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Trends: Das gibt Storytellern 2026 Hoffnung

Hi, ich bin wieder da nach einer laangen Pause. Frohes neues Jahr! Wo ich war, verrate ich Dir am Ende des Newsletters.
Heute gibt es die Trends des Jahres 2026 und was wir als Storyteller, daraus machen können. Denn hier geht’s immer noch darum, wie wir Geschichten erzählen, die Menschen bewegen. Und 2026 wird es vielleicht ein bisschen anders sein, als bisher.

Ist das Internet tot?

Anfang Dezember zeigte mir mein wöchentlicher Bericht eine Bildschirmzeit von 15 Minuten pro Tag. “Ist das Tracking kaputt?” Erstaunlicherweise nicht, denn ich bin damit nicht alleine. Zwar sind die meisten Menschen genau so lange am Handy wie auch sonst früher. Die Social Media Nutzung geht aber weltweit zurück, wie eine Studie (Opens in a new window) der Financial Times zeigt. Das Internet ist nicht tot. Aber wir stehen am Beginn einer Transformation.

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Das Internet läuft heiß, aber alle gehen

Der Peak war der Social Media Nutzung war schon 2022 erreicht - seitdem geht’s in allen Altersgruppen bergab. Damals, auf der Höhe der Welle dachten wir schon, alles gesehen zu haben. Dann sagte KI: “Hold my beer” und spülte uns Krokodil-Bomber und Schrimp-Jesus in die Timelimes.

Etwa die Hälfte des Traffics kommt heute durch Bots zustande. AI Slop performt super, die Plattformen laufen heiß. Mehrwert oder sonstige Bedeutung? Fehlanzeige.

Immer mehr KI bedeutet auch: KI-Dienste nutzen auch KI-Inhalte für ihr Training. Halluzinierte Informationen verfestigen sich. 40 Prozent von dem, was Chatbots erzählen, ist schon jetzt hanebüchen (Opens in a new window). Um diese Abwärtsspirale einzudämmen, schließen KI-Giganten Partnerschaften mit Medienunternehmen, wie Axel Springer oder Condé Nast. Sie wollen hochwertige Datensätze, welche “die menschliche Gesellschaft widerspiegeln”. Andere Medienunternehmen zögern noch. (Opens in a new window)

Fassen wir zusammen:

  1. KI trägt zur Shitification von Sozialen Netzwerken bei.

  2. KI vergrault Menschen von den Plattformen.

  3. KI verschlechtert KI. Deswegen wendet sich KI von KI ab.


Was macht das mit den Menschen?

Menschen beschreiben ein Gefühl von Überdruss und Überforderung. Sie beklagen, sich nicht mehr gut auf etwas fokussieren zu können, leiden unter Einsamkeit, Neid und Minderwertigkeitsgefühlen, depressive Verstimmungen usw.

Ob es am AI Slop liegt, oder die vielen Krisen, Informationsflut, Dopaminsucht, der Kulturkampf, das Clickbaiting,Trolle oder Polarisierung uns zu diesem Punkt gebracht haben ist nicht mehr so wichtig. Wir schauen jetzt einfach mal nach vorn. Ich glaube wirklich: es wird gut werden!

JETZT kommt das Positive!

Das Internet macht gerade etwas durch - fein. Das ist kein Grund zu lamentieren. Wir können auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen und Geschichten erzählen, die bei ihnen landen, sie bewegt und aktiviert, die Welt besser zu machen.

Das wird für Storyteller im Jahr 2026 wichtig

1️⃣ Verbindung schaffen

Es gibt einen regelrechten Hunger danach. Und es gibt viele Möglichkeiten, diesen zu stillen. Authentische Storyteller, Geschichten rund um menschliche Verletzlichkeit, Partizipation mit dem Publikum, Community-Bildung.

2️⃣ Auch mal raus aus dem Internet

Oder zumindest mal raus aus irgendwelchen Plattformen. Newsletter ist ein tolles Format! Aber sonst: Events und neue Live-Formate ausprobieren. Der Podcast Toxic Tantra hat bei einer Lesung Yoga und Antipasti geboten (wohl nacheinander). Bei einer Live-Veranstaltung von Heavyweight gab es eine “Wall of Regrets” (Opens in a new window).

3️⃣ Eskapismus geht immer

Die Leute sind erschöpft und müssen sich immer noch ab und zu berieseln lassen. Ich sag nur Emily in Paris (Opens in a new window).

4️⃣ POV

Welche Geschichte(n) kannst nur du auf eine bestimmte Weise erzählen? Wo hast du einen einzigartigen Blickpunkt? Was siehst du, was für andere unsichtbar ist? Es geht heute weniger um den “Scoop” zu haben - der erste mit einer Geschichte zu sein, wie die Journalistin Line Vaaben hier (Opens in a new window)schreibt. Aber deine Individualität kann kein Bot hervorbringen.

5️⃣ 2026 gehört den Optimisten

… und den Geschichtenerzählern, die eine positive Zukunftsvision formulieren. 2026 wird die beste Zeit für konstruktiven & positiven Journalismus sein.

Es gibt die Geschichten, wie Berlin wegen des großen Stromausfalls Mal wieder auf großer Strecke versagt hat. Es gibt auch die Geschichten (Opens in a new window), in denen Menschen, ihre Wohnungen zum Aufwärmen angeboten haben, Steckdosen, Gasherde, warmes Essen und Trinken geteilt haben. In denen Theater freien Eintritt in die Vorstellungen gewährt haben und Cafés ihren Winterurlaub unterbrochen haben, um zu helfen.

Beide Seiten sind wahr, eine Seite findet in der Berichterstattung kaum statt. Bis jetzt.

Story-Empfehlungen

Diese Storys aus dem vergangenen Jahr muss ich noch loswerden.

🎧 Vier Töne gegen Stalin – Der Fall Schostakowitsch (Opens in a new window)
In einer Diktatur Widerstand leisten und trotzdem überleben – wie geht das? Eine sehr aktuelle Frage, die in vier Folgen anhand der sensiblen aber starken Person Dmitri Schostakowitsch beantwortet wird. Ganz nebenbei taucht man in die Geschichte ein und erfährt viel über Musik.

🧐 A battle with my blood (Opens in a new window)
John F. Kennedys Enkeltochter schreibt über ihre seltene Leukämie-Form, mit der sie nach der Geburt ihrer Tochter diagnostiziert wurde. Während sie den Krebs bekämpfte, sah sie zu, wie ihr Cousin Robert F Kennedy Jr. massiv in der Forschung und und im Gesundheitssystem kürzt. Tatiana Schlossberg starb kurze Zeit nach der Veröffentlichung ihres Essays mit nur 35 Jahren.

🕵️‍♀️ Sea of Lies (Opens in a new window)
Wie ein Fischerdorf in England dem weltweit meistgesuchten Mann auf die Schliche kommt. Unwahrscheinliche Zufälle spielen dabei eine erhebliche Rolle. Du wirst es lieben.

Und wo war ich bitteschön so lange?

Zu Hause. Sehr sehr viel. Ich freue mich darauf, wieder mehr raus zukommen und dem kleinen Menschen die Welt da draußen zu zeigen. Danke fürs dabei bleiben! ❤️

Deine Teodora