Wie steht es mit der Zukunft des deutschen Films? Dies fragt zum 6. Mal das Frankfurter Lichter Filmfestival beim gleichnamigen Kongress. In München kann man die Türkischen Filmtage und die Filmreihe des Circolo Cento Fiori besuchen. Es gibt auch wieder Filme der Woche, auf die wir einen besonderen Blick geworfen haben: PFERD AM STIEL empfiehlt sich für den Nachwuchs; ROSEBUSH PRUNING für die Fortgeschrittenen.
Zukunft deutsches Kino:
Film und Gespenster – oder: Warum Kunst das Gegenteil von Kultur ist (Opens in a new window)
Das Schlechte der guten Absichten: Die Kulinarisierung des Films und der Kulturalismus der Gegenwart – zum Frankfurter Kongress »Zukunft Deutscher Film« in der kommenden Woche — von Rüdiger SuchslandPodcast: »Wie retten wir die äußere Wirklichkeit?« (Opens in a new window)
Der Stand der Dinge im Gegenwartskino: Im neuesten artechock-podcast wärmen sich Dominik Graf und Rüdiger Suchsland auf für die Masterclass des deutschen Regie-Solitärs nächste Woche in Frankfurt. Im Gespräch geht es darum, ob das Autorenkino gerade seine Welt verliert, ob Digitalisierung das Kino abschafft und ob Siegfried Kracauer immer noch recht hat.
Festivals in München:
Starke Frauen vor und hinter der Kamera (Opens in a new window)
Die 37. Türkischen Filmtage München feiern vom 17. bis zum 26. April 2026 das türkische Kino und eröffnen dem interessierten Publikum neue Perspektiven auf das Land und seine Gesellschaft. – von Ingrid WeidnerEin Meer, viele Geschichten (Opens in a new window)
Der Circolo Cento Fiori zeigt an fünf Sonntagen vom 19. April bis 17. Mai 2026 die Filmreihe Mediterraneo: un mare di storie. – von Elke Eckert
Neue Kritiken:
Babystar (Opens in a new window) (D 2025)
Family-Influencer: »Babystar« verwandelt das Influencer-Dasein in einen Horrorfilm und möchte dabei an Vorbilder wie Östlund oder Lanthimos anknüpfen – Kritik von Kevin GawlikCotton Queen (Opens in a new window) (Sudan/D/F/Saudi-Arabien/Q 2025)
Zwischen Baumwollfeldern und kolonialen Schatten:
Suzannah Mirghani erzählt von weiblicher Selbstermächtigung im Spannungsfeld von Tradition, Ökonomie und persönlicher Freiheit im Sudan – Kritik von Reinhard KleberPferd am Stiel (Opens in a new window) (D/EST 2025)
Peinlich? Großartig! Sonja Maria Kröner verwandelt das vermeintlich Lächerliche in ein Kino der Befreiung und schenkt dem deutschen Kinderfilm seine vielleicht schönste Utopie seit Jahren – Kritik von Axel Timo PurrRosebush Pruning (Opens in a new window) (D/I/E/GB/USA 2026)
Die Vergänglichkeit der Oberfläche: »Rosebush Pruning« ist eine farbenfrohe Groteske über die Perversionen einer superreichen Familie – Kritik von Dunja BialasZwischen uns das Meer (La mer au loin) (Opens in a new window) (F/Marokko/B 2024)
Zwischen den Ufern: Saïd Hamich Benlarbi erzählt vom Exil als Zustand ohne Rückkehr und findet dafür Bilder von seltener Zärtlichkeit und nagender Härte – Kritik von Axel Timo Purr
Neue Videokritik:
Die reichste Frau der Welt (Opens in a new window)
Thierry Klifas unterhaltsame Milieu-Studie im Luxussegment mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle hat vor allem Margret Köhler nicht nur wegen dem Anteil an Wahrheit hinter dieser Geschichte gut gefallen; Stefan Rutz ist etwas zurückhaltender in seinem Urteil.
Cinema Moralia:
Parvenüs, Kulturbürger und Geistesaristokraten (Opens in a new window)
Und die Stadt ist immer mehr Beute: Irene von Alberti, Kultur für alle und der Vorteil, Opfer zu sein – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 386. Folge — von Rüdiger Suchsland