Die rothaarige Kriegerin Sonja schwört auf Rache, nachdem die böse Königin Gedren ihre Familie ermorden und sie selbst vergewaltigen ließ. Red Sonja begibt sich auf die Suche nach der machtgierigen Despotin, die inzwischen in den Besitz eines übermächtigen, neongrün leuchtenden Talismans gelangt ist, welchen sie einem Orden von Kriegerinnen entwendet hat. Auf ihrer Queste überwindet Sonja ihren Männerhass und verbündet sich mit dem Krieger Kalidor, um Gedren und ihre Armee zu besiegen und den gefährlichen Talisman zu vernichten, bevor dieser die Welt ins Chaos stürzen kann.
Nach Conan der Zerstörer präsentierte uns Richard Fleischer 1985 den US-amerikanischer Barbarenfilm Red Sonja - in Deutschland auch bekannt unter dem Alternativtitel Die Rache der Schwertkämpferin. Brigitte Nielsen - in ihrer ersten Kinofilmrolle - und Arnold Schwarzenegger spielen die Hauptrollen als Red Sonja und Lord Kalidor. Außerdem sind noch Sandahl Bergman als Königin Gedren, die in Conan der Barbar (1982) die Valeria spielte, und Pat Roach als Lord Brytag zu sehen. Roach mimte bereits den Toth-Amon in Fleischers Conan der Zerstörer (1984) und spielte später noch in einigen anderen Fantasyfilmen wie Willow (1988) und Kull, der Eroberer (1997) mit. Die geniale Filmmusik wurde von niemand Geringerem als dem weltberühmten italienischen Komponisten Ennio Morricone geschrieben.
Ein von John Milius verfasstes Drehbuch namens "King Conan", das als offizieller dritter Teil der Conan-Kinofilmreihe geschrieben wurde, ist bisher leider nie verfilmt worden. Dafür drehte Richard Fleischer diese Comicverfilmung, die ebenfalls in Conans Welt, dem Hyborischen Zeitalter, spielt. Der Charakter Red Sonja, der einem Conan-Comic von Marvel entlehnt ist, setzt sich ursprünglich aus den Figuren "Red Sonya of Rogatino" und "Dark Agnes de Chastillon" zusammen, die beide, wie Conan, von dem Schriftsteller Robert E. Howard erdacht wurden.
Ich betrachte Red Sonja seit jeher als dritten Conan-Teil, zumal Sonjas Begleiter Kalidor dem berühmten Barbaren wirklich sehr ähnlich ist. Ursprünglich sollte Red Sonja auch offiziell an die Conan-Reihe anschließen, doch aus lizenzrechtlichen Gründen durfte man den Namen Conan nicht verwenden und die von Arnie gespielte Rolle wurde einfach umbenannt. Obwohl Brigitte Nielsen die Titelheldin des Films verkörpert, ist Arnold Schwarzenegger auf fast allen Filmplakaten prominenter platziert, und wird in den Credits zuerst genannt. Red Sonja wurde also auch als dritter Conan-Film vermarktet.
Auch der dritte Conan-Film wurde von der Kritik zumeist verrissen und als dumm, primitiv und uninspiriert bezeichnet. Doch selbst wenn Red Sonja der schwächste Film der Reihe sein mag, ist er nicht umsonst ein Kultfilm geworden.
Ich weiß nicht, wo das Vorurteil herkommt, dass das Subgenre der Barbarenfilme per se sexistisch sei. Im ersten Conan-Film sahen wir bereits wehrhafte Frauen, im zweiten spielten sie eine noch größere Rolle und in Red Sonja stehen Frauen nun komplett im Mittelpunkt. Es gibt durchaus einige sexistische Barbarenfilme - wie den unsäglichen Wolfhound (2006) von Nikolay Lebedev - das liegt dann aber an den Filmen selbst und nicht am Subgenre. Die drei wichtigsten Werke der Barbarenfilmsparte - Conan I, II und Red Sonja - zeigen auf jeden Fall durchgängig starke, unabhängige und diverse Frauenfiguren. Jede dümmliche Romcom, in der noch so viel über Feminismus theoretisiert wird, nur um am Ende dann doch mit einer Hochzeit zu schließen, finde ich weitaus problematischer.
Seit 2009 war eine Neuadaption des Red Sonja-Stoffes angekündigt. Im Jahr 2025 kam endlich ein gleichnamiges Remake mit Matilda Lutz in der Titelrolle heraus, das sehr schlecht gemacht war und auf ganzer Linie floppte.
Red Sonja ist ein Fantasy-Klassiker mit komödiantischen Elementen, epischer Musik, schnörkelloser Dramaturgie und fantastischer Ausstattung - überall Skelette, ein Metallfisch und eine tolle Riesenspinne. Ein würdiger dritter Teil aus Robert E. Howards Fantasy-Kosmos.
https://www.imdb.com/de/title/tt0089893/ (Abre numa nova janela)