Vor wenigen Tagen erklärten die USA ihren Rückzug aus zahlreichen internationalen Organisationen und Verträgen, darunter u.a. Klima- und Umweltabkommen. Begründung: diese dienten nicht mehr den nationalen Interessen. Anstelle fester Bündnisse setzt US-Präsident Trump auf bilaterale „Deals“, deren Zustandekommen er häufig mit heftigen Drohgebärden fördert.
Das Bestreben der USA, sich aus internationalen Konflikten und Bündnisverpflichtungen herauszuhalten, ist dabei nichts grundsätzlich Neues. Nach dem Ersten Weltkrieg etwa lehnte der Senat den Beitritt zum Völkerbund ab – der doch Kernelement des vom eigenen Präsidenten federführend ausgehandelten Versailler Friedensvertrag war.

Elmer Bushnell, 13. Februar 1919
Der Unterschied: Damals stand der US-Senat gegen den Präsidenten, heute führt der Präsident das Camp der Isolationisten und „America Firsters“ (Anhänger einer Politik, die US-amerikanische Interessen konsequent über internationale Verpflichtungen stellt) an.
Die Mehrheit der Experten ist sich sicher, dass der Isolationismus Amerika schadet – zumindest mittel- bis langfristig.
Wird der US-Kongress 2026 den Mut fassen, sich – wie 1919, aber diesmal zum Wohle der USA – dem Präsidenten entgegenzustellen?