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„Il Capanno“

Es ist Liebe. Aber wie immer, wenn große Gefühle im Spiel sind: Es ist auch ein bisschen kompliziert…

Versprochen ist versprochen! Bin zurück aus der Toskana und hab ein Foto für uns alle mitgebracht: vom „Il Capanno“, dem winzigen Schuppen hoch über dem Meer und mitten in den sanften Hügeln der Versilia. Ich fand ihn neulich (rein zufällig!) beim Stöbern im Immobilien-Kaufhaus und fühlte ein Ziepen im Herzen. Es war nur eine leise Sehnsucht, kaum spürbar, aber sie ließ sich einfach nicht mehr wegdrücken. Wenn ich heute daran zurückdenke, an den Moment, als ich das Häuschen im Internet entdeckte und mich gedankenverloren durch die Bilder klickte, vor, zurück, wieder vor und zurück, staune ich immer noch: Gerade noch war es nur eine vage Vorstellung, ein unscharfes Bild im Kopf, eine flüchtige Idee, eine süße Fantasie, und dann, ein paar Tage später, am Donnerstag morgen, 10 Uhr stehe ich plötzlich leicht verstrahlt unter einem Haselnussbaum direkt neben dem Rustico und halte einen Strauß Callas in den Händen. Maurizio hatte ihn kurz zuvor für mich gepflückt aus den Stauden, die neben meinem Häuschen wachsen. Erst waren es vier Stängel, dann hielt er inne, nein, vier sei keine gute Zahl. Woraufhin er sein Gesicht nochmal ins Beet grub, um eine fünfte Calla zu pflücken für das Sträußchen, das fröhlich in meiner Hand blühte. Und ich stand da, berührt von dieser kleinen Geste, von diesem zurückhaltenden Mann, der weiter oben am Hügel mit seinem Vater lebt und Blumen liebt. Das sind die Geschichten, die meine Seele anfassen. Das ist meine Sprache des Glücks und ein Zeichen, dass ich hierher gehöre. Du meine Güte, habe ich gerade „mein“ Häuschen geschrieben? Tsss, manchmal geht wirklich die Fantasie mit mir durch. Der kleine Schuppen, der den Bauern früher dazu diente, Kastanien zu trocknen, gehört natürlich nicht mir, sondern Maurizio. Und ich habe auch nicht die geringste Ahnung, wohin das alles führen und wie diese kleine Lovestory final ausgehen wird. Also zwischen mir und dem Häuschen, nicht zwischen mir und Maurizio. Zu viele bürokratische Hürden gilt es zu überwinden, zu viele Risiken abzuwägen. Was ich aber auch heute noch mit Sicherheit sagen kann: Ich bin vom Blitz getroffen. Mein Herz brennt lichterloh.

Dieses Häuschen! Mamma mia! 24 Quadratmeter auf zwei Etagen, ein Garten, in dem man ein Olivenbäumchen pflanzen kann, und dann erst dieser Blick: weit über das Städtchen und sechs Kilometer rüber bis zum Strand. Und wie ich da so stand, hoch über dem Meer und mitten in meiner eigenen Story, fühlte ich aus irgendeiner Tiefe in mir Wasser aufsteigen. Was war

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