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Schritte.

Über große und kleine Schritte, schöne und unangenehme, Schritte, die ich unbemerkt gehe und die, von denen ich nicht weiß, wohin sie führen werden – und die ich dennoch gehe.

Die Entscheidung, diesen Blog von nun an monatlich zu befüllen, fiel mir zwar schwer, doch stellt sich nun als goldrichtig heraus. Irgendwann zwischen Mitte und Ende Januar wollte ich schon wieder loslegen, weil ich das Gefühl hatte, dir so viel erzählen zu wollen. Doch meine Kapazität war voll ausgeschöpft und ein bisschen nehme ich an, dass ich einfach dachte, ich darf nicht so lange warten. Innerer Druck machte sich breit und es brauchte schon etwas Durchhaltevermögen und guten Zuspruch, ihn auszuhalten und nicht nachzugeben. Jetzt sitze ich hier ganz entspannt und ohne Zeitdruck an einem Montagvormittag im geplanten Rahmen und kann mich voll und ganz auf unseren Austausch hier fokussieren. Manchmal tun uns die schweren Entscheidungen doch einfach gut.

Viele sagen ja über den Januar, dass er sich viel zu lang anfühlt und sehnen den ersten Februar herbei, als wäre dann plötzlich alles anders. Ich fühle das gar nicht. Den ersten Monat des neuen Jahres nutze ich so gerne zum Ankommen, zur Orientierung und um den Ausgangspunkt für den nächsten Schritt zu setzen. Obendrein fing es bei mir auch ganz aufregend an, mit dem ersten Kurzgeschichten-Workshop (Si apre in una nuova finestra) im Kunstraum Heartspace (Si apre in una nuova finestra). Der war ausgebucht, machte so viel Freude und führt nun zu meiner Workshop-Reihe „The Mindful Artist’s Way (Si apre in una nuova finestra)“. Ich war so aufgeregt und bin sicher einhundertundfünf Mal den gesamten Ablauf und jeden Schreibimpuls, jede Meditation penibel durchgegangen. Am Ende war es einfach nur schön und mich erfüllte das Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein. Meinen Platz gefunden zu haben. Dafür waren so viele kleine und unscheinbare Schritte nötig, die sich unangenehm anfühlten und auch mit nicht allzu großer Hoffnung verbunden waren. Klinkenputzen. Instagram-Nachrichten, Mails, die Vorstellung meiner Person und meiner Arbeit. Umso größer ist die Freude über eine Antwort, in der aufrichtiges Interesse bekundet wird. Es ist erstaunlich, wie viel Support untereinander herrschen kann. Unter Künstler*innen, Frauen, Selbstständigen, Kreativen, Fremden. Ich habe hier immer das Gefühl, dass wir die Menschen sind, die verstanden haben, dass alles viel besser funktioniert, wenn wir einander unterstützen, statt die Ellbogen auszufahren. Da werden wir so oft als zu sensibel und „nicht hinein passend“ dargestellt, als Fehler, doch ich fühle mich nicht falsch in dieser Gesellschaft. Vielmehr führt mich jeder Schritt, den ich gehe, weiter in die richtigen Arme, an die richtigen Orte, zur richtigen Zeit. Für mich. Diese Beobachtung hat mich mal wieder zu der Erkenntnis geführt, dass Tempo und Richtung meiner Schritte mir ganz allein passen müssen und niemand sonst hat da mitzureden.

Außerdem traf ich im Januar ein paar Menschen, die ebenfalls kreativ unterwegs sind und von denen ich früher irgendwie den Eindruck hatte, als wären sie viel weiter mit allem. Weiter als ich. Besser. Professioneller. Nun verbrachte ich nach längerem Abstand wieder etwas Zeit mit der ein oder anderen vermeintlich kreativ „besseren“ Person und kam nicht umhin, einen Vergleich aufzustellen. Ich weiß, wir sollen uns nicht vergleichen. Aber ich tue es dann und wann und in diesem Fall brachte der Vergleich eine wunderbare Erkenntnis hervor: Die anderen sind nicht alle besser, weiter, kreativer. Und ich habe in den letzten Monaten ein Tempo in meiner Entwicklung hingelegt, das so ausgesprochen, bei diesen Menschen für große Augen sorgte. Und bei mir für ein Lächeln. Natürlich bin ich bei jedem meiner Schritte anwesend, aber so richtig realisieren kann ich sie auf dem Weg nicht. Und dann stehe ich da und soll diesen Künstler*innen, die ich so lange nicht gesehen hatte, erzählen wie es so läuft und was ich so mache. Eine Wohltat, Stolz, Motivation. Nicht weil ich das Gefühl hatte, „besser“ als jemand anders zu sein. Sondern weil ich so laut ausgesprochen plötzlich anerkennen konnte, was da alles schon hinter mir und infolgedessen vor mir liegt.

Falls du gerade das Gefühl hast, nicht genug zu tun oder festzustecken, dann erzähl doch mal, was du in den letzten Wochen so gemacht hast. Auch von den kleinen Dingen. Ob du das wirklich jemandem erzählst oder es für dich allein aufschreibst, ist dabei ganz egal. Dieses Gefühl, dass ich da inmitten dieser „gestandenen“ Künstler (es waren nur männliche Künstler) hatte, möchte ich dir so gerne weitergeben. Denn es hat so viel mit mir gemacht. Und vor allem den Weg frei für die nächsten Schritte, von denen ich aktuell keine Ahnung habe, wohin sie mich führen werden. Mehr Workshops? Das nächste Buch? Die Veröffentlichung in einem Verlag oder neue Kontakte? Vielleicht ist der nächste Schritt auch einer zurück. Und auch das ist fein. Mit etwas Abstand wird das Blickfeld ja auch größer 😉

Übrigens: Ich habe in letzter Zeit mein Angebot etwas erweitert und meine Webseite (Si apre in una nuova finestra) mit geführten Meditationen (Si apre in una nuova finestra) und anderen Schreib-Tools befüllt. Schau sehr gerne mal vorbei, es steckt viel Liebe darin ♥️

Bis bald!

Alles Liebe

deine Sarah

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