FILM-KRITIK (Opens in a new window)
Das Leben ist ernst, nehmen Sie es nicht zu ernst. So oder so ähnlich hieß es doch einmal von Angela Merkel, der Kanzlerin a. D., oder nicht?! Na, sei's drum. Realitätsbezug ist nervig und so ist es zuletzt auch die echte Welt. Ein wenig Eskapismus kann also nicht schaden. Und was sollen wir sagen? Wir hatten zuletzt selten so viel Freude und Ablenkung bei einem Film, wie beim Film gewordenen Merch-Trip Gabby's Dollhouse, natürlich basierend auf der gleichnamigen Serie (die wir nie gesehen haben) mit Laila Lockhart Kraner als Gabby.

Diese macht sich als Teenagerin auf zu ihrer Großmutter Gigi (Gloria Estefan). Kaum dort angekommen macht sich hier Gabby Cat-Doll House selbstständig und landet auf einem Flohmarkt, wo es Katzen-(Streu-)Lady Vera (katztastisch: Kristen Wiig) entdeckt und kurzerhand kauft, um es in ihr häusliches Katzen-&-Kater-Museum zu stellen. So geht es natürlich nicht und Gabby macht sich auf, ihr Haus zu finden und die Gabby Cats zu retten...

...und das wird lustig. Zunächst wirkte der Film auf mich und Begleitung ein wenig cringe, nun kannten wir beide die Nummer so gar nicht. Dass Kraner in die Kamera spricht und uns alle zum Mitmachen auffordert, passiert zum Glück nicht zu oft und hat doch irgendwie Charme, zumal daraus zum Ende noch ein Meta-Witz wird. Ebenso ist's für „die Kleinen“ eine feine Sache, die im Saal anwesen Kinder jedenfalls waren schon allein während der ersten zehn Minuten involvierter in den Film als über die gesamte Laufzeit der Schlumpf-Scheiße (Opens in a new window).
https://www.youtube.com/watch?v=0qbViSUoMkk (Opens in a new window)Wiig ist famos, so sind der Look ihrer Villa (Set Decorator: Victoria Söderholm) wie auch die Outfits (Kostüme: Angela Hadnagy). Mit dem Auftauchen ihrer Figur funktioniert die Nummer auf für größere, da es so viele abstruse Andeutungen gibt (und es geht so viel um Schwänzchen, Spritziges und Co.). Ebenso ist die neue Figur des Plüschkaters Felix (Jason Mantzoukas) die perfekte Interpretation eines toxischen Ex, den nicht nur Kinder als eigentlichen Antagonisten wahrnehmen dürfte. So kann mensch ihnen gleich mal erklären, was Red Flags sind, bevor sie als Opfer in einem True-Crime-Podcast landen.

Was noch? Mit dem Material vertrauten Zuschauer*innen begegnen sicherlich vielen bekannten Figuren wieder. Wir waren fasziniert von der Kreativität und Farbenpracht (und wie irgendwie beinahe alles an der Nummer, in der Drops und Pillen eine wichtige Rollen spielen, dezent sexualisiert werden kann… Kinky Cats sozusagen). Der Film von Ryan Crego (der auch die Grundstory erdacht hat) sieht toll aus und das Drehbuch ist trotz einer Vielzahl an Autor*innen (Mike Lew, Rehana Lew Mirza, Adam Wilson, Melanie Wilson LaBracio) erstaunlich konsistent. Das Gesinge hält sich in Grenzen und es geht immerhin auch um eine mit Tränen gefüllte Badewanne – ein Brüller, nicht nur für genervte Eltern.

Kurzum: Ein katztastischer Film, der mich/uns endlich mal konsequent aus der echten, bösen, harten, derzeit arg frustrierten Welt geholt und komplett abtauchen lassen hat. Und wirklich einer, der sowohl für Kids als auch geneigte Erwachsene, die sich gern auf bunte Spinnerei mit lebendiger Message einlassen wollen, geeignet ist.
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GABBY’S DOLLHOUSE: DER FILM startet am 9. Oktober 2025 im Kino; Laufzeit ca.: 98 Minuten; FSK: 0