
Kreatin ist in aller Munde – buchstäblich. Denn es wird inzwischen auch Lebensmitteln wie Puddings und Joghurts zugesetzt. Der Markt für das Nahrungsergänzungsmittel boomt.
Dabei ist Kreatin gar kein Nährstoff. Der Körper stellt es selbst her und kaum jemandem mangelt es an diesem Molekül. Hersteller von Kreatinpulver versprechen, dass es beim Muskelaufbau wahre Wunder wirkt. Sie setzten 2024 fast 70 Millionen Euro mit dem weißen Pulver um.
In unserem neuen Heft, das in wenigen Tagen erscheint und sich auch gedruckt auf den Weg zu Ihnen macht – wenn Sie mögen und ein Abo haben – schauen wir genauer auf die Versprechen: Kann Kreatin wirklich die Muskelkraft steigern?
Mit den Links in diesem Newsletter können Sie diesen und drei weitere Artikel der März/April-Ausgabe vorab lesen – einige davon sind ohne Paywall. Unsere Themen diesmal: Toxine in Babynahrung, Impfen gegen Demenz? und bekommt die Menopausale Hormontherapie ein neues Image?
Übrigens: Das Schmuckbild in diesem Newsletter stammt von unserem langjährigen Cartoonisten Thomas Kunz.
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Was Kreatin ist und was es kann
Der Mensch produziert pro Tag etwa ein bis zwei Gramm dieser stickstoffhaltigen Verbindung selbst. Auch die Ernährung liefert Kreatin, vor allem über Fleisch und Fisch. Vegetarisch oder vegan Essende haben wegen der körpereigenen Produktion dennoch keinen Mangel. Besonders viel Kreatin ist in den Muskelzellen gespeichert. Eine zusätzliche Einnahme von Kreatin kann die sportliche Leistungsfähigkeit tatsächlich beeinflussen. Aber: Ohne Training bringt die Extradosis Kreatin nicht mehr Muskelkraft. Und: Es kommt auf die Dosierung an.
Aus unserem neuen Heft, vorab lesen: Wirklich mehr Muskelkraft mit Kreatin? (Si apre in una nuova finestra) (€)
Die US-Aufsichtsbehörde entfernt Warnhinweise in Hormonpräparaten
Mitte November 2025 entschied die US-Arzneimittelbehörde FDA, dass bestimmte Warnhinweise bei Hormonpräparaten für die Behandlung von Wechseljahrbeschwerden entfernt werden. Diese sogenannten Black-Box-Warnungen – ein schwarz umrahmter Kasten in der Packungsbeilage – wies auf Risiken der Hormone hin, die unter Umständen lebensbedrohlich sein können. Diese Warnungen wurden in den USA im Jahr 2003 eingeführt, in Europa gab und gibt es diese Form der Warnhinweise nicht. Sie sind aber in Fachinformationen und Leitlinien eingeflossen und könnten das Image der Menopausalen Hormontherapie auch hierzulande ändern. Doch die Entscheidung dahinter war politisch – nicht fachlich – motiviert und ist damit ein Skandal.
Aus unserem neuen Heft, vorab lesen: Neues Image der Hormontherapie bei Wechseljahrsbeschwerden? (Si apre in una nuova finestra) (€)
Hersteller starten den Rückruf von Babynahrung verspätet
Weltweit mussten die Firmen Nestlé und Danone zahlreiche Säuglingsnahrungsprodukte zurückrufen, weil sie mit dem giftigen bakteriellen Abbauprodukt Cereulid verunreinigt waren. Das Toxin kann innerhalb von 30 Minuten bis zu 6 Stunden starkes Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen auslösen. Doch obwohl die Hersteller seit Anfang Dezember von der bakteriellen Verunreinigung wussten, taten sie … lange nichts. Warum nicht?
Aus unserem neuen Heft, frei vorab lesen: Toxine in Säuglingsnahrung lösen Erbrechen aus (Si apre in una nuova finestra)
Wie man mit vermeintlicher Demenzprävention Kasse macht
Die Schlagzeile „Gürtelrose (Si apre in una nuova finestra)-Impfung könnte Demenzrisiko senken“ wird dieser Tage ganz ernsthaft selbst in Fachforen diskutiert. Was bislang als Schutz gegen einen schmerzhaften Ausschlag bekannt ist, der durch Herpes Zoster entsteht, wird nun zur kognitiven Wunderwaffe erklärt. Ganz nach dem Motto: Mit falschen Hoffnungen erreicht man verängstigte Menschen am besten. In unserer Glosse kommentieren wir diese Praxis. Viel Spaß beim Lesen!
Aus unserem neuen Heft, frei vorab lesen: Glosse: Ein kleiner Pieks gegen das große Vergessen? (Si apre in una nuova finestra)
Kurz vor Redaktionsschluss erreicht uns die Nachricht, dass der neu zugelassene Antikörper Lecanemab zur frühen Behandlung von Alzheimer-Demenz (Si apre in una nuova finestra) nicht besser wirkt als andere Mittel. Das gab das zuständige Gremium, der Gemeinsame Bundesausschuss (Si apre in una nuova finestra), bekannt. Im neuen Heft berichten wir, was es mit dieser Bewertung auf sich hat und wie sie zustande kommt. Mehr dazu auch im Newsletter nächste Woche.
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Viele Grüße, Silke Jäger