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Warum sagen Kleinkinder ständig Nein?

Nicht die blaue Hose, nicht der rote Pullover und schon gar nicht der lilane Becher, obwohl das gestern noch der Lieblingsbecher war. Kleinkinder sagen ständig und zu allem Nein. Warum tun sie das, wie können wir darauf eingehen und was können wir machen, wenn es wirklich mal sein muss?

Babys identifizieren sich noch vollständig mit ihren Bezugspersonen. Wenn sie Bauchschmerzen haben, denken sie, dass das alle Menschen in ihrer Umgebung wissen müssen. Aus diesem Grund können Babys auch nicht manipulieren. Ab einem Alter von 1 bis 1,5 Jahren beginnen Kinder zu erkennen, dass sie eigenständige Personen sind. Das ist ein sehr überwältigendes Gefühl und Kinder probieren diese Erkenntnis permanent aus, weil sie durch Ausprobieren lernen. So können sie selbstwirksam sein - und Selbstwirksamkeit ist ein wichtiges Grundbedürfnis. "Nein" zu sagen fühlt sich machtvoll an. Sie haben die Möglichkeit, Einfluss auf das zu nehmen, was in ihrem Leben passiert. Dieses Ausprobieren ist kein Manipulieren, sondern Feldforschung. Natürlich ist das manchmal ganz schön anstrengend - unser Kind fordert uns heraus, es will uns kennen lernen. Wir sind dazu gezwungen, unsere Werte zu zeigen. Was ist uns wirklich wichtig? Worauf bestehen wir auch, wenn das Kind beim ersten Mal nicht will? Wir müssen nicht "konsequent" unseren Willen durchsetzen - sollten aber konsistent nach unseren Werten leben. Zähneputzen ist zum Beispiel Pflicht, aber es muss vielleicht nicht unbedingt im Badezimmer sein, sondern kann auch im Kinderzimmer beim Spielen oder auf der Couch beim Sandmännchen sein. Als Eltern sind wir gefordert, Lösungen zu finden.

Topic Elternschaft

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