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Glaube wird zur Wahrheit

 Eine humorvolle Kurzgeschichte über die wundersame Macht der Gedanken

Herr Schlumpfberg war ein ganz normaler Mensch. Zumindest hielt er sich selbst dafür. Andere hingegen behaupteten, er sei der lebendige Beweis dafür, dass Gedanken sehr wohl Materie bewegen können… oder zumindest Schleim.

Es begann an einem Montag, wie viele anstrengende Dramas. Herr Schlumpfberg wachte auf, gähnte herzhaft. Dabei kitzelte es in seiner Nase und er dachte:
„Oh nein. Das war’s. Ich werde bestimmt krank.“

Kaum hatte er diesen Satz gedacht, meldete sich seine Nase auch schon mit einem Tropfen: „Aha, Befehl erkannt!“ Sie begann zu kribbeln, zu jucken und schließlich zu laufen, als hätte sie für einen Marathon trainiert. Herr Schlumpfberg packte sich sofort in drei Schichten Decken ein. Innerlich bereitete er sich auf einen Tag im Bett vor.

Währenddessen lebte seine Nachbarin, Frau Immerfroh, seelenruhig ihr Leben. Das war in der Tat erstaunlich, denn sie verbrachte ihre Zeit vorzugsweise damit, tropfnasse Hunderunden zu drehen. Rohe Zwiebeln schnitt sie mit bloßen Händen! Ja, bei Minusgraden brachte sie sogar barfuß die Mülltonne raus. Auf die Frage, warum sie nie krank werde, antwortete sie stets fröhlich:
„Weil ich einfach glaube, dass mein Körper Besseres zu tun hat, als krank zu werden!“

Man könnte meinen, Herr Schlumpfberg hätte sich daran ein Beispiel genommen. Tat er aber nicht. Stattdessen machte er Listen. Lange Listen:

  • „Mögliche Symptome“

  • „Gefühlte Symptome“

  • „Symptome, die ich bestimmt gleich bekomme“.

Doch dann geschah etwas Seltsames.

Eines Morgens, vielleicht war es die Langeweile, vielleicht der Mangel an neuen Krankheiten, beschloss er aus purer Verzweiflung:
„Ich bin und bleibe gesund. Basta.“

Und irgendwie schien dieser Trotz seinem Körper nicht zu gefallen. Der Schnupfen, der gerade zum großen Comeback ansetzen wollte, zog sich beleidigt zurück. Das Kratzen im Hals murmelte „Na gut, wenn er nicht will…“, und selbst die Müdigkeit kündigte und ging zu jemandem, der an sie glaubte.

Frau Immerfroh grinste nur und sagte:
„Siehst du, lieber Schlumpfberg? Glaube wird zur Wahrheit. Dein Körper ist wie ein Haustier: Er macht meistens das, was du ständig wiederholst. Du musst ihm nur die richtige Geschichte erzählen!“

Und so blieb Herr Schlumpfberg plötzlich immer gesund. Er lief fortan barfuß über kalte Fliesen, ohne an sein Testament zu denken, und die einzige Liste, die er noch schrieb, war:
„Dinge, für die ich dankbar bin.“

Die Moral von der Geschichte?
Wer ständig denkt, er wird krank, schickt seinen Körper auf die Suche nach Problemen.
Wer jedoch glaubt, gesund zu sein, der lädt seine Gesundheit zu einem gemütlichen Daueraufenthalt ein.

Und manchmal reicht schon ein einziger Gedanke, um den Unterschied zu machen.

Denn Glaube wird zur Wahrheit – besonders, wenn man ihn mit Humor würzt.