
Dieses Werk ist bekannt. Ein Fahrradfahrer, der in Amsterdam in eine Gracht stürzt. Weniger bekannt ist der niederländische Künstler Bas Jan Ader, dessen Ideen über das Scheitern nun in der Hamburger Kunsthalle (Öffnet in neuem Fenster) ausgestellt werden. Kurze Videos, Fotos und Installationen zeigen den oft bewusst herbeigeführten und meist absurd wirkenden Kontrollverlust.
In der Gesamtschau zeigt sich, wie intensiv sich der 1942 geborene Ader dem Fallen als Lebensform gewidmet hat. Sein Kunststudium scheiterte übrigens an seinem durchaus charmanten Vorhaben, für jedes Semester nur ein einziges Blatt Papier zu benötigen. Und seine Hochzeit mit Mary Sue Andersen beging Ader, obwohl körperlich in gutem Zustand, symbolisch an Krücken gestützt.
Letztendlich kostete ihn die Jagd nach dem Nicht-Gelingen sogar das Leben: Vor 50 Jahren machte sich Ader als Teil einer Performance mit einem kleinen Segelboot auf, den Atlantik von Nordamerika in Richtung Großbritannien zu überqueren. An seinem Ziel kam er nie an, das leere Boot wurde fast ein Jahr später vor der irischen Küste gefunden.
Jan Bas Ader blieb verschollen, sein melancholisch-skurriles Werk besteht. In der Ausstellung der Hamburger Kunsthalle kann man sich verlieren in den vielen kleinen, aber wundersamen Einfällen. Sehenswert ist auch die Dokumentation „Here is always somewhere else“ über den verschwundenen Künstler:
https://www.youtube.com/watch?v=wW9PDCMI1iA (Öffnet in neuem Fenster)Wer die kreative Arbeit für “Unter der Wolkendecke” finanziell unterstützen möchte, kann hier gerne einen Beitrag dazu leisten.