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Studie belegt: HSP sind anfälliger für psychische Probleme

Zunächst einmal gilt es festzuhalten, dass Hochsensibilität an sich keine Krankheit ist. Vielmehr ist sie ein grundlegendes Persönlichkeitsmerkmal, das circa 30 Prozent der Bevölkerung aufweisen.

Allerdings ist es schon so, dass HSP anfälliger sind für psychische Probleme und Erkrankungen. Gerade dann, wenn sie eine belastete Kindheit und Jugend hatten und ungünstigen Umständen ausgesetzt sind. Die positive Nachricht wiederum ist, dass sie besonders gut auf unterstützende Angebote ansprechen.

Zu diesen Zusammenhängen gibt es eine interessante neue Studie.

Im Folgenden die ins Deutsche übersetzte Pressemitteilung der Queen Mary Universität von London (QMUL) zu einer wichtigen Studie (Der Link zur Studie ist ganz unten): 

Die erste systematische Überprüfung und Metaanalyse dieser Art zeigt, dass hochsensible Menschen anfälliger für psychische Probleme sind. 

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Personen stärker von Interventionen wie Achtsamkeit und Techniken zur Stärkung der emotionalen Regulationsfähigkeiten profitieren könnten.

Eine neue Studie unter der Leitung der Queen Mary Universität von London, die in der Fachzeitschrift Clinical Psychological Science veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass hochsensible Menschen (HSP) im Vergleich zu weniger sensiblen Personen häufiger psychische Probleme haben. 

Die Meta-Analyse von 33 Studien, die erste ihrer Art, untersuchte den Zusammenhang zwischen Sensibilität und häufigen psychischen Problemen wie Depressionen und Angstzuständen. Die Forscher fanden einen signifikanten positiven Zusammenhang zwischen beiden und kamen zu dem Schluss, dass hochsensible Menschen häufiger an Depressionen und Angstzuständen leiden als weniger sensible Menschen.

In der Studie wurde Sensibilität als Persönlichkeitsmerkmal definiert, das die Fähigkeit von Menschen widerspiegelt, Umweltreize wie helles Licht, subtile Veränderungen in der Umgebung und die Stimmungen anderer Menschen wahrzunehmen und zu verarbeiten. In Studien zur psychischen Gesundheit und in der klinischen Praxis, die sich in der Regel auf Neurotizismus und dessen Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen konzentrieren, wird dies oft übersehen. Diese Forschung zeigt jedoch, dass es wichtig ist, den Grad der Sensibilität einer Person zu verstehen, und dass dies therapeutische Auswirkungen haben kann. 

Beispielsweise können Menschen mit sensibleren Persönlichkeitsmerkmalen eher von Behandlungsplänen profitieren, die Techniken wie angewandte Entspannung und Achtsamkeit beinhalten, die auch Rückfälle verhindern können. 

Tom Falkenstein, Psychotherapeut und Doktorand an der Queen Mary Universität von London, sagte:

„Dies ist die bislang umfangreichste systematische Übersicht über Sensibilität und psychische Gesundheit bei Jugendlichen und Erwachsenen und die erste Metaanalyse zu diesem Thema, die die Auswirkungen dieser Beziehung abschätzt. Wir fanden positive und moderate Korrelationen zwischen Sensibilität und verschiedenen psychischen Problemen wie Depressionen, Angstzuständen, posttraumatischer Belastungsstörung, Agoraphobie und ängstlich-vermeidender Persönlichkeitsstörung. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Sensibilität in der klinischen Praxis stärker berücksichtigt werden sollte, um die Diagnose von Erkrankungen zu verbessern.“

„Darüber hinaus könnten unsere Ergebnisse dazu beitragen, die Behandlung dieser Personen zu verbessern. Rund 31 % der Gesamtbevölkerung gelten als hochsensibel und sprechen, wie unsere Ergebnisse zeigen, eher besser auf bestimmte psychologische Interventionen an als weniger sensible Personen. Daher sollte die Sensibilität bei der Erstellung von Behandlungsplänen für psychische Erkrankungen berücksichtigt werden. Unsere Arbeit zeigt, dass es von entscheidender Bedeutung ist, das Bewusstsein für Sensibilität unter Fachleuten im Bereich der psychischen Gesundheit zu verbessern, damit Kliniker und Praktiker diese Eigenschaft bei ihren Patienten erkennen und die Behandlung auf ihre Sensibilität abstimmen können.“

Michael Pluess, Professor für Entwicklungspsychologie an der Universität von Surrey und Gastprofessor an der Queen Mary Universität von London, sagte :

„Dies ist die erste Metaanalyse, die solide Belege dafür liefert, dass hochsensible Menschen anfälliger für häufige psychische Probleme sind. Es ist jedoch wichtig, sich vor Augen zu halten, dass hochsensible Menschen auch positiver auf positive Erfahrungen reagieren, darunter auch auf psychologische Behandlungen. Unsere Ergebnisse liefern weitere Belege dafür, dass sensible Menschen sowohl von negativen als auch von positiven Erfahrungen stärker beeinflusst werden und dass die Qualität ihres Umfelds für ihr Wohlbefinden besonders wichtig ist.“

Die systematische Überprüfung und Metaanalyse von 33 Studien wurde von einem akademischen Team mehrerer Universitäten durchgeführt, darunter die Queen Mary Universität von London und die Universität von Surrey.

Link zur Studie:

https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/21677026251348428 (Abre numa nova janela)

Interview mit Michael Pluess in PSYCHOLOGIE HEUTE

Im Dezember-Heft von PSYCHOLOGIE HEUTE ist das Titelthema Hochsensibilität.

Im Heft ist dazu unter anderem ein zweiseitiges Interview mit Michael Pluess. Falls ihr daran Interesse habt, es zu lesen, schreibt mir und ich sende euch die abfotografierten beiden Seiten zu.

Nun noch Hinweise auf meine Angebote:

Online-Gesprächsgruppe für HSP

Alle Infos zur Gesprächsgruppe (Abre numa nova janela)

Die nächste Gesprächsgruppe für HSP via Zoom startet am 12. Januar 2026. Einfach ganz formlos per Mail anmelden. Eine kostenlose Stornierung ist bis 1 Woche vor Beginn möglich.

Die Teilnehmer:innen treffen an vier aufeinanderfolgenden Montagabenden in einer festen Gruppe online zusammen. Ich moderiere und gebe relevante kurze inhaltliche Inputs zu den Themen, die in der Gruppe aufkommen.

Feedback einer Teilnehmerin:
„Liebe Ulrike, ich wollte Dir nochmals herzlich danken, dass Du uns zueinander geführt hast und uns einen so schönen Rahmen für die Begegnungen geschaffen hast. Es war wirklich ein sehr vertrauensvolles Miteinander, gleich von Beginn an, das uns glaube ich alle sehr angerührt hat.“ (I.)

Einzelcoaching

Wenn du eine Folge von Coachinggesprächen vereinbarst, bekommst du ein Buch von mir gratis zugeschickt.

Vereinbare gern zunächst ein kostenfreies und unverbindliches Kennenlerngespräch mit mir. Antworte einfach auf diese Newsletter-Mail und wir finden einen Termin dafür.

Mit viel Feingefühl - Community für HSP

In der Community, die auf eine längerfristige Mitgliedschaft angelegt ist, gibt es regelmäßige Anregungen & Wissenshäppchen.

Bei Aidlingen im November-Wald:

Herzliche Grüße!

Ulrike Hensel

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