
Liebe Leser*innen,
wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: »Ich bin der Faschismus.« Nein, er wird sagen: »Schmucke Uniformen, Schlägertrupps, alles schön und gut, aber wie sollen wir das bitte finanziell wuppen?« Denn so ein nationalsozialistischer Staat kostet, und zwar nicht zu knapp:
(Öffnet in neuem Fenster)Die neue Ausgabe gibt es ab Samstag in allen Gauforen, jetzt schon im Onlineshop (Print (Öffnet in neuem Fenster) oder PDF (Öffnet in neuem Fenster) oder in der App) – oder am besten: im Abo! (Öffnet in neuem Fenster)
(Öffnet in neuem Fenster)Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, steht dem Konzept deutscher Faschismus durchaus kritisch gegenüber (der Verwendung des Begriffs Faschismus übrigens auch) und muss sich deshalb eine neue politische Heimat suchen:

Strenge Regeln, Gruppendruck und andauernd Speichel sammeln müssen, um Schwule und Ausländer anzuspucken – für Kinder ist Faschismus besonders fordernd. An den folgenden Sätzen erkennen Sie, ob Ihr Kind emotional intelligent genug ist, um diese anspruchsvolle Phase gut zu überstehen:

»Gugudada! Stimmt’s, Leute?«
»Wenn alle fein damit sind, würde ich jetzt Aa machen.«
»Ich sehe dich. Ich höre dich. Aber könnte ich jetzt bitte meine Nase zurückhaben?«
»Boah, sorry, ich kann das gerade einfach nicht.«
»Darf ich zum Einschlafen noch eine Folge Stefanie Stahl?«
»Diese Posts von eltern.de (Öffnet in neuem Fenster) sind mir zu oberflächlich und trivial.«
»Falls der Legostein, auf den du getreten bist, aua gemacht hat, tut es mir leid.«
»Ich will niemanden vor den Kopf stoßen, aber dies ist bereits der achte Satz.«
»Gugudada! Und eine geruhsame Nacht.«
Vor der Machtergreifung hoffen jetzt viele auf Hilfe durch die USA. Und Donald Trump enttäuscht nicht: Er hat bereits angekündigt, Deutschland sofort mit einer neuentwickelten Waffe anzugreifen, sollte es nicht unverzüglich faschistisch werden:


Doch trotz aller Drohungen steht Deutschland noch fest auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Weswegen Sie, liebe Leser*innen, sich keine Sorgen wegen der Zukunft machen, sondern lieber an den See fahren sollten. Mit einem schönen Buch im Jutebeutel, das wahrscheinlich von einer Frau stammt. Denn ungefähr vier Fünftel aller Erstlingsromane in Deutschland werden mittlerweile von Frauen verfasst. Auf diese Debüts können Sie sich im Büchersommer 2026 freuen:

Lebensansichten der Katze Murr
Des Mädels Wunderhorn
Die Processe
Fötz’ von Berlichingen
Der aufhaltsame Aufstieg der Melo ni
Nach einem Tag am Strand können Sie erschöpft, zufrieden und mit viel Sand in den Schuhen ein bisschen Zeit mit Bekannten verbringen:

Hätte Elon Musk sich nicht so viele Souvenir-Münzen geprägt, wäre er wahrscheinlich noch Billionär. Die neuesten Entwicklungen der Finanzwelt ordnet Torsten Gaitzsch für Sie ein:

Heute: Armer Elon
Am Freitag, den 12. Juni – bei TITANIC war gerade Redaktionsschluss –, ging die Finanzmeldung des Jahres um den Erdball: Nach dem Handelsstart seines Unternehmens SpaceX wurde Elon Musks Vermögen von Forbes auf 1,1 Billionen US-Dollar taxiert. Damit ist wahr geworden, was als Möglichkeit schon monatelang zuvor geraunt worden war: Wir haben unseren ersten Billionär! BILLIONÄR – ein Begriff so unwirklich, dass mein Textverarbeitungsprogramm das Wort rot unterkringelt. Eine Billion, das ist eine 1 mit ganz vielen Nullen!
Kaum zwei Wochen später erfahren wir: Elon Musk ist kein Billionär mehr. {Traurige Posaunentonfolge} Nach Kursrückgängen beträgt Musks net worth nurmehr schätzungsweise 962 Milliarden Dollar. Autsch! Nicht dass mir der Mann leidtäte, aber ich versuche, mir vorzustellen, wie sich diese Statusherabstufung wohl anfühlt. Gewiss schamvoll und bitter! Reichster Mensch der Welt ist Musk zwar immer noch, aber hinter vorgehaltener Hand wird er in seinem Umfeld bestimmt fortan »Ex-Billionär« genannt, beziehungsweise »former trillionaire«, wie man in englischsprachigen Ländern mit kurzer Skala sagt (interessanterweise sind in Musks Geburtsland Südafrika beide Einteilungen (Öffnet in neuem Fenster) geläufig). »Trillionär« klingt ohnehin ungleich haarsträubender und dystopischer.
Medien und Öffentlichkeit sind erwartbar voll der Häme. Als »richest loser in the history of capitalism« bezeichnete ihn der New Statesman. Derlei werden Sie im TITANIC-Newsletter selbstverständlich nicht lesen. Wie wir wissen, beobachtet Herr Musk die deutsche Medienlandschaft sehr genau, und einen, äh, future quadrillionaire zu entschädigen, können wir uns momentan nicht leisten. Also: Toi, toi, toi, möge es bald wieder aufwärts gehen!
Verabschiedet sich und wünscht ein gut informiertes Wochenende:
Ihre TITANIC-Redaktion
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