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Humane (2024)

Wenige Jahre in der Zukunft: der Klimawandel hat nun auch Auswirkungen auf die reichen Nationen. Die gleichen verbrecherischen Politiker, die früher nichts gegen den Klimawandel getan haben, legen nun ein Euthanasieprogramm auf, um die international verabredete Bevölkerungseindämmungsquote von 20% zu erfüllen. Die Menschen können sich freiwillig zum Ableben melden, um etwas Gutes für den Planeten und die Menschheit zu tun. Um ökonomisch kürzer zu treten oder den Fortpflanzungszwang zu bekämpfen ist es nun zu spät, das wurde versäumt, jetzt bleibt nur noch die strikte Eindämmung der menschlichen Population. Doch die Elite tut sich, wie so oft, mit ihren eigenen Regeln schwer, die sie für die Bevölkerung ersonnen hat. Als der prominente Medienmensch Charles York und seine Lebensgefährtin Dawn beschließen, sich freiwillig für das Sterbeprogramm zu melden, können seine vier erwachsenen Kinder das nicht verstehen. Als dann auch noch Dawn kalte Füße bekommt und vor der Einschläferung flüchtet, hat die Familie ein Problem, denn eine staatliche Mordeinheit steht bereit und verlangt, wie vertraglich zugesichert, zwei Leichen.

Die Fotografin und Filmemacherin Caitlin Cronenberg, Tochter von Regielegende David Cronenberg, präsentierte uns im Jahr 2024 einen schlichtweg genialen Film, der mit einigen bekannten Gesichtern wie Peter Gallagher, Jay Baruchel, Emily Hampshire und Sebastian Chacon besetzt ist. Die kanadische Thriller-Groteske bringt eindrucksvoll auf den Punkt, was in den westlichen Demokratien schiefläuft.

In Humane erleben wir überspitzt aber vollkommen plausibel dargestellt eine korrupte Regierung, die nicht nur mit Konzernen verbündet ist, die die Totalüberwachung der Bevölkerung als Geschäftsmodell erwählt haben, sondern auch eine Allianz mit den Medien bildet, in denen bezahlte Berufsexperten den Menschen durchgehend vorbeten, was aus moralischen Gründen zu tun sei.

Angesichts der existenziellen Notlage der privilegierten Familienmitglieder tritt eine Geisteshaltung zwischen Klassismus und Rassismus zutage, die die York-Geschwister dazu treibt, Jagd auf ihren Bruder zu machen - legitimiert durch dessen Status als adoptierter, drogensüchtiger Nicht-Weißer. Humane ist eine bissige Kritik an Moralismus, Medienpropaganda, der Verquickung von Regierung und Wirtschaft sowie am Rassismus und Klassismus der Elite. Dieser kluge Film ist großartig inszeniert und seine Gesellschaftskritik trifft ins Schwarze.

https://www.imdb.com/de/title/tt16280912/ (Abre numa nova janela)
Tópico Film