Servus, ihr Helden der absurden Geschichte!
Hier ist wieder eure Tonya, frisch poliert und bereit für neue Schandtaten! Endlich ist es soweit: Staffel 7 steht in den Startlöchern und meine Knochen klappern vor Vorfreude.
In dieser Ausgabe blicken wir nicht nur auf die nackten Zahlen des letzten Jahres zurück, sondern planen vielleicht den verrücktesten Live-Trip aller Zeiten. In der aktuellen Episode nehmen wir euch mit auf eine illegale Spritztour durch die 30er Jahre, und im Quickie klären wir eine der bizarrsten Fragen von Heldendumm; Wie viel Joyride kann man in einem Newsletter unterbringen und was hat es mit Micky Mouse zu tun?
Viel Spaß beim Lesen, Hören und Kopfschütteln!

Steady-Freuden
Vielen Dank an:
Johannes, Jasmin, Korbinian, Patrick, Britta, Enrico, Milena, Lara, Simon, Jos, Dario, Nathalie, Katja, Isabella, Tina, Jeanine, Mike, Tim, Anne, Roland, HG, Amira, Kay, Andrea, Eva, Franz, Hartmut, Stephan, Andreas, Michaela, Hendrik, Cookie, Jochen, Sarah, Falk, Prokrastinator, Susanne, Katrin, Bjoern, Yvonne, Noah, Stephan, Samantha, Kai, Amelie, Marthe, Barbara, Sven, Olivier, Felix, Janine, Timo, Tobias und Hanne.
Danke euch allen – ohne euch wäre das hier nur halb so dumm und gar nicht so heldenhaft.
Ein wenig Hausmeisterei

Staffel 7! Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie surreal sich das anfühlt. Wir erzählen euch zwar fast jedes Jahr die selbe Geschichte, aber als Philipp und Daniel 2017 (!!) die ersten beiden Pilotfolgen aufzeichneten, war an eine langjährige Serie nicht zu denken. Der Plan war eigentlich nur: Mal schauen, ob sich überhaupt jemand für witzige Anekdoten aus der Geschichte interessiert.
Aber zurück ins Hier und Jetzt. Wir haben das Jahr 2025 erfolgreich beendet und freuen uns riesig über die 1.500 treue Hörerinnen und Hörer die uns alleine in 2025 abonniert haben. Dazu kommen 120 Leute, die diesen Newsletter lesen (den es ja erst seit letztem Jahr gibt!) und 43 Steadys, die den Podcast finanziell mittragen. Dafür können wir gar nicht genug danken – genau wie dafür, dass ihr den Podcast mit tausenden Aufrufen lebendig haltet und regelmäßig in die Charts pusht!
Statt euch jetzt mit noch mehr Zahlen zu langweilen, servieren wir euch lieber eine kleine Top 3. Das waren eure meistgehörten Episoden aus Staffel 6:
Den dritten Platz der meistgehörten Episoden der Staffel 6 erreichte: Dammparty am Mississippi (Si apre in una nuova finestra)!

Der zweite Platz: Reis macht Blüten (Si apre in una nuova finestra)!

Und eure Nummer 1 der Staffel 6 ist: Dudeljack (Si apre in una nuova finestra)!

