Die 3 Finanzdokumente, die jeder Aktionär kennen muss

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Heutige Ausgabe: Einzelaktien meistern
Bevor es losgeht, möchte ich diese Ausgabe etwas einordnen.
Ich werde einige Fachbegriffe und Aspekte diskutieren, die für manche vielleicht eher etwas trocken und theoretisch rüberkommen. Aber: Wenn man erfolgreich in Einzelaktien investieren möchte, dann sind das in meinen Augen wichtige Aspekte.
Mir ist natürlich bewusst, dass viele auch ohne fundiertes betriebswirtschaftliches Wissen in Einzelaktien investieren. Das kann man natürlich machen, man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass man dann ziemlich im Trüben fischt. Dass man eher aufgrund von überzeugend klingenden Stories investiert, die man vielleicht auch nur schwer hinterfragen oder einordnen kann.
Mein Appell ist es nun nicht, dass man alle in dieser Folge besprochenen Aspekte bis in die Tiefe versteht. Wenn Du bspw. breitgestreut in ETFs investierst, dann ist das relativ einfach und erfordert nicht viel Know-How.
Aber wenn Du in Einzelaktien investieren möchtest, dann solltest Du Dich schon tiefer mit der Materie beschäftigen. Dann ist das eine größere Reise und dann ist auch diese Folge nur eine Annäherung an einige ausgewählte Aspekte.
Für viele Menschen sind Aktien, also der Anteilserwerb an Unternehmen, ein Grundpfeiler ihrer Geldanlage und ihres Vermögensaufbaus - ob als Einzelaktien oder als ETFs.
Aber: Aktiengesellschaften sind noch relativ neu.
Während des größten Teils der Menschheitsgeschichte waren private Unternehmen eher kleine Betriebe mit wenig Kapital - zum Beispiel Handwerker. Große Unternehmungen wie der Bau von Straßen, das waren eher die Domäne der Regierung, manchmal auch religiöser Institutionen.
Das änderte sich mit der im 19. Jahrhundert beginnenden Industrialisierung. Zwar gab es bereits ein paar Jahrhunderte zuvor mit der niederländischen Ostindien-Kompanie die erste Aktiengesellschaft der Welt. Aber erst mit der Industrialisierung gewannen viele Betriebe deutlich an Größe. Sie benötigten Fabriken und viele Arbeiter. Man musste also einen Weg finden, das zu organisieren.
Gleichzeitig gab es drängende Fragen: Wenn sich mehrere Menschen für eine Unternehmung zusammenschließen und das Vorhaben ist schließlich erfolgreich: Wie werden die Gewinne verteilt? Was passiert, wenn es nicht erfolgreich ist? Und vor allem: Wer ist Chef und trifft die Entscheidungen?
Daraus entwickelten sich Unternehmen und Aktiengesellschaften, wie wir sie heute kennen.
Das führt zu der Frage:
Was ist überhaupt eine Aktiengesellschaft und eine Aktie? Und was sollte ich als Aktionär eigentlich wissen und verstehen?
In Folge 2 Wenn die Börsen beben (Abre numa nova janela) sagte ich, dass wir uns vergegenwärtigen sollten, was Aktien überhaupt sind und was nicht.
Aktien sind keine theoretischen Konstrukte. Aktien sind Anteile an real existierenden Unternehmen. Mit echten Produkten, mit echten Wettbewerbsvorteilen. Mit echten Gewinnen.
Ein Unternehmen ist ein rechtliches Konstrukt. Es ist eine juristische Person. Es kann Eigentum besitzen. Es kann Vertragsbeziehungen eingehen. Es kann sich Geld leihen. Es kann vor Gericht klagen und verklagt werden. Es muss Steuern zahlen.
Stell Dir vor, Du kaufst 10% Anteil an einer Eisdiele. Dann gehört Dir 10% des Inventars und wenn die Eisdiele Gewinne erwirtschaftet, dann gehören Dir ebenfalls 10% des Gewinns.
Bei Aktien ist das im Prinzip nichts anderes.
