FILM-KRITIK (Öffnet in neuem Fenster)
Zwei Horrorphänomene beschäftigen dieser Tage Teile der Welt: das iranische Regime und Donald Trump (Öffnet in neuem Fenster). Ach nee, also ja, aber nee. Es geht – ausnahmsweise mal wieder – um Filme (Öffnet in neuem Fenster). Nämlich dem in der vergangenen Woche gestarteten BACKROOMS (A24, im Verleih von Constantin Film) des gerade einmal 21-jährigem YouTubers und Neu-Regisseurs Kane Parsons aka Kane Pixels sowie den an diesem Donnerstag anlaufenden, gar garstigen OBSESSION (Focus Features, im Verleih von Universal Pictures) vom 26-jährigen Curry Barker.

Beide Filme stehen für die Kreativität und den szenischen Nonkonformismus von Teilen der GenZ (Öffnet in neuem Fenster), ein Aufbäumen gegen nicht nur filmische Konventionen sowie eine Achterbahnfahrt von Gefühl und Grauen, Liebe und Lust, Toxizität und Trauer. Das ist in beiden Fällen so beeindruckend wie unterhaltsam. Und beispielsweise mit Blick darauf, dass der gerade einmal um die 800.000 US-Dollar „teure“ OBSESSION – Du sollst mich lieben weltweit bereits über 300 Millionen US-Dollar eingespielt hat, mindestens faszinierend.

Ebenso spannend der queere Background (Öffnet in neuem Fenster) und nicht nur manch Andeutung des eben genannten Films, um einen Wunsch nach Liebe, die fatal endet. So wünscht sich der vom schwulen Schauspieler verkörperte Baron „Bear“ Bailey, dass seine Kollegin und enge Freundin Nikki Freeman (die bisexuelle Inde Navarrette) sich doch bitte unsterblich in ihn verliebe. Durch ein Zauberutensil namens One Whish Willow – ähnlich der Pfeife (Öffnet in neuem Fenster) – kommt es dazu. Mit Folgen einer verhängnisvollen Affäre. Nur düsterer und blutiger.

Ähnlich den BACKROOMS, um den in mehrerlei Hinsicht gescheiterten Architekten Clark (Chiwetel Ejiofor) und dessen dezent traumatisierter Therapeutin Dr. Mary Kline (Renate Reinsve), basiert auch OBSESSION auf sogenannten Creepypastas. Also im Internet kreierten und weiterentwickelten Horrorgeschichten, die, wie etwa im Falle des Slender Man, manches Mal ein unangenehmes Eigenleben entwickeln können.

Ebenfalls beiden Filmen gemein ist, dass sie (individuelle) Geschichten von Liebe und Verlust, Bildern von Männlichkeit und dem Abfuck, das unser Gehirn wie Herz sein kann, erzählen. Dies jedoch auf reichlich unterschiedliche Weise. Ist der circa 10 Millionen US-Dollar teure BACKROOMS eine Art Kammerspiel der besonderen Art, mit verwinkelten und abstrusen Räumen (selbst für Berliner Verhältnisse), so ist das liebestolle Pendant OBSESSION ein Film, der trotz Enge mehr ins Offene geht.

Dieser kommt mit einem Schlag in die Magengrube zum Ende eines emotionalen und psychopathischen Slow-Burns, voller Anxiety (Öffnet in neuem Fenster), derweil die hinteren Räume bei allem Graus auf eine gewisse Art mehr in Richtung mysteriöser Science-Fiction ausgerichtet sind. Fantastisch sehen sie beide aus, sind fatal famos besetzt und gespielt (u. a. noch Finn Bennett (Öffnet in neuem Fenster) und Lukita Maxwell in BACKROOMS oder Cooper Tomlinson und Megan Lawless ind OBSESSION) und bleiben lange im Hinterstübchen. Dass sie sich keiner (billigen) Jump-Scares und üblicher Ingredienzien hingeben, lassen die atmosphärischen Nummern mit arger Musik nur noch besser ums Eck blicken.

Mensch, toll, mit diesen Feind*innen in Bett und Co., die nicht nur in puncto kommerziellen Erfolgs und Hype alle Blockbuster à la super sexy He-Man (Öffnet in neuem Fenster) und Mandalorian & Grogu (Öffnet in neuem Fenster) in den Schatten
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OBSESSION - Du sollst mich lieben startet am 25. Juni 2026 im Kino; Laufzeit ca. 109 Minuten; FSK: 16; den Trailer gibt es hier (Öffnet in neuem Fenster).

BACKROOMS ist seit dem 18. Juni 2026 im Kino zu sehen; Laufzeit ca. 110 Minuten; FSK: 16; den Trailer gibt es hier (Öffnet in neuem Fenster).
https://steady.page/de/thelittlequeerreview/posts/d5bdfb68-5bc8-4289-ae1d-5db828a73446 (Öffnet in neuem Fenster)