Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“.
Schön, dass du wieder dabei bist.
In den letzten Tagen waren das die wichtigsten Themen in den österreichischen Medien:
🔸 Vorwürfe einer Mitarbeiterin: ORF-Chef trat zurück
🔸 Sprit wird teurer: Was die Regierung dagegen tut
🔸 2050: Es werden bis zu 120.000 Arbeits-Kräfte fehlen
Damit die Informationen auch nützlich für dich sind, schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.
ORF-Chef trat überraschend zurück
Diese Woche startete mit einer Nachricht, die viele Menschen überrascht hat: Am Sonntag ist Roland Weißmann (57) als General-Direktor des ORF zurückgetreten. Am Montag wurde es bekannt gegeben. Rücktritt heißt: Jemand gibt sein Amt freiwillig auf. Weißmann war seit 1. Jänner 2022 ORF-Chef. Eigentlich hätte er noch bis Ende 2026 den ORF leiten sollen.

Der Grund. Eine ORF-Mitarbeiterin wirft Roland Weißmann vor, sie im Jahr 2022 sexuell belästigt zu haben. Ihr Anwalt hat Ton-Aufnahmen, Fotos und Nachrichten vorgelegt, die die Belästigung belegen sollen.
Weißmann sagt, dass die Vorwürfe nicht stimmen. Trotzdem ist er zurückgetreten. Er sagte, er wolle mit dem Rücktritt den ORF vor Schaden schützen.
Was ist der ORF?
ORF (Öffnet in neuem Fenster)steht für Österreichischer Rundfunk. Der ORF ist Österreichs größtes Medien-Unternehmen. Der ORF ist öffentlich-rechtlich. Das bedeutet: Der ORF hat vom Staat den gesetzlichen Auftrag, die Menschen in Österreich mit unabhängigen Informationen und Nachrichten zu versorgen.
Unabhängig bedeutet: Keine Partei, keine Firma und keine Organisation darf den Mitarbeiter:innen des ORF vorschreiben, worüber und wie sie berichten.
Das Geld für den ORF kommt vor allem aus dem ORF-Beitrag. In Österreich zahlt pro Haushalt eine erwachsene Person diesen Beitrag. Auch mit Werbung nimmt der ORF Geld ein.
Vorläufige Leitung. Bis Ende des Jahres leitet Ingrid Thurnher (63) den ORF vorläufig. Das wurde heute, Donnerstag, im Stiftungs-Rat entschieden. Thurnher arbeitet seit 1985 beim ORF und ist seit Anfang 2022 Radio-Direktorin.
Wer den ORF ab 2027 leiten wird, entscheidet der Stiftungs-Rat des ORF bei einer Wahl am 11. August 2026.
Was ist der Stiftungs-Rat?
Der Stiftungs-Rat ist eine wichtige Gruppe im ORF. Diese Gruppe kontrolliert die Führung des Senders. Und sie wählt auch den General-Direktor oder die General-Direktorin. Dieses Amt dauert normalerweise fünf Jahre.
Neue Regeln gegen zu hohe Sprit-Preise
Der Krieg im Iran wirkt sich inzwischen auch auf das Leben der Menschen in anderen Ländern aus. Vor allem die Sprit-Preise sind in den letzten zwei Wochen gestiegen.

Neue Regeln. Die österreichische Regierung hat nun neue Regeln eingeführt, um die Preise für den Sprit zu bremsen. Ab sofort dürfen die Sprit-Preise nur noch dreimal pro Woche erhöht werden: am Montag, am Mittwoch und am Freitag. Billiger darf Sprit aber weiterhin jederzeit werden.
Öl-Vorräte. Außerdem sollen staatliche Öl-Vorräte freigegeben werden. Das heißt: Öl aus Notfall-Lagern kommt zusätzlich auf den Markt. Damit soll verhindert werden, dass die Preise für Sprit zu schnell steigen.
Kritik an den Regeln. Nicht alle sind mit den neuen Regeln zufrieden. Die Arbeiterkammer fordert Hilfe für Menschen, die täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren müssen. Der ÖAMTC wünscht sich, dass die Steuern auf Sprit gesenkt werden. Der ARBÖ warnt, dass Tankstellen ihre Preise nun vielleicht auch seltener senken könnten.
Wie man beim Autofahren Geld sparen kann:
Der Standard (Öffnet in neuem Fenster)hat Tipps veröffentlicht, wie man am besten Sprit sparen kann:
Am besten vormittags tanken, möglichst noch vor 12 Uhr. Die Tankstellen dürfen die Preise nur einmal pro Tag erhöhen – exakt zu Mittag.
Oft sind die Preise am Sonntag und am Montag-Vormittag günstiger. Achtung: An langen Wochenenden wie Ostern oder Pfingsten kann Tanken am Wochenende teurer sein als sonst.
Diskont-Tankstellen sind oft billiger als große Marken-Tankstellen.
Autobahn-Tankstellen sollte man möglichst meiden. Dort ist Sprit oft deutlich teurer.
Den Druck in den Reifen prüfen. Zu wenig Luft in den Reifen kann mehr Sprit kosten.
Klimaanlage und andere Geräte im Auto nur einschalten, wenn es nötig ist.
Unnötiges Gewicht im Auto vermeiden. Einen vollen Kofferraum oder einen Dach-Gepäckträger zum Beispiel. Auch das spart Sprit.
Den Motor bei längeren Stopps abschalten.
Ruhig und mit Abstand fahren. Wer ständig bremst und wieder stark beschleunigt, verbraucht mehr Sprit.
2050 droht ein Mangel an Arbeits-Kräften
Eine Frau in Österreich bekommt im Durchschnitt 1,3 Kinder. Das ist zu wenig. Gleichzeitig werden die Menschen immer älter. Das hat große Folgen für den Arbeitsmarkt.

Mangel. Fachleute warnen schon jetzt: Wenn sich nichts ändert, werden bis zum Jahr 2050 rund 120.000 Arbeitskräfte fehlen. Besonders stark betroffen wird der ländliche Raum sein. In Kärnten, im Burgenland, in Salzburg, Tirol und der Steiermark wird die Zahl der Arbeitenden um bis zu 20 Prozent sinken.
Die Folgen. Dazu kommt: Ab etwa 2040 dürfte die Bevölkerung in Österreich insgesamt schrumpfen. Dann gibt es immer weniger Menschen, die arbeiten, und immer mehr Menschen, die in Pension sind. AMS-Chef Johannes Kopf warnt, dass das ganze Regionen verändern könnte. Wenn immer weniger Menschen arbeiten, wird es dort künftig auch weniger Schulen, Geschäfte oder Bus-Verbindungen geben.
Wien ist die Ausnahme. In der Hauptstadt wächst die Zahl der Arbeitskräfte sogar. Der Grund ist die Zuwanderung. Manuela Lenk, Chefin der Statistik Austria, sagt: „Wo viel Zuwanderung ist, kann die Alterung gebremst werden.“
Bessere Verteilung. Der AMS-Chef sieht mehrere Möglichkeiten, um diese Entwicklung zu bremsen. Er spricht sich für eine so genannte Wohnsitz-Auflage aus. Das heißt: Geflüchtete, die in Österreich bleiben dürfen, sollen gezielt in jene Regionen gebracht werden, wo Arbeits-Kräfte fehlen. Dort sollen sie so schnell wie möglich arbeiten können. Derzeit ziehen die meisten nach Wien, wo es jetzt schon besonders viele Arbeitslose gibt.
Mehr Plätze. Außerdem braucht es mehr Betreuungs-Plätze für Kinder. In vielen Regionen Österreichs schließen Kindergärten und Schulen bereits um 15 Uhr. Das macht es für Mütter schwierig, Vollzeit zu arbeiten. Österreich hat im Vergleich zu anderen Ländern besonders viele Frauen, die nur Teilzeit arbeiten. Mit mehr und längeren Betreuungs-Angeboten könnten mehr Frauen mehr Stunden arbeiten.
Länger im Job. Österreich muss auch interessanter für Fach-Kräfte aus dem Ausland werden. Und: Ältere Menschen sollen länger im Job bleiben. „Wer keine Zuwanderung will, der wird selbst länger arbeiten müssen," betont Kopf.
Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Wir hoffen, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.
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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag, dem
19. März 2026. Bis dahin wünschen wir dir alles Gute.
Liebe Grüße
Petra und Michi
Team „Österreich für dich“