Ein Unterschied liegt vielleicht im Erwerb der Anteile. Wenn Du 10% an einer Eisdiele kaufen möchtest, dann ist das eher ein etwas längerer Prozess. Du beschäftigst Dich mit dem Unternehmen, Du liest Verträge. Du sprichst mit dem Management, mit den anderen Anteilseignern über Dinge wie den weiteren Ausblick oder die strategische Ausrichtung. Du prüfst die Unternehmensfinanzen. Dann gibt es vermutlich einen ziemlich ausführlichen Vertrag, der wichtiges zum Geschäft, aber auch Dinge wie die verschiedenen Rechte der Anteilseigner definiert.
Wenn Du eine Aktie kaufst, dann sollte der Prozess im Idealfall vergleichbar sein. Tatsächlich kann man Aktien aber ziemlich leicht kaufen und wieder verkaufen, ohne wirklich zu verstehen, in was man da sein Geld investiert. Und es ist davon auszugehen, dass viele Anlegerinnen und Anleger statt einer tiefen Beschäftigung mit dem Unternehmen hier eher an der Oberfläche kratzen. Aber Getreu dem Grundsatz: Investiere nur in das, was Du verstehst, sollten wir uns damit beschäftigen, wenn wir uns für das Investieren in Einzelaktien interessieren.
Diese Beschäftigung hat verschiedene Dimensionen - das Geschäftsmodell, das Management, die Strategie, die Produkte, die Wettbewerbslandschaft. Und dabei werden wir immer wieder mit dem Thema Unternehmensfinanzen konfrontiert.
Warren Buffett hat im Zusammenhang mit Unternehmensfinanzen oder auch dem Rechnungswesen sinngemäß gesagt, dass dies die Sprache der Wirtschaft oder des Geschäftslebens sei. Damit meinte er, dass man ohne ein Verständnis von Rechnungswesen, von Unternehmensfinanzen ein Unternehmen nicht wirklich "lesen" und bewerten kann – ganz so wie man ohne Sprache nicht kommunizieren kann.
Also anders ausgedrückt:
Um uns in der Welt der Aktien sicher zu bewegen, um Sachverhalte und Zusammenhänge zu verstehen, sollten wir zumindest die Grundlagen dieser Sprache verstehen.
Scott Galloway stellt in seinem Buch Die Algebra des Geldes (Abre numa nova janela) fest, dass der Besitz von Aktien aus seiner Sicht zwei wichtige Dimensionen hat: Kontrolle und Wirtschaftlichkeit.
Thema Kontrolle: Wenn mir 10% an einer Eisdiele gehören, dann möchte ich bei wesentlichen Entscheidungen mitsprechen. Bei Aktien ist das für die meisten privaten Anlegerinnen und Anleger eher kein Thema. Das Unternehmen wird vom Vorstand geführt. Dieser ist dem Aufsichtsrat Rechenschaft schuldig. Der Vorstand wird vom Aufsichtsrat bestellt, also eingestellt. Und er kann diesen auch wieder abberufen, also feuern. Der Aufsichtsrat wiederum wird maßgeblich durch die Eigentümer des Unternehmens besetzt, also die Aktionäre. Als Aktionär habe ich da natürlich auch eine Stimme, nur wird diese meist kaum Einfluss haben.
Die Frage der Wirtschaftlichkeit ist für mich als Anleger da schon deutlich relevanter. So, wie mir mein Anteil an der Eisdiele einen Anteil an deren Inventar und Gewinne sichert, genauso definiert auch eine Aktie meine wirtschaftliche Teilhabe an dem zugrundeliegenden Unternehmen. Das bedeutet einerseits, dass ich einen Anspruch auf das Vermögen des Unternehmens habe. Wenn das Unternehmen von einem anderen Unternehmen gekauft wird oder auch wenn es insolvent geht und die restlichen Werte verteilt werden, dann gehört mir als Aktionär ein Anteil daran.
