den Kopf, regulierte das System – mich samt innerem Zoo.

Nicht spektakulär. Nicht pathetisch.

Aber wirksam.

Danach waren sie wieder einsatzbereit:

Wieselchen. Wasserbüffelin. Ich.

Danke, Pippi.

Die ja so klug sagte, man müsse sich manchmal Zeit nehmen, um einfach dazusitzen und aus dem Fenster zu schauen.

Ein Satz, der harmlos klingt – und in Wahrheit ein Plädoyer für Selbstachtung ist.

Vielleicht ist das kein Innehalten.

Vielleicht ist es Wartung.

Und sag:

Wann hast du dir zuletzt erlaubt, einfach nur dazusitzen – ohne Zweck, ohne Ziel, nur mit Blick nach draußen?

Bleibt's xund, setzt euch Mai dazwischen auf den Boden 😉

Eure Frau Kruemelkuchen

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