Ein glatter Durchmarsch für Philipp – alle drei Stories stammen aus seiner Feder. Chapeau!
Zum Schluss noch ein kleiner Ausblick: Wie gewohnt planen wir ca. 16 Episoden für diese Staffel, exklusive einiger Crossover. Da wir dieses Jahr aber auch die 100. Episode feiern, brüten wir gerade über einer besonderen Idee: Hättet ihr Lust, live mit Daniel an einen Ort zu gehen, an dem eine zukünftige Episode spielt? Teil der Geschichte zu werden? Die Idee ist noch nicht ganz spruchreif, aber das wird sie nicht lange bleiben. Mehr dazu im nächsten Newsletter!
Reingehört?
Die siebte Staffel startete mit einem wilden Ritt. Wir hängen uns dieses Mal an Johnny a.k.a. Jimmy und erleben aus seinen Augen, wie eine Verbrecherkarriere in den 1930ern auszusehen hat. Ohne einen Bankraub und einem Gefängnisausbruch schicken wir euch nicht nach Hause!
Hört jetzt rein in »Joyride-Johnny« (Si apre in una nuova finestra)!
(Si apre in una nuova finestra)Heldendumm Quickie: Bären, Mäuse, Diktatoren
Stellt euch vor, die Weltgeschichte hängt nicht an seidenen Fäden, politischen Ideologien oder Atomkoffern, sondern an einem Paar riesiger, schwarzer Plastikohren. Stellt euch vor, der Grund, warum wir heute mit einem pummeligen Raketenmann in Pjöngjang zu tun haben, ist nicht militärisches Kalkül, sondern der unwiderstehliche Drang, einmal Space Mountain zu fahren. Willkommen in der wunderbaren Welt von Disneylands geopolitischer Sprengkraft.
Wir schreiben den Mai 2001. Die Welt ist noch eine andere, die Twin Towers stehen noch, und in Nordkorea herrscht Kim Jong-il, der Mann mit der Sonnenbrille und dem Faible für Plateauschuhe. Sein auserkorener Nachfolger ist eigentlich klar: Kim Jong-nam. Der älteste Sohn. Der „Kronprinz“. Er ist dick, er ist gemütlich, und er hat ein Problem: Er liebt den kapitalistischen Schweinekram.
Nun muss man wissen, dass die Kims zwar ihr Volk bei Wasser und Gras halten, selbst aber reisen wie Rockstars auf Drogen – nur eben inkognito. Und hier beginnt unsere Heldendumm-Saga.
Kim Jong-nam, unser tragischer Held, hat einen Plan. Er will nach Japan. Nicht, um Industriespionage zu betreiben oder diplomatische Beziehungen zu knüpfen. Nein, der Junge will zu Mickey Mouse. Er will ins Tokyo Disneyland. Das Problem? Als Nordkoreaner kommt man in Japan so leicht rein wie ein Veganer in eine texanische Grillparty. Also braucht man eine Tarnung.
Und hier zündet Jong-nam die erste Stufe der Rakete der Dämlichkeit.
Er entscheidet sich nicht für einen unauffälligen Diplomatenpass. Nein, er besorgt sich einen gefälschten Pass der Dominikanischen Republik. Sein Deckname im Pass? „Pang Xiong“. Das ist Chinesisch und bedeutet übersetzt: „Fetter Bär“. Ich wünschte, ich würde mir das ausdenken, aber die Realität ist der bessere Satiriker.
Unser „Fetter Bär“ landet also am Flughafen Narita in Tokio. Im Schlepptau hat er zwei Frauen und ein vierjähriges Kind. Er trägt eine diamantbesetzte Rolex, eine goldene Halskette und Designerklamotten, die schreien: „Ich bin ein Diktatorensohn auf Landgang!“ Dazu dieser Pass aus der Karibik.
Nun sind japanische Zollbeamte für ihre Höflichkeit bekannt, aber nicht für ihre Blindheit. Ein asiatisch aussehender Mann, der kein Wort Spanisch spricht, aber einen dominikanischen Pass auf den Namen „Fetter Bär“ vorlegt und aussieht wie das inoffizielle Maskottchen einer Diktatur? Die Alarmglocken in Narita müssen so laut geläutet haben wie der Big Ben auf Speed.
Er wird rausgezogen. Und was sagt der zukünftige Führer Nordkoreas, als die Beamten ihn in die Mangel nehmen? Leugnet er alles? Schreit er „Diplomatische Immunität“? Nein. Er knickt ein wie ein nasses Klopapier und gesteht unter Tränen: „Ich wollte doch nur ins Disneyland.“
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Der Thronfolger eines Staates, der die USA als den „Großen Satan“ bezeichnet, riskiert eine internationale diplomatische Krise, weil er Goofy die Hand schütteln will.
Die Japaner schieben ihn ab. Nicht nach Nordkorea, sondern peinlicherweise nach China. Die Bilder gehen um die Welt. Papa Kim Jong-il in Pjöngjang tobt. Es ist nicht die Tatsache, dass er den Westen mag – Papa Kim hatte selbst eine riesige Sammlung von Hollywood-Filmen und trank Hennessy-Cognac wie Wasser. Es ist die Dummheit, sich erwischen zu lassen. Es ist die öffentliche Demütigung.
Der „Fette Bär“ war erledigt. Sein Ticket zum Thron wurde annulliert, schneller als man „FastPass“ sagen kann. Er lebte fortan im Exil in Macau, wo er sich dem Glücksspiel und Wein widmete, bis er 2017 auf einem Flughafen in Malaysia ein sehr tragisches Ende fand (aber das ist eine andere, düstere Story).
Und hier kommt der Treppenwitz der Geschichte, der Twist, der die Sache erst so richtig rund macht: Kim Jong-un.
Der heutige Machthaber, der damals noch ein kleiner, pausbäckiger Junge war, hat nämlich genau das geschafft, was sein großer Bruder vermasselt hat. Recherchen und japanische Geheimdienstberichte legen nahe, dass Kim Jong-un bereits 1991, im zarten Alter von etwa acht Jahren, ebenfalls in Japan war. Auch er wollte ins Disneyland.
Aber im Gegensatz zu seinem Bruder „Fetter Bär“ war der kleine Un (oder seine Aufpasser) schlauer. Er reiste mit einem brasilianischen Pass. Sein Name: „Joseph Pak“.

Stellt euch das vor: Der kleine Kim Jong-un, der heute mit Atomraketen droht, stand 1991 in der Schlange vor „It’s a Small World“. Er aß wahrscheinlich Popcorn, trug vielleicht Micky-Maus-Ohren und ließ sich von der glitzernden Parade des amerikanischen Imperialismus berieseln. Und niemand hat es gemerkt. Der brasilianische Junge „Joseph“ fiel nicht auf. Er kam, sah die Maus und siegte.
Die Ironie ist so dick, man könnte sie in Scheiben schneiden: Weil der große Bruder 2001 zu blöd war, einen glaubwürdigen Pass zu fälschen, wurde der kleine Bruder, der den gleichen Trip Jahre zuvor erfolgreich absolviert hatte, zum Erben des Reiches.
Hätte Kim Jong-nam damals einen besseren Fälscher gehabt oder einfach einen Pass, in dem er nicht „Fetter Bär“ hieß, wäre er vielleicht Diktator geworden. Experten sagen, er war reformwilliger, offener. Vielleicht hätten wir heute ein Nordkorea, das sich langsam öffnet. Stattdessen bekamen wir den kleinen „Joseph Pak“ aus Brasilien, der gelernt hat: Wer sich nicht erwischen lässt, darf den Thron behalten.
So lehrt uns diese Geschichte eine wichtige Lektion: Unterschätze niemals die Macht von Freizeitparks. Sie können Dynastien stürzen und die Weltpolitik verändern. Und wenn du schon illegale Grenzen mit gefälschten Papieren übertrittst, nenn dich verdammt nochmal nicht „Fetter Bär“.
Und das war’s schon für diese Ausgabe!
Bleibt heldenhaft,
Tonya Bone-ita Riesenhuber
P.S.: Kommt ein Skelett zum Arzt.
Sagt der Arzt: "Sie hätten früher kommen sollen!" ☠️⚰️