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Die unsichtbare Last: Warum chronischer Schmerz das ADHS-Gehirn lahmlegt

Honig, der auf einen löffel fließt. Honig fließt von diesem Löffel herab.

Wenn wir über ADHS bei Frauen und FLINTA* sprechen, dürfen wir über eine Gruppe von Erkrankungen nicht schweigen: chronische Schmerzstörungen wie Endometriose und Adenomyose. In meiner Arbeit als Sozialpädagogin und durch meine eigene Geschichte weiß ich: Diese Diagnosen sind keine isolierten Baustellen. Sie beeinflussen massiv, wie unser neurodivergentes Gehirn funktioniert – oder eben aufhört zu funktionieren.

In diesem Artikel beleuchten wir die fatale Verbindung zwischen chronischem Schmerz, Entzündungsprozessen und dem dopaminergen System. Warum ist „einfach funktionieren“ an Schmerztagen biologisch unmöglich?

Der Dopamin-Raubbau durch chronischen Schmerz

Ein ADHS-Gehirn startet bereits mit einer geringeren Basis-Verfügbarkeit von Dopamin. Dieses Dopamin benötigen wir für unsere exekutiven Funktionen: Priorisieren, Anfangen, Dranbleiben.

Tritt nun ein chronischer Schmerzschub auf – wie er bei Endometriose oder Adenomyose die Regel ist – passiert Folgendes: Das Nervensystem schaltet in den permanenten Krisenmodus. Schmerz ist ein massiver Stressor, der Unmengen an kognitiver Energie verbraucht. Das Gehirn muss ständig Ressourcen aufwenden, um den Schmerz zu verarbeiten oder ihn im Alltag zu maskieren („Spoonie-Life“).

Das Ergebnis ist ein Dopamin-Raub: Es bleibt schlichtweg nichts mehr übrig für die Organisation des Haushalts, komplexe Arbeitsaufgaben oder die emotionale Regulation. Die „Wall of Awful“ wird an Schmerztagen zur unüberwindbaren Festung.

Entzündung und Neuroinflammation

Neuere Forschungen zeigen zudem, dass Endometriose nicht nur eine gynäkologische Erkrankung ist, sondern eine systemische Entzündung. Diese Entzündungsmarker können die Blut-Hirn-Schranke beeinflussen und im Gehirn Prozesse auslösen, die ADHS-Symptome wie Reizbarkeit, Fatigue (chronische Erschöpfung) und Konzentrationsstörungen massiv verschärfen. Wir sprechen hier von einer biologischen Doppelbelastung.

Fachliche Perspektive: Pacing statt Push-Through

Für Fachkräfte in der Beratung ist es essenziell, Schmerz nicht als „Nebenschauplatz“ abzutun. Wenn eine Klientin mit ADHS und Endometriose ihre Ziele nicht erreicht, ist das oft kein Motivationsproblem, sondern ein Ressourcenproblem.

Wir müssen weg von der „Zähne-zusammenbeißen“-Mentalität. Die Strategie der Wahl ist hier das Pacing. Das bedeutet: Das Anerkennen der begrenzten „Löffel“ (Spoon Theory) und das radikale Streichen von Aufgaben, die an Schmerztagen das System sprengen würden. Selbstfürsorge ist hier keine Wellness-Option, sondern notwendiges Management der Hardware.

Mein Werkzeug für dich: Das Schmerz-Dopamin-Dashboard

Um diese unsichtbare Last sichtbar und planbar zu machen, habe ich das Schmerz-Dopamin-Dashboard entwickelt. Es nutzt die bewährte Löffel-Theorie, um die verbleibende Energie an Schmerztagen realistisch einzuschätzen und Scham abzubauen.

Für meine Community: Hinter der Paywall findest du heute dieses Tool als Download. Es hilft dir – oder deinen Klientinnen – dabei, die Erwartungen an das Nervensystem mit der biologischen Realität in Einklang zu bringen.

Vorlage: Schmerz-Dopamin-Dashboard

Dieses interaktive Tool enthält:

  • Eine visuelle Kalkulation deiner täglichen Energieressourcen (Löffel-Theorie).

  • Reflexionsfragen zur Externalisierung von Schmerz und Erschöpfung.

Vielen Dank für deine Unterstützung auf Steady! Durch dein Abo kann ich die Brücke zwischen Schmerztherapie, Neurodivergenz und pädagogischer Praxis weiter ausbauen und wertvolle Ressourcen teilen.

Urheberrechtshinweis: Das bereitgestellte Material darf gerne im Rahmen von Einzel-Coachings oder für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine kommerzielle Nutzung, der Weiterverkauf oder die Verwendung in eigenen kostenpflichtigen Fortbildungen ohne Rücksprache ist jedoch ausdrücklich untersagt und unterliegt dem Urheberrecht.

Kategorie Beratungs-Tools

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