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Ein Buch, ein Getränk, ein Handtuch, die Liege – und ich

Ein Buch, ein Getränk, ein Handtuch, die Liege – und ich.

Mehr braucht es nicht.

Die sogenannte Liege verdient ihren Namen kaum, sie ist nichts weiter als eine Matte, deren Kopfteil sich aufrichten lässt – ein Provisorium, das genügt.

Ich suche mir ein stilles Plätzchen, breite mich aus, schalte Hörmine aus und öffne mein Buch. Schon nach wenigen Seiten verliert die Außenwelt ihre Konturen, Zeit und Raum verflüchtigen sich. Heute, unter einem wolkenverhangenen Himmel, ist es angenehm kühl. Kein Brennen, kein Drängen der Sonne – nur gedämpftes Licht, das wie ein stiller Wächter über mir ruht.

Während ich lese, werden die Lider schwer. Der Schlaf schiebt seinen Vorhang behutsam über meine Augen. Ich lasse los, ohne Widerstand. Inmitten der Menschen, und doch für mich allein. Geborgen in meiner eigenen Stille, wie eingehüllt in eine unsichtbare Decke, gebe ich mich dieser Ruhe hin.

Doch irgendwann überkommt mich die Lust nach Abkühlung. Ich gleite hinab in das kühle Mittelmeer. Wasser umschließt mich, trägt mich, hält mich. Die Stille bleibt – in mir, bei mir, um mich herum.

Es mutet surreal an: das Leben tobt jenseits der Wasseroberfläche, Stimmen, Lachen, das ungeduldige Tempo der Welt. Ich sehe, wie laut alles sein muss – und doch erreicht mich nichts davon. Was mich umgibt, ist Ruhe. Tiefe, grenzenlose Ruhe.

Ich atme. Ich beobachte. Die Menschen dort. Mich hier. Ein stilles Gegenüber.

Und dann beginnt das Loslassen. Alles, was nicht zu mir gehört, sinkt ab in die Tiefe. Gedanken, die mir nicht mehr dienlich sind. Gefühle, die ihre Zeit gehabt haben. Menschen, die nicht bleiben wollen. Sie gleiten fort wie Sandkörner, die das Wasser mitnimmt.

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