Nun spekuliere ich womöglich weniger darauf, dass das Unternehmen übernommen wird oder pleite geht, sondern ich investiere in der Erwartung, dass das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet. Auch hier habe ich durch den Besitz meiner Aktie einen Anspruch auf einen Anteil des Gewinns bzw. der zukünftigen Gewinne. Wenn das Unternehmen einen Gewinn erwirtschaftet, dann kann es diesen in das Geschäft reinvestieren oder auch als Kapitalpolster zurücklegen. Ansonsten werden Gewinne an die Anteilseigner, die Aktionäre zurückgegeben. Das geschieht über Dividenden, über die ich in Folge 20 gesprochen habe, oder über Aktienrückkäufe. Weitere Details zu Aktienrückkäufen (Abre numa nova janela) kannst Du nochmals in Folge 29 nachhören.
Die Rendite, die ich als Aktionär erziele, ist die Summe aus der Entwicklung des Aktienkurses und der ausgeschütteten Dividenden, also vorausgesetzt das Unternehmen zahlt überhaupt eine Dividende.
Beim Stichwort Aktienkurs ist die Frage: Wie viel ist die Aktie überhaupt wert? Lässt der heutige Aktienkurs darauf schließen, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, um die Aktie zu kaufen? Kann ich erwarten, dass das Unternehmen sich in Zukunft gut entwickeln und der Aktienkurs höher liegen wird?
Das ist die Frage der Bewertung des Unternehmens.
Wenn man unterstellt, dass der Aktienkurs bzw. Die Marktkapitalisierung, das ist die Anzahl der Aktien multipliziert mit dem Aktienkurs, wenn man unterstellt, dass dieser Wert die momentane Meinung des Marktes wiederspiegelt. Dann ist die Frage, was der wahre Wert des Unternehmens ist?
Vereinfacht gesagt, ist der Unternehmenswert die Summe der zukünftig erwarteten erwirtschafteten Erträge, heruntergerechnet auf den heutigen Tag. Das Stichwort ist Discounted Cashflow oder kurz DCF. Alternativ kann man auch mit sogenannten Multiples arbeiten. Vereinfacht gesagt sind das Kennzahlen, die den Preis einer Aktie ins Verhältnis zur Ertragskraft des Unternehmens stellen. Ein bekanntes Beispiel ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV. Weitere Details zum Thema kannst Du auch nochmal in Folge 50 über die Kunst der Unternehmensbewertung (Abre numa nova janela) nachhören.
Kommen wir zurück zu den Unternehmensfinanzen.
Börsennotierte Unternehmen veröffentlichen verschiedene Dokumente. Für Dich als Anlegerin bzw. Anleger sind in erster Linie drei Dokumente relevant, die alle börsennotierten Unternehmen in den USA und in Europa veröffentlichen müssen:
Die Bilanz, auf Englisch Balance Sheet
Die Gewinn- und Verlustrechnung, kurz GuV bzw. Auf Englisch Income Statement oder auch Profit & Loss Statement, kurz P&L
Die Kapitalflussrechnung, geläufiger ist der englische Begriff Cash Flow Statement
Diese drei Dokumente möchte ich im folgenden kurz vorstellen. Für ein bessere Verständnis könntest Du das dann bspw. Mit entsprechenden Videotutorials bei YouTube nochmals vertiefen.
Starten wir mit der Bilanz.
Während die P&L und auch das Cash Flow Statement zeitraumbezogen sind, ist die Bilanz eine Stichtagsaufnahme. Anders ausgedrückt: Die P&L oder das Cash Flow Statement betrachten einen Zeitraum, üblich ist das zurückliegende Geschäftsjahr. Die Stichtagsaufnahme der Bilanz hingegen betrachtet einen bestimmten Zeitpunkt, also zum Beispiel den 31. Dezember eines Jahres.
Die Bilanz ist wie ein Foto, das man - um im Bild zu bleiben - am Silvesterabend von der Eisdiele macht. Es zeigt genau, was die Eisdiele in diesem Moment besitzt und wer es bezahlt hat. Also kurz gesagt: Die Bilanz sagt dir: „Was haben wir und wie viel davon gehört dir wirklich nach Abzug der Schulden?“
Die Bilanz hat zwei Seiten: Die linke Seite, die sogenannte Aktiva und die rechte Seite, Passiva genannt.
Die linke Seite beschreibt, was die Eisdiele alles besitzt, die Vermögenswerte, also Bargeld, offene Forderungen oder immaterielle Vermögenswerte wie geistige Eigentumsrechte, aber auch Sachwerte wie Maschinen und Gebäude. Um im Bild zu bleiben: Das ist dann bspw. die Eismaschine, Zutaten im Lager, der Tresen und das Geld in der Kasse.
Die rechte Seite beschreibt, wem das eigentlich gehört. Ein Teil wurde durch dein Geld bezahlt, also im Beispiel 10%, ein Teil wurde von anderen Besitzern bezahlt. Das zusammen ergibt das Eigenkapital. Ein anderer Teil gehört vielleicht der Bank, weil die Eismaschine auf Kredit gekauft wurde. Das ist das Fremdkapital. Und dann sind da ebenfalls die Verbindlichkeiten, also zum Beispiel Kredite oder auch offene Rechnungen bei zum Beispiel Zulieferern, die wir noch bezahlen müssen.
Also zusammengefasst: Die Bilanz erfasst alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie stellt die finanzielle Lage des Unternehmens an einem bestimmten Tag dar. Mit der Bilanz kann man prüfen, was das Unternehmen besitzt und schuldet und wie es finanziert ist.
Kommen wir zum Cash Flow Statement oder auf deutsch die Kapitalflussrechnung.
Das macht genau das, was der Name verspricht: Es zeigt die Zu- und Abflüsse von Bargeld im Unternehmen, unterschieden nach operativen Geschäft, Investitionen und der Finanzierung des Unternehmens.
Das Cash Flow Statement ist wie der Blick ins Portemonnaie. Es zeigt die Liquidität. Es hilft zu verstehen, ob das Unternehmen genug Cash generiert, um Investitionen zu tätigen, Schulden zu bedienen, aber vielleicht auch um Dividenden zu zahlen.
Und das Cash Flow Statement beantwortet sehr essentielle Fragen, im Fall der Eisdiele zum Beispiel: „Haben wir Geld, um die Miete zu bezahlen?“ Das ist nämlich nicht ganz unkompliziert. Man kann nämlich einen Gewinn machen, aber trotzdem nicht zahlungsfähig sein.
Ein Beispiel: Die Eisdiele verkauft 1.000 Becher Eis an einen Kindergarten auf Rechnung. Sie hat also - zumindest auf dem Papier - „Umsatz“ und „Gewinn generiert“. Aber: Der Kindergarten zahlt erst in drei Monaten. Dann wird in den Büchern bereits heute ein Umsatz realisiert, es ist aber noch kein Geld geflossen. Umsatz ist nicht zwingend Cash. Also auf dem Papier hast Du einen Umsatz erzielt. Du hast aber kein Geld, um morgen den Milchbauern zu bezahlen.
Das Cash Flow Statement zeigt die tatsächlichen Geldflüsse an. Es zeigt dir, ob die Eisdiele flüssig bleibt oder ob du trotz toller Umsätze bald vor verschlossener Tür stehst, weil kein Bargeld mehr da ist. Und das ist zur effektiven Steuerung und zum besseren Verständnis des Unternehmens enorm wichtig.
Kommen wir zur Gewinn- und Verlustrechnung, kurz GuV bzw. Auf Englisch Profit & Loss, kurz P&L.
Dieses Dokument beantwortet die zentrale Frage, wie viel Geld das Unternehmen im betreffenden Zeitraum verdient hat.
Während die Bilanz ein Foto in einem bestimmten Augenblick ist, ist die P&L ein Film über das ganze Jahr. Sie zeigt, ob das Unternehmen gut gewirtschaftet hat. Sie zeigt die Summe der Erträge minus der Aufwände, ergo den entstandenen Gewinn oder Verlust. Wir können also die Profitabilität des Unternehmens messen, wir erhalten einen Überblick, wie das Unternehmen Geld verdient und wir können Prognosen darüber erstellen, wie viel Gewinn in Zukunft zu erwarten ist.
Die P&L wird von oben nach unten gelesen. Und man kann sich das wie einen Geldstrom vorstellen, der durch das Unternehmen fließt.
Ganz oben stehen die Einnahmen, also das Geld, das durch den Verkauf von Waren und Dienstleistungen erzielt wird. Also im Beispiel: Wie viel Umsatz wurde durch den Verkauf von Eis erzielt?
Diese Einnahmen entstehen natürlich nicht im luftleeren Raum. Der Betrieb des Unternehmens, die Produktion und die Vermarktung der Produkte, das alles verursacht Kosten.
Wir ziehen also die entstandenen Kosten ab: Die Milch, die Waffeln, der Strom für die Truhen und das Gehalt für die Bedienung. In den Details ist das etwas komplexer. Es wird zwischen verschiedenen Kostenarten unterschieden. Es gibt Material- und Personalkosten, die zur Herstellung der Produkte anfallen. Wenn man diese vom Umsatz abzieht, ergibt sich der Bruttogewinn, auf Englisch Gross Profit. Dann gibt es die Betriebskosten des Unternehmens, auch Gemeinkosten genannt. Das sind all diejenigen Ausgaben, die entstehen, damit das Unternehmen seinen Betrieb aufrechterhält, also bspw. Miete, aber auch Gehälter für Mitarbeiter, die nicht direkt der Produktherstellung zugerechnet werden können.
Am Ende steht dann das Ergebnis, also entweder positiv, dann hat das Unternehmen einen Gewinn erwirtschaftet, oder negativ, dann gibt es einen Verlust.
Das Ergebnis hat aber verschiedene Abstufungen.
Es gibt den operativen Gewinn, auf Englisch Operating Profit oder auch EBIT, das steht für Earnings Before Interest and Taxes. Der EBIT misst die Profitabilität des Unternehmens in seinem operativen Geschäft vor Abzug von Zinsaufwendungen und Steuern.
Eine weitere Variante ist EBITDA. Das steht für „Earnings Before Interest and Taxes, Depreciation and Amortization”. Das ist der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen. Das führt in den Details an dieser Stelle etwas zu weit. Aber der EBITDA ist etwas umstritten. Er wird manchmal auch ausgewiesen, weil er das Geschäft profitabler erscheinen lässt.
Wir bewegen uns weiter nach unten in der P&L.
Nach dem operativen Gewinn fallen noch Zinszahlungen für offene Kredite an, ebenso wie Steuern.
Dann steht da ganz am Schluss eine Zahl, nämlich das Nettoeinkommen bzw. Net Income oder auch Earnings. Und von dieser Zahl gehört Dir als Aktionär ein Anteil.
Beispiel Eisdiele von der Du 10% besitzt: Wenn am Ende des Jahres 10.000 € Gewinn in der Kasse bleiben, gehören dir davon theoretisch 1.000 €. Ob du sie ausgezahlt bekommst, also als Dividende, ob damit ein Aktienrückkauf getätigt wird oder ob das Geld im Unternehmen verbleibt, das wird dann entschieden.
Bei einem börsennotierten Unternehmen wird der Gewinn üblicherweise als absoluter Geldwert und zusätzlich als Gewinn pro Aktie geführt bzw. Auf Englisch Earnings per Share, kurz: EPS. Und das ist insofern relevant, als man damit prüfen kann, wie sich der Gewinn auf die Aktien aufteilt. Also wie hoch ist der Gewinn, der auf eine Aktie anfällt. Jedenfalls ist EPS ein in der Börsenwelt verbreiteter Indikator für die Rentabilität eines Unternehmens, gerade auch in der zeitlichen Entwicklung, wenn man einen längeren Zeitraum betrachtet.
Also um das insgesamt nochmal zusammenzufassen:
Das Thema ist, wie eingangs beschrieben, nicht unkomplex und in den Details ist das auch eher etwas für ein Studium der Wirtschaft.
Ich möchte Dich damit jetzt nicht abschrecken. Du musst auch nicht zwingend jede einzelne Kennzahl kennen und in der Tiefe verstehen.
Aber ich möchte schon dafür sensibilisieren, dass man sich über den Sachverhalt und die Komplexität im Klaren ist und dass man nicht vorschnell eine Investitionsentscheidung für eine Einzelaktie treffen sollte, wenn man aufgrund einer wohlklingenden Story oder eines Tipps im Bekanntenkreis investieren möchte.
Leseempfehlung zur Folge: Scott Galloway - Die Algebra des Geldes (Abre numa nova janela